Tiroler Tageszeitung

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Alex Gruber

22. Oktober 2026

Vergangenheit verbindet, die Gegenwart trennt

Das ÖFB-Cup-Achtelfinale zwischen FC Wacker und WSG Tirol rückt näher. Hinter dem Prestigeduell stecken auch gemeinsame Erfolge.
 
13.000 Tickets sind für den Tiroler ÖFB-Cupschlager am kommenden Mittwoch (18 Uhr) zwischen dem FC Wacker Innsbruck und der WSG Tirol bereits verkauft. Bei den Gästen aus Wattens gingen bislang 1250 der 1500 Karten für den Gästesektor auf der Südtribüne über den Ladentisch. Dass der Fan-Vorteil im Tivoli-Stadion auf Seiten der Schwarz-Grünen zu Hause ist, liegt auf der Hand. 

Die goldenen 70er-Jahre 

Wer einen Blick in die Geschichte wirft, findet genügend Zeiten, die die beiden Clubs aus Innsbruck und Wattens auch verbinden. Ältere Semester wissen: In den goldenen 70er-Jahren heimste die SPG Swarovski Wattens-Wacker Innsbruck, mit der Kurzbezeichnung SSW Innsbruck, mit Tiroler Spielern wie Hattenberger, Gombasch oder Rinker (†) vier Meistertitel ein. Schon damals hat ein gewisser Gernot Langes die Fäden gezogen, ehe es am Ende dieser ersten Fusion 1986 zur Gründung des FC Tirol kam und Langes mit Kapazundern wie Trainerlegende Ernst Happel, Hansi Müller oder Pipo Gorosito den Weg zu zwei weiteren Meistertiteln (1989, ’90) am alten Tivoli ebnete. 

Der FC Wacker verschwand bis zur Abmeldung des Vereins 1999 zusehends von der Bildfläche, die WSG hielt sich bis 2001 fast durchgehend in der zweiten Liga auf. Nach drei weiteren Meistertiteln und dem Riesen-FC-Tirol-Konkurs 2002 entstand dank des Engagements von Gerhard Stocker zwischen dem neu gegründeten FC Wacker Tirol – Rechte bei der Fan-Initiative – und der WSG Wattens die SPG Wattens-Wacker, die mit einigen arrivierten Kräften (Wazinger, Hörtnagl, Koejoe ...) und jungen Tiroler Talenten ein Jahr später sofort wieder den Aufstieg in die 2. Liga löste. Wacker Tirol marschierte bis 2004 gleich schnurstracks in die Bundesliga durch, während die WSG wieder im Amateurfußball landete. 

Der FCW, seit 2007 wieder mit Innsbruck im Namen, stieg noch zweimal (2010 und 2018) in die erste Bundesliga auf, nach dem Abstieg 2019 und der Insolvenz 2022 bahnte man sich mit Hilfe amerikanischer Investoren (Partner LAFC) ein weiteres Mal den mühsamen Weg zurück in den Profifußball. „Man kann von turbulenten Jahrzehnten sprechen“, hält auch FCW-Präsident Hannes Rauch dazu fest. 

WSG seit 2019 Nummer eins 

Die WSG Tirol besetzt mit bescheidenen finanziellen Mitteln seit 2019 ununterbrochen den Tiroler Platz im Oberhaus und sehnt die Rückkehr ins Gernot-Langes-Stadion herbei, um die Vermarktung zu steigern. 

Wie schwer das Profigeschäft ohne Mäzen angesichts der Tiroler Sponsorenlandschaft fällt, lernten beiden Clubs kennen. Das Achtelfinale im ÖFB-Cup bietet, vor allem für Traditionalisten, ein emotionales Kräftemessen. Vielleicht wird dabei auch der Traum genährt, sich nach acht Zweitliga-Duellen (zwischen 2016 und 2018) bald in der ersten Liga zu treffen ...

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