Als Sportdirektor steht Roli Kirchler heute (20.30 Uhr) im Westderby bei Ex-Club Wacker auf der gegnerischen Seite von Austria Salzburg. Die TT hakte bei der Tiroler Fußball-Legende nach.
Mit welchen Gefühlen schlagen Sie beim Westderby im Tivoli-Stadion auf?
Roland Kirchler: Ich bin in einem gewissen Alter (56), wo man das etwas gelassener sieht. Ich war ja schon oft als Gegner in diesem Stadion, deswegen ist es nichts Neues. Für unsere jungen Spieler ist ein volles Tivoli natürlich eine coole Erfahrung, weil ich weiß, welche Kraft darin steckt. Es werden auf beiden Seiten die Fanclubs für viel Stimmung sorgen.
Wie man hört, können auch Sie die (parallelen) Fanmärsche nicht nachvollziehen?
Roland Kirchler: Ich bin in einem gewissen Alter (56), wo man das etwas gelassener sieht. Ich war ja schon oft als Gegner in diesem Stadion, deswegen ist es nichts Neues. Für unsere jungen Spieler ist ein volles Tivoli natürlich eine coole Erfahrung, weil ich weiß, welche Kraft darin steckt. Es werden auf beiden Seiten die Fanclubs für viel Stimmung sorgen.
Wie man hört, können auch Sie die (parallelen) Fanmärsche nicht nachvollziehen?
Kirchler: Ich bin ein Mensch mit Hausverstand und finde, wenn zwei Fanfronten jeweils 500 Meter voneinander entfernt starten und wegmarschieren, ist ein Konflikt irgendwie vorprogrammiert. Deswegen halte ich das für keine gute Idee.
Folglich teilen Sie den Wunsch nach einer friedlichen Sportveranstaltung?
Kirchler: Ich hoffe, das ist der Wunsch aller. Vielleicht gelingt es dem großen Polizei-Aufgebot, die zwei Lager zu trennen, aber ich glaube, das ist fast unmöglich. Ich hoffe, das Spiel ist für alle wichtiger, als aufeinander loszugehen.
Auch aus der Vorstandsetage von Austria Salzburg kam die Aussage, dass der FC Wacker als Investoren-Club auf den Traditionsverein Austria Salzburg trifft.
Kirchler: Das muss nicht sein, aber ganz freundschaftlich läuft es halt dann auch nicht ab. Ich glaube, dass wir am Platz keine Mannschaften vorfinden werden, die sich gegenseitig provozieren. Natürlich werden aufgrund der Stimmung viele Emotionen drinnen sein. Aber ich gehe davon aus, dass beide Trainer so klar sein werden, dass sich ihre Spieler aufs Match konzentrieren. Der sportliche Zweikampf sollte im Vordergrund stehen. Und wir reden schon immer noch von einem Spiel in der zweiten österreichischen Liga. Es ist kein Champions-League-Finale, wo es um Millionen geht.
Aber wie beurteilen Sie das „amerikanische“ FCW-Modell rund um LA FC?
Kirchler: Jeder darf selbst entscheiden, was er will. Jeder muss seinen Weg gehen. Bei der Austria will man das halt nicht und beim FC Wacker hat man sich halt aufgrund der Vorgeschichte mit finanziellen Problemen dazu entschieden. Dass Investoren einsteigen, ist ja auf der Welt nicht einzigartig. Das ist in der modernen Fußballwelt leider das gängige Modell. Aber mit Tradition, ein Schlagwort, das beide Vereine bedienen dürfen, kann man halt auch nicht überleben. Wenn man nach oben will, wird man über kurz oder lang so einen Weg gehen müssen, oder man hat einen Präsidenten, der sehr viel Geld auftreiben oder selbst, wie früher ein Gernot Langes, investieren kann. Mit Tradition und vielen kleinen Sponsoren aus der Umgebung werde ich nicht mehr (leicht) in die erste Bundesliga kommen, geschweige denn in den internationalen Fußball.
In Tirol waren Sie sehr lange (Meister-)Spieler und auch FCW-Trainer. Bei Austria Salzburg haben Sie auch eine Bundesliga-Saison verbracht und sind seit 2025 Sportdirektor. Fließt heute mehr violettes oder doch schwarz-grünes Blut in Ihren Adern?
Kirchler: Der FC Wacker, FC Tirol, wie auch immer der Verein geheißen hat, wird immer Teil meines Lebens und meiner Fußballgeschichte bleiben. Ich bin hier aufgewachsen, war hier die längste Zeit und hatte die größten Erfolge. Jetzt bin ich in Salzburg und so wie ich bin, gebe ich hier alles, betrachte es als meine Familie und stecke meine ganze Kraft hinein, um auch hier eine schöne und erfolgreiche Zeit zu erleben.
Findet man Sie beim Match auf der Spielerbank oder der Tribüne?
Kirchler: Ich bin kein Typ für die VIP-Tribüne, das war ich nie. Ich will immer bei der Mannschaft sein und das aufsaugen. Das ist ja da unten viel schöner als da oben.
Beide Teams trennt im vorderen Tabellendrittel nur ein Punkt. Wer kann/wird dieses Derby entscheiden?
Kirchler: Die Chancen sehe ich bei 50:50. Von der Kulisse hat vielleicht Innsbruck ein bisschen einen Vorteil. Wir sind wieder (fast) komplett. Ich hoffe, dass auch Flo (Rieder) wieder spielen kann. Beide Teams sind stabil und wollen Fußball spielen. Ich hoffe, wir kommen zum Spielen und das Match geht ohne Vorkommnisse regulär über die Bühne. Einmal hat im Tivoli ja auch schon ein Dach gebrannt. Die Emotionen am Platz sollen entscheidend sein. Ich freue mich.
Folglich teilen Sie den Wunsch nach einer friedlichen Sportveranstaltung?
Kirchler: Ich hoffe, das ist der Wunsch aller. Vielleicht gelingt es dem großen Polizei-Aufgebot, die zwei Lager zu trennen, aber ich glaube, das ist fast unmöglich. Ich hoffe, das Spiel ist für alle wichtiger, als aufeinander loszugehen.
Auch aus der Vorstandsetage von Austria Salzburg kam die Aussage, dass der FC Wacker als Investoren-Club auf den Traditionsverein Austria Salzburg trifft.
Kirchler: Das muss nicht sein, aber ganz freundschaftlich läuft es halt dann auch nicht ab. Ich glaube, dass wir am Platz keine Mannschaften vorfinden werden, die sich gegenseitig provozieren. Natürlich werden aufgrund der Stimmung viele Emotionen drinnen sein. Aber ich gehe davon aus, dass beide Trainer so klar sein werden, dass sich ihre Spieler aufs Match konzentrieren. Der sportliche Zweikampf sollte im Vordergrund stehen. Und wir reden schon immer noch von einem Spiel in der zweiten österreichischen Liga. Es ist kein Champions-League-Finale, wo es um Millionen geht.
Aber wie beurteilen Sie das „amerikanische“ FCW-Modell rund um LA FC?
Kirchler: Jeder darf selbst entscheiden, was er will. Jeder muss seinen Weg gehen. Bei der Austria will man das halt nicht und beim FC Wacker hat man sich halt aufgrund der Vorgeschichte mit finanziellen Problemen dazu entschieden. Dass Investoren einsteigen, ist ja auf der Welt nicht einzigartig. Das ist in der modernen Fußballwelt leider das gängige Modell. Aber mit Tradition, ein Schlagwort, das beide Vereine bedienen dürfen, kann man halt auch nicht überleben. Wenn man nach oben will, wird man über kurz oder lang so einen Weg gehen müssen, oder man hat einen Präsidenten, der sehr viel Geld auftreiben oder selbst, wie früher ein Gernot Langes, investieren kann. Mit Tradition und vielen kleinen Sponsoren aus der Umgebung werde ich nicht mehr (leicht) in die erste Bundesliga kommen, geschweige denn in den internationalen Fußball.
In Tirol waren Sie sehr lange (Meister-)Spieler und auch FCW-Trainer. Bei Austria Salzburg haben Sie auch eine Bundesliga-Saison verbracht und sind seit 2025 Sportdirektor. Fließt heute mehr violettes oder doch schwarz-grünes Blut in Ihren Adern?
Kirchler: Der FC Wacker, FC Tirol, wie auch immer der Verein geheißen hat, wird immer Teil meines Lebens und meiner Fußballgeschichte bleiben. Ich bin hier aufgewachsen, war hier die längste Zeit und hatte die größten Erfolge. Jetzt bin ich in Salzburg und so wie ich bin, gebe ich hier alles, betrachte es als meine Familie und stecke meine ganze Kraft hinein, um auch hier eine schöne und erfolgreiche Zeit zu erleben.
Findet man Sie beim Match auf der Spielerbank oder der Tribüne?
Kirchler: Ich bin kein Typ für die VIP-Tribüne, das war ich nie. Ich will immer bei der Mannschaft sein und das aufsaugen. Das ist ja da unten viel schöner als da oben.
Beide Teams trennt im vorderen Tabellendrittel nur ein Punkt. Wer kann/wird dieses Derby entscheiden?
Kirchler: Die Chancen sehe ich bei 50:50. Von der Kulisse hat vielleicht Innsbruck ein bisschen einen Vorteil. Wir sind wieder (fast) komplett. Ich hoffe, dass auch Flo (Rieder) wieder spielen kann. Beide Teams sind stabil und wollen Fußball spielen. Ich hoffe, wir kommen zum Spielen und das Match geht ohne Vorkommnisse regulär über die Bühne. Einmal hat im Tivoli ja auch schon ein Dach gebrannt. Die Emotionen am Platz sollen entscheidend sein. Ich freue mich.
