Tiroler Tageszeitung

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Florian Madl

13. Oktober 2026

In die Freude mischt sich Sorge

Die Vorfreude auf das Westderby zwischen Wacker und Austria Salzburg (Freitag) ist groß wie die Anspannung im Vorfeld: ein Stimmungsbild zwischen Fanmarsch und Tivoli-Begeisterung.

Noch einmal wurde die Kapazität für den reibungslosen Tivoli-Zutritt am Freitag erhöht, mittlerweile stehen für die 16.100 Fans 24 Eingangsschleusen offen. Keine Wartezeiten, kein Ärger. Einer von vielen Bausteinen für den ungetrübten Besuch des Westderbys zwischen dem FC Wacker und Austria Salzburg (20.30 Uhr). 

Noch tappen die Verantwortlichen allerdings im Dunkeln, wie sich die aufgeheizte Lage der beiden Fan-Gruppierungen im Vorfeld und nach Schlusspfiff äußern könnte. Die Salzburger kündigten bekanntlich nicht nur einen Marsch zum Stadion (Fennerareal, 18 Uhr) an, sondern auch einen zurück (22.45 Uhr). 

Dieser wird, so war zu vernehmen, „polizeilich begleitet“. Diesbezüglich gibt es in der Rechtsprechung unterschiedliche Auffassungen: Während Fanmärsche in Ostösterreich als Demo eingestuft werden, die 48 Stunden vor Beginn angemeldet werden müssen, wird das in Innsbruck anders gehandhabt. 

Für den ehemaligen Wacker-Präsidenten Gerhard Stocker ließe sich das mögliche Aufeinandertreffen der beiden Fan-Gruppierungen einfach regeln: „Was ist da so kompliziert? Die Salzburg-Busse werden zum Süd-Eingang des Tivoli-Stadions beordert und dort nach dem Spiel wieder bereitgestellt. Damit werden der Aufwand der Exekutive und damit die Kosten für die Allgemeinheit minimiert.“ 

Ähnlich sieht es sein Nachfolger Hannes Rauch: „Wenn der Fanmarsch nicht stattfinden würde, wäre das für uns organisatorisch einfacher.“ 

Auch befreundete Fan-Gruppen sollen in Innsbruck eintreffen: Während die Frankfurt-Anhänger diesmal nicht kommen, erwartet man von Wacker-Seite jene aus dem Schweizer Thun. Austria Salzburg wiederum pflegt einen Austausch mit Udine (ITA) und Saarbrücken (GER). 

Nicht in der Verantwortung sieht Bürgermeister Johannes Anzengruber auf Nachfrage jedenfalls die Stadt: „Ich hoffe auf ein Fußballfest und einen Sieg des FC Wacker. Alles andere ist Sache der Polizei. 

Wie die Reaktion der Wacker-Fans ausfällt, bleibt abzuwarten. Auch Schwarz-Grün plant einen „Derby-Treffpunkt“ am Areal des Innsbrucker Landestheaters (15 Uhr). Hier könnte es sich allerdings spießen: Unter dem Motto „Heart of Trails“ findet an selber Stelle ein Innsbrucker Trail- und Outdoor-Festival statt. Initiator Alexander Pittl, der Ende April eine Rennserie für 9000 Leute in der Landeshauptstadt organisiert, bietet für geschätzte 500 Gäste Mitmachstationen, Kurse, Krafttraining, Yoga, einen Lauf-Biathlon, Workshops oder ein Treffen mit Trailrun-Weltmeisterin Katharina Hartmuth an. Auf dem Platz könnte es eng werden. 

Wacker-Trainer Sebastian Siller ruft indes auch seine Spieler zur Besonnenheit auf: „Ein Torjubel soll jedenfalls nicht vor dem Austria-Sektor stattfinden.“ Auch provokative Gesten mögen tunlichst unterlassen werden. Erinnerungen an den 17. Oktober 2010 werden wach: Wacker-Tormann Fabian Schumacher lief damals mit einem Schweinekopf durchs Tivoli, laut Salzburg-Führung sei im Auswärtssektor Stallmist ausgebreitet worden ...

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