Ein violetter Fanmarsch vor dem Westderby zwischen Wacker und Austria Salzburg (16.10.) sorgt für Unbehagen.
Die Nachricht, dass der Fanmarsch der Salzburger Austria in Innsbruck vor dem Westderby gegen den FC Wacker stattfinden könnte, sorgt für geteilte Meinungen. Hannes Rauch, Präsident des Heimvereins, reduziert die Aktion von geschätzt 1000 Anhängern auf die sichere Organisation des Spielbesuchs am Tivoli: „Wenn alle Busse hinter den Auswärtssektor auf der Südtribüne fahren würden, dann wäre es für uns einfacher.“
Bekanntlich wurde seitens der Polizei vorerst kein Veto eingelegt. Dem liegt nicht zuletzt das Studium der Social-Media-Kanäle zugrunde. Bei einem Fanmarsch handle es sich um einen Vorgang im Graubereich: Demonstration ist es jedenfalls keine, denn das wäre mit Meinungsäußerung verbunden. Deshalb herrscht bezüglich des violetten Massen-Spaziergangs auch keine Meldepflicht, solange keine Gefahr droht.
Auch die Veranstaltungsbehörde der Stadt sieht sich nicht in der Verantwortung, wie Christian Schneider gegenüber der TT meint – er leitet das städtische Amt für Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen. „Unsere Zuständigkeit beginnt erst im Stadion, außerhalb ist es Sache der Polizei.“ Rund 80 Polizisten sollen sich im Tivoli befinden, – ein Einsatz, der vom Gastgeberverein FC Wacker zu berappen ist. Und noch einmal dieselbe Zahl an Beamten würde, so war zu erfahren, im unmittelbaren Umfeld der Arena stationiert sein. Die Kosten für diese Einsatzkräfte sowie für zumindest weitere 200 Polizisten, die u. a. den Fanmarsch eskortieren und ein Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fangruppen zu verhindern suchen, werden übrigens von der öffentlichen Hand übernommen.
Von Seiten der Salzburger sei man, wie Obmann David Rettenbacher gegenüber der TT meint, um Deeskalation bemüht: „Aufgrund unserer besonderen Geschichte in den letzten zwanzig Jahren ist es so, dass unsere Fanszene besonders darauf achtet, dass der Verein keinen Schaden durch unüberlegte Aktionen nimmt.“ Der Verein sei in gewisser Form „unser aller Baby, auf das wir gemeinsam schauen“.
Seitens der Einsatzkräfte setzt Rettenbacher, selbst aktives Mitglied einer Fangruppierung, auf Kooperation: „Die Erfahrung zeigt, dass bestimmtes, aber deeskalatives Auftreten zielführender ist als eine emotionsgetriebene „Knüppel aus dem Sack“-Vorgehensweise. Wir freuen uns im besten Fall über ein intensives, friedliches Derby.“
