Die Familie Schreter zeichnet den Tiroler Fußball-Weg in vielen Facetten auf. Eine Karriere zwischen der professionellen Ausbildung in der Akademie und dem „wilden“ Leben im Unterhaus.
Wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen. Noah Schreter (Jahrgang 2009), zuletzt Torschütze beim 1:1-Remis der AKA Tirol U18 gegen die Admira, kann davon seit dem Sommer vermutlich wie viele andere Talente, die weite Wege und große Entbehrungen auf sich nehmen, ein Lied singen. Der jüngere Sohn von Ex-Wacker-Profi Marcel Schreter (45) übersiedelte zur neuen Saison vom Telfer Emat nach Innsbruck und wechselte die Schule, um sich seinen großen Traum vom Profileben vielleicht doch noch erfüllen zu können. Sein älterer Bruder Fabian (2007) glänzte zuletzt in der tt.com Tiroler Liga mit einem Doppelpack beim 3:3 gegen Völs.
Rückpass zu Noah: „Er hatte schon Einsätze bei uns in der Telfer Ersten und hat Tore geschossen, aber er wollte unbedingt hingehen. Und so ehrlich muss man sein: Im Dorf- und Erwachsenenfußball werden die Jungs zwar abgehärtet, aber über die Talenteschiene ist der Weg in den Profifußball wesentlich einfacher“, sagt Marcel Schreter, der weiß, wovon er spricht. Der „Schretor“, der den FCW 2010 in Pasching zum Aufstieg in die erste Bundesliga ballerte, wurde 2002 nach dem FC-Tirol-Konkurs entdeckt und kam als wilder Quereinsteiger ebenso wie Torjäger Hannes Aigner (vom ISK) zu den Schwarz-Grünen, um den Durchmarsch in die Bundesliga (2004) zu zelebrieren: „Ich wollte als junger Bursch davor lieber mit meinen Kollegen in Telfs spielen. Mit 18 war mir klar, dass sich das für den Weg ins Profitum nicht ausgehen wird.“
„Mit Schule, sechs bis sieben Trainings pro Woche zusätzlich auch noch im mentalen Bereich, Videoanalysen und Fahrten haben die Jungs einen enormen Aufwand“, weiß AKA-Leiter Thomas Grumser, was die Talente in Ausbildungsjahren zu leisten haben. Der Start in die neue Saison war erfolgreich: „Aber nicht nur wegen der Ergebnisse, sondern vor allem auch wegen der Leistungen.“ In den Tabellen der ÖFB-Jugendliga belegen die Tiroler die Plätze zwei (U16), vier (U15) und sechs (U18).
Ein „klassischer“ Tiroler Weg führt viele AKA-Schützlinge aktuell dann zu den WSG Tirol Juniors in die Regionalliga West weiter. Eine allgemeingültige Lösung hat es und wird es nie geben: „Unser Ziel muss es sein, den Traum vom Profileben so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Aber natürlich ist auch der Weg das Ziel – was man alles von der Ausbildung mitnehmen kann“, unterstreicht Grumser.
Von Längenfeld bis nach Stadlau
Die Geschichte der WSG Tirol war im vergangenen Jahrzehnt und beim Aufstieg in die Bundesliga mit dem sportlichen Führungs-Duo Köck/Silberberger durchaus reich an Quereinsteigern: Im Tiroler Oberland wurden David Schnegg, mittlerweile Profi in der amerikanischen Major League Soccer, oder Sandro Neurauter (jetzt Volders) entdeckt. Beim FC Stadlau wurde Michael Svoboda gescoutet, dem via Venedig und als ÖFB-Teamspieler der Sprung in die Premier League (Brighton & Hove Albion) gelang. Und auf einen Routinier wie Christian Gebauer (32), der für Arminia Bielefeld 23 Partien in der ersten deutschen Bundesliga absolviert hat, trifft der FC Wacker Innsbruck jetzt dann bald im Westderby gegen Austria Salzburg. Aber auch der FCW kann auf einen Quereinsteiger verweisen, der nie eine Akadamie gesehen hat: Der Ötztaler Luis Gstrein wurde in der damaligen Tiroler Liga noch von Harald Gärtner gescoutet, ehe er vom SV Längenfeld vor zwei Jahren zum FC Wacker kam. „Er hat uns schon damals mit seinem Speed extreme Schmerzen bereitet“, erinnert sich Wacker-Cheftrainer Sebastian Siller. Der 20-jährige Flügel hat in der neuen Saison in der 2. Liga als Torschütze schon zweimal angeschrieben.
Was wäre ein Leben ohne Fußball? Marcel Schreter wird am Samstag zum Akademie-Auswärtsspiel nach St. Pölten reisen, um Noah zu unterstützen. Am Sonntag führt der Liga-Alltag mit Fabian dann nach Volders. Dorthin, wo mit Legende Michael Streiter einer seiner Entdecker und Förderer sitzt. König Fußball verbindet.
Rückpass zu Noah: „Er hatte schon Einsätze bei uns in der Telfer Ersten und hat Tore geschossen, aber er wollte unbedingt hingehen. Und so ehrlich muss man sein: Im Dorf- und Erwachsenenfußball werden die Jungs zwar abgehärtet, aber über die Talenteschiene ist der Weg in den Profifußball wesentlich einfacher“, sagt Marcel Schreter, der weiß, wovon er spricht. Der „Schretor“, der den FCW 2010 in Pasching zum Aufstieg in die erste Bundesliga ballerte, wurde 2002 nach dem FC-Tirol-Konkurs entdeckt und kam als wilder Quereinsteiger ebenso wie Torjäger Hannes Aigner (vom ISK) zu den Schwarz-Grünen, um den Durchmarsch in die Bundesliga (2004) zu zelebrieren: „Ich wollte als junger Bursch davor lieber mit meinen Kollegen in Telfs spielen. Mit 18 war mir klar, dass sich das für den Weg ins Profitum nicht ausgehen wird.“
„Mit Schule, sechs bis sieben Trainings pro Woche zusätzlich auch noch im mentalen Bereich, Videoanalysen und Fahrten haben die Jungs einen enormen Aufwand“, weiß AKA-Leiter Thomas Grumser, was die Talente in Ausbildungsjahren zu leisten haben. Der Start in die neue Saison war erfolgreich: „Aber nicht nur wegen der Ergebnisse, sondern vor allem auch wegen der Leistungen.“ In den Tabellen der ÖFB-Jugendliga belegen die Tiroler die Plätze zwei (U16), vier (U15) und sechs (U18).
Ein „klassischer“ Tiroler Weg führt viele AKA-Schützlinge aktuell dann zu den WSG Tirol Juniors in die Regionalliga West weiter. Eine allgemeingültige Lösung hat es und wird es nie geben: „Unser Ziel muss es sein, den Traum vom Profileben so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Aber natürlich ist auch der Weg das Ziel – was man alles von der Ausbildung mitnehmen kann“, unterstreicht Grumser.
Von Längenfeld bis nach Stadlau
Die Geschichte der WSG Tirol war im vergangenen Jahrzehnt und beim Aufstieg in die Bundesliga mit dem sportlichen Führungs-Duo Köck/Silberberger durchaus reich an Quereinsteigern: Im Tiroler Oberland wurden David Schnegg, mittlerweile Profi in der amerikanischen Major League Soccer, oder Sandro Neurauter (jetzt Volders) entdeckt. Beim FC Stadlau wurde Michael Svoboda gescoutet, dem via Venedig und als ÖFB-Teamspieler der Sprung in die Premier League (Brighton & Hove Albion) gelang. Und auf einen Routinier wie Christian Gebauer (32), der für Arminia Bielefeld 23 Partien in der ersten deutschen Bundesliga absolviert hat, trifft der FC Wacker Innsbruck jetzt dann bald im Westderby gegen Austria Salzburg. Aber auch der FCW kann auf einen Quereinsteiger verweisen, der nie eine Akadamie gesehen hat: Der Ötztaler Luis Gstrein wurde in der damaligen Tiroler Liga noch von Harald Gärtner gescoutet, ehe er vom SV Längenfeld vor zwei Jahren zum FC Wacker kam. „Er hat uns schon damals mit seinem Speed extreme Schmerzen bereitet“, erinnert sich Wacker-Cheftrainer Sebastian Siller. Der 20-jährige Flügel hat in der neuen Saison in der 2. Liga als Torschütze schon zweimal angeschrieben.
Was wäre ein Leben ohne Fußball? Marcel Schreter wird am Samstag zum Akademie-Auswärtsspiel nach St. Pölten reisen, um Noah zu unterstützen. Am Sonntag führt der Liga-Alltag mit Fabian dann nach Volders. Dorthin, wo mit Legende Michael Streiter einer seiner Entdecker und Förderer sitzt. König Fußball verbindet.
