Der FC Wacker auf allen Bühnen

Der FC Wacker auf allen Bühnen

13. Juli 2026·Rudolf Tilg·4 Min. Lesezeit

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Mit dem Freundschaftsspiel gegen den deutschen Traditionsverein BSG Chemie Leipzig kehrt am 18. Juli auch das Saisoneröffnungsfest ins Tivoli zurück. Gleichzeitig startet der Vorverkauf für das ÖFB-Cup-Derby gegen die SVG Reichenau. Vor einem Jahr war das Tivoli für den Cup-Hit gegen den SK Rapid innerhalb weniger Stunden restlos ausverkauft – ein Gänsehautmoment, den wohl jeder Wackerianer noch in Erinnerung hat. Ob sich diese Geschichte gegen die Reichenau gar wiederholt? Der FCW-Nachwuchs sorgt vor der Sommerpause noch für starke Auftritte.

Die Chemiker kommen

Der Countdown läuft. Am 18. Juli wird das Tivoli wieder zum Treffpunkt der schwarz-grünen Familie. Das Saisoneröffnungsfest gegen die BSG Chemie Leipzig ist weit mehr als ein Vorbereitungsspiel. Rund 2.000 Gäste aus Leipzig werden erwartet. Wer 2023 beim Gastspiel im legendären Alfred-Kunze-Sportpark dabei war, weiß, warum die Vorfreude so groß ist. Damals entstand ein Fußballfest unter Freunden – geprägt von Gastfreundschaft, Respekt und einer außergewöhnlichen Atmosphäre. Nun folgt endlich das Rückspiel in Innsbruck.

Bereits ab 15.30 Uhr öffnen sich die Stadiontore. Präsident Hannes Rauch und Trainer Sebastian Siller eröffnen die neue Saison und das mit Spannung erwartete neue Trikot wird präsentiert. DJ Madeira sorgt unter der Nordtribüne für Stimmung, bevor um 16.30 Uhr der Anpfiff erfolgt. Nach dem Spiel stehen die Damen, der Nachwuchs und die Kampfmannschaft im Mittelpunkt, ehe der Abend bei Musik und geöffneten FCW-Bars bis 22 Uhr gemütlich ausklingt.

Das Saisoneröffnungsfest bietet zudem die erste Gelegenheit, sich für die neue Spielzeit einzudecken. Neben den Saisonabos startet der Vorverkauf für das ÖFB-Cup-Derby gegen die SVG Reichenau am 25. Juli – dem nächsten großen Höhepunkt dieses schwarz-grünen Sommers.

Mehr als ein Traditionsverein

Mit der BSG Chemie Leipzig gastiert einer der traditionsreichsten und zugleich außergewöhnlichsten Vereine Deutschlands am Tivoli. Die Geschichte der „Leutzscher“ ist geprägt von großen Erfolgen, schmerzhaften Rückschlägen und einem beeindruckenden Neuanfang. 1951 und 1964 wurde Chemie DDR-Meister – der Titelgewinn 1964 gilt bis heute als eine der größten Sensationen der ostdeutschen Fußballgeschichte.

Nach der Wiedervereinigung verschwand der Verein zunächst in der Fusion mit dem FC Sachsen Leipzig. Doch die Geschichte war damit nicht zu Ende. 1997 gründeten engagierte Anhänger ihren Verein neu und hauchten Chemie neues Leben ein. Was folgte, war ein jahrelanger Weg durch die unteren Spielklassen – getragen von tausenden Fans, Ehrenamtlichen und einer tiefen Liebe zu ihrem Verein.

Genau darin liegen die Parallelen zum FC Wacker Innsbruck. Zwei Traditionsvereine, die schwere Zeiten erlebt haben. Zwei Fanlager, die ihren Verein nie aufgegeben haben. Und zwei Stadien, in denen Fußball nicht bloß gespielt, sondern gelebt wird. Es ist genau diese Verbundenheit, die dieses Wiedersehen zu etwas Besonderem macht.

Erfolgreicher schwarz-grüner Nachwuchs

Der 5. internationale CASBLANCA CUP entwickelte sich erneut zu einem echten Fußballfest. Rund 500 Kinder aus Österreich, Deutschland und der Schweiz verwandelten Schönwies bei traumhaftem Sommerwetter in einen Treffpunkt des Jugendfußballs. Vereine wie der FC Augsburg, die Grasshoppers Zürich, der LASK, Austria Salzburg und natürlich der FC Wacker Innsbruck sorgten für hochklassige Spiele.

Dabei wurde einmal mehr deutlich: Fußballleidenschaft kennt kein Alter. Schon im Nachwuchs trafen regionale Erzrivalen aufeinander und lieferten sich packende Derbies. Genau solche Turniere machen den Reiz des Jugendfußballs aus – sportlicher Ehrgeiz auf dem Platz, neue Freundschaften abseits davon. Der FC Wacker erreichte mit der U12 Rang 4 und mit der U14 Rang 6.

Doch Schönwies war nur eines von vielen erfolgreichen Wochenenden. Bereits zuvor erreichte die U12 beim internationalen Turnier des SKV Rutesheim das Finale und musste sich erst dem FC Bayern München geschlagen geben. Beim traditionsreichen TT-Nachwuchsturnier holten die Schwarz-Grünen erneut den Titel.

Auch die jüngsten Wackerianer sorgten für Jubel: Die U9 gewann den Chairman-Cup in Axams, die U8 sicherte sich die Patscherkofel Trophy in Patsch – und das sogar ohne Gegentor. Dazu gingen die Auszeichnungen für den besten Spieler, den besten Torschützen und den besten Torhüter ebenfalls an den FC Wacker Innsbruck.

Diese Erfolge sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis einer engagierten Nachwuchsarbeit und vieler Menschen, die Woche für Woche unzählige Stunden investieren – Trainer, Betreuer, Eltern und Funktionäre.

Persönliches Fazit

Vielleicht ist genau das, das größte Kapital unseres Vereins. Nach all den Jahren, in denen ich den FC Wacker Innsbruck begleiten durfte, bin ich mehr denn je überzeugt: Überall dort, wo Schwarz-Grün auftaucht, entstehen Geschichten, Erinnerungen und Freundschaften. Kinder träumen von ihrem ersten Tor, Fans fiebern auf den Rängen mit, Ehrenamtliche schenken ihre Zeit – und gemeinsam schreiben sie Kapitel einer Geschichte, die seit Generationen weiterlebt.

Denn Vereine bestehen nicht aus Beton, Tribünen oder Pokalen. Sie bestehen aus Menschen. Aus jenen, die auch in schwierigen Zeiten geblieben sind, die den Verein getragen und nie aufgehört haben, an ihn zu glauben.

Wir sind Wacker.

Artikel Info

Autor: Rudolf Tilg
Veröffentlicht: 13. Juli 2026
Kategorie: Fanleben
Lesezeit: 4 Minuten

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