b_350_1200_16777215_00_images_201920_Haxn_sta9.jpgStan Lee, der Erfinder und Großmeister des Marvel-Universums, hätte seine reinste Freude mit ihnen. Er, der nicht nur Peter Parker, Bucky Barnes, Matt Murdoch, Steven Strange, dem Silver Surfer, Bruce Banner oder Jessica Jones Leben einhauchte – anscheinend, weil er mit einem miserablen Namensgedächtnis geplagt war und sich so seine Figuren besser merken konnte – er hätte sie geliebt: die Männer von Licht Loidl Lafnitz. Die fußballerische Alliteration besucht am Samstag Innsbruck.

 

Liganeuling Lafnitz

Die Schwarz-Grünen treffen dabei auf nicht gerade unbekannte Gesichter. Und damit ist nicht gemeint, dass die Amateure im vergangenen Jahr einen Sieg und ein Remis erspielten und die Oststeirer nur einen einzigen Punkt einfahren konnten. Ferdinand Feldhofer, Taktikfuchs und Trainer der Lafnitzer, spielte einst mit Sandro Samwald, Michael Madl und weiteren Wackerianern in Innsbruck, bevor er bei seinem Ausbildungsverein Sturm Graz die Karriere ausklingen ließ. Und Feldhofer schaffte mit etwas Glück, was die wenigsten den Lafnitzern vor der Saison zugetraut hätten – den Klassenerhalt. Gut, in der Saison 18/19 war dazu nicht viel von Nöten: man sollte die Lizenz erhalten und durfte keinen Stammverein haben, der aus der Bundesliga absteigen musste. Denn der drittletzte Tabellenplatz hätte eigentlich die Regionalliga-Relegation für die Steirer bedeutet. Hätte, hätte Fahrradkette. Es war egal, dass man in den letzten 10 Spielen siebenmal verlor, dass man in den letzten 20 Spielen der Liga nur vier Siege eingefahren hatte, dass man gegen Wacker kein einziges Tor erzielte wie sonst nur gegen Horn und Ried. Es war auch egal, dass man Hannes Handl, den nunmehrigen Austria-Spieler, und Christian Klem, der zurück in die Steiermark, aber zu Hartberg wechselte, zur Winterpause an Konkurrenten Innsbruck abgab. Liganeuling Lafnitz war gekommen, um zu bleiben.

Wackere Wiederholungstäter

In Innsbruck fiebert man schon dem Heimspiel gegen die Lafnitzer entgegen. Nachdem die neue Achse in Schwarz-Grün gegen den GAK in Halbzeit eins für Furore gesorgt hat und erstmals auch ein Auswärtsspiel gewonnen werden konnte, will man sich nun vor eigenem Publikum einmal mehr beweisen. Denn bislang wurden sämtliche Spiele am Tivoli gewonnen, und die Festung soll auch gegen den Tabellen-Elften gehalten werden. Lafnitz ist zwar stark in die Saison gestartet und konnte aus den ersten drei Spielen sieben Punkte mitnehmen, in den letzten drei Partien gab es allerdings keinen Dreier mehr zu holen. Auf die Wackeren Wiederholungstäter wird eine etwas veränderte Truppe treffen. Georg Grasser etwa, einst großes Talent aus der GAK-Schule, bei West Ham im U21-Team und auch im Nationalteam-Nachwuchs tätig, stand vergangene Saison ab Runde 20 zehnmal im Kader, die letzten fünf Spiele in der Sartelf – und durfte in diesem Jahr erst zweimal in der Landesliga gegen Gamlitz und Frauental aufs Feld. Wolfgang Waldl, der Kapitän im vergangen Jahr, seit 2011 bei Lafnitz und damit Urgestein bei den Steirern, ist derzeit nicht einmal in seinem Brotberuf als Turnlehrer am Feld zu finden – ein Kreuzbandriss lässt ihn die Herbstsaison von der Tribüne beobachten. Lediglich Lorenz Leskosek, von Liefering nach Lafnitz gekommen und damit eines der vielen Talente aus der Salzburger Schmiede, das es (noch) nicht ganz nach oben geschafft hat, durfte als wandelnde Alliteration bislang sein Können beweisen – wenn auch nur in einem Spiel, bei der Niederlage gegen den SV Horn.

Seriensieger oder Premierenpunkt

Bislang waren die Lafnitzer in Tirol nur als laues Lüftchen wahrnehmbar. Der letztjährige Meister aus der Vorstadt zerlegte ziemlich zahnlose Steirer mit einem halben Dutzend Treffern, und auch gegen die Amateure des FC Wacker setzte es für Ferdinand Feldhofers Buben eine Auswärtsniederlage. Die in diesem Jahr zur Kampfmannschaft mutierten jungen Buben des schwarz-grünen Tiroler Traditionsvereins könnten mit dem fünften Heimsieg in Folge unter die Topmannschaften vorrücken. Seriensieg daheim oder Premierenpunkt in Tirol, das Samstagspiel wird’s weisen.

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Stefan Weis Stefan Weis

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