b_350_1200_16777215_00_images_stories_reportagen_kritisch2.jpgDas tivoli12 magazin beleuchtet die Entwicklung der Zuschauerzahlen durch die Jahrzehnte. Goldene Zeiten haben wir im ersten Teil beleuchtet,aber auch einen eklatanten Zuseherrückgang. Alles nur Folge ausbleibenden Erfolgs oder war der potentielle Zuseher einfach von den goldenen Zeiten zu sehr verwöhnt? Zählt in Tirol nur Fußball an der Spitze oder sind die weiten Wege der Tiroler Fußballtiger schuld an unseren schwankenden Zuseherzahlen?


Im Herbst 1994/95 bei Krankls Dream Team kamen wieder die Massen ins Tivoli: 7.000 bis 16.000. Im Frühjahr wollten diese Versager und Söldner jedoch nicht mehr viele Zuschauer sehen. Gegen Steyr und den LASK kamen zirka 1.000 Unentwegte, die einzige Ausnahme war die letzte Runde gegen Meister Austria Salzburg. Tausende Salzburger mischten sich unter die 14.000 Besucher am Tivoli und stürmten nach dem Spiel den Rasen. Im letzten Spiel dieser Saison ließ diese Mannschaft ihre Klasse doch noch aufblitzen und siegte gegen den Meister mit 2:0. 

Neuer Präsident, neues Glück: In der Saison 1995/96 stieg das Publikumsinteresse wieder, 6.000 bis 13.500 kamen durchwegs zu den Spielen des nunmehrigen FC Tirol Innsbruck. Einmal war das Tivoli sogar ausverkauft. Die Freude währte aber nicht lange. Der Zuschauerschwund in der nächsten Saison war wiederum eklatant. Es waren „nur“ noch 3.000 bis 10.000 Anhänger unseres Vereins im alten Tivoli. In der darauffolgenden Saison war es noch schlimmer. Zwar kamen noch einmal 11.000. Dafür aber einmal auch nur mehr 1.800. Die Saison 1997/ 98 zeigte ähnliche Zahlen wie die beiden Jahre zuvor.

Dann kam Kurt. Unter Kurt Jara, der schon im Frühjahr der abgelaufenen Saison das Team zum erfolgreichsten Punkte-Hamster der Liga machte, steigerte sich das Interesse am Innsbrucker Fußball. Anfangs noch 6.500, kletterte die Zuschauerzahl in den nächsten Spielen immer jenseits der Zehntausender Marke. Unvergessen, das Meisterstück in der letzten Runde und die Meisterfeier vor 30.000 begeisterten Fans. Wo sind die, wenn es einmal nicht so läuft? Zuerst klopfen sie sich alle auf die Schulter und waren schon immer Fan des Vereins. Und kaum gibt es ein paar schlechte Spiele, so schein alles vergessen. Sind Sportler denn Maschinen?

Die zweite Saison als Meister begann eher enttäuschend. Im alten, von der Meisterfeier restaurierten Tivoli, kamen nur mehr 4.500 bis 7.000 Fans. Ausgenommen das Spiel der vielen Tränen. Das Abschiedspiel des alt ehrwürdigen Tivolis. Ein emotionelles Spiel, vor ausverkauften Rängen zu nostalgischen Preisen. Nach dem emotionellen 2:0 Sieg über das violette Salzburg flossen einige Tränen. So mancher Stuhl wechselte seinen Besitzer.
Dass das Eröffnungspiel im aktuellen Tivoli ausverkauft sein würde, war vorauszusehen. Danach war der Besuch dort erst einmal enttäuschend. Knapp halb voll war es in den ersten Runden. Aber ab Runde 17 ging es los. Dreimal war das Tivoli bei der Titelverteidigung der Innsbrucker ausverkauft. Zweimal, mit knapp 17.000, gab es nur noch Restplätze.
In der letzten Saison des Meisters ging der Besuch stark zurück. Gegen Sturm Graz (16.000) und Rapid (15.000) war die Bude noch gut gefüllt. Aber ansonsten pilgerten „nur“ mehr 11.000 bis 13 000 ins Tivoli. Manchmal wurden diese bei weiten nicht einmal erreicht. Das Abschiedspiel des vorläufigen Erstligafußballs und die dritte Meisterfeier in Folge gegen den FC Kärnten wollten auch nicht mehr als 12.000 sehen.

Das war es mit den „goldenen“ Zeiten. Man hat gesehen, dass sogar in dieser Zeit so manche Zuschauerzahl weit unter den aktuellen lag. Dass kurzfristige Millionen auch mehr Fluch als Segen sein können. Dass der FC Wacker Innsbruck vor zwei, drei Jahren in der zweiten Liga weit mehr Zuschauer hatte als 1979 bis 1981. Dass mit den vielen Namen in den Neunzigern auch so mancher Zuschauer verschwand.

Man sieht, es ist nicht alles Gold, was glänzt und nicht alles so schlecht, wie es scheint. Vielleicht ein Anstoß für zweifelnde und zögernde Anhänger unseres Vereins, wieder unseren FC Wacker Innsbruck öfter zu besuchen. Jeder Zuseher ist wichtig, kann mithelfen unseren Verein nach oben zu bringen und jeder Zuseher mehr bringt Einnahmen, was unserem Budget auch gut tun würde.

Im dritten Teil beleuchten wir die jüngste Vergangenheit.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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