b_350_1200_16777215_00_images_202021_Fanleben_fv1.jpgEndlich wieder Stimmung am Tivoli. Endlich wieder Zuschauer. Man hatte auf Grund der besonderen Umstände sehr wenig erwartet. Zu unsicher waren die Meldungen in letzter Zeit. Unsere letzte Begegnung vor Fans ging vor einem halben Jahr und elf Tagen gegen denselben Gegner wie vergangenen Freitag über die Bühne. Am Spielfeld hätten da die Schwarz-Grünen den Großchancen nach elft Tore schießen können. Ja fast müssen. Am Freitag sah es leider ganz anders aus. Und trotzdem kann sich der FC Wacker Innsbruck als Sieger fühlen. Warum?

 

Grün-Gelb-Orange

Gespannt wurden die Medienberichte in der vergangenen Woche verfolgt, was dann aber nur für noch mehr Verwirrung gesorgt. Die neu eingeführte „Corona-Ampel“ sollte regeln, was möglich und was nicht möglich ist. Und auch wie viele Zuschauer in die Fußballstadien dürfen. Darf man hin, darf man nicht hin, wie viele dürfen ins Stadion und unter welchen Voraussetzungen sei das überhaupt möglich. Die Nervosität hat die Vorfreude im Zaum gehalten.
Dann hat die Corona-Ampel in Innsbruck auch noch orange geleuchtet. Eigentlich hätte das maximal 500 Zuseher bedeutet. Aber es ist die Zeit der Verwirrung und so dient diese Ampel urplötzlich nur mehr als Hinweis zur Gefahrenlage. 3000 Zuseher dürfen nicht nur bei Gelb sondern eben auch bei Orange in die Stadien. Für uns also alles im „grünen“ Bereich. Und um es noch verwirrender zu machen, was hier gilt, muss ein paar Kilometer weiter noch lange nicht gelten und umgekehrt. Vielleicht doch, oder dann wieder nicht. Fakt ist, heute weiß man nicht, was morgen passiert.

In beispiellosen Gesprächen zwischen dem Verein und diversen Fanvertretern wurden Möglichkeiten erörtert und auch sehr gute Lösungen für ein Stadionerlebnis gefunden. Zwischen unserem Verein und den Behörden haben ebenso die Drähte geglüht. Alles sehr schwierig. Fehler durfte sich sowohl der FC Wacker Innsbruck, als auch die Behörde nicht erlauben. Das hätte weitreichende Konsequenzen gehabt. Fußball mit Fans hängt strikt davon ab wie dann alles in der Praxis funktioniert. Da kann man dazu stehen wie man will. Es ist nun mal so und das auch zu unser aller Schutz.

Die Spannung steigt

Nun blieb die Frage, wer hat unter diesen Umständen überhaupt Lust auf Fußball. Es schienen sehr wenige, denn bis Mitte vergangener Woche waren noch keine 500 Abos verkauft und online wurden nur knapp 40 Karten ausgedruckt. Zumindest war klar, dass man nicht alleine sein würde. Geisterspiele sind furchtbar, das kann ich bestätigen. Allem Unguten zum Trotz wurde dem Saisonstart am Tivoli extrem entgegengefiebert.
Endlich wieder Schwarz-Grüne rund ums Tivoli. Wenn es auch nicht so war wie sonst immer. Im Stadion kam es zur Überraschung. Es waren gar nicht so wenig Leute da. Die Osttribüne schien gut besucht und auch der „Nordblick“ im Süden wurde immer voller. Die erste Halbzeit unter diesen besonderen Voraussetzungen hatte mit guten Szenen unserer Elf begonnen und siehe da, die Atmosphäre im Stadion konnte sich wohl sehen lassen. Traumhaft!

Ein Dank an unsere Fans

Im Vorfeld war man gespannt wie die Vorgaben umgesetzt werden und sich die Zuschauer verhalten würden. Unser Ordnerdienst hatte strikten Auftrag darauf zu achten, ob die angewiesene Sitzordnung auch eingehalten wird. Selbst Paare durften nicht nebeneinandersitzen. Aber wie sonst hätte der Ordnerdienst darauf achten sollen, ob alles eingehalten wird? Eheringe kontrollieren wäre wohl auch nicht die beste Lösung. Ob es das wirklich auch bei Kindern bedarf, könnte man diskutieren. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber was soll man tun, wenn man weiterhin Spiele live sehen will. Ob Gerechtfertigt oder nicht, da sind sich nicht einmal die Virologen einig. Wie sollen wir es dann beurteilen können?
Unser Verein und die Mannschaft hat es einfach nicht verdient alleine zu sein, vor leeren Rängen zu spielen und da kann man dann schon so Kleinigkeiten in Kauf nehmen. Und ehrlich, disziplinierter wie es am Freitag am Tivoli abgegangen ist, geht sicher kaum mehr! Es war bestens organisiert war es von Seiten des FC Wacker Innsbruck allemal. Auch wenn nicht jeder mit den wachsamen Blicken des Ordnerdienstes einverstanden war, die wurden in ewiglangen Sitzungen extra gebrieft.

Schwarz-Grüne werden nie alleine sein

Endlich wieder Stimmung, Gesänge und Klatschen am Tivoli. Den Umständen entsprechend war das schon ein tolles Erlebnis. Da wurde angefeuert, geflucht und gejubelt. Emotionen einfach, die keine Fernsehbilder erzeugen können. Ein Becher kam nach der xten Fehlentscheidung des Schiris auch geflogen. Von der Osttribüne. Ein Becherwurf ist dumm und kann zu ungeahnten Konsequenzen führen. Das hatten wir vor Jahren schon alles und muss sich wahrlich nicht wiederholen!
Eines war im Stadion auch klar zu merken. Die Erwartungshaltung ist nach dem Trainerwechsel und den Neuzugängen erheblich gestiegen. Was in der vergangenen Saison noch schnell verziehen wurde, wird trotz der kurzen Vorbereitung nun schnell kritisiert. So waren einige mit der Nullnummer zum Heimauftakt alles andere als zufrieden. Und dennoch, alle waren Sieger. Es war ein toller Fußballabend und im Verein zeigt man sich hocherfreut über die Disziplin des Publikums und über die Zuschauerzahl. Unter diesen wahrlich außergewöhnlichen Voraussetzungen (auch ohne Abendkasse) kamen 1586 Fans. Am 7. März waren es 1418. Wer mehr erwartet hätte, sollte in die Bundesliga schielen. Da war man an selber Stelle ganz klar nicht einmal vierstellig...

Kritikpunkte

Natürlich hat nicht alles geklappt. Das Rauchverbot beispielsweise, das seit Jahresbeginn vom neuen Olympiaworldchef Matthias Schipflinger ausgerufen wurde: Ja, man kann geteilter Meinung sein. Für gewisse Sektoren halte ich das für vollkommen in Ordnung. Fußball ist aber auch ein Freiluftsport und im gesamten Stadion müsste man dieses Verbot vielleicht nicht haben. Zumal man ja Raucherbereiche unter den Tribünen eingeführt hat. Und während im Stadion der Ordnerdienst mit Argusaugen das Szenario bezüglich der Abstandsregelung überwacht, drängen sich im Raucherbereich die Leute um einen der wenigen Aschenbecher. Nicht besonders schlau, das Ganze.
Es gab auch Probleme um Sitzplätze direkt neben dem Zaun zum eigentlichen Gästesektor. Da ist der Blick schon recht eingeschränkt. Im Verein ist man sehr bemüht, da Lösungen zu finden.
Und wann schafft es die Olympiaworld endlich, dass man die Lautsprecher im gesamten Stadion auch hört?

Aber alles in allem war am Freitag ALLES sehr viel besser als erwartet und macht Lust auf viel mehr. Ein bisschen hat mich die Stimmung des unorganisierten Supports an ganz alte Zeiten erinnert. Jedenfalls hat es enormen Spass gemacht wieder Stimmung und Emotionen im Stadion zu erleben!
Am Freitag geht es zum Tabellenführer nach Liefering, oder genauer nach Grödig. Dort werden heuer deren Heimspiele ausgetragen. Das wird für unser neuformiertes Team wirklich eine echte Bewährungsprobe werden. Die Junior-Weltauswahl des FC Salzburg verfügt über einen Riesenkader und kann aus dem Vollen schöpfen. Mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 18 Jahren gehören die Jungbullen zum besten Nachwuchs auf der Welt und beweisen das auch ständig bei internationalen Turnieren. Die können gänzlich ohne jeden Druck aufspielen. Also Gas geben, ihr Schwarz-Grünen!

Erwähnen möchte ich noch, dass unsere zweite Mannschaft im ersten Aufeinnandertreffen die WSG Amateure mit 6:1 abgefertigt und so die richtige Antwort auf die Imst-Niederlage gegeben hat. Noch einen draufgesetzt hat unsere dritte Herrenmannschaft, die mit 6:0 gegen die SPG Roppen/Karres den zweiten Sieg in Folge einfahren konnte.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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