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Freud und Leid liegen auch im Fußball nah beieinander. Die vergangegen Woche zeigte dies wieder einmal deutlich: Mittwoch 22:15 Uhr- Mit hängenden Köpfen schleichen die Schwarz-Grünen zum Auswärtssektor im Stadion Graz Liebenau, um sich bei ihren Getreuen zu verabschieden und sich für ihre weite Anreise an einem Wochentag zu bedanken. Diese wiederum quittierten die kämpferische Leistung in Halbzeit Zwei mit viel aufmunterndem Applaus. Unsere Mannen verloren auf Grund der zweiten Halbzeit doch unglücklich mit 0:1.
Sonntag 17: 53 Uhr: ein Jubelmehr in Schwarz-Grün. Unsere Spieler reißen die Hände in die Höhe. Was keiner glauben konnte, war geschehen. Das Tivoli tobte und freute sich zu Recht über eine gute Leistung des FCW und den verdienten Sieg über Rapid Wien.


15 Stunden für nichts?

Professor Wacker war in seiner Benotung mit den Schwarz-Grünen nicht gnädig, betitelte die Fahrt nach Graz sogar für „Nichts“. Sicher, wenn man das Punktekonto hernimmt und besonders die unterirdischen ersten 30 Minuten unserer Mannschaft. Wenn es da 3:0 für die Steirer steht, darf sich auch niemand beklagen. Aber dann hat sich unser FCW erfangen und wurde mit der Fortdauer der Partie immer präsenter. Trotz einer guten kämpferischen Leistung wurde es im Strafraum der Grazer selten gefährlich. Einmal ein Kopfball vom völlig freistehenden Burgic (den muss er machen) und einmal eine strittige Situation, wo der Schiri schon auf den Punkt zeigte, aber der Assistent ihn (zu Recht) korrigierte. Mein Gott, wenn ich denke, wie viel Punkte uns schon Fehlentscheidungen gekostet haben. Aber diesmal haben die Herren in Gelb (leider) gut aufgepasst.
Die Stimmung rund um die Hundert Wackerfans war recht gut. Man machte sich in der Übermacht der knapp 7 500 Blackys durchaus bemerkbar. Kein Wunder - stand doch unser Photograph die meiste Zeit auf der Tribüne neben mir. Sonst schießt er herrliche Bilder mit der Kamera und am Mittwoch blitzte er aus der Kurve Gift und Galle.
Aber alles in allen eine lässige und gemütliche Auswärtsfahrt. Keinesfalls 1000 Kilometer leere Fahrt, wie es unser Herr Professor behauptet hat. Aber was weiß schon so ein Theoretiker. (Kilometer für Schwarz-Grün sind nie umsonst)

Den „Rekordmeister“ besiegt

FC Wacker Innsbruck gegen den SK Rapid Wien. Das hat Tradition, das hat Rivalität - schon seit ewigen Zeiten. Und fast 10.300 Zuschauer wollten diesen ewigen Schlager sehen. Immerhin spielte der erfolgreichste Verein gegen den dritten im Staate. 32 Österreichische Meistertitel hatten die Grün-Weißen in ihrer 113 Jährigen Geschichte eingefahren. Damit habe ich aber so mein Problem. Seit Einführung der „Staatsliga“ 1949 sind es eigentlich „nur“ 16 gewesen. Davor nahmen an der Meisterschaft ausschließlich Wiener Vereine teil.
Aber egal, Rapid ist Rapid und DER Verein in Österreich. Und das „Duell“ mit den Dörflern aus der Hauptstadt war schon immer etwas Besonderes. Das schienen auch die wackeren Jungs so gesehen zu haben. Ganze zwei Minuten dauerte es, bis unser Marcel Schreter seinen Torriecher wieder fand. Schwarz-Grün drückte weiter und wieder war es Marcel, der einen Freistoß herrlich versenkte. Der FCW gab weiter Vollgas. War bis auf eine Chance der Rapidler dem 3:0 wesentlich näher, als die Grün-Weißen dem Anschluss. Rapid gelang in Hälfte Zwei doch der Anschlusstreffer. Aber ihren Schwung bremsten einige Unbesonnene.

Ist es Dummheit, falsch verstandenes Ehrgefühl und Gedankenlosigkeit gegenüber den eigenen Verein?

Wohl aus „Langeweile“ spazierten etwa 30 schwarz-grüne Fans ungehindert und seelenruhig über die Osttribüne Richtung Rapidsektor. Was die da wollten, weiß der Teufel, oder wollten sie etwa jene wahnsinnigen Wiener Pyromanen ausforschen, welche meinten, es sei lustig Feuerwerkskörper in Richtung der Heimfans  abzubschiessen?  So viel zur Aktion „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“ - zum widerholten Male ein Bärendienst der Wiener an der Sache.

Aber wie kommen unsere Bärendienstler überhaupt in die Nähe des Gästesektors? Das sollte nicht vorkommen. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass teilweise in Österreichischen Stadien die Ordnerdienste zwar nicht versagen, aber Fehler machen. So lassen sie ungehindert Provokationen der Heimfans gegenüber den Auswärtsfans zu. Ganz schlimm in Graz, wo sich der Ordnerdienst aus der Fanszene rekrutiert. In Wien bei Rapid ist ein Sektor, wo einer ihrer Fanklubs beheimatet ist, direkt neben dem Auswärtssektor. Die Schwierigkeiten dort sind vorprogrammiert. In Wien Favoriten provoziert wer anderer. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn es zu solchen Vorkommnissen kommt. Außerdem muss man dem besonnenen Ex-Vorsänger der Nord ein Kompliment aussprechen, der durch persönlichen Einsatz schlimmeres Verhindert hat und "Spaziergänger" zur Umkehr bewegen konnte.

Interessante Beobachtung

Kommen wir auf das Spiel zurück: Unsere Jungs vereidigten den knappen Vorsprung geschickt. Chancen ließen sie kaum zu und hätte Perstaller (diesmal löblicherweise ohne violettes Schuhwerk) seine tausendprozentige Chance genützt, wir hätten uns einiges Herzklopfen erspart.

Eine Beobachtung machte ich vor dem Spiel, von welcher ich berichte, weil sie zeigt, wie man keinesfalls handeln darf.  Auf dem Weg zum Stadion konnte ich zufällig eine Ranglerei zwischen Fans von Rapid und dem FCW beobachten. Ein junger Bursch stellte sich den Grün-Weißen in den Weg. und musste sich rasch der Übermacht geschlagen geben. Hätten ihn nicht drei vorbeikommende Wackerianer geholfen und die Streithähne getrennt, wer weiß, was passiert wäre. Was soll das? Das ist Fußball und kein Bürgerkrieg! Das darf nicht sein. 

Aber auch die Reaktion der Uniformierten nicht! An dieser unnötigen Aktion hat nur ein Einzelner Schuld. Die anderen Burschen versuchten ihn zurückzuhalten. Aber zufällig bekam ich die Amtshandlungen der Polizei „unfreiwillig“ mit. Trotz Fehlverhaltens eines Burschen hingen auch die anderen drei mit drin. Ich gebe jetzt die Ausdrücke, Beschimpfungen und Beleidigungen der Polizisten nicht wieder, die auf die Jungs einprasselten. Das Fehlverhalten des Burschen geht gar nicht, aber auch die Art der Amtshandlung der Beamten ist so nicht zu tolerieren. Diese Personen trauen sich soetwas wohl nur gegenüber jungen Fußballfans Ein Maß an Anstand sollte bewahrt werden, denn drei der vier Burschen haben nachweislich nichts gemacht. Da muss man sich über gewisse Transparente in Österreichs Stadien dann auch nicht mehr wundern.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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