Nicht hinten, nicht vorne: Mit Sturm Graz (6.) und Wacker Innsbruck (7.) treffen heute (20.30 Uhr) zwei Tabellennachbarn aus dem Niemandsland der Liga aufeinander.
Innsbruck – In der Brust von Trainer Franco Foda schlagen augenblicklich zwei Herzen. Jenes, das an Sturm Graz hängt, dem „geilen Verein“, wie es der Deutsche nennt. Und jenes, das sich mit seinem feststehenden Abgang im Sommer beschäftigt. Noch will der Meistertrainer, bis im November sogar als ÖFB-Teamchef gehandelt, mit niemandem verhandelt haben. Seinen Spielern aber rät er vor dem heutigen Spiel gegen Wacker Innsbruck: „Jetzt gibt‘s keine Ausreden mehr, sondern nur noch ein Sich-in-die-Auslage-Stellen.“ Damit der neue Trainer – möge er nun Markus Schopp heißen oder nicht – eine Bewerbung erhält.
Den FC Wacker kommentiert Foda, der seit 504 Minuten auf ein Sturm-Tor wartet, wie alle Gegner „grundsätzlich nicht“. Nur so viel: „Eine unangenehme Mannschaft, die ihre Qualität hat.“ Eine respektvolle Ehrerbietung? Understatement? Angesichts der mageren Bilanz gegen die Tiroler (1:1 in Graz, 0:1 in Innsbruck) wohl eher Ersteres.
Ob Andreas Hölzl, der Tiroler in Diensten von Sturm, heute spielt, steht in den Sternen. Eine Schulterverletzung zwang den Brixner zur Pause, mittlerweile sei er gesundet. „Ski fahren gehen durfte ich heuer nicht“, ärgert sich der seit vergangener Woche 27-Jährige. Das Spiel sei ein „besonderes“, meint er – und hofft auf drei Punkte. „Aufpassen müssen wir auf die Konter, die können weh tun.“
Mit Wehwehchen kämpfen augenblicklich auch zwei Tiroler: Dario Dakovic (Achillessehnenreizung) und Daniel Schütz (Schienbeinprellung) stehen Wacker-Trainer Walter Kogler nicht zur Verfügung. Die Aufstellung scheint sich zu ergeben. „Sturm ist Favorit, wir haben aber durchaus die Chance auf einen oder drei Punkte“, bedient sich der Kärntner der szeneu?blichen Sprachwahl. Die Botschaft: Wacker könnte gewinnen, erwarten darf es keiner.
Aber: Wacker sollte das Spiel gewinnen, will man die Pattstellung der Liga zum eigenen Vorteil nu?tzen und nach vorne preschen. Die zwei Fernsehspiele heute und am Sonntag (Rapid, 16 Uhr/ORF eins) böten die beste Gelegenheit dazu. Ein Sieg würde auch Walter Koglers Visitenkarte auffetten. Schließlich gilt der 44-Jährige als heiße Aktie am Trainermarkt. Wie er selbst dazu steht? Kogler im Trainerjargon: „Es ist besser, wenn dein Name genannt wird, als wenn du in Spekulationen nie vorkommst. Das bestätigt, dass wir gut arbeiten.“