su, m.i.
Innsbruck – Ob’s die Nordkette war oder doch das gesamte Karwendelgebirge, das Kaspar Plattner am Mittwochabend vom Herzen geplumpst war? „Es war jedenfalls mehr als nur ein Stein“, meinte der Wacker-Präsident und schwärmte unverhohlen von der beinahe in Vergessenheit geratenen Euphorie am Tivoli. „Unsagbar toll, wie die Leute mitgegangen sind und unsere Mannschaft bis zur letzten Minute getragen haben.“
Nach mehrmals bekundeter Amtsmüdigkeit hat Plattner wieder Feuer gefangen. „Es kann gut sein, dass ich weitermache“, meinte er gestern auf TT-Nachfrage. Völlig unabhängig, wie er versicherte, vom Ausgang des Abstiegskrimis. Vielmehr sei der 73-Jährige seit geraumer Zeit daran, die Führungsetage auf breitere Beine zu stellen. Während einige Vorstandsmitglieder mit Sicherheit ausscheiden, möchte Plattner zusätzlich einen Aufsichtsrat mit Leuten seines Vertrauens installieren.
Aber auch eine andere Präsidenten-Variante ist möglich. Hinter vorgehaltener Hand fiel in den vergangenen Tagen wiederholt der Name Christoph Platzgummer. Der ehemalige Innsbrucker Vize-BM und Sportreferent betonte seine Sport-Affinität und dass er „stets an einer positiven Zukunft des FC Wacker interessiert“ ist. Mehr wollte er dazu nicht sagen. Plattner: „Wenn Christoph die Obmannschaft übernehmen würde, lege ich ihm sicher nichts in den Weg.“
Wolfgang Müller
Nach dem mit Leidenschaft und Kampfgeist erzwungenen 2:1-Heimerfolg gegen Sturm Graz blickt man beim FC Wacker zumindest etwas entspannter dem letzten Saisonspiel am Sonntag in Wolfsberg entgegen.
Innsbruck – Ein Schuss, das entscheidende Tor und im Tivoli gab es kein Halten mehr – der in der 91. Minute durch Christopher Wernitznig fixierte 2:1-Heimerfolg gegen Sturm im vorletzten Saisonspiel wurde wie ein Meistertitel gefeiert. Dabei ist der Klassenerhalt der Schwarzgrünen immer noch nicht gesichert. Aber die Ausgangslage im nervenaufreibenden Vierkampf hat sich doch deutlich gebessert. „Wir haben es jetzt selbst in der Hand und das ist schon ein deutlich besseres Gefühl, als nur auf die anderen angewiesen zu sein“, weiß Lukas Hinterseer nur zu gut, wie wichtig diese drei Punkte waren. Der Kitzbüheler sorgte mit dem Ausgleich für die Wende, den finalen Jubel erlebte er auf der Bank. „Mir fehlen noch zwei, drei Kilo, hundertprozentig bei Kräften bin ich noch nicht ganz. Aber für 70 Minuten hat es gereicht“, erklärt der 22-Jährige, der für Wolfsberg nur ein Motto kennt: „Mit der gleichen Leidenschaft auftreten, gewinnen, dann können die anderen machen, was sie wollen.“
Das ist eine Ansage, ganz im Sinn von Roland Kirchler. Der Wacker-Coach verzichtete auch nach dem Sieg gegen Sturm auf diverse Rechenspiele: „Weil es bei dieser Konstellation nichts bringt. Eigentlich wieder alles möglich ist. Es kann in der letzten Runde die rote Laterne praktisch im Zehnminutentakt irgendwo anders hängen.“ Was Kirchler freilich einmal mehr optimistisch stimmt? „Der Auftritt meiner Mannschaft. Großartig, mit welcher Leidenschaft sie sich selbst aus dem Dreck gezogen hat – und natürlich die Tatsache, dass wir es aus eigener Kraft schaffen können.“ Wie war die Stimmung in der Kabine nach dem 0:1-Rückstand unmittelbar vor dem Pausenpfiff? „Freilich gedämpft. Aber bevor wir sie wieder aufgebaut haben, ließ ich Musik spielen. Damit die Köpfe frei werden. Dann habe ich ihnen eingebläut, dass wir nur gewinnen können, wenn wir weiter so Druck machen. Sogar die Tore hab’ ich vorhergesagt“, schmunzelt Kirchler im Rückblick. Richtig Nerven hat ihm nicht so sehr der Spielverlauf, sondern einmal mehr die Schiedsrichter gekostet. „Wenn es im Spiel richtig eng wird, werde ich eher ruhiger, aber Fehlentscheidungen bringen mich einfach immer wieder auf die Palme“, so der Wacker-Coach, der neben der Vorbereitung auf das spannende Saisonfinale auch die Zukunftsplanung als Sportdirektor in diesen Tagen zu bewerkstelligen hat: „Zurzeit ist das ein 18-Stunden-Job. Aber so wie es läuft, wie sich etwas entwickeln könnte, taugt’s mir ja. Aber auf Dauer ist das kein Zustand.“
Wolfgang Müller
Der Wuschi aus Nötsch absolvierte am Mittwoch im Tivoli ebenso wie die 6500 Fans eine turbulente Achterbahnfahrt der Fußball-Gefühle. Als der 23-jährige Sport-BORG-Maturant in der 85. Minute eine Riesenchance vergab, befand sich das Abstiegsgespenst schon im direkten Landeanflug, doch nach dem späten 2:1-Siegestreffer des Christopher Wernitznig gegen Sturm Graz war die Tiroler Fußballwelt urplötzlich wieder in Ordnung. „Wie das gegangen ist, weiß ich gar nicht mehr. Der Ball war plötzlich vor meinen Beinen und dann auch schon gleich im Tor. Danach wurde nur noch gejubelt“, lässt der Kärntner seinen entscheidenden Treffer im schwarzgrünen Dress noch einmal genüsslich Revue passieren.
Der Profi-Kicker, der in der Marktgemeinde Nötsch geboren wurde und im dortigen Dorfklub seine ersten Fußballschuhe aufbrauchte, wurde von Ex- Wacker-Coach Walter Kogler vom Regionalligaklub SV Villach nach Innsbruck gelotst. Was hatten die „Experten“ damals gelästert! Wieder einer von irgendwoher, der den Tirolern den Weg verstellt. Doch der „Wuschi“ – weil er als Kind einen Wuschelkopf hatte – setzte sich beim FC Wacker durch, erzielte 2011/12 acht, in der laufenden Meisterschaft sieben Tore und schoss sich so auch in die Notizblöcke einiger Scouts aus dem In- und Ausland. Deutschland würde ihn natürlich schon reizen. „Davon träumt ohnehin jeder. Dort geht auch in der zweiten Liga die Post ab“, würgt Wernitznig dieses Thema schnell ab: „Weil ich mich ausschließlich auf den Klassenerhalt mit dem FC Wacker konzentriere. Und wir in Wolfsberg am Sonntag noch einmal voll gefordert sind.“ Bis 2014 steht der Wuschi aus Nötsch noch beim FC Wacker unter Vertrag. Was danach kommt, lässt der Kärntner in seiner unaufgeregten Art locker auf sich zukommen.
Max Ischia
Vorneweg: Die Euphorie, die spät, aber doch in dieser Saison Einzug am Tivoli gehalten hat, ist alles andere als ein Zufallsprodukt. Bemerkenswert wie Roland Kirchler eine bereits am Boden liegende Truppe aufgerichtet und ihr ein (auch personell) neues Gesicht verliehen hat. Wie immer der Abstiegskrimi am Sonntag auch enden mag, die Führungsetage steht mehr denn je in der Pflicht. Nach den alljährlichen Hilferufen in Richtung öffentlicher Hand und dem obligaten Zittern um die Lizenz braucht es endlich klare Fronten, ein gesichertes Budget, langfristige Konzepte und im besten Fall Visionen. Das Problem: Auch drei Tage vor Meisterschaftsende steht noch nicht fest, wer den FC Wacker an vordester Front in die Zukunft führen wird. Dabei gebe es – seit Langem – so viel zu tun.
Wolfgang Müller
Ein Goldtor von Christopher Wernitznig in der Nachspielzeit bescherte dem FC Wacker gestern einen „überlebenswichtigen“ 2:1-Heimsieg gegen Sturm Graz.
Innsbruck – Vor 6500 Zuschauern liefen sich die Wacker-Profis gestern im Tivolistadion förmlich die Seele aus dem Leib und feierten im prognostizierten Abstiegsendspiel gegen Sturm Graz einen vielleicht überlebenswichtigen 2:1 (0:1)-Sieg gegen Sturm Graz. Damit sind die Tiroler vor der letzten Runde nicht mehr Letzter, denn die rote Laterne leuchtet jetzt in der Südstadt, weil die Admira gegen Rapid verlor. Somit kann der FC Wacker am Sonntag aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen.
Mit der 1:4-Niederlage der Amateure im Kerschdorfer-Cup-Halbfinale gegen den FC Kufstein begann der schwarzgrüne Fußballabend schon einmal nicht verheißungsvoll. Davon überzeugte sich auch Marcel Schreter, der wegen einer Entzündung im Sohlenbereich sein wohl letztes Wacker-Heimspiel verpasste. Wie angekündigt baute Wacker-Trainer Roli Kirchler die Mannschaft gegenüber dem Salzburg-Auswärtsspiel an mehreren Positionen um. Die zuletzt gesperrten Martin Svejnoha, Daniel Schütz und Christian Schilling standen ebenso in der Anfangself wie der zuletzt erkrankte Lukas Hinterseer. Bei den Grazern durfte übrigens wieder einmal Ex-Wacker-Kapitän Ferdinand Feldhofer von Anpfiff an verteidigen.
ÖSV-Springerchef Alex Pointner und „Adler“ Andreas Kofler besorgten den Ehrenanstoß, in der Folge stürmten die Tiroler unentwegt Richtung Grazer Tor, ohne jedoch die großen Tormöglichkeiten herauszuspielen. Die Steirer ihrerseits tauchten in der ersten Halbzeit nie gefährlich vor Szabolcs Safar auf. Die Austria führte gegen Mattersburg klar 3:0, Rapid lag in der Südstadt 1:0 voran und in Wr. Neustadt stand es noch 0:0. Doch dann kam die Nachspielzeit, Rubin Okotie kam im Wacker-Strafraum zum Abschluss und hämmerte den Ball unter die Latte. Wie verhext, irgendwie ein Spiegelbild der ganzen Saison. Die rote Laterne leuchtete heller denn je im Tivoli.
Mit dem Mute der Verzweiflung warfen sich die Schwarzgrünen in die zweite Halbzeit. Zunächst landete ein abgefälschter Schuss von Hinterseer noch an der Querlatte, doch dann hatte der Kitzbüheler nach einem Eckball endlich Grund zum Jubeln – 1:1. Ein Punkt war irgendwie für die Tiroler im Abstiegskampf zu wenig, denn Wr. Neustadt führte gegen Wolfsberg 2:0. Der FC Wacker warf alles nach vorne, kam in der 85. Minute auch noch zum Matchball durch Wernitznig, doch der Ball strich Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Es roch förmlich nach Abstieg, doch dann kam die Nachspielzeit – ausgerechnet Wernitznig, der zuvor noch scheiterte, stand goldrichtig und verwertete gegen Sturm-Goalie Gratzei zum umjubelten Siegestreffer. Der Schlusspfiff ging im frenetischen Tiroler Jubel förmlich unter.
TT
Innsbruck – Was war das für eine Erleichterung nach dem 2:1-Erfolg im Tivoli. Von Platzsturm keine Spur, einfach ausgemachter Jubel der Fans im letzten Heimspiel auf dem Rasen. „Ich habe immer gesagt, wenn wir gewinnen, steigen wir nicht ab. Dabei bleibe ich. Wenn nach 93 Minuten viele Spieler mit Krämpfen da liegen, sehe ich das Feuer. Mein Team ist geil“, stammelte Roli Kirchler im Trubel stolz: „Erste Halbzeit waren wir fast zu gierig auf den Sieg. Ich habe ihnen in der Pause gesagt, wir gewinnen. In der 70 Minute machen wir das 1:1 und in der 91. Minute das 2:1.“ Für das letzte Spiel in Wolfsberg wagt Kirchler auch noch eine kühne Prognose: „Die Einschaltquoten werden besser sein als bei jeder Wetten-dass-Sendung.“ Torschu?tze Lukas Hinterseer schüttelte nur noch den Kopf: „Unglaublich, was da heute abgegangen ist. Endlich haben auch wir Glück gehabt.“
Alex Gruber
Nach 90 Minuten war gestern aus Sicht des FC Wacker Innsbruck fast alles vorbei. Das 1:1-Remis gegen Sturm und der gleichzeitige Sieg von Wiener Neustadt gegen den WAC brachten Fußball-Tirol der Zweitklassigkeit einen Riesenschritt näher. Nur noch die Admira schien in Reichweite. Dass die Südstädter die letzte Runde bei Kühbauer-Exklub Mattersburg absolvieren, ließ einen aber den Abstieg erahnen. Der tonnenschwere Stein fiel Wacker und all seinen Fans in Minute 91 vom Herzen: Christopher Wernitznig, von Vorgänger Walter Kogler nach Tirol gelotst, schoss Wacker in die (vorübergehende) Glückseligkeit: Jetzt ist die Admira Letzter, auch Mattersburg bei einer Niederlage in der letzten Runde noch gefährdet. Wackers Moral verdient sich beim WAC den Klassenerhalt. Aus eigener Kraft!
Alex Gruber
Innsbruck – Es ist ein offenes Geheimnis, dass bei der heutigen Wattener Pressekonferenz Thomas Silberberger als neuer Wattens-Trainer präsentiert werden wird. Dem „Silbi“ liegt aber viel daran, sich ordentlich von den Festungsstädtern zu verabschieden. Deswegen trat er vor dem gestrigen Pokal-Halbfinale gegen die Wacker Amateure mit einer klaren Botschaft vor sein Team: „Ich brauche keinen Geschenkkorb, ich will den Cup-Sieg.“
Seine Elf leistete am Tivoli-Nebenplatz vor 500 Fans beim Bundesliga-Vorspiel standesgemäß Folge. Nach einem frühen Doppelschlag von Unterrainer (herrlicher Thaler-Assist) und abgefälschtem Schuss von Treichl waren frühzeitig die Weichen für den Finaleinzug gestellt. Die Amateure kamen vor der Pause aber zurück und hatten unmittelbar danach bei einem Lattenpendler von Alex Fröschl (48.) Pech. Statt dem 2:2 verursachte Kaderspieler Sascha Wörgetter einen Elfmeter, sah Gelb-Rot und Treichl machte alles klar.
„Die ersten 30 Minuten waten hervorragend, der Elfer die Entscheidung“, freute sich Silberberger beim Cup-Titelverteidiger über das Finalticket. Tirol-Ligist Schwaz wartet am 11. Juni in Stumm als Gegner.
"Dass wir in Rückstand geraten ist nicht neu. 0:2 war zu viel. Wir mussten einen hohen Aufwand betreiben, um heranzukommen und haben uns dann mit individuellen Fehlern selbst bestraft“, sprach Wackers Fohlen-Coach Werner Löberbauer: „Kufstein war ausgefuchster.“
Wolfgang Müller
Im letzten Saison-Heimspiel will bzw. muss der FC Wacker Innsbruck mit einem Sieg heute ab 20.30 Uhr im Tivoli gegen Sturm Graz die Abstiegskonkurrenten Wr. Neustadt und Admira unter Druck setzen.
Innsbruck – „Egal, wer heute gegen Sturm aufläuft, wir müssen gewinnen und somit Wr. Neustadt und Admira ordentlich Druck machen“, redet Roland Kirchler vor dem heutigen letzten Heimspiel ab 18.30 Uhr (sic! Anm. tatsächlich 20.30 Uhr) erst gar nicht lange um den heißen Abstiegsbrei. Die Zahlenspekuliererei ist für den Wacker-Coach – noch – kein Thema: „Zuerst Sturm schlagen, dann können wir zu rechnen beginnen.“ Die zuletzt gesperrten Martin Svejnoha, Daniel Schütz und Christian Schilling rücken wieder ins Aufgebot, auch Lukas Hinterseer ist wieder bei Kräften und Marco Kofler sowie Christoph Saurer meldeten sich auch fit. „Wenn ich meinen Kickern in die Augen schaue, die Leistungen der letzten Wochen beurteile, dann bin ich mir sicher, dass wir den Klassenerhalt auch schaffen“, wiederholt Kirchler gebetsmühlenartig. Wohlwissend, „dass wir immer noch Letzter sind“. Außerdem setzt der Wattener auf den „zwölften Mann“ im Tivoli: „Auf unsere Fans war in den letzten Wochen Verlass, sensationell, wie die uns unterstützt haben. Das brauchen wir auch heute gegen die Grazer.“ Knapp 5000 Karten waren gestern im Vorverkauf schon weg.
Einer, der zuletzt mit soliden Leistungen überzeugte, lässt erst gar keinen Zweifel aufkommen, wer heute nach dem Schlusspfiff mit erhobenem Haupt das Feld verlässt. „Es zählen nur drei Punkte und daher holen wir sie auch. So wie die Mannschaft trainierte, wie wir zuletzt aufgetreten sind, ist das keine Utopie, sehe ich uns einfach besser als Sturm“, meinte Verteidiger Thomas Bergmann optimistisch.
Was die heutige ohnehin schon schwere Aufgabe nicht gerade erleichtert? Die Grazer tankten zuletzt mit dem ersten vollen Erfolg in der Schopp-Amtszeit sowie nach drei Niederlagen in Folge sowie sieben Spielen ohne Sieg wieder Selbstvertrauen und stecken mitten im Kampf um einen Europa-League-Platz. „Wir bieten derzeit keinen Zauberfußball und müssen deswegen andere Mittel ergreifen“, war sich Schopp vor dem Tivoli-Auftritt bewusst.
Der 39-Jährige forderte deshalb von seinen Spielern die nötige Disziplin wie zuletzt im Ried-Spiel ein: „Wenn sich alle exakt an ihre Aufgaben halten, werden wir auch in Innsbruck als Sieger vom Platz gehen. Wir wissen, was uns in Tirol erwartet, die Innsbrucker werden von der ersten bis zur letzten Minute fighten.“ Für den Ex-Internationalen geht es im Saisonfinale auch um seine eigene Zukunft: „Ich habe einen Vertrag als Amateurtrainer, der bis Sommer 2014 läuft. Über meine Zukunft wird erst nach der letzten Meisterschaftsrunde gesprochen. Was natürlich auch von der Qualifikation für das internationale Geschäft abhängen wird. Um im Tivoli-Stadion erfolgreich zu sein, müssen die Grazer ihre Auswärtsmisere beenden, gab es doch zuletzt in der Fremde vier Niederlagen mit 0:10-Toren. Außerdem fehlt bei den Steirern der Brixentaler Andi Hölzl verletzungsbedingt.
Wr. Neustadt: ln der zweitklassigen Wr.-Neustadt-Arena herrscht heute Endspielstimmung. Sowohl Wolfsberg-Coach Nenad Bjelica als auch sein Widerpart Heimo Pfeifenberger hoben die vielleicht schon entscheidende Bedeutung der Partie im Kampf um den Europacup beziehungsweise gegen den Abstieg hervor.
Admira: Rekordmeister Rapid hat im Kampf um die beiden Europa-League-Qualifikations-Plätze als Dritter die klar besten Karten und will bereits heute in der Südstadt ein abschließendes „Finale gegen Ried vermeiden“. Was dem FC Wacker nur recht wäre.
Wolfgang Müller
Das elfte Dienstjahr wird wohl sein letztes gewesen sein – „Meine Zeit beim FC Wacker neigt sich dem Ende zu“, ist sich Marcel Schreter auch bewusst, dass er ab Sommer nicht mehr mit dem schwarzgrünen Dress einlaufen wird und das heutige „Endspiel“ gegen Sturm wohl seine letzte Heimpartie im Tivoli sein wird. Was war und was sein wird, zählt für den 31-jährigen Vollblutfußballer in diesen Tage nicht so sehr wie das Heute: „Wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen, werden wir gegen Sturm gewinnen müssen.“ Darum wird der Telfer die Zähne zusammenbeißen und wenn seine Dienste gefragt sind, eine Schmerztablette schlucken oder sich spritzen lassen. Denn eine lästige Entzündung im Sohlenbereich soll ihm seinen womöglich letzten Auftritt im Tivolistadion nicht vermiesen.
Wolfgang Müller
Thomas Silberberger sitzt heute gegen die Wacker Amateure noch auf der FCK-Trainerbank.
Innsbruck – Vollzugsmeldung gab es gestern von der WSG Wattens bezüglich Trainerfrage noch keine. Fix ist freilich, das Thomas Silberberger heute im Kerschdorfer-Cup- Halbfinale ab 18 Uhr auf dem Tivoli W1 gegen die Wacker-Amateure auf der Kufsteiner Bank sitzt. „Für uns das Spiel des Jahres, darauf konzentriere ich mich und auch die Mannschaft voll“, wollte er sich gestern nur zum Tiroler Cup, aber nicht zu seiner nächsten Trainerstation äußern.
In Wattens vermeldete Robert Auer nach einer Vorstandssitzung kryptisch, „dass man mit Silberberger, Flo Klausner und eventuell Michael Streiter mehrere Kandidaten auf der Rechnung habe, noch aber keine endgültige Entscheidung gefallen sei“. Diese soll allerdings bereits morgen präsentiert werden. „Silberberger wird Trainer in Wattens“, ist sich Herbert Gartner sicher, dass er sich nach sieben Jahren wieder um einen neuen Coach umschauen wird müssen. „Enttäuscht bin ich freilich schon. Schließlich hatten wir per Handschlag schon verlängert. Aber ich will dem Silbi nichts in den Weg legen“, meinte der Fußball-Präsident der Festungsstädter leicht verärgert und legte gleich nach: „Nach dem schlechten Frühjahr muss jetzt der Pokalsieg her, sonst bin ich echt sauer.“ Richtung Wattens lässt Gartner auch noch gleich ausrichten: „Schlechter Stil. Mich hat niemand in der Trainerfrage kontaktiert.“ Darauf wartet Gartner noch. Denn das Wattener Trainer-Problem wird dann plötzlich eines für den FC Kufstein: „So kann’s ja auch nicht sein. Da werden sie sich schon etwas einfallen lassen müssen.“
Zurück zum Kerschdorfer-Cup-Halbfinale – das Trainertheater um Silberberger lässt die Wacker Amateure kalt. Nach dem 2:2 am Sonntag gegen Westliga-Tabellenführer Liefering wollen die Schwarzgrünen heute gegen die Kufsteiner in das Endspiel am 11. Juni in Stumm ziehen. Vom Kampfmannschaftskader sind Marco Köfler, Alex Fröschl, Sascha Wörgetter und Alex Gründler dabei.
Tiroler Liga: Im Nachtragsspiel der 26. Runde gastiert die Union Innsbruck heute ab 19 Uhr beim SV Matrei.
Max Ischia
Der FC Wacker ist am Mittwoch (Tivoli, 20.30 Uhr) im letzten Saisonheimspiel gegen Sturm Graz zum Siegen verdammt. Roman Wallner ist guter Dinge, dass der ultimative Befreiungsschlag gelingt.
Was haben Sie am Pfingstsonntag zwischen 16 und 18 Uhr gemacht?
Roman Wallner: Ich war mit meiner Tochter am Spielplatz.
Gar nicht den 3:1-Erfolg des kommenden Gegners Sturm Graz gegen Ried angesehen?
Wallner: Doch, doch, am Handy, so gut es halt ging.
Mit dem morgigen Heimspiel gegen Sturm und der letzten Saisonpartie am Sonntag in Wolfsberg steht der FC Wacker vor der Woche der Wahrheit. Was geht Ihnen dabei durch den Kopf?
Wallner: Jeder von uns weiß, was die Stunde geschlagen hat und dass wir gegen Sturm unbedingt punkten müssen, am besten dreifach.
Was stimmt Sie für Mittwoch zuversichtlich?
Wallner: Dass wir immer dann, wenn es um alles gegangen ist, auch viel erreicht haben. Wie zuletzt gegen Ried, Mattersburg und Wiener Neustadt. Auch in Salzburg haben wir lange Zeit gut ausgesehen, man hatte jedenfalls nicht den Eindruck, dass da der Letzte gegen den Zweiten spielt. Aber zählen tut’s am Mittwoch. Wir müssen von der ersten Minute an bereit sein und an uns glauben.
Ist das Wort „Abstieg“ ein Tabuwort in der Kabine?
Wallner: Was heißt Tabuwort? Natürlich lässt sich die gegenwärtige Situation nicht schönreden, natürlich spricht man darüber und macht sich seine Gedanken.
Ihr Vertrag läuft noch ein weiteres Jahr. Heißt das, dass Roman Wallner auch in der „Heute für morgen“-Liga den Wacker-Dress tragen wird?
Wallner: Keine Ahnung, diesbezüglich will ich mich nicht festnageln lassen. Generell muss auch abgewartet werden, wie es weitergeht. Welche Spieler kommen, welche gehen und so weiter.
In der Tat gibt es viele Fragen rund um den FC Wacker. Auch oder insbesondere, was die Obmann- und Vorstandscausa betrifft. Inwieweit hat diese Dauerproblematik Einfluss auf die Mannschaft?
Wallner: Ich kann nicht in die anderen hineinschauen und es ist auch nicht die Aufgabe von Spielern, das zu kommentieren. Wir als Mannschaft sind dafür verantwortlich, dass wir die Klasse halten. Alles andere wäre eine billige Ausrede, auch wenn die Situation für Spieler, deren Verträge auslaufen, schwieriger ist. Mich belastet es jedenfalls nicht. Außerdem bekommen wir unser Gehalt stets pünktlich, da habe ich bei anderen Klubs schon ganz andere Sachen erlebt.
Haben Sie es jemals bereut, nach Innsbruck gewechselt zu sein?
Wallner: Nein, wirklich nicht. Natürlich will man als Spieler in erster Linie Erfolg, es ist nicht klass, wenn man die ganze Meisterschaft hinten drinsteckt. Aber das hat nichts mit dem FC Wacker zu tun, das ist der Sport. Und Fakt ist, dass du in schwierigen Zeiten am meisten dazulernst.
Wo sehen Sie sich in drei Jahren?
Wallner (denkt lange nach): Das kann ich nicht beantworten, dafür kann im Fußball viel zu viel passieren. Nur so viel: Ich fühle mich gut, mir macht das Training Spaß und ich brenne für den Fußball. Wenn es nach mir geht, habe ich noch einiges vor.
Max Ischia
Mit dem (Siegen-)Müssen ist es nicht nur im Sport so eine Sache. Nur zu rasch kann Zwang auf direktem Wege zur Verkrampfung führen. Roland Kirchler mimt diesbezüglich vor dem Muss-Sieg gegen Sturm Graz die Gelassenheit in Person. Für den Wacker-Coach gab es in dieser Punktejagd schon massivere Drucksituationen. Sagt er zumindest. Und meint damit jene wiederkehrenden Zeiten, als man dem Tabellenvorletzten mit einem Vier-Punkte-Manko hinterhechelte. Dass die Abstiegsfrage nun in einer englischen Woche mit zwei Partien in fünf Tagen beantwortet wird, ist Kirchler nur recht. Er ist der Rechnereien überdrüssig, er will es jetzt wissen. Und als er beim gestrigen Vormittagstraining in die Augen seiner Jungs blickte, hatte er die Gewissheit, dass diese genauso ticken.
m.i.
Graz, Innsbruck – Zum – aus Sicht des FC Wacker – denkbar ungünstigsten Zeitpunkt scheint Sturm Graz wieder in die Gänge zu kommen. Mit dem 3:1-Heimerfolg am Sonntag gegen Ried schoben sich die „Blackies“ auf Rang vier vor und liegen damit wieder auf Kurs Europa League. Sturm profitierte dabei auch von zwei Ausschlüssen der Oberösterreicher. Markus Schopp war das egal, er feierte den ersten Sieg als Sturm-Coach.
Sein Innsbrucker Trainerkollege Roland Kirchler verfolgte die Partie interessiert vor dem TV-Gerät. Dass Sturm nun morgen Mittwoch mit breiterer Brust am Tivoli aufkreuzen wird, nahm er einfach zur Kenntnis: „Wir müssen auf uns schauen und ja, wir müssen drei Punkte machen, um im Spiel zu bleiben.“
Kirchler kann dabei aus dem Vollen schöpfen. Abwehrrecke Marco Kofler ( Wade) sollte rechtzeitig fit werden, einzig hinter Christoph Saurer (Verdacht auf Augenentzündung) steht ein Fragezeichen.
t.w.
Innsbruck – Die Anweisung kam in der 91. Minute: Mit den Worten „Noki, geh nach vorne“ beorderte Wacker- Amateure-Trainer Werner Löberbauer nach dem späten 1:2-Anschlusstreffer gegen den FC Liefering seinen Innenverteidiger Naoki Otsuka in den Angriff.
Eine Maßnahme, die Sekunden später Gold wert sein sollte. Einen Bilderbuchangriff über Kevin Nitzlnader und Samuel Krismer vollendete der Japaner in Torjägermanier zum 2:2-Ausgleich (92.). „Ich habe gewusst, dass Naoki vorne seine Qualitäten hat“, freute sich Löberbauer. Es war bereits der fünfte Saisontreffer für Otsuka. Nicht schlecht für einen Spieler, der vornehmlich Defensivaufgaben verrichten muss.
Mit dem Last-Minute- Punkt entpuppten sich die Innsbrucker auch gleich als Lieferinger Partyschreck. Der eine Zähler war zu wenig für eine vorzeitige Meisterfeier in Innsbruck. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Den Titel wird die Red-Bull-Filiale wohl am kommenden Freitag beim Heimmatch gegen Wals-Grünau endgültig klarmachen.
Die Wacker-Fohlen bleiben damit im Frühjahr zuhause weiter ohne Niederlage (vier Siege, ein Remis). Löberbauer freute sich u?ber die tolle Moral seiner Truppe, dass so ein Comeback aber gegen eine Mannschaft wie Liefering gelang, gefiel ihm besonders: „Wir haben immerhin gegen den Meister gespielt.“ Was die Zukunft anbelangt, gilt für Löberbauer, was für fast ganz Fußball-Tirol gilt – abwarten. „Es hängt viel von den Profis ab. Ich hoffe, dass es die Amateure auch nächstes Jahr noch gibt. Alles andere wäre schade.
Wolfgang Müller
Bundesliga-Tabellenschlusslicht FC Wacker Innsbruck tritt heute ab 18.30 Uhr als krasser Außenseiter und ersatzgeschwächt in der Red-Bull-Arena gegen Titelverteidiger Salzburg an.
Innsbruck – Der FC Wacker ist drei Runden vor Schluss Tabellenletzter und hat beim heutigen Auftritt ab 18.30 Uhr in der Red-Bull-Arena mit den gelbgesperrten Martin Svejnoha, Daniel Schütz, Christian Schilling sowie dem erkrankten Lukas Hinterseer gleich vier Ausfälle zu beklagen. Titelverteidiger Salzburg hat in dieser tipp3-Bundesligasaison das beste Heimteam, das beste Frühjahrsteam, hat seit 16 Meisterschaftspartien nicht mehr verloren und die vergangenen sechs Liga- Auftritte gewonnen. Zudem gab es im Westderby gegen die Innsbrucker fünf Pflichtspiel-Erfolge in Folge.
Klingt nach einer „Mission Impossible“ für die Schwarzgrünen? „Schaut auf dem Papier so aus, aber was heißt das schon im Fußball. Fakt ist, dass wir jeden Punkt im Abstiegskampf brauchen, absolut nichts zu verschenken haben und die Salzburger gegen vermeintlich schwächere Gegner schon ihre Aussetzer hatten“, meinte Wacker-Stürmer Roman Wallner vor der gestrigen Abfahrt Richtung Mozartstadt trotzig und legte gleich nach: „Nur nicht verstecken. Vielleicht gelingt uns gleich etwas.“
Das sieht auch der Trainer so. „Über die Ausfälle rede ich gar nicht lange. Da werden wir wieder Lösungen finden. Setzt meine Mannschaft den Trend der letzten Wochen fort, ist etwas möglich. Aber krasser Außenseiter sind wir freilich schon. Wir können nur überraschen“, meine Roland Kirchler, der auf das 4/4/2 der Bullen auf alle Fälle mit einer Doppel-Sechs aufwarten will und Selbstbewusstsein impft: „Wir werden wieder aggressiv attackieren, aber nicht ins offene Messer laufen. Außerdem haben wir schon gegen die Austria bewiesen, dass wir mit einer Top-Mannschaft mithalten können.“
Wer neben Marco Kofler den defensiven Part im Mittelfeld übernehmen wird, ließ er noch offen. Christoph Saurer oder Simon Piesinger kommen in Frage. Allerdings plagt Piesinger eine leichte Patellasehnenentzündung. Dario Dakovic wird Svejnoha im Abwehrzentrum vertreten, hinter Wallner hat Kirchler die Wahl zwischen Carlos Merino, Julius Perstaller und Marcel Schreter.
Im Lager der Bullen hat man trotz des Sechs-Punkte-Rückstandes auf die Austria die Titelhoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Alles andere als drei Punkte gegen das Tiroler Tabellenschlusslicht wäre eine weitere herbe Enttäuschung. „Ein Sieg ist Pflicht. Wir wollen die restlichen drei Spiele erfolgreich gestalten. Gerade vor eigenem Publikum wollen wir ein gutes Spiel mit schönen Toren zeigen“, betonte Trainer Roger Schmidt, dessen vorzeitiger Abschied im Sommer bei den Bullen auf der Gerüchtebörse verdammt hoch gehandelt wird.
Wolfgang Müller
Innsbruck – Diese Woche war kein Honiglecken für Lukas Hinterseer. Die 0:3-Pleite gegen die Austria hatte sich nicht nur auf das Gemüt, sondern auch auf Magen und Kreislauf geschlagen. „Hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall. Mich hat’s voll erwischt“, erklärte der um vier Kilogramm leichtere 22-Jährige vor der gestrigen Abfahrt nach Salzburg. Am Donnerstag absolvierte er schon ein erstes Lauftraining, gestern mischte er im Abschlusstraining auch wieder mit. „Ein Einsatz kommt zu früh, im Kader ist er auf alle Fälle. So einen positiven Typen wie ihn brauchen wir. Im Heimspiel gegen Sturm am Mittwoch soll er wieder voll bei Kräften sein“, meinte Trainer Roli Kirchler.
Für das heutige Westderby hat Hinterseer, der im Frühjahr zum Stammspieler avancierte, sein ganz persönliches Szenario schon im Visier. „Zuerst 80 Minuten auf der Ersatzbank mitfiebern, dann zum Schluss als Joker ein entscheidendes Tor schießen, umziehen und mit einem Erfolgserlebnis zurück nach Innsbruck“, schmunzelt der Kitzbüheler, der mit dem FC Wacker in der nächsten Saison den nächsten Karriereschritt in Angriff nehmen will. Natürlich in der tipp3-Bundesliga…
Wolfgang Müller
Die fußballerischen Qualitäten von Carlos Merino sind unbestritten vorhanden. Ebenso Fakt ist freilich, das der Spanier sein Potenzial im Wacker-Dress – aus welchen Gründen auch immer – eigentlich nie über einen längeren Zeitraum so abrufen konnte, wie man sich das von einem Legionär in Führungsposition erwartet hätte. In der Red-Bull-Arena gegen die technisch versierten Bullen rief der Regisseur meist seine besten Leistungen ab. Daher spekuliert Roland Kirchler auch damit, Merino heute im Westderby als offensive Schaltzentrale walten zu lassen. Auch Julius Perstaller, der ab Sommer in Ried unter Vertrag steht, hat der Wacker-Coach noch auf seiner Nichtabstiegsrechnung. Für den einen – Merino – eine Chance auf Vertragsverlängerung, für den anderen – Perstaller – eine Möglichkeit, sich professionell und mit Stil zu verabschieden.
Alex Gruber
Neben dem Abstiegskampf setzen im Wacker-Lager auch die Wehen ein.
Innsbruck – Wackers Co-Trainer Florian Klausner trug vor dem gestrigen Nachmittagstraining ein breites Grinsen im Gesicht. Der 31-Jährige fieberte der Geburt seines Stammhalters Niko entgegen. Am Morgen hatten die Wehen bei Freundin Daniela eingesetzt, Clubsekretär Gogo Feistmantl musste somit während der Übungseinheit als Telefonjoker 90 Minuten lang über Klausners Handy wachen.
Der Storch wird auch im Hause von Wacker-Kapitän Tomas Abraham bald wieder vorstellig. Nach Sohn Tomas sagt sich zu Beginn der neuen Woche ein Töchterchen an, das den Namen Viktoria tragen soll. Abraham wird somit am Samstag in Salzburg und nach seiner Knieverletzung in doppelter Bereitschaft auf der Wacker-Bank Platz nehmen. Ansprüche sofort wieder in die Stammelf zu rücken, sind dem 34-jährigen Tschechen völlig fremd: „Die Jungs haben ohne mich gut gespielt, sieben wichtige Punkte geholt. Und es geht hier nicht um mich sondern, um die Zukunft von Wacker.“ Abrahams Vertrag wäre bei einem Bundesliga-Verbleib ja noch eine weitere Saison gültig.
Werden die Nerven nun mehr durch den hautengen Abstiegskampf oder den Babyalarm strapaziert? „Durch das Baby“, lacht Klausner, ehe man mit offenem Visier den Bullen trotzen will. „Die Babys tun ihnen als Ablenkung gut“, scherzte Feistmantl am Eingang zur Kabinentür und an der Seite von Roli Kirchler. Für den Wacker-Coach hatte Abraham gestern übrigens noch ein Sonderlob, nach all dem anderen Chaos, parat: „Wir waren nach elf Runden mit drei Punkten sportlich schon tot. Das einzig Positive in dieser Saison war, dass er gekommen ist.“
Der Trainer ist gegenwärtig auch bei Red Bull Salzburg ein Thema. Spatzen pfeifen ja den Namen von Ex-Bremen-Coach Thomas Schaaf als Nachfolger von Roger Schmidt schon seit geraumer Zeit von den Dächern. In diesem Fall könnten auch die Tage von Sportdirektor Ralf Rangnick gezählt sein. „Das sind Lügen, keine Gerüchte“, wehrte sich Schmidt gegen das Schaaf-Gerücht. Nach Champions-League-Pleite (Düdelingen), dem Halbfinal-Aus im ÖFB-Cup und dem wohl verlorenen Meistertitel an die Austria dürfte sich die Rückendeckung für den/die Deutschen aber in Grenzen halten. „Ich habe hier den Vertrag. Mir braucht nicht jeden Tag jemand zu sagen, dass ich sicher im Sattel sitze. Wenn irgendjemand meint, dass ich meine Arbeit nicht gut mache, dann muss man mir das sagen, und dann wird es auch weitergehen mit Red Bull“, knirscht Schmidt vor dem Westderby. Die Mannschaft sei durch die Trainer-Thematik nicht beeinflusst. Der Babyalarm in Innsbruck macht aber sicher mehr Spaß.
Alex Gruber
Aus wirtschaftlicher Sicht hat der FC Wacker die Fußball-Bundesliga gehalten. Das Protestkomitee gab dem Protest statt, die Lizenz wurde in zweiter Instanz erteilt. Der Überlebenskampf setzt sich am Rasen fort.
Innsbruck – Der Super-GAU blieb – dank öffentlicher Subventionen und privater Unterschriften – gottlob aus: Wie alle anderen Erstliga- und Zweitligaklubs hat auch der FC Wacker Innsbruck im Jahr seines 100-jährigen Bestehens gestern die Lizenz für die kommende Saison ohne weitere Auflagen erhalten.
„Wenn wir sie nicht bekommen hätten, hätten wir eh zusperren können“, meinte ein leidgeprüfter Wacker-Coach Roli Kirchler in seiner ersten Reaktion. Präsident Kaspar Plattner, der nach wie vor Ausschau nach einem Nachfolger hält, atmete erst einmal richtig tief durch: „Wir sind erleichtert und froh, dass das erledigt ist. Die Vereinsführung hat das Notwendige getan, um in der Bundesliga zu bleiben. Jetzt warten wir die nächsten zehn Tage ab und hoffen, dass es auf sportlicher Bühne genauso gut ausgeht.“
Geschäftsführer Gerald Schwaninger bedankte sich bei allen Mitwirkenden (u. a. Rechtsanwalt Hermann Holzmann) und hofft auf noch eine weitere Initialzündung beim eigenen Team: „Ich bin mir sicher, dass diese positive Nachricht unserer Mannschaft für die ausstehenden Meisterschaftsspiele zusätzliche Energie gibt, um mit dem Klassenerhalt ein turbulentes Fußballjahr am Ende positiv abzuschließen.“
Ende gut, alles gut? Drei Runden vor Schluss, punktegleich mit Wiener Neustadt (30) sowie einen Zähler hinter der Admira (31) bzw. deren zwei hinter Mattersburg (32), geht der Überlebenskampf für die Schwarzgrünen am Bundesliga-Rasen am Samstag in Salzburg weiter. Kapitän Tomas Abraham kehrt dort nach seiner Knieverletzung mit Sicherheit in den Kader zurück, alleine schon um als Moralinjektion zu dienen.
Während das Protestkomitee der Bundesliga gestern über die Unterlagen der Klubs diskutierte, saß Kirchler mit Managern zusammen, um dem Wacker-Team auch in der kommenden Spielzeit Format zu garantieren: „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir es schaffen, und sehr motiviert. Ich arbeite an der Zusammenstellung einer Bundesligamannschaft und wir werden zeigen, dass wir da hingehören“, krempelt der Wacker-Coach die Ärmel schon wieder hoch. Im Wissen, dass die Entscheidung im Abstiegskampf wohl erst in der kommenden Woche beim letzten Heimspiel gegen Sturm (Mittwoch, 20.30 Uhr) und Auswärtsmatch beim WAC (Sonntag) fallen wird.
Der erteilten Lizenz fehlt zumindest noch ein Punkt als Krönung. Eine Frage beschäftigt Kirchler aber über den positiven Abschluss hinaus: „Wer gibt einen Weg vor? Mit Energien, Perspektiven und Ideen. Und ohne zu jammern.“
Wolfgang Müller
Der FC Wacker erwartet heute den positiven Lizenzentscheid, spielt am Samstag in Salzburg und ärgert sich über die Rieder.
Innsbruck – Noch elf Tage bis zum Meisterschaftsfinale am 26. Mai – eine nervenaufreibende Zeit für den Tiroler Fußball-Traditionsklub FC Wacker zwischen Hoffen und Bangen sowie auch noch Ärgern über die „Causa Perstaller“. Eine „überlebenswichtige“ Entscheidung fällt bereits heute. Am Nachmittag gibt das Protestkomitee der Bundesliga die Lizenzentscheidung bekannt. Geschäftsstellenleiter Gerald Schwaninger stand gestern in Wien bei der routinemäßigen letzten Anhörung noch einmal Rede und Antwort. Alles andere als ein postiver Bescheid wäre fatal.
Zur sportlichen und wirtschaftlichen „Extremlage“ kam beim FC Wacker auch noch der Ärger über die Art und Weise des Wechsels von Julius Perstaller. Wobei man die Tatsache, dass sich der 24-Jährige für Ried entschied, als „normale Geschichte“ kommentiert. Aber die vorzeitige Präsentation im Ried-Dress stößt im schwarzgrünen Lager sauer auf. „Eigentlich eine Frechheit der Rieder und eine Dummheit des Spielers. So macht man das nicht“, ärgerte sich Präsident Kaspar Plattner, der den Fall prüfen lässt: „Denn noch steht er bei uns unter Vertrag.“
Auch Roland Kirchler kann die Vorgangsweise der Innviertler nicht nachvollziehen: „Weil sie eigentlich immer ihr Saubermann-Image in der Liga herauskehren. Aber ich hab’ im Fußball schon zu viel erlebt, um mich darüber groß aufzuregen“, konzentriert sich der Wacker-Coach auf den nicht minder nervigen Abstiegskampf. Am Samstag in Salzburg steht Perstaller im Kader – Kirchler: „Er hat versprochen, bis zur letzten Minute alles zu geben“ –, für den gesperrten Martin Svejnoha rückt Dario Dakovic in die Verteidigung. Auch Kapitän Tomas Abraham steht nach Verletzungspause wieder im Wacker-Aufgebot.
Wolfgang Müller
Im Saisonfinish der Fußball-Bundesliga könnte man rund um die Abstiegsfrage Spekulationssteuer verlangen: Gegen Wacker sprechen die Strafverifizierung und Herbst-Ergebnisse, für Wacker die Kirchler-Tabelle.
Innsbruck – Drei Runden vor Schluss stecken vier Teams noch tief im Abstiegsstrudel der tipp3-Fußball-Bundesliga. „Einer von vier“, lautet die Ansage im Abstiegsroulette, aber eigentlich ist wie bei 6 aus 45 im Lotto alles möglich. So wurde in den vergangenen drei Runden die rote Laterne von Innsbruck nach Mattersburg, dann gleich weiter zur Admira und am Samstag wieder zurück nach Tirol gereicht. „Im Extremfall könnte ein Punkt reichen oder sechs zu wenig sein“, ist auch Wacker-Coach Roli Kirchler bewusst, dass bis zum Saisonabschluss am 26. Mai Nerven aus Stahl gefragt sind.
Fallen die Ergebnisse der restlichen Runden so aus wie die Paarungen im Herbst, dann schlägt den Schwarzgrünen aus Tirol die Stunde. Betrachtet man die „Kirchler-Tabelle“, also jene 22 Runden, in den der neue Wacker-Coach im Amt war, dann müsste sich das Trio aus dem Osten den letzten Platz ausmachen. Beides Zahlenspiele, die schon am Samstag keinen Sinn mehr machen könnten.
Es gibt ihn freilich doch, jenen zumindest einen fixen Parameter in diesem Abstiegskampf. Das Torverhältnis zählt für den FC Wacker nicht. Durch die 0:3-Strafverifizierung im Herbst-Heimspiel gegen Sturm werden die Tiroler bei Punktegleichheit automatisch zurückgereiht. „Ob wir 0:1 oder 0:3 verlieren, war auch schon wurscht“, meinten die Wacker-Kicker denn auch nach dem Austria-Spiel, als in den letzten Minuten alles nach vorn geworfen wurde.
Die 30 Punkte, die der FC Wacker nach 33 Runden auf dem Konto hat, sind also definitiv zu wenig. Also wo und wie die nötigen Punkte einfahren? „Man kann es drehen und wenden, wie man will – das Heimspiel gegen Sturm Graz müssen wir gewinnen.“
Die ideale Konstellation aus Tiroler Sicht: Ein Punkt am Samstag in Salzburg, dann ein Heimsieg am nächsten Mittwoch gegen Sturm bei zwei gleichzeitigen Niederlagen von Wr. Neustadt – und die letzte Runde in Wolfsberg wäre ein lockerer schwarzgrüner Betriebsausflug.
Es gibt aber auch ein echtes Horror-Szenario – wenn Mattersburg und der Admira im abschließenden direkten Duell jeweils ein Zähler im Papelstadion reichen würde und der FC Wacker dann womöglich punktegleich mit den drei Clubs aus dem Osten Letzter wird.
Wolfgang Müller
Der Wacker-Stürmer unterschrieb gestern einen Zweijahresvertrag bei den Innviertlern.
Innsbruck – Beim Abstiegskandidaten FC Wacker nur noch zweite Wahl, dafür bei der SV Ried, die noch um die Europa-League-Qualifikation kämpft, ein gefragter Mann – Julius Perstaller bricht im Sommer seine Zelte in Innsbruck ab und übersiedelt ins Innviertel. „Wenn so ein Profi auf dem Markt zu haben ist, dann muss man schnell zuschlagen. Ein junger, pfeilschneller, österreichischer Stürmer – das passt genau zu unserer Philosophie“, erklärte Ried-Manager Stefan Reiter gestern in der Keine-Sorgen-Arena, wo der Deal abgeschlossen wurde. Im Innviertel befindet sich der Pollinger mit dem Inzinger Clemens Walch übrigens in guter Tiroler Sturm-Gesellschaft. Perstaller unterzeichnete gestern einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison. Dafür werden sich die Innviertler von den spanischen Legionären Nacho und Carril sowie Markus Hammerer trennen. Roland Kirchler sieht den Transfer emotionslos: „Er hat mich gleich verständigt und ich habe ihm gratuliert und alles Gute gewünscht. Ist doch logisch, dass er so ein Angebot nicht ausschlägt, zumal er zuletzt irgendwie auf der Stelle trat.“
Der Wacker-Coach sieht auch keinen Grund, in den letzten drei Spielen auf Perstaller zu verzichten: „Wenn er bereit ist, bis zum Schluss alles zu geben, ist er dabei.“ In den letzten Spielen saß Perstaller auf der Ersatzbank, die letzten Tore im Wacker-Dress erzielte er beim 1:1 gegen Rapid im Tivoli sowie bei der 3:4-Niederlage in der Südstadt gegen die Admira. Zuletzt bei der bitteren 0:3-Heimniederlage gegen die Austria kam er in der 83. Minute für Marcel Schreter aufs Feld.
Das erste Bundesligaspiel im Wacker-Dress bestritt Perstaller, der alle ÖFB-Nachwuchsteams durchlief und schon als 15-Jähriger ein Probetraining bei Chelsea London absolvierte, am 26. April 2008 gegen die Wiener Austria. Da stand der Abstieg der Tiroler schon fest. Mit den Schwarzgrünen schaffte er 2009/10 wieder den Aufstieg und wurde zum Young Star des Jahres 2010 der ADEG Erste Liga gewählt. Seine körperliche Voraussetzung und seine unbestrittenen fußballerischen Qualitäten konnte Perstaller zuletzt im Wacker-Dress – warum auch immer – nicht mehr einbringen, daher ist der Wechsel auch einleuchtend.
Wolfgang Müller
Innsbruck – „Ruhe bewahren, jetzt nur nicht die Nerven wegschmeißen“, ist für Roland Kirchler das Gebot der Stunde. Der roten Laterne zum Trotz streicht der Wacker-Coach das Positive hervor und richtete seine geknickten Profis nach der 0:3-Niederlage gegen die Austria nach dem Schlusspfiff mit einer flammenden Ansprache wieder auf. „Diese Mannschaft verdient es, oben zu bleiben“, bringt es Kirchler auf den Punkt und stellt auch gleich seine persönliche Rechnung auf. „Ich bin überzeugt, dass wir es selbst in der Hand haben. In Salzburg spielen wir auf Risiko, das Heimspiel gegen Sturm müssen wir gewinnen. Dann wird man sehen.“
Planungen für die nächste Saison müssen warten. „Im Moment konzentriert sich klarerweise alles auf den Abstiegskampf. Danach bleibt wenig Zeit“, weiß Kirchler, dass es so und anders stressig wird. Bleibt der FC Wacker oben, dann sollen zwei gezielte Verstärkungen die junge, aufstrebende Truppe führen. Das könnten zwei Spanier sein, die Ex-Abwehrchef Inaki Bea an der Angel hätte.
Wolfgang Müller
Lob vom künftigen Meister war nur ein schwacher Trost – der FC Wacker liegt nach der 0:3-Niederlage gegen die Wiener Austria wieder auf dem Abstiegsplatz. Von schwarzgrüner Depression aber keine Spur.
Innsbruck – Wenn es nach dem Lob des jeweiligen Gegners geht, dann müsste sich der FC Wacker längst ins gesicherte Mittelfeld abgesetzt haben. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen eine Mannschaft, die sich im Abstiegskampf so teuer wie möglich verkaufen will. Wacker war permanent gefährlich, es hätte mehrere Möglichkeiten gegeben, dass sie Tore erzielen“, meinte Austria- Coach Peter Stöger nach dem 3:0-Erfolg seiner Violetten im Tivoli. „Der FC Wacker hat uns alles abverlangt. Jetzt hoffe ich, dass sie mit ähnlich starken Auftritten im Saisonfinale den Klassenerhalt schaffen“, betonte auch Flo Mader, dass der womöglich künftige Meister im Tivoli alles abrufen musste, um die Weichen auf Sieg zu stellen. Auch Göttin Fortuna mischte mit. „Mein Führungstreffer war pures Glück“, musste Philipp Hosiner über sein „Missgeschick“ schmunzeln.
„Das ist halt der Unterschied, wenn man um den Titel spielt oder mitten im Abstiegskampf steckt“, waren sich zwei junge Wacker-Profis, die symptomatisch für die junge schwarzgrüne Welle stehen, nach dem Schlusspfiff einig, dass Fußball mitunter ungerecht ist, aber abgerechnet erst nach der 36. Runde in Wolfsberg wird. Für Christian Schilling und Sebastian Siller, die beide mit herrlichen Kopfbällen an der Stange bzw. Austria-Goalie Heinz Lindner scheiterten, ist so wie bei den Mitspielern und im Trainerstab Abstieg kein Thema. „So wie wir als Mannschaft auftreten, bleiben wir in der Liga“, blickt Siller, der 23-jährige Innsbrucker, optimistisch in die Zukunft: „Wir überraschen als krasser Außenseiter in Salzburg, holen trotz der Gelbsperren einen Punkt und gewinnen dann das Heimspiel gegen Sturm. Das müsste reichen.“ Für Schilling ist in diesem nervenaufreibenden Abstiegskampf ohnehin „alles möglich“, aber eines fix: „Absteigen tun wir nicht.“ In Salzburg wird der 21-jährige Steirer übrigens so wie Daniel Schütz und Martin Svejnoha fehlen. Kurios seine letzten beiden Gelben Karten. In Mattersburg erlaubte er sich die Frage „Was war das jetzt?“ und gegen die Austria wurde er offensichtlich mit Christopher Wernitznig verwechselt.
Auf einen Protest verzichtet man beim FC Wacker, weil man in den beiden letzten Spielen im Tivoli gegen Sturm und dann in Wolfsberg komplett antreten will. Gegen Salzburg ist Roman Wallner wieder dabei. Auch Alex Hauser und Lukas Hinterseer, die gegen die Austria angeschlagen vom Feld mussten, sollten wieder auflaufen können. Hinterseer, der einmal mehr eine starke Leistung ablieferte, plagen Leistenbeschwerden. Womöglich muss sich der Kitzbüheler im Sommer einer Operation unterziehen.
Wolfgang Müller
Der aufmunternde Applaus der Nordtribüne war für die Wacker-Profis gestern nur ein schwacher Trost. Der aufopfernde Kampf gegen die Austria wurde – wie so oft in dieser Saison – nicht belohnt. „So ist Fußball. Hosiner weiß selbst nicht, wie der Ball im Tor landete, und Lindner pariert mit tollen Reflexen zwei Kopfbälle“, zog Wacker-Coach Roli Kirchler nach der gestrigen 0:3-Pleite gegen die Austria enttäuscht Bilanz, legte aber gleich nach: „Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. So spielt kein Absteiger. So gut wie in der ersten halben Stunde hab’ ich mein Team noch nie gesehen.“ Und weil er so richtig in Fahrt war, blickte Kirchler auch gleich in die Zukunft: „Wenn wir weiter so auftreten, dann steigen wir ganz sicher nicht ab. Vielleicht gelingt uns trotz der Gelb-Sperren schon in Salzburg eine Überraschung.“
Wolfgang Müller
Der FC Wacker bezog gestern eine bittere 0:3-Heimniederlage gegen Tabellenfu?hrer Austria Wien und liegt wieder am Ende der tipp3-Liga.
Innsbruck – Der gestrige Bundesliga-Schlager im Tivolistadion begann schon mit einer schlechten Nachricht – die Admira schlug Sturm 3:0 – und endete mit einer bitteren Enttäuschung. Nach der 0:3-Niederlage gegen die Wiener Austria hängt die rote Laterne wieder in Innsbruck. „Das tut richtig weh, weil trotz starker Leistung kein Punkt herausschaute. Die Konkurrenten schreiben halt dauernd an“, ärgerte sich Wacker-Goalie Szabolcs Safar nach dem unbelohnten Kraftakt.
Knapp 7000 Zuschauer, darunter 140 Lehrlinge der Tiroler Industrie, die einer Einladung der Wirtschaftskammer folgten, staunten nicht schlecht, wie die Tiroler als krasser Außenseiter das Spiel angingen. Nicht der violette Favorit aus dem Osten, sondern der Abstiegskandidat aus dem Westen gab das Tempo vor und arbeitete sich zahlreiche Möglichkeiten heraus. Kirchler hatte zuvor mit der Aufstellung überrascht, denn für den gesperrten Roman Wallner stürmte nicht wie angekündigt Julius Perstaller, sondern Routinier Marcel Schreter. Bei der Austria begann jene Mannschaft, die am Mittwoch in Ried den Finaleinzug im ÖFB-Cup schaffte. Mit dem Schmirner Flo Mader im Mittelfeld, der Natterer Fabian Koch und Ex-Wacker-Goalie Pascal Grünwald saßen auf der Bank.
Aggressiv und konzentriert hatten die Hausherren die Austria relativ gut im Griff. Davon überzeugten sich auf der Tribüne Ex-ÖFB-Teamchef Didi Constantini und Ex-FC-Tirol-Coach Kurt Jara ebenso wie der ehemalige Abwehrstratege Iñaki Bea und der Schweizer Marco Zwyssig. Nur eine wirklich brenzlige Situation gab es im ersten Abschnitt zu überstehen: Als Tomas Jun die Querlatte traf, danach auch noch die Stange, und Philipp Hosiner dann endgültig den sicher scheinenden Führungstreffer vernebelte.
Ansonsten war die brandgefährliche Offensivabteilung des Tabellenführers bei der taktischen Ausrichtung mit Marco Kofler und Christoph Saurer als Abräumer vor der Vierer-Abwehrkette zunächst sehr gut aufgehoben. Nach dem Wechsel erhöhte die Austria erwartungsgemäß die Schlagzahl. Zunächst hatte Mader Erbarmen mit seinen Landsleuten, als er die Führung am Fuß hatte. Es kam, wie es in dieser verkorksten Saison kommen musste – Hosiners völlig abgerissener Schuss senkte sich irgendwie ins Wacker-Tor.
Einfach wie verhext. Als dann auch noch ÖFBTeamgoalie Heinz Lindner zwei Kopfbälle von Siller und Schilling irgendwie aus dem Eck fischte, der eingewechselte Nacer Barazite zum 0:2 traf und Hosiner per Abstauber den ernüchternden 0:3-Endstand besorgte, war die ebenso bittere wie trotz des Resultats unverdiente Niederlage perfekt. „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben bis zum Umfallen gekämpft, alles gegeben und wurden einmal mehr nicht belohnt“, schüttelte Kampfmaschine Kofler nach dem Schlusspfiff im Tivoli schwer frustriert den Kopf. Trainer Roland Kirchler reagierte umgehend – und gab seinen Spielern zwei Tage frei.
ben
Neulengbach – Für die Wacker-Damen setzte es gestern die zweite Niederlage innerhalb einer Woche gegen Serienmeister Neulengbach: Hatte sich das Team von Trainer Stephan Glöckner am Donnerstag im Cup-Halbfinale mit 0:3 geschlagen geben müssen, setzte es gestern in der ÖFB-Frauenliga eine 0:5-(0:2)-Pleite. Maria Gstöttner traf für die Niederösterreicherinnen, die auf Titelkurs liegen, gleich dreimal.
Wolfgang Müller
Im vorletzten Saison-Heimspiel setzt der FC Wacker heute ab 18.30 Uhr im Tivoli gegen Tabellenführer Austria Wien auf die Unterstützung der Tiroler Fußballfans. „Gemeinsam aus dem Abstiegsstrudel“, lautet das Motto.
Innsbruck – Mit der legendären gelben Wand im Rücken überwand Borussia Dortmund schon so manches Tief, mit Unterstützung der schwarzgrünen Wand will sich der FC Wacker Innsbruck aus dem Abstiegsstrudel der tipp3-Bundesliga retten. Was im heutigen Heimspiel ab 18.30 Uhr im Tivoli schwer genug wird, denn mit der Wiener Austria gibt sich Tabellenführer und Pokalfinalist Austria Wien die Ehre. „Wenn wir gegen die zurzeit beste Mannschaft Österreichs eine Chance haben wollen, dann brauchen wir unsere Fans“, richtet Roli Kirchler einen Appell an den Tiroler Fußballanhang: „Weil ich weiß, dass ein volles Tivoli jene Prozente ausmachen kann, die es eben für einen Kraftakt wie gegen die Austria braucht.“ Für den Wacker-Trainer wären „10.000 Zuschauer ein Traum“.
Aus statistischer Sicht spricht nicht viel für die Tiroler. Seit 10 Spielen – seit der 0:3-Heimniederlage am 29. August 2010 – ist die Austria gegen den FC Wacker Innsbruck unbesiegt. Die letzten fünf Aufeinandertreffen gewann der Tabellenführer allesamt und kassierte dabei keinen einzigen Gegentreffer. Auch im Tivoli hat die Austria seit sechs Spielen nicht verloren, fünf Spiele davon gewonnen und blieb in den letzten fünf Auswärtsspielen ebenfalls ohne Gegentreffer. Insgesamt ist die Austria in dieser Saison auswärts weiterhin ohne Niederlage.
„Stimmt. Aber wir haben aus den letzten drei Spielen sieben Punkte geholt. Und wenn wir spielerisch und kämpferisch so auftreten, dann haben wir auch gegen die Austria eine Chance“, hofft Kirchler, dass heute „zumindest ein Punkt“ herausschaut, damit man sich im Abstiegsstrudel mehr Luft verschafft. Für den gesperrten Roman Wallner soll sich Julius Perstaller an vorderster Wacker-Front aufreiben, Marco Kofler rückt wieder ins defensive Mittelfeld. Austrias Torjäger Philipp Hosiner wird eine Spezialaufgabe für Sebastian Siller. „Aber Hosiner ist nur das Ende der verdammt starken offensiven Austria-Kette“, warnt Kirchler, der beim Pokalauftritt der Wiener in Ried auch Schwächen ortete: „Bei Standards waren sie anfällig. Und so locker vom Fuß wie im Herbst geht es auch nicht mehr. Die spüren schon auch den Druck.“
Im Lager der Violetten läuft alles nach Double-Plan. Mit einem Sieg im Tivoli umso mehr: „Aus unserer Sicht gibt es nur noch entscheidende Spiele. Jede Runde, in der wir unsere Aufgabe positiv erfüllen, kommen wir unserem Traum näher“, erklärte Peter Stöger, der heute aus dem Vollen schöpfen kann und gegenüber dem 3:1-Pokalerfolg in Ried kaum Ändereungen vornehmen wird.
Wolfgang Müller
Der Existenzkampf des FC Wacker findet ausgerechnet in seinem Jubiläumsjahr an zwei Fronten statt. Damit sich die Schwarzgrünen sportlich aus dem Abstiegsstrudel befreien können, was ohnehin schwer genug ist, braucht es zunächst grünes Licht vom Bundesliga-Protestkomitee. Weil die eingereichten Lizenzunterlagen offensichtlich unvollständig waren, einmal mehr für Verunsicherung und Kopfschütteln im Land sorgten, wanderten gestern „express“ die letzten Unterlagen nach Wien. Der von Hermann Holzmann in Zusammenarbeit mit Wilfried Stauder ausgearbeitete Protest sollte nun – endlich – alle ausständigen Forderungen erfüllen. Samt Haftung im laufenden Budgetjahr über 200.000 Euro. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass sich in Zukunft der FC Wacker – mit einer völlig neuen Führung – nur noch über sportliche Belange definiert.
ben
Neulengbach – Für die Wacker- Damen war gestern im Halbfinale des ÖFBLadies-Cup nach einer 0:3 (0:0)-Auswärtsniederlage gegen Neulengbach Endstation. Die Tirolerinnen hielten gegen den Serienmeister jedoch über weite Strecken mit, waren zum Teil sogar überlegen. „Die Spielerinnen und ich sind brutal enttäuscht“, sagte Damen-Trainer Stephan Glöckner. „Wir hatten zwei Stangenschu?sse und hätten es schaffen können. Das Ergebnis klingt deutlicher, als es ist.“
Florian Madl
Weil Roman Wallner diesmal nicht spielberechtigt ist, sucht Wacker-Trainer Roland Kirchler gegen die Austria (morgen) nach Alternativen.
Innsbruck – Die Lizenzunterlagen werden erst heute beim zuständigen Bundesliga-Senat in Wien einlangen. Zwar hatte man die Übermittlung ursprünglich für Mittwoch geplant (und sogar durchgeführt), dann jedoch folgte eine kleine Korrektur. „Es wird diesmal klappen“, beteuert Rechtsanwalt Hermann Holzmann, der für den zweiten Anlauf verantwortlich zeichnet und dabei auf Nummer sicher geht.
Sicher ist im Abstiegskampf hingegen nichts, vor dem morgigen Heimspiel mit Tabellenführer Austria Wien (18.30 Uhr, Tivoli) hat Wacker-Trainer Roland Kirchler deshalb wieder mit einem Ausfall umzugehen. Roman Wallners Sperre zwingt zum Umdenken, als Alternativen bieten sich im Sturm Lukas Hinterseer und Julius Perstaller an: „Einmal musste das ja passieren, Gedanken mache ich mir darüber keine.“ Vielmehr stößt dem Wattener auf, dass Wiener Neustadt mit seinem Protest (Reduktion der Sperre von Petr Hlinka) durchkam.
Wege zum Sieg gegen den angehenden Meister glaubt Kirchler jedenfalls zu kennen: „Ihre Offensive gilt es zu entschärfen. Und bei Standardsituationen hat die Austria Probleme.“ Offensichtlich wurde das zuletzt beim Halbfinalsieg im österreichischen Fußball-Cup (3:1 in Ried). Die Violetten, glaubt der Wacker-Trainer, seien jedenfalls „nicht mehr so souverän“ wie zu einem früheren Zeitpunkt der Saison.
Was die Personalie Szabolcs Sáfár anbelangt – mit ihm streben die Tiroler eine Verlängerung des Vertrags an –, wolle man kommende Woche auf einen grünen Zweig kommen. Es geht um Kleinigkeiten, heißt es hinsichtlich der Forderungen des 38-jährigen Torhüters. „Der Verein will mit seinem Budget sparsam umgehen, ich kann das verstehen“, kennt Kirchler, derzeit in seiner Doppelfunktion auch Sportdirektor, die Gründe. Zurzeit beschäftigt den 42-Jährigen die Kaderplanung für 2013/14 nur am Rande. „Die Ungewissheit in der Tabelle ist zu groß, deshalb kann ich derzeit keine Zusagen treffen.“ Fix sei nur: „Fehleinkäufe dürfen wir uns künftig keine leisten. Lieber ein Spieler weniger im Kader, dafür keine Mitläufer.“
Noch hofft Kirchler, dass der Spielraum mit einem privaten Financier erweitert werden kann, Gedanken macht er sich darüber vorerst kaum. „Derzeit geht es nur um das Spiel gegen die Austria.“
floh
Innsbruck – Zuversicht äußerte Wacker-Präsident Kaspar Plattner gestern, als die im ersten Durchgang fehlenden Lizenzunterlagen zusammengestellt wurden. Nachdem der Senat 5 der Fußball- Bundesliga das Zertifikat für die kommende Spielklasse verweigert hatte, soll es im Nachsitzen klappen. „Wir sind nicht nur frohen Mutes – wir werden es schaffen“, ist sich Plattner sicher, der das Seine zum Erhalt beitrug. Nicht zuletzt mit einer Unterschrift wurde die ausstehende Haftung für das Loch im laufenden Geschäftsjahr (200.000 Euro) erbracht, auch die übrigen Vorstandsmitglieder haben im Zuge ihrer Tätigkeit für die Summe geradezustehen.
„Kommende Woche sollte die Sache über die Bühne sein“, hofft Präsident Plattner. Und unter diesen Vorzeichen erhielte Roland Kirchlers Mannschaft auch im Abstiegskampf Rückenwind, bereits am Samstag (18.30 Uhr) gastiert Tabellenfu?hrer Austria Wien am Tivoli. Dass sich die Violetten gestern noch im ÖFB-Cup abzumühen hatten, kam den Schwarzgrünen immerhin schon einmal entgegen (zuletzt beim 2:0 gegen Ried). Im Gegenzug bleibt der Kampfgeist der Tiroler eine der stärksten Waffen im Abstiegskampf: Neun von elf Spielern aus der Innsbrucker Startformation hatten gegen Wiener Neustadt eine positive Zweikampfbilanz (Wacker gewann 57 Prozent der Zweikämpfe).
Nur auf eine Frage scheint man vorerst keine Antwort zu haben: Wer beerbt den scheidenden Präsident Kaspar Plattner? „Wir haben noch keinen geeigneten Kandidaten gefunden“, bilanzierte der 72-Jährige wenige Wochen vor der Wacker-Generalversammlung. Auch der Rest des Vorstands soll bei diesem Anlass sein Amt zurücklegen.
t.w.
Innsbruck – Zehn Tore innerhalb von fünf Tagen – die Offensive der Wacker Amateure läuft wie geschmiert. Dem 7:1 gegen Neumarkt vom vergangenen Sonntag ließ die Löberbauer-Truppe gestern einen hart erkämpften 3:2-Sieg gegen die Altach Amateure folgen. „Wir sind immer für ein Tor gut. Für einen Gegentreffer allerdings genauso“, erklärte Trainer Werner Löberbauer. So auch gestern gegen die Altach Amateure.„Sie waren spielerisch überlegen. Wir waren aber sehr effizient.“ Einem Tor aus einer Standardsituation (Wörgetter/21.) folgten tolle Treffer durch Michael Simic (58./Einzelaktion) und Alexander Joppich (81./ Konter). Zweimal (59., 84.) schafften die Vorarlberger nur noch den Anschluss. Da machte es auch nichts, dass Alexander Gründler (vier Tore gegen Neumarkt) diesmal nicht ins Schwarze traf.
Wolfgang Müller
Innsbruck – Als Trainer des FC Wacker leitete Roland Kirchler gestern zwei Einheiten und konnte vermelden, dass die Vorbereitungen auf den Fußballschlager am Samstag gegen Tabellenführer Austria Wien programmgemäß verlaufen. Bis auf den gesperrten Roman Wallner und Kapitän Tomas Abraham, dessen Einsatz zu früh käme, sind alle Mann an Bord. Als Sportdirektor unterbreitete Kirchler gestern Tormann Szabolcs Sáfár ein konkretes Angebot auf Vertragsverlängerung für ein weiteres Jahr.
Wolfgang Müller
Innsbruck – Auch wenn beim FC Wacker im Moment hinter der näheren Zukunft sowohl wirtschaftlich mit der – noch – fehlenden Lizenz als auch sportlich mit dem spannenden Abstiegskampf ein großes Fragezeichen steht, ist das Jubiläum in Stein gemeißelt. 100 Jahre wird man nicht alle Tage, das soll in einem würdigen Rahmen gefeiert werden. Dafür soll Ralph Schader mit seinem umfassenden Netzwerk sorgen. Der Oberländer Organisator und Moderator spinnt schon die Fäden, um zum schwarzgrünen Festakt auch einen prominenten Gegner für ein Jubiläumsspiel nach Innsbruck zu lotsen.
Mit dem Hamburger Sportverein würde sich ein Traditionsklub aus der deutschen Bundesliga die Ehre geben. Geplant ist die Gala am 5. Juli im Tivolistadion samt prominent besetztem Legendenspiel. „Die Hamburger könnten einen Tag früher nach Innsbruck fliegen und dann am nächsten Tag ihr Trainingslager in Finkenberg beziehen“, so Schader, der auch schon zahlreiche Rückmeldungen von ehemaligen Tivoli-Profis erhielt: „Pipo Gorosito würde aus Argentinien kommen, VfB-Sportvorstand Hansi Müller aus Stuttgart, Stani Tschertschessow aus Grosny und Rado Gilewicz aus Polen. Auch DFB-Teamchef Jogi Löw erkundigte sich nach den genauen Daten der Jubiläumsgala.“
Tobias Waidhofer
Turniersieger FC Wacker und Finalist IAC qualifizierten sich für das Bundesfinale des U12-Coca-Cola-Cups – auch der SK Rum darf hoffen.
Völs – Wer – wie die U12 des FC Wacker – ein ganzes Turnier ohne Niederlage u?berlebt und dabei auch noch ohne Gegentor bleibt, hat sich den Sieg redlich verdient. Der Nachwuchs des Innsbrucker Traditionsklubs ließ beim Landesfinale des Coca-Cola-Cups in Völs der Tiroler Konkurrenz keine Chance. Im Finale besiegte die Mannschaft von Trainer Christoph Aschenwald den Innsbrucker AC mit 2:0 (Tore: Clemens Hubmann, Cem Üstandag). „Die Mannschaft hat die Leistung wieder auf den Punkt genau abgerufen“, freute sich der Coach. Auch ein prominenter Zaungast – Wacker-Profi Sebastian Siller – zeigte sich vom Gezeigten beeindruckt: „Alle Mannschaften haben tolle Spiele mit viel Begeisterung und Elan geboten.“
Beim Bundesfinale (15. und 16. Juni) auf dem Gelände des Bundesligisten Admira Mödling (Titelverteidiger) werden neben den Wacker-Fohlen auch die Jungs des zweitplatzierten IAC die Tiroler Farben vertreten. Sogar der drittplatzierte SK Rum (1:0 gegen die Union) darf noch auf ein Final-Ticket hoffen. Schließlich wird der letzte Startplatz unter den Dritten der neun Bundesländer ausgelost. Der letzte Tiroler Triumph beim prestigeträchtigen Coca-Cola-Cup liegt übrigens gerade einmal drei Jahre zurück. 2010 hatte sich der FC Wacker Innsbruck den Titel als beste U12-Mannschaft Österreichs gesichert.
Wolfgang Müller
Wie das 2:2 des FC Wacker in Wr.?Neustadt letztlich zu werten ist, wird sich im Bundesliga-Abstiegskrimi wohl erst in der letzten Runde weisen. Tenor der Tiroler: „Einen Großen werden wir schlagen müssen.“
Innsbruck – „Alles ist möglich.“ Das gilt nicht nur für die Lotterie im Allgemeinen, sondern erst recht für den Abstiegskampf in der tipp3-Bundesliga. 6 aus 45 spielt es logischerweise in diesem Thriller nicht, dafür wird es einen aus dem Quartett FC Wacker, Wr.?Neustadt, Mattersburg und Admira erwischen. Vier Runden vor Schluss trennt das Quartett nur drei Punkte. Im Moment steht die Rote Laterne in der Südstadt bei der Admira, aber das kann am nächsten Wochenende schon wieder ganz anders ausschauen.
Wie ist in diesem Zusammenhang das 2:2 beim direkten Abstiegskonkurrenten Wr.?Neustadt zu werten? „Wir haben auswärts einen Punkt gemacht. Daher sehe ich das Remis positiv“, blickte Wacker-Coach Roland Kirchler gestern noch einmal auf die Regenschlacht im zweitklassigen Stadion Wr.?Neustadt zurück, legte aber gleich nach: „Irgendwie natürlich auch bitter, weil wir gut gespielt haben und dem vorentscheidenden 3:1 sehr nahe waren.“
Auch Alex Hauser, der die Schwarzgrünen als Kapitän aufs Feld führte und den 2:1-Führungstreffer erzielte, war sich nicht ganz sicher, wie die Punkteteilung einzustufen ist: „Dem Spielverlauf nach gerecht. Wem es letztlich nützt oder schadet, wird sich weisen. In diesem spannenden Abstiegskampf ist jederzeit alles möglich.“ Dennis Mimm, der Ex-Wacker-Profi in den Reihen der Niederösterreicher, sprach von einem „gewonnenen Punkt“, der im Abstiegskampf allerdings nicht viel bzw. gar nichts änderte: „Fest steht, dass sowohl der FC Wacker als auch wir genug Qualität hätten, die Liga zu halten.“ Für den 30-jährigen Innsbrucker matchen sich nur drei Klubs gegen den Abstieg, „weil die Mattersburger immer dann, wenn sie es brauchen, Siege wie eben das 3:1 gegen Wolfsberg fabrizieren.“
Fix wird auch in den kommenden Wochen nichts sein. Selbst das Restprogramm lässt keine besonderen Schlüsse zu. „Schwer ist es für alle. Wir werden halt gegen einen Großen punkten müssen, was nach den Leistungen der letzten Wochen nicht unmöglich ist“, weiß Kirchler, wo der Schlüssel zum Ligaerhalt liegt. Kommt da die Austria gerade recht? „Wird man sehen. Klar sind sie als Tabellenführer Favorit, außerdem spüren sie Salzburg im Nacken. Aber mit einem leidenschaftlichen Auftritt und einem günstigen Spielverlauf können wir für eine Überraschung sorgen“, so Kirchler, der auch gleich einen Appell an die Tiroler Fußballfans richtet: „Gerade jetzt brauchen wir unsere Fans. Ich hoffe, dass am Samstag 8000 bis 10.000 Leute kommen. Schließlich gastiert voraussichtlich der neue Meister im Tivoli, und für uns geht es um alles. Außerdem hätte es sich die Mannschaft nach den starken Leistungen der letzten Wochen auch verdient.“
Bleibt noch das leidige Thema Lizenz? „Für uns Spieler nicht das große Thema, weil Präsident Kaspar Plattner versprach, die Sache zu erledigen. Außerdem ist es ohnehin jedes Jahr das Gleiche“, so Hauser.
Die bei der erstinstanzlichen Abgabe fehlenden Unterlagen sollen am Mittwoch bei der Bundesliga nachgereicht werden. Drängt sich die Frage auf – warum nicht gleich?
Alex Gruber
Innsbruck – Die Wacker- Fohlen spielten gestern insbesondere im zweiten Durchgang Neumarkt am Tivoli beim 7:1-Sieg in Grund und Boden. Angreifer Alexander Gründler lieferte mit vierToren – genauso viele gelangen ihm auch am 27. Juli beim 5:2-Heimsieg gegen Seekirchen in Runde eins – sein persönliches Bewerbungsschreiben vor den Augen von Profi-Coach Roli Kirchler ab.
„Er hatte eine Ladehemmung und ist wieder explodiert“, freute sich auch Amateure-Coach Werner Löberbauer über die Gründler-Gala. Wie und mit wem es bei den Amateuren aber weitergeht, weiß zur Stunde freilich keiner. Ohne die Alphamännchen Treichl, Hartl und Unterrainer unterlag Kufstein schon am Samstag bei den Altach Amateuren mit 3:4. Nur ein Punkt steht in den letzten drei Runden zu Buche.
ben
Innsbruck – Die Wacker Damen feierten gestern in der ÖFB-Frauenliga einen 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen den SKV Altenmarkt. Die Tore erzielten Valentina Schwarzlmüller (15.) und Arbresha Jahaj (52.). „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir haben kämpferisch eine starke Leistung gezeigt“, analysierte Wacker-Trainer Stephan Glöckner und freute sich, dass sein Team gegen die Niederösterreicherinnen kein Gegentor kassierte.
Wolfgang Müller
Auf Schiedsrichterhilfe kann sich der FC Wacker im Abstiegskampf wahrlich nicht verlassen. Dem ersten Gegentor von Thomas Fröschl ging eine Abseitsstellung von Günther Friesenbichler voraus. Und als Roman Wallner seine fünfte Gelbe Karte kassierte, weil er sich völlig zurecht darüber aufregte, dass ein klares Foulspiel nicht geahndet wurde, ahnte man schon Böses. Jetzt muss der Wacker-Stu?rmer am Samstag im Tivoli gegen die Austria zuschauen. Dafür durfte in Mattersburg ein gewisser Ilco Naumoski beim 3:1-Sieg gegen den Wolfsberger AC mitmischen. Der miese Tritt des Mazedoniers in den Unterleib von Wacker-Verteidiger Sebastian Siller eine Woche zuvor blieb also völlig ungeahndet. Dabei ist die Tätlichkeit im TV klar ersichtlich. Versteht kein Mensch. Da wird bei der Bundesliga offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen.
Wolfgang Müller
Durch das gestrige 2:2 im Abstiegsschlager bei Wr. Neustadt rutschte der FC Wacker auf den neunten Platz zurück. Schlusslicht ist Admira.
Innsbruck – Einen Punkt gewonnen oder zwei verschenkt – das 2:2 des FC Wacker im gestrigen Abstiegsschlager bei Wr. Neustadt war ein Remis, das beide Seiten nicht so recht zufrieden stellte. Die Tiroler hatten das 3:1 am Fuß und mussten letztlich um den Punkt bangen. „Ich seh es psoitiv. Wir haben in zwei wichtigen Auswärtsspielen vier Punkte geholt, zuletzt in drei Spielen sieben Zähler erkämpft. Der Trend ist klar positiv“, machte sich Wacker-Coach Roli Kirchler gestern zufrieden auf die lange Heimreise.
„Eine Schnittpartie, der Sieger hat sehr gute Karten im Abstiegskampf“, waren sich beide Trainer vor dem gestrigen Schlagabtausch einig. So wie die letzten Abstiegs-Endspiele der Schwarzgrünen war auch gestern bei Regen ein starkes Nervenkostüm gefragt. Denn die Hausherren gingen durch Thomas Fröschl in Führung. Zu diesem Zeitpunkt war der FC Wacker wieder Letzter, weil die Admira noch ein 0:0 in Salzburg hielt und Mattersburg bereits gegen Wolfsberg führte. Die Tiroler Antwort folgte prompt und eindrucksvoll. „Funkturm“ Simon Piesinger, dem Coach Kirchler den Vorzug gegenüber Carlos Merino gab, schraubte sich nach einem Saurer-Freistoß in die Höhe, wuchtete den Ball mit dem Kopf ins Tor und jubelte über seinen ersten Bundesligatreffer. Jetzt war der FC Wacker sowohl spielerisch als auch kämpferisch klar am Drücker. Als dann auch noch Alex Hauser seinen vom mitgereisten Tomas Abraham vorhergesagten Treffer zur mehr als verdienten 2:1-Führung erzielte, verabschiedeten sich die Innsbrucker relativ entspannt in die Kabine. 12:4 Torschüsse und 61 Prozent gewonnene Zweikämpfe verdeutlichten den starken Auftritt in der ersten Halbzeit.
Die Souveränität schien man dann in der Kabine vergessen zu haben. Denn mit noch stärkerem Regen – es schüttete aus Kübeln – kamen die Hausherren auf. Und als Lukas Hinterseer die große Chance auf das 1:3 ausließ, kam, was kommen musste: Fröschl war nach einem Stangenschuss zur Stelle und erzielte das 2:2. Dass Mattersburg in Salzburg führte, passte ins Bild.
Im Stadion Wr. Neustadt stand die Partie in den letzten 20 Minuten auf Messers Schneide. Szabolcs Safar verhinderte mit einer Glanzparade eine Niederlage, auf der Gegenseite scheiterte Christian Schilling mit einem Kopfball. Es blieb beim 2:2, der FC Wacker rutschte auf den neunten Tabellenplatz, weil Mattersburg Wolfsberg 3:1 bezwang. Die rote Laterne hängt jetzt nach der 1:2-Niederlage in Salzburg bei der Admira.
„Wir haben es verabsäumt, die 3:1-Führung zu erzielen. Aber mit dem Punkt können wir auch ganz gut leben. Vielleicht wird er ja in der Endabrechnung entscheiden“, bilanzierte Wacker-Stürmer Roman Wallner nach dem Schlusspfiff. Was Wallner mehr ärgerte, war die fünfte Gelbe Karte, die eine Sperre am kommenden Samstag gegen die Austria zur Folge hat: „Weil ich gefoult wurde. Aber wer den Schiedsrichter schief anschaute, wurde verwarnt.“ Torschütze Piesinger wusste, warum aus dem dritten Sieg in Folge nichts wurde: „Weil wir nach der wirklich starken ersten Halbzeit dann verabsäumten, Fußball zu spielen. Wir standen nur noch hinten und das rächt sich meistens.“
„Mit dem Remis müssen wir zufrieden sein, denn die bessere Mannschaft waren wir sicher nicht“, brachte es Wr. Neustadts Christian Ramsebner auf den Punkt.
Alex Gruber
Und täglich grüßt das Murmeltier: Das nächste Endspiel im Bundesliga-Abstiegskampf nimmt der FC Wacker heute (18.30 Uhr) in Wiener Neustadt in Angriff. Der dritte Sieg in Serie würde Platz sieben bedeuten.
Innsbruck – Das Treffen zwischen dem Tabellensiebenten aus Niederösterreich und dem Tabellenachten aus Tirol bestätigt die These, dass Totgesagte länger leben:
Die Hausherren wurden aufgrund ihres Personals mit überschaubar wenig Bundesliga-Erfahrung noch vor dem ersten Spieltag als Fixabsteiger abgekanzelt.
Wacker war nach elf Runden und nur drei Punkten (Torverhältnis: 6:28) bei der Amtsübernahme von Roli Kirchler „mausetot“.
Abgeschrieben war der FC Wacker aber auch noch vor zwei Runden: Vor dem Heimspiel gegen Ried (20. April) hat bei mindestens drei Punkten Rückstand und dem blöden Stern in der Tabelle – Rückreihung bei Punktegleichheit wegen der Strafverifizierung (Spielabbruch des Heimspiels gegen Sturm) – keiner mehr einen Pfifferling auf die Innsbrucker gesetzt. Die wundersame Auferstehung mit dem 2:0-Erfolg über die Oberösterreicher sowie 2:1-Auswärtssieg in Mattersburg hat die Schwarzgrünen aber plötzlich an die achte Stelle bugsiert. „Der Tabellenplatz verleitet zur Sicherheit, aber wir liegen nur einen Punkt vor den anderen“, fordert Coach Roli Kirchler vollste Konzentration.
Beim obligatorischen Pressetermin zeigte sich der Trainer aber wieder als jene Frohnatur, die den Traditionsklub bei allen Irrungen und Wirrungen in dieser Saison im Überlebenskampf hält. „Ich entscheide mich nach einem Glas Rotwein, wer von den beiden spielt“, glänzt Kirchler, angesichts der Aufstellungsfrage, ob Abräumer Simon Piesinger oder Kreativperle Carlos Merino im zentralen Mittelfeld neben Christoph Saurer beginnt, als Kabarettist. Im Wissen, dass der einzige und wahre Spaß auf der Heimfahrt in einem positiven Ergebnis liegen wird. Die ewigen Endspiele ziehen Kirchler auf keinen Fall den Nerv: „Seit ich Trainer bin, ist das so. Wir brauchen das.“
Die ausbleibende Lizenz in erster Instanz hat Präsident Kaspar Plattner vor versammelter Mannschaft erklärt. Mit der wesentlichen Botschaft, dass es im zweiten Anlauf klappen wird. Die noch fehlende Haftungserklärung für 200.000 Euro dürfen am Rasen aber keine Rolle spielen. „Wir wurden informiert und haben jetzt wieder unsere Aufgaben am Platz zu erfüllen. Den Rest wird der Verein erledigen. Ich bin überzeugt, dass wir beides positiv schaffen werden“, ist Innenverteidiger Sebastian Siller sowohl vom Klassenerhalt als auch vom Erhalt der Bundesliga-Lizenz überzeugt. Positive Typen wie er passen in Kirchlers Bild. Der „Hansi“ (Lukas Hinterseer), Daniel Schütz oder Christian Schilling seien auch von diesem Schlag.
Nach den Ausfällen von Christopher Wernitznig (gesperrt) sowie der beiden Sechsern Tomáš Abrahám (rekonvaleszent) und Marco Kofler (gesperrt) wird es solche Kräfte brauchen. Gut, dass auch Wiener Neustadt mit Kapitän Peter Hlinka und Manuel Wallner zwei Ausfälle zu verkraften hat. Tirol-Export Dennis Mimm rückt deswegen in der Abwehr nach innen.
Wie auch immer, beiden Trainern ist die Bedeutung dieser Partie bewusst. Kirchler: „Ich bin davon überzeugt, dass auch Heimo Pfeifenberger (Neustadt-Coach) weiß, dass der Sieger des heutigen Spiels oben bleibt. Denn mit diesem Selbstvertrauen holt man auch noch gegen andere Punkte.“ Die wiedergewonnene Freude und das Leuchten, das Kirchler registriert, soll die Heimbilanz der Gastgeber zum Einstürzen bringen: Sieben Spiele lang ist Wiener Neustadt zuhause unbesiegt, bei nur einem Gegentor, das aus einem Elfmeter fiel. „Diese Heimstärke gibt uns Kraft“, sagte Kirchler-Spezl Pfeifenberger. „Wir machen unser Tor“, hält Kirchler im Konter fest. Wie schön wären drei Punkte und Platz sieben?...
Alex Gruber
Den großen Kopfballstärkeren (Simon Piesinger/194 cm) oder den kleineren Kreativen (Carlos Merino/174)? Wie jeder Trainer steht Wacker-Coach Roli Kirchler vor der womöglich folgenschweren Entscheidung, wem er das Vertrauen im zentralen Mittelfeld heute schenken soll. Die Rechnung wird ohnehin immer erst im Nachhinein serviert. Im Vorhinein teilte Kirchler Merino mit, dass in Sachen Vertragsverlängerung selbst für den Spanier der Zug noch nicht endgültig abgefahren sei. Wer für den Klub blutet, hält sich weiter selbst im Geschäft. Ungeachtet der Körpergröße und Herkunft. Bei Wacker gingen in den vergangenen Runden auch junge Tiroler (z. B. Siller, Hinterseer, Kofler) voran. Es ist an der Zeit, dass Merino (nur ein Saisontor) seine Bringschuld einlöst. Am besten schon heute.
Florian Madl
Die Trainer Pfeifenberger (Wr. Neustadt) und Kirchler (FC Wacker) verbindet mehr als der Abstiegskampf. Doch nicht beim Keller-Derby am Samstag.
Innsbruck – Sie standen zusammen, tuschelten, scherzten. Wer Wacker-Trainer Roland Kirchler (derzeit Tabellenplatz 8) und sein Pendant von Wiener Neustadt (Heimo Pfeifenberger, derzeit 7.) bei der Saisoneröffnungs- Pressekonferenz erlebt hat, dachte nicht an zwei sportliche Rivalen. Vielmehr schien es, als würden sich Trainer und Co-Trainer über manches lustig machen. „Der Heimo und ich sind Freunde“, winkt Kirchler ab. Und der so Betitelte sieht das nicht anders: „Der Abstiegskampf steht nicht zwischen uns. Wir sind schon so lange im Profigeschäft, dass wir gelernt haben, das eine vom anderen zu trennen.“ Und dennoch entgehen die beiden einem sportlichen Aufeinandertreffen nicht – morgen (18.30 Uhr) ist es in Niederösterreich so weit.
Heimo Pfeifenberger, dessen Weg als Spieler sich mit jenem von Kirchler in der Saison 2002/03 bei Austria Salzburg kreuzte, lobt die Tiroler: „Mit Roman Wallner haben sie in der Offensive einiges zu bieten.“ Dem halte er eine gestandene Defensive entgegen, aber auch das habe nur bedingt Aussagekraft. Pfeifenberger: „Im Endeffekt geht es um die bessere Tagesverfassung. Darum, wer besser ins Spiel kommt.“
Roland Kirchlers Stimme ist beim Thema Wiener Neustadt Zuversicht zu entnehmen. „Ich will das Spiel gewinnen!“ Und damit ist er sich, was die sportliche Zukunft des Klubs anbelangt, auch sicher: „Wir schaffen den Klassenerhalt!“ In den vergangenen Wochen habe er in seiner Mannschaft eine Aufbruchsstimmung festgestellt: Jeder könne sich für eine Vertragsverlängerung empfehlen. Das gilt etwa für den zuletzt angeschlagenen Spielgestalter Carlos Merino: „Er kann in Wiener Neustadt ein Zeichen setzen, dass er bleiben will.“
Kirchler selbst will jedenfalls bleiben, wenn sein Kontrakt auch noch nicht unterzeichnet wurde: „Ich habe in der tipp-3-Bundesliga kein Problem mit einem Ein-Jahresvertrag. Wenn ich gut bin, bleibe ich. Und wenn ich sehr gut bin, interessieren sich sogar andere Klubs für mich.“ In Liga zwei würde der 42-Jährige allerdings ein Zwei-Jahresengagement anstreben: „Dann geht es darum, etwas längerfristig aufzubauen. Und dafür brauche ich mehr als eine Saison.“
Vorerst geht es um das erste von fünf Endspielen gegen den Abstieg, bis auf Wernitznig, Kofler und Abraham kann Kirchler aus dem Vollen schöpfen. „Wir können jetzt in drei Wochen die Fehler der Saison ausmerzen“, weiß der Wattener um die Bedeutung des Duells mit seinem Freund in Wiener Neustadt.
„Es ist doch nur ein Spiel“, relativiert Heimo Pfeifenberger mit einem Lächeln. Aber eine Sache scheint dem Salzburger nicht unrecht zu sein: „Es ist nicht vorentscheidend.“ Er und Kirchler würden sich auch kommendes Jahr gerne die Hand schütteln – in der tipp-3-Bundesliga.
Wolfgang Müller
Innsbruck – Keine Lizenz in erster Instanz – da musste auch Roland Kirchler einmal kräftig schlucken. „Ärgerlich. Da kamen wir sportlich in die Spur und jetzt wieder diese Negativmeldungen. Es herrscht einfach nie Ruhe. Ich versteh’ die Leute, wenn sie angefressen sind“, kam dem Wacker-Trainer der negative Bundesliga-Lizenzentscheid vor dem Abstiegsgipfel am Samstag in Wr.?Neustadt alles andere als gelegen. Daher forderte er auch vom Präsidenten eine Klarstellung vor der Mannschaft. „Die fand gestern am Vormittag vor dem Training statt“, so Kirchler. Vor versammelter Truppe erklärte Plattner den negativen Bescheid und versprach seinen Kickern, dass die Lizenz nun eben im zweiten Anlauf unter Dach und Fach gebracht wird.
Danach wurde trainiert. „Sehr gut sogar. Die Mannschaft lässt sich dadurch vom eingeschlagenen Weg nicht abbringen und ist ganz auf das Duell gegen Wr.?Neustadt fokussiert“, sieht Kirchler bei den Schwarzgrünen keinerlei Resignation, im Gegenteil: „Nach den Siegen gegen Ried und Mattersburg wollen wir auch am Samstag punkten.“ Als Trainer grübelt der 43-Jährige schon an der Aufstellung: „Der Ausfall von Kofler schmerzt, auch Wernitznig war in Mattersburg stark. Aber wir werden Lösungen finden.“ In seiner momentanen Zweitfunktion als Sportdirektor plant er schon über den Sommer hinaus: „Der Stamm der Mannschaft hat ohnehin einen Vertrag. Ich hoffe, dass ich mit Szabolcs Safar die Verlängerung bald unter Dach und Fach habe. Und dann kommen die nächsten dran.“
Einfach sei die Situation nicht. Neben der sportlichen wie auch wirtschaftlichen prekären Situation stehe alles auf wackeligen Beinen. „Wir sind ohnehin mit der Planung schon spät dran, unterschrieben wird momentan von Vereinsseite nichts. Wie bitte soll ich mit einem ausländischen Spieler verhandeln?“, so Kirchler, der auch gerne Klarheit hätte, wer denn in näherer Zukunft Ansprechpartner in der Vereinsführung ist: „Was in dieser Saison alles passiert ist, passt ja auf keine Kuhhaut. Für mich als jungen Trainer ziemlich viel Erfahrungspotenzial auf einmal.“ Der Wunsch des Wacker-Trainers für die Zukunft? „Planungssicherheit, Ruhe und Perspektive.“ Das wird es bei den Schwarzgrünen so schnell nicht spielen?…
Wolfgang Müller
Beim FC Wacker Innsbruck schrillen nach dem gestrigen abschlägigen Lizenzbescheid wieder einmal die Alarmglocken.
Innsbruck – Der FC Wacker und das Bundesliga-Lizenzierungsverfahren – eine komplizierte Dauerfehde, die gestern um ein weiteres Kapitel „vorerst nicht tauglich“ erweitert wurde. Dem Tiroler Traditionsklub wurde am Nachmittag vom Senat 5 mächtig eine vor den schwarzgrünen Latz geknallt: Keine Lizenz in erster Instanz! Wiederholungstätern schaut man halt ganz genau auf die Finger. Bereits vor der Saison 2007/08 und dem Spieljahr 2011/12 fassten die Tiroler in erster Instanz ein „Nicht Genügend“ aus, um dann in der „Wiederholungsprüfung“ doch noch vor dem Protestkomitee grünes Licht zu erhalten.
Dass gestern 25 Prozent der Lizenzwerber für die österreichische Fußball-Bundesliga vorerst abgeblitzt sind, ist nur ein schwacher Trost. Neben dem FC Wacker erwischte es Abstiegskonkurrent Admira, in der ersten Liga Hartberg und die Vienna sowie in der Regionalliga die Aufstiegsaspiranten LASK und Austria Salzburg. Der FC Lustenau hatte keinen Lizenzantrag gestellt und steht in der ersten Liga schon als Fixabsteiger fest. Den Clubs bleibt eine zehntägige Protestfrist, danach wird das Protestkomitee (zweite Instanz) bis spätestens 15. Mai eine Entscheidung treffen. Vereine, die auch danach noch ohne Lizenz dastehen, können Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht einreichen. Dieses wird dann bis spätestens 31. Mai entscheiden.
„Das ist ein harter Schlag, mit dem ich echt nicht gerechnet habe“, gab Wacker-Präsident Kaspar Plattner unmittelbar nach Übermittlung des negativen Bescheids zu. Auch FCW-Geschäftsfu?hrer Gerald Schwaninger war enttäuscht: „Wir haben in den letzten Wochen einiges bewegen können, unserer Meinung nach waren wir glaubwürdig für die erste Instanz. Aber die Liga geht bei uns auf Nummer sicher.“
Laut Liga-Vorstand Georg Pangl waren aufgrund der medialen Berichterstattungen Schwierigkeiten zu befürchten: „Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen Zwischenstatus, nachhaltige Schlussfolgerungen sind erst im Mai möglich.“
Begründung für den abschlägigen Bescheid? Die nicht gänzlich nachgewiesene Ausfinanzierung der laufenden Saison 2012/13. Auf rund 700.000 Euro soll sich das Minus belaufen, 500.000 Euro sind durch das Rettungskosortium (Stadt, Land, Olympiaworld, TIWAG, Hypo) beglichen. Die vom Verein abzudeckenden 200.000 Euro seien laut Senat 5 allerdings nicht glaubwürdig genug aufgefangen. Heißt im Klartext, dass Haftungen nicht erbracht wurden.
Wacker-Trainer Roland Kirchler reagierte auf den ausbleibenden Lizenzbescheid hörbar verstimmt: „Ich erwarte mir beim nächsten Training eine Erklärung.“ Nun sollen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden: „Es gibt jetzt einiges zu tun, und das werden wir in den nächsten Tagen auch machen“, versicherte Geschäftsführer Schwaninger. Warum das erst jetzt passiert, ist eine andere Frage. Vielleicht wäre eine Einschulung beim Dorfklub Ried förderlich? Die Innviertler sind der einzige Verein seit Einführung der Lizenz (vor der Saison 1996/97), der den Bescheid immer in erster Instanz ohne Auflagen bekam. Was in der 11.000-Einwohner-Kleinstadt möglich ist, muss wohl auch für die Tiroler Landeshauptstadt denkbar sein...
Florian Madl
Keine Frage, der FC Wacker wird nachbessern und die Lizenz in zweiter Instanz zugesprochen bekommen. Aber wieder einmal wurde mit Gummistiefeln jenes Pflänzchen zertreten, das nach den jüngsten Siegen wuchs und Hoffnung heißt. Wieder einmal wurden erst Verwunderung, dann Enttäuschung und schließlich Zuversicht geäußert. Ist ja nichts passiert, müssen wir halt zehn Tage länger auf die Lizenz warten. Das erinnert ein wenig an jene Dezember-Tage, als Wacker-Präsident Kaspar Plattner über finanzielle Rückstände im laufenden Geschäftsjahr sprach. Umgehend wurde seitens der Geschäftsführung dementiert, bis es irgendwann nichts mehr half. Einer Erklärung folgte umgehend die Hoffnung, bald neue Sponsoren begrüßen zu dürfen. Die kamen nie, und wundern muss man sich angesichts dieser Außendarstellung nicht.
w.m., mami
Banges Warten auf positiven Bescheid – der Senat 5 der Fußball-Bundesliga erteilt heute die Lizenzen für die Saison 2013/14.
Innsbruck – Und jährlich grüßt das Zittern um die Lizenz. Heute flattern den österreichischen Fußballvereinen die Bescheide des Bundesliga-Senats 5 ins Haus. Die Geheimniskrämerei ist hoch, die Liga selbst ließ gestern noch die Rollläden herunter. „Keine Auskunft im Vorfeld. Das ist einzig und allein Sache des Senats 5, der auf Basis der geltenden Bestimmungen die notwendigen Entscheidungen trifft“, erklärte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl.
Die Gerüchteküche brodelte trotzdem. Ein Klub der tipp3-Bundesliga soll extrem gefährdet sein, auch in der Ersten Liga sollte es zwei Vereine treffen – aber das wäre ja nichts Neues. Den Betroffenen bliebe nur noch der Weg zum Protestkomitee oder zum ständig neutralen Schiedsgericht offen.
„Ich verlasse mich auf kein Gefühl, sondern auf Fakten“, blickt Wacker-Geschäftsführer Gerald Schwaninger dem heutigen Lizenzierungsbescheid zwar gespannt, aber relativ emotionslos entgegen: „Wir haben letztlich ein ordentliches und solides Paket geschnürt. Wie diese Zahlen vom prüfenden Gremium gewerten werden, wird sich weisen.“ Wobei Schwaninger betont, dass nicht das neue, sondern das laufende Geschäftsjahr das Problem darstellt. Bekanntermaßen lag man zuletzt mit 700.000 Euro hinter den Vorgaben, ein Rettungskonsortium (Stadt, Land, Hypo, Tiwag, Olympiaworld) trug neben zwei Wacker-Vorstandsmitgliedern zur Deckung der ausstehenden Summe bei.
Ganz egal, ob dem FC Wacker heute die Lizenz in erster Instanz verweigert oder mit bzw. ohne Auflagen erteilt wird, hat der Traditionsklub in den kommenden Wochen noch einige offene Fragen zu beantworten. Das fängt mit der sportlichen Qualifikation für die tipp3-Bundesliga an und hört mit der Umsetzung des von Land und Stadt geforderten Maßnahmenkataloges auf. Offene Fragen:
Amateurmannschaft: Den Westligisten aus Spargründen aufzulassen (Kostenpunkt 200.000 €/Saison), wäre eine sportliche Bankrotterklärung. Wie das Fohlenteam im proklamierten Tiroler Weg in Zukunft positioniert wird, gehört jedoch noch gesondert behandelt. Möglicherweise stellt die Auslagerung des Profibetriebs in eine Kapitalgesellschaft eine Lösung in Aussicht. Das Szenario schwebt manchem auch für die Damen-Mannschaft (50.000?€/Saison) vor.
Nachwuchs: Zu einem gestandenen Bundesligaklub gehören Nachwuchsteams. Wenn dafür die – bescheidenen – Mittel fehlen, dann ist das nur noch peinlich.
Rettungspaket: „Die Vereinbarung wird jetzt nur von FC Wacker und der Stadt unterzeichnet – von den restlichen Vertragspartnern nicht“, berichtete BM Christine Oppitz-Plörer in der vergangenen Gemeinderatssitzung über den Stand der Verhandlungen mit dem finanzmaroden Fußballverein. Und meinte damit das Land sowie weitere Großsponsoren. Wie berichtet, benötigt der Wacker 700.000 Euro, davon 500.000 aus öffentlicher Hand, um weiter überleben zu können. Die Stadt selbst, so Oppitz-Plörer, bleibe bei ihrer Haltung, dass die vereinbarten Wacker-Zusagen zur Gewährung des Finanzstroms von 100.000 städtischen Euros eingehalten werden müssen. Weichen diese ab, so sei vereinbart worden, dass die Stadt die Wacker-Jahressubvention für die Saison 2013/14 „einfrieren wird“.
Wolfgang Müller
Nach zwei „Endspielsiegen“ gegen Ried und am Samstag bei der Schlacht in Mattersburg steht dem nunmehrigen Tabellen-Achten FC Wacker in Wr.?Neustadt gleich das nächste Abstiegsfinale ins Haus.
Innsbruck – Auf alle Fälle beruhigender als zuletzt ist für die Wacker-Kicker der Blick auf die tipp-3-Bundesliga-Tabelle. Die Acht steht nach dem hart erkämpften, aber durchaus verdienten 2:1-Erfolg in Mattersburg (SVM). „Wir haben das zweite Endspiel gewonnen und sind im dritten erneut gefordert“, weiß auch Verteidiger Sebastian Siller, dass die momentane Ruhe bei der Konstellation im Abstiegskampf eine trügerische ist. „Richtig entspannt bin ich erst, wenn der Tabellenplatz nach der letzten Runde einstellig ist“, ist auch Kampfmaschine Marco Kofler weit davon entfernt, sich und seine Schwarzgrünen schon in Sicherheit zu wiegen.
Die beiden Tiroler Defensivspezialisten hatten im Pappel-Stadion Begegnungen der ganz besonderen Art. „Das ist eine extreme Krätzn“, waren sich Siller und Kofler, die ja einiges gewohnt sind, über Ilco Naumoski einig. „Wer bist denn du? Dich kennt ja kein Mensch“, bekam Siller neben anderen Höflichkeiten durchgehend zu hören – und dazwischen auch noch einen fiesen Tritt in den Unterleib: „Voll in die Hoden. Ein irrer Schmerz. Dass er weiterspielen durfte, ist mir ein Rätsel.“ Auch Kofler matchte sich mit dem Mazedonier: „Bei jedem Kopfball packte er die Ellbogen aus.“
Die Nachwirkungen der Abstiegsschlacht gegen Mattersburg bekommt der FC Wacker auch im Hinblick auf das nächste Abstiegs-Endspiel am kommenden Samstag zu spüren. Siller hat sich das Knie verdreht, „bis Samstag muss ich wieder fit sein“. Kofler sah nach einem Dutzendfoul die Gelbe Karte und ist somit gesperrt. „Das ärgert mich wahnsinnig. Die einen hauten auf alles, was sich bewegte, und ich sehe gleich Gelb.“ Mattersburg-Spezialist Christopher Wernitznig – sechs Tore in sieben Spielen gegen die Burgenländer – muss in Wr.?Neustadt ebenfalls gesperrt pausieren, Kapitän Tomáš Abrahám ist weiter verletzt. „Wir fahren trotzdem als ebenbürtiger Gegner und mit breiter Brust nach Niederösterreich“, meinte Wacker-Coach Roli Kirchler, der eine Prognose wagte: „Wenn wir in Wr.?Neustadt gewinnen, dann haben wir den Klassenerhalt geschafft.“
Während sich die Schwarzgrünen mit strahlenden Gesichtern verabschiedeten, zogen um das Pappel-Stadion Gewitterwolken auf. SVM-Präsident Martin Pucher verwies in Anbetracht der roten Laterne auf Plan B, aber auch darauf, „dass noch alles möglich ist“. Das Horrorszenario wäre ein Endspiel in der letzten Runde gegen die vom langjährigen SVM-Regisseur Didi Kühbauer betreute Admira.
