Bedenklicher Selbstfaller

Bedenklicher Selbstfaller

Ausgabe: 30. Juli 2012

Wolfgang Müller

Bedenklicher Selbstfaller

 

Kein Sieg, kein Punkt, keine Parkplätze, dafür jede Menge Fehler – beim FC Wacker regiert nach der gestrigen 1:2-Heimpleite gegen Admira die totale Verunsicherung.

Innsbruck – Zwei Spiele, kein Punkt, Tabellenletzter – der Saisonstart 2012/13 ist für den FC Wacker ein kapital verpatzter. Die Stimmung im Tivoli war nach der gestrigen 1:2-Niederlage gegen die Admira dann auch bei Spielern Betreuern, Funktionären und natürlich den Fans auf dem Tiefpunkt. Ein Heimdebüt zum Vergessen. Begann das Spiel mit der Trauerminute für die tödlich verunglückte Wacker-Legende Leo Tschenett schon gedämpft, bestimmte nach dem Schlusspfiff immer noch Betroffenheit das Stimmungsbild.

Dabei zeigten sich die Tiroler gegenüber der 0:4-Auftaktpleite bei Rapid verbessert und hatten die Eurofighter aus Niederösterreich relativ gut im Griff. Doch dann kippte das Spiel in einer Art und Weise, die zu denken gibt. Zusätzlichen Ärger verursachte die Parkplatzmisere rund ums Tivoli wegen des Kongresses der Zeugen Jehovas in der Olympiahalle. Doch das ist eine andere Geschichte, die den deprimierenden Fußball-Nachmittag noch so richtig abrundete. Die Schlüsselszenen auf dem grünen Rasen: Martin Svejnoha servierte dem pfeilschnellen Philipp Hosiner mustergültig die Admira-Führung. Marcel Schreters Hammer zum 1:1 nährte die Hoffnung auf Besserung. Erst recht als Patrik Jezek einen Elfer vergab. Wenn es schon nicht richtig läuft, kommt auch noch Pech dazu – Schreter und Thomas Bergmann trafen die Latte.

Dem Siegestreffer der Admira durch Hosiner ging zudem eine Fehlentscheidung bei einem Outeinwurf voraus. „Ganz bitter, weil wir uns die Nackenschläge selbst verpasst haben. Und letztlich scheint die Partie durch eine falsche Entscheidung entschieden worden zu sein“, bilanzierte Wacker-Coach Walter Kogler, der die prekäre Situation zusammenfasste: „Wenn man die Mannschaft so aufsetzt, wie sie ist, braucht es einfach Geduld.“ Torschu?tze Marcel Schreter haderte mit dem Spielverlauf: „Wir werden zurzeit für jeden Fehler brutal bestraft. Die Alarmglocken hör‘ ich nach zwei Runden noch nicht läuten, aber jetzt brauchen wir dringend ein Erfolgserlebnis.“

Dazu passend die Tivoli-Premiere von Simon Piesinger. Nach einem Kopfballduell mit Andi Schrott blieb der 21-Jährige blutüberströmt liegen. Das tiefe Cut wurde an der Seitenlinie genäht. Piesinger hielt bis zur Halbzeit durch, blieb dann mit einem „Brummschädel“ in der Kabine. Des einen Leid, des andren Freud – „Letztendlich war der Sieg verdient. Es war wie erwartet nicht einfach, aber wir fahren mit drei Punkten im Gepäck und daher ziemlich entspannt nach Hause“, schmunzelte Admira-Coach Didi Kühbauer zufrieden.

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