Christoph Geiler
Der Tiroler Trainerstuhl reißt vom Hocker. Die meisten Coaches meldeten sich innert 24 Stunden selbst.
Walter Kogler war noch gar nicht offiziell vom Dienst freigestellt, da meldeten sich beim FC Wacker auch schon die ersten Interessenten für den Trainerjob. Mehr als 30 Betreuer brachten sich in den ersten 24 Stunden selbst ins Spiel, das Schlusslicht ist begehrter als es die triste Tabellensituation (ein Sieg in elf Partien) vermuten lässt. Mittlerweile scheinen auf der Liste der Traineraspiranten etliche klingende Namen auf, darunter Toni Polster (Wiener Viktoria) oder aber auch Giuseppe Giannini.
Christoph Geiler
Christoph Geiler
Tomas Abraham und Philipp Steiner gebührt die Tapferkeitsmedaille. Für besondere körperliche Robustheit und bewundernswerte Widerstandskraft. Der Innsbrucker Kapitän und der Mattersburger Mittelfeldmann waren die einzigen Spieler, die gestern im bitterkalten Tivolistadion tatsächlich noch kurzärmelig ihrer Arbeit nachgingen. Am Ende sollten die Tiroler einen Kälteschock erleiden. In der letzten Sekunde erzielte Röcher den Mattersburger Ausgleich zum 1:1 und manifestierte damit ein akutes Innsbrucker Trauma.
Bereits zum vierten Mal gaben die Innsbrucker in dieser Saison in der Nachspielspiel eine Führung aus der Hand, dabei wurden sieben Zähler verspielt. „Ohne diese verlorenen Punkte wären wir ganz vorne dabei“, haderte Tirol-Coach (SIC!) Kogler, der sich ebenfalls über einen Last-Minute-Treffer freuen konnte. In der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte ließ Wernitznig Mravac schlecht aussehen, den Flankenball bugsierte Hackmair ins Tor.
Wer dachte, dass die Führung für Ruhe und Sicherheit sorgen würde, der irrte gewaltig. Nach Seitenwechsel hatten die Mattersburger die Oberhand. Weil Wacker die besten Konterchancen verjuxte und Verteidiger Kofler vom Platz flog, wurde gezittert – nicht nur wegen der Kälte. Als die Innsbrucker bereits glaubten, das Trauma überwunden zu haben, gelang Mattersburg mit dem letzten Angriff das 1:1.
Alexander Strecha
Die Austria holte gegen Innsbruck ein 2:2 in allerletzter Sekunde. Barazite vergab sogar einen Elfmeter
Eigentlich hatte der violette Trainer Karl Daxbacher den goldenen Mittelweg gesucht, am Ende erlebte die Austria aber ihr blaues Wunder: Einerseits den Schwung aus dem Europacup in die Liga mitnehmen, auf der anderen Seite mit Linz, Liendl und Hlinka frische Kräfte bringen. Doch die Gäste aus Innsbruck wirkten agiler und aggressiver und stellten ihre Auswärtsstärke schon nach 55 Sekunden unter Beweis, als sich Burgic gegen Margreitter durchsetzte, und Goalie Lindner in höchster Not rettete.
Der Schock folgte 14 Minuten später. Austrias Margreitter legte bei einer Flanke von Bergmann einen Sekundenschlaf ein, den Hackmair per Kopf zum 1:0 für die Tiroler nützte.
Die Austria kam nicht in die Gänge, weil Innsbruck im zentralen Mittelfeld Widerstand leistete und weil die violette Innenverteidigung Probleme in der Abstimmung offenbarte und von den Vorderleuten oft im Stich gelassen wurde.
Exemplarisch dafür war das 2:0 für Innsbruck. Bei einem weiten Pass von Bergmann spielte die Austria-Abwehr auf Abseits, das jedoch Spielverderber Klein aufhob. Der völlig freie Schütz hob den Ball über den heraus eilenden Lindner (30.).
Ein Verlauf, der den Tirolern in die Karten spielte. Sie stellten sich in der Defensive gut auf und warteten auf Konterchancen. Die Austria mühte sich zwar redlich, doch es fehlte die Genauigkeit beim letzten Pass oder die zündende Idee. Oft aber fuhr noch ein Innsbrucker Bein als letzte Rettung dazwischen.
Die violette Hoffnung auf einen versöhnlichen Abend: Auch letzten Donnerstag waren die Wiener gegen Alkmaar zur Pause mit 0:2 zurück gelegen und hatten dann doch noch ein 2:2 erreicht.
Ausgerechnet ein Ex-Austrianer vereitelte kurz nach dem Wechsel die beste Chance der Austria. Innsbruck-Torhüter Safar ließ zunächst einen Freistoß von Suttner aus, brachte dann jedoch Torjäger Linz beim Nachschuss zur Verzweiflung (48.). Eine verpasste Möglichkeit von Linz, seinen Einsatz mit einem Tor zu legitimieren.
Das gelang wenig später Michael Liendl, der nach schönem Zuspiel von Barazite mit einem platzierten Schuss auf 1:2 verkürzte (54.). Die Austria kontrollierte zwar das Geschehen, Innsbruck verteidigte aber geschickt.
In der Schlussphasse wurde das Spiel zunehmend hektisch: In der letzten Minute vergab Barazite einen Elfmeter. Doch das war noch nicht alles. In der 93. Minute traf Junuzovic doch noch zum viel umjubelten 2:2, in der 94. Minute traf Ildiz die Stange.
Christoph Geiler
Kellerduell – Immer wieder erstaunlich, was so ein einfaches Tor alles bewegen kann. Da kann die Kugel noch so ins Netz hinein gewurschtelt worden sein, da mag der Gegner noch so tatkräftig mitgeholfen haben – so ein Schuss ins Tor ist bisweilen, als würde ein Lichtschalter umgelegt.
Bevor Miran Burgic gegen Wiener Neustadt den Ball im Gehäuse unterbrachte (54.) da gaben die Spieler von Wacker Innsbruck eine erbärmliche Figur ab: Gelähmt nach einer Heimblamage im Cup gegen Grödig; verunsichert nach sechs Heimspielen mit nur einem Sieg; geschockt wegen der Burn-Out-Diagnose bei Abwehrchef Inaki Bea. Drei harmlose Weitschüsse der Marke Verzweiflungstat waren die Höhepunkte einer langweiligen ersten Spielhälfte.
Burgics Treffer vermochte die Lebensgeister der Tiroler zu wecken – zumindest eine Viertelstunde lang schien die Verunsicherung regelrecht verflogen und die kollektive Schockstarre verschwunden. Bis, ja bis die Gäste aus Niederösterreich ihre offensiven Nadelstiche setzten und die Innsbrucker Spieler wieder das Muffensausen befiel. Ciftci, der allein auf Tirol-Goalie (SIC!) Safar zulief, ließ aber die Ausgleichschance liegen (67.).
Am Ende einer wenig niveauvollen Partie gab es dann aber doch noch einen Hingucker: Der eingewechselte Ildiz vollendete einen perfekten Freistoßtrick mit einem präzisen Schuss ins Eck (83.) und fixierte den zweiten Innsbrucker Heimsieg.
Christoph Geiler
Man kann sich gar nicht vorstellen, welchen Zinnober 948 Zuschauer veranstalten können. Vor allem dann, wenn sie Minuten lang nichts anderes tun als zu pfeifen. Die Innsbrucker Fans kannten mit dem FC Wacker kein Erbarmen und buhten die Spieler gnadenlos aus. Und sie hatten auch allen Grund zu Frust und Enttäuschung, denn der FC Wacker blamierte sich gegen Grödig und schied als nächster Bundesligist aus.
Die 0:1-Pleite war keine von der unglücklichen Sorte, sondern höchstverdient. Parapatits, der Grödiger Matchwinner (43.), bekam den Ball mustergültig von Tirols Abwehrchef Inaki vor die Beine gelegt. Für den Spanier wird das Ausscheiden noch zusätzliche Konsequenzen haben, nachdem er der VIP-Tribüne den Stinkefinger gezeigt hatte.
Die Rapid Amateure hatten daheim gegen Hartberg am Ende doch keine Chance und verloren klar 0:2. Die Salzburg Juniors eliminierten dafür nach Mattersburg auch den Erstligisten Blau-Weiß Linz mit 3:1.
Neben der Austria bestreiten heute fünf weitere Bundesligisten ihre Achtelfinalspiele. Die Favoritenrolle ist bei Rapid gegen Ried (16 Uhr, ORF eins) nur laut Statistik klar vergeben. Von den 28 Duellen im Hanappi-Stadion konnte Ried kein einziges gewinnen, Rapid siegte 21-mal. Doch in der Tabelle der Bundesliga liegt der vermeintliche Außenseiter vor den Wienern. Und die letzten beiden Duelle in Ried gingen im Frühjahr 1:2 verloren.
Sturm trifft wie 2010 auf die Admira (damals 1:0 n.V./heute 18.00, live ATV). Den Tabellenführer aus Niederösterreich plagen Personalsorgen, einige Spieler werden von Trainer Dietmar Kühbauer für die Bundesliga geschont.
Christoph Geiler
Bundesliga – Man spricht nicht immer nur Gutes über Wacker Innsbruck in der österreichischen Fußballszene. Ein lästiger Gegner seien die Tiroler, heißt es da öfters, richtig unangenehme Zeitgenossen hätten sie in ihren Reihen, so wird geklagt. Georg Harding, grimmiger Abräumer in Diensten der Innsbrucker, hört das gerne. „Das ist ein riesiges Kompliment, dass in uns alle eine unsympathische Mannschaft sehen“, so Harding, „das ist der Beweis, dass wir viel richtig machen.“
Vor allem Heimteams bekommen das gerne zu spüren. Vor dem Duell mit dem heimstarken Leader Admira (noch keine Niederlage in der Südstadt) ist der FC Wacker als einziges Bundesliga-Team auswärts noch immer ungeschlagen. Mit Disziplin und Aggressivität, mit Courage und schnellen Kontern haben die Innsbrucker in dieser Saison bereits Meister Sturm (1:1) und Titelfavorit Salzburg (1:1) ein Haxl gestellt. „Wir tun uns auswärts vielleicht ein wenig leichter, weil wir automatisch mehr Platz haben“, erklärt Trainer Walter Kogler, der die Zeit reif sieht für die erste Heimniederlage von Aufsteiger Admira.
Christoph Geiler
Plötzlich gab es für Christopher Wernitznig kein Durchkommen mehr. Er war abmontiert. Auf dem Spielfeld war der Kärntner eben noch leichtfüßig den Kapfenberger Verteidigern entwischt, aber jetzt in den Katakomben des Tivolistadions wurde er in enge Manndeckung genommen. Immer wieder stellte sich ihm ein Reporter in den Weg, auch eine halbe Stunde nach dem Spiel hatte er die Mikrofone und Kameras noch nicht abgeschüttelt. „Es hat einfach alles gepasst, ein super Einstand“, wiederholte er im Minutentakt.
Christopher Wernitznig stand beim Innsbrucker 3:1-Erfolg im Nachzügler-Duell mit Kapfenberg im Mittelpunkt. Christopher Wer? – dürfen sich selbst die eingefleischtesten Wacker-Fans gefragt haben. Bis Samstag, bis zu seiner One-Man-Show mit zwei Toren und einem Assist hatte es der 21-jährige Kärntner gerade einmal auf 42 Bundesliga-Minuten gebracht.
Wuschelkopf
Verständlich, dass dieser spektakuläre Auftritt Fragen aufwarf und Wernitznig seine Lebensgeschichte erzählen musste. Jetzt weiß jeder, dass der Offensivmann aus Nötsch im Gailtal kommt, vor einem Jahr noch für Villach in der Kärntner Landesliga stürmte und von allen nur Wuschi genannt wird. „Weil ich als Kind einen Wuschelkopf hatte.“
Es war eine haarige Situation für den FC Wacker nach acht sieglosen Partien und zwei Heimpleiten in Serie (0:5 vs. Ried, 0:3 vs. Ried), das zeigten auch die kritischen Spruchbänder und die verwaisten Tribünen (4824 Besucher bedeuteten Minusrekord.) „Das war kein Druck“, erklärte Innsbruck-Trainer Walter Kogler nach dem ersten Heimsieg in dieser Saison, „das war eine Herausforderung. Aber natürlich macht das 3:1 unsere Situation angenehmer.“
Bei Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch regierte nach der Niederlage die Ernüchterung. „Die Innsbrucker wollten diesen Sieg einfach mehr.“
Christoph Geiler
Innsbruck feiert dank Christopher Wernitznig gegen Kapfenberg den ersten Heimsieg in dieser Saison.
Man hatte ja schon das Schlimmste befürchten müssen. Da das zweitschlechteste Heim-Team der Liga, dort die schwächste Auswärtself des Landes – nicht unbedingt die rosigsten Aussichten für ein attraktives Fußballspiel.
Die Innsbrucker Fans waren nach zwei Heimpleiten in Serie mit ihrer Geduld jedenfalls bereits am Ende. „Walter K.o.gler schwer angezählt“, hatten sie auf ein Transparent gemalt.
Nun, die Trainer-Frage hat sich bei Wacker nie gestellt. Und seit gestern sind auch die überkritischen Anhänger ein wenig milder gestimmt. Die Innsbrucker feierten gegen Kapfenberg den Pflichterfolg (3:1) und durften erstmals in dieser Saison das Tivolistadion als Sieger verlassen.
Leichtes Spiel
Es wurde den Tirolern freilich auch nicht allzu schwierig gemacht. Die Kapfenberger, bieder und harmlos wie sie sich über weite Strecken präsentierten, bewiesen nachhaltig, warum sie heuer auswärts noch kein Match gewonnen haben. Trotzdem dauerte es bis kurz vor der Pause, bis Wacker den steirischen Abwehrriegel knacken konnte.
Ein Joker mit gerade einmal 42 Minuten Bundesliga-Erfahrung sollte zum Mann der Partie werden: Christopher Wernitznig, der nach einer halben Stunde aufs Feld kam, war an allen Innsbrucker Toren beteiligt. Erst drückte der 21-jährige Kärntner mit dem Spitznamen Wuschi einen Flankenball von Merino mit dem Kopf über die Linie (41.), dann drehte er den Spieß um und leistete per Corner die Vorarbeit zum 2:0 durch Merino (53.), und nach dem Kapfenberger Anschlusstreffer durch Sencar (68.) sorgte er mit seinem zweiten Tor für den Endstand (76.).
„Wir haben so gespielt, wie wir es uns vorgestellt haben“, sagt ein erleichterter Kogler. Nachsatz: „Wernitznig hat seine Sache sehr gut gemacht.“
Christoph Geiler
Liegt Hütteldorf neuerdings im Westen Österreichs? Gibt es St. Hanappi etwa auch im Heiligen Land?
Es hatte zumindest fast den Anschein an diesem Samstag-Nachmittag im Tivolistadion, in dem Rapid im Stile einer Heimmannschaft agierte, Wacker mit 3:0 deklassierte und die mitgereisten Fans aus Wien den Ton angaben. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich zu meiner aktiven Zeit hier am Tivoli einmal so hoch gewonnen hätte“, meinte Trainer Peter Schöttel.
Rapid kombinierte, Rapid dominierte, Rapid degradierte – den Gastgeber zum Statisten nämlich. Vor allem in den ersten Minuten. Dass es über eine Viertelstunde dauerte, bis sich die Wiener Überlegenheit gegen die biederen, hilflosen Innsbrucker im Ergebnis widerspiegelte, lag nur an der inkonsequenten Chancenauswertung.
Dazu brauchte es, unspektakulär, einen Elfmeter von Hofmann (24.), der zur Halbzeit am Knie mit drei Stichen genäht werden musste. Zumindest beim 0:1 galten für die phlegmatischen Innsbrucker mildernde Umstände: Beim Elfmeterfoul von Inaki Bea an Gartler war Wacker nur zu zehnt am Spielfeld, weil Harding verletzt in der Kabine war. Beim 0:2 kurz vor der Pause spielte Wackers Svejnoha Rapid-Stürmer Gartler den Ball ideal vor die Beine (44.) – für den Verteidiger gilt übrigens nicht die Unschuldsvermutung.
Exhibition
Rapid hatte leichtes Spiel, musste gar nicht an die Leistungsgrenze gehen, um gegen die inferioren Tiroler zu einem Kantersieg zu kommen. Vor allem die Flügelspieler Drazan und Trimmel stellten Wacker vor unlösbare Probleme. Nach dem 3:0 kurz nach der Pause durch einen abgefälschten Schuss von Alar (48.) verkam die Partie zu einer Exhibition. Aber auch gegen Rapidler, die in den zweiten 45 Minuten einige Gänge zurück schalteten, gelang Wacker offensiv wenig bis gar nichts. „Das war für uns ein Big Point, drei Siege in einer Woche, die Tendenz zeigt nach oben“, so Schöttel.
Die Innsbrucker Quartalsbilanz fällt indes verheerend aus. Im Vorjahr hatte Wacker nach dem ersten Viertel die Tabelle angeführt, heuer droht in dieser Verfassung und der zweiten Heimpleite en suite nach dem 0:5 gegen Ried der Abstiegskampf. Trainer Walter Kogler brachte es auf den Punkt. „Wir spielen im Moment einfach schlecht.“
– Christoph Geiler
Christoph Geiler
Bundesliga – Der FC Wacker kann also doch noch Tore schießen. Immerhin. Aber das Ende der Torflaute, die 367 Minuten angedauert hatte, war für Trainer Walter Kogler nur ein schwacher Trost. „Wieder so ein Spiel, bei dem wir Punkte verschenkt haben“, monierte der Innsbrucker Trainer nach dem 2:2-Remis gegen die Admira, bei dem der Aufsteiger in der 94. Minute mit einem abgefälschten Freistoß von Emin Sulimani ausgeglichen hatte.
Aus Sicht von Kogler war der späte Ausgleich weniger unglücklich als vielmehr unnötig. Denn die Mannschaft hatte sich nicht an die Vorgaben des Trainers gehalten: „Ausgemacht waren fünf Leute in der Mauer, dann stehen nur vier drin“, kritisierte er, „die Mannschaft hat sich das selbst zuzuschreiben.“
Verjuxt
Es waren nicht die ersten Punkte, die die Innsbrucker in diesem Spieljahr leichtfertig liegen gelassen haben. Beim 0:1 gegen Salzburg vergaben die Tiroler im Finish einen Elfmeter, beim 0:0 gegen die Austria wurden die besten Chancen verjuxt. „Wir könnten in der Tabelle ganz anders dastehen“, weiß Verteidiger Georg Harding.
Die Admira hatte sich den Punkt am Tivoli redlich verdient. Coach Kühbauer war voll des Lobes für die Performance des Aufsteigers: „Wir haben hier die feinere Klinge geführt.“
Christoph Geiler
13 Minuten. Wacker Innsbruck benötigte gerade einmal 13 Minuten, um drei Treffer zu erzielen. Man schrieb die allererste Spielhälfte des Spieljahres, Auswärtsmatch in Kapfenberg, und so mancher wähnte angesichts dieser imposanten Treffer-Quote bereits die Inbetriebnahme einer neuen Tiroler Torfabrik.
Seither ist ein Monat vergangen, die Saison ist drei Runden älter, ohne dass die Innsbrucker auch nur im Ansatz ähnlich effizient und erfolgreich gewesen wären wie in Runde eins. Die Tiroler Trefferquote hat sich mittlerweile bei Null eingependelt, vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger Admira ist das große Rechnen längst voll im Gange. 324 Minuten dauert nunmehr bereits die Tor-Abstinenz, und unweigerlich taucht die Frage nach dem Warum und nach den Ursachen für die chronische Ladehemmung auf. "Klar, dass diese Statistiken jetzt kommen", meint Wacker-Trainer Walter Kogler, der den mageren offensiven Output noch nicht besorgniserregend findet.
Kogler führt dazu eine andere Statistik ins Treffen. Jene der wackeren Defensive: Die hat in den letzten drei Runden nämlich nur einen Gegentreffer hinnehmen müssen. "In der Defensive verhalten wir uns sehr gut", lobt der Trainer, den als ehemaligen Verteidiger dieser Mannschaftsteil freut. "Außerdem: Was nützt uns ein Tor, wenn der Gegner drei schießt?", hält Kogler entgegen. Nicht ohne einen letzten Appell an seine Innsbrucker Offensivkräfte zu richten: "Wir müssen vorne sicher energischer und konsequenter auftreten und mehr Chancen erzwingen."
Christoph Geiler
Kräftemessen – Nein, Walter Kogler sieht jetzt keine Parallelen zur österreichischen Nationalmannschaft. Bloß weil sein Team, der FC Wacker Innsbruck, in den letzten beiden Runden partout nicht ins Tor treffen wollte und vor dem Match in Wiener Neustadt am Samstag schon Rufe nach einem Goalgetter laut geworden sind. „Wir haben die Chancen ja nicht leichtfertig oder stümperhaft vergeben“, hält der Innsbruck-Trainer entgegen, der aber nach den beiden Heimspielen (0:1 gegen Salzburg, 0:0 gegen Austria) weiß: „Wir könnten schon mehr Punkte haben.“
Sein Gegenüber von Wiener Neustadt interpretiert die ersten drei Runden ähnlich. Der Start war „mittelprächtig“, sagt Peter Stöger. Gegen Rapid (0:2) hatte die Mannschaft in der Nachspielzeit einen Zähler verspielt, zuletzt setzte es gegen die Admira ein 0:3. „Wir spielen nicht das, was wir können“, befindet Stöger. Zu groß war der personelle Aderlass im Sommer, zu kurz die Zeit, um ein eingespieltes Team zu formen. „Und wenn keine positiven Ergebnisse da sind, dann kommen die Zweifel.“
Trotzdem mahnt Walter Kogler seine Spieler zur Vorsicht und zur Wachsamkeit. Wiener Neustadt wird von vielen als Abstiegskandidat gehandelt, das frühe Cup-Aus gegen die Amateure von Rapid war ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Niederösterreicher noch in der sportlichen Selbstfindungsphase befinden. „Es ist nicht ungefährlich, wenn man glaubt, dass es leicht werden kann“, meint Wacker-Trainer Kogler, „das darf uns nicht passieren.“
Peter Stöger fordert derweil von seinen Spielern in erster Linie mehr Mut in der Offensive. „Wir müssen da mehr investieren, müssen auch gefährlicher werden“, sagt der neue Coach der Niederösterreicher.
Christoph Geiler
Die Austria enttäuschte beim 0:0 in Innsbruck. Dabei stand die neue Nr. 1 der Wiener, Pascal Grünwald im Fokus.
Mit der Popularität im Fußball verhält es sich bisweilen wie mit einem Joghurt: Sie hat nur eine kurze Haltbarkeit. Wer könnte das besser wissen als Pascal Grünwald? Letzte Saison war der 28-Jährige im Tivolistadion noch die umjubelte Nummer 1 und wurde in jedem Heimspiel mit Sprechchören gefeiert; gestern erntete der Torhüter von den gleichen Innsbrucker Fans nur Pfiffe. Bloß weil er es im Sommer gewagt hatte, die Seiten zu wechseln. „Ich will Titel gewinnen, das geht mit der Austria leichter“, erklärte Grünwald.
Nun, ob es mit einer Leistung wie gestern in Tirol leicht wird, einen Titel zu gewinnen, scheint mehr als fraglich. Zu bieder war der Auftritt, zu harm- und hilflos waren die Offensivaktionen der Wiener, die erst nach einer Stunde (!) ihren ersten Schuss aufs Tor abgaben.
Chancenplus
Die Innsbrucker glänzten zwar auch nicht durch Esprit und gepflegtem Kombinationsfußball, aber zumindest sorgte Wacker ab und an für ein bisschen Torgefahr: Schreter traf in der ersten Halbzeit die Stange (26.), wenig später musste Ortlechner einen Ball von Perstaller von der Linie wegschlagen (32.) Die Austria blieb auch nach der Pause eine einzige Enttäuschung. Der neue Wacker-Goalie Safar musste nur bei einem Schuss von Barazite eingreifen (75.).
Fingerzeig
Am Ende revanchierte sich Pascal Grünwald auf seine Art für die Pfiffe bei seiner Rückkehr. In der Nachspielzeit drehte er mit einem hervorragenden Reflex einen Schuss von Wernitznig zum Corner und rettete der Austria den Punkt. „Wenn man den Spielverlauf sieht, müssen wir mit dem Unentschieden zufrieden sein“, meinte Grünwald, der sich von den Pfiffen nicht beirren ließ. „Die Leute bezahlen Eintritt, also haben sie auch das Recht zu pfeifen“, meinte der ehemalige Innsbruck-Kapitän.
Christoph Geiler
Im Duell Innsbruck gegen Austria stehen die beiden Torhüter Szabolcs Safar und Pascal Grünwald im Mittelpunkt
Pascal Grünwald hat alles im Griff. Seine Nerven, vor dem Duell mit den ehemaligen Wacker-Kollegen („ich habe noch nicht viel Zeit gehabt, darüber nachzudenken“), und auch der Weg in die richtige Kabine des Tivolistadions wird ihn heute nicht aus der Bahn werfen. „Ich gehe einfach den Violetten nach“, schmunzelt der Tormann, der im Sommer von Innsbruck zur Austria gewechselt ist.
Szabolcs Safar ortet eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung. „Das wird wahrscheinlich ein bisschen komisch für mich, aber diese Gedanken muss man als Profi abstellen“, meint der Tormann, der im Sommer genau den umgekehrten Weg gegangen ist. Er ist von der Austria nach Innsbruck gewechselt ist.
Rochade
Die Beweggründe für die Transfers könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine, Pascal Grünwald, hat Innsbruck verlassen, um Karriere zu machen. Der andere, Szabolcs Safar, wollte seine Karriere partout noch nicht beenden. „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht“, erklärt der gebürtige Ungar, der zum Inventar der Bundesliga (301 Ligaspiele) gehört und längst auch den österreichischen Pass besitzt.
Die Goalie-Rochade zwischen Innsbruck und Austria im Sommer war nicht geplant. Sie kam auch deshalb zustande, weil den FC Wacker finanzielle Probleme plagten. Kaspar Plattner, der Präsident der Innsbrucker, erklärte den Transfer zur Chefsache und verhandelte höchstpersönlich mit dem cleveren Austria-Generalmanager Thomas Parits, der ihm Grünwald um den Spottpreis von 240.000 Euro abluchste. Ein Deal, der allerortens für Kopfschütteln sorgte.
Zumindest Pascal Grünwald ist auf seine Kosten gekommen. Er spürt zwar den größeren Druck in Wien, er weiß genau, dass er bei der Austria mehr im Fokus steht („zimperlich darfst du nicht sein“), aber ihm ist auch klar: „Ich bin jetzt 28, will endlich Titel gewinnen. Das geht mit der Austria leichter als mit Innsbruck.“
In Wien weiß man seine Künste bereits zu schätzen. Tormann-Trainer Franz Gruber: „Pascal eröffnet von hinten das Spiel schnell. Daher passt er ideal zum Stil der Austria.“ Coach Karl Daxbacher vertraut seiner neuen Nummer 1: „Er machte bisher einen sicheren Eindruck.“ Selbst Konkurrent Heinz Lindner räumt ein: „Die Austria hat sich schon etwas dabei gedacht, dass sie ihn holte. Ich hatte sicher noch nie so eine Konkurrenz wie jetzt.“
Stephan Blumenschein
Skandal-Spiel: Der Salzburger Ibrahim Sekagya wurde für drei Spiele gesperrt
Es kommt in der österreichischen Bundesliga im Vergleich zum deutschen Pendant extrem selten vor, dass ein Spieler aufgrund von TV-Bildern bestraft wird. Gestern war es soweit.
Nach dem Skandal-Derby am Innsbrucker Tivoli wurde Ibrahim Sekagya vom Strafsenat der Bundesliga wegen Insultierung für drei Spiele gesperrt.
Der Salzburger Verteidiger hatte in der Nachspielzeit des hitzigen Duells am Sonntag vor einem Freistoß der Innsbrucker nach einer verbalen Auseinandersetzung mit Wacker-Verteidiger Inaki Bea die Contenance verloren und dem Basken in den Unterleib geschlagen. Die Attacke wurde während des Spiels nicht geahndet.
Gestern wurde der 30-Jährige vor den Bundesliga-Strafsenat geladen. Ein Verfahren war eingeleitet worden, weil Schiedsrichter Gerhard Grobelnik das Vergehen nicht sehen hatte können – er hatte gerade die Mauer eingerichtet.
Sekagya gab nur auf der Internet-Plattform Salzburg12.at ein Statement ab. Der Teamspieler aus Uganda erklärte, dass nicht nur er wegen seiner Hautfarbe, sondern auch seine im Frühjahr verstorbene Mutter beleidigt worden war. Den Übeltäter nannte Sekagya allerdings nicht.
Der Faustschlag war nicht der einzige Aufreger eines turbulenten Derbys. Nach dem Salzburger 1:0 hatte Eddie Gustafsson in TV-Interviews Rassismus-Vorwürfe gegen Wacker-Spieler erhoben. Der Salzburger Kapitän nannte Georg Harding, der alles abstritt.
Montag meldete sich nun Gustafsson beim Innsbrucker, um sich zu entschuldigen. „Damit ist die Sache für mich erledigt“, erklärte Harding. Der Schwede begründete sein Statement mit der Hektik in den turbulenten Schlussminuten.
Ob auch ein Verfahren gegen einen Innsbrucker eingeleitet werden wird, ist offen. Möglich wäre es. Denn Gustafsson wurde von der Liga ersucht, seine Aussagen in einer Stellungnahme zu konkretisieren, „um allfällig weitere Schritte veranlassen zu können“.
Auch die Causa Sekagya ist noch nicht zu Ende: Salzburg überlegt, gegen die Sperre zu protestieren.
Christoph Geiler
Salzburg kam im Derby zu einem glücklichen 1:0-Sieg, weil Innsbruck im Finish einen Elfmeter vergab.
Die Komplimente waren überschwänglich ausgefallen. Austria-Trainer Karl Daxbacher war nach der 0:2-Auftaktniederlage in Salzburg nicht mehr zu bremsen. Beeindruckend seien diese neuen Salzburger, richtig begeisternd, und überhaupt: Der österreichische Meister 2011/’12, er könne praktisch nur Salzburg heißen. Übertriebene Vorschusslorbeeren, denen Salzburg in Innsbruck nicht gerecht wurde. Im Westderby präsentierte sich der Titelfavorit alles andere als meisterlich. Trotzdem dürfen die Salzburger ihre weiße Weste behalten – einem Elfmetertor von Alan sei Dank.
Vielleicht lag’s am holprigen Rasen im Tivolistadion, der den Bullen nicht behagte. Möglicherweise war der Kälteeinbruch (10 Grad) schuld, dass das Salzburger Werkl nicht warm lief. Vielleicht waren sie auch nur geschockt vom frühen Aus von Jantscher. Der Flügelflitzer, der beim Auftaktsieg gegen Austria bei beiden Treffern die Füße im Spiel hatte, musste bereits nach wenigen Minuten mit einer Bänderverletzung im linken Knöchel vom Feld. Bei den Innsbruckern hatte sich Verteidiger Dakovic gar bereits nach 14 Sekunden so schwer verletzt, dass er ausgetauscht werden musste.
RÜCKZUGSGEFECHT
Die Rochaden bremsten den Elan und störten nachhaltig den Spiel-Rhythmus. 20 Minuten war das Westderby eine langweilige Angelegenheit. Beide Teams suchten ihr Heil in der Defensive, die Salzburger Titelfavoriten lieferten dabei mitunter ein Rückzugsgefecht im Stile eines potenziellen Abstiegskandidaten.
Spielkultur? Null. Kombinationsfußball? Fehlanzeige. Dominanz? Von wegen. Es waren die Innsbrucker, die mit Fortdauer der ersten Spielhälfte die Akzente setzten. Ein Kopfball von Perstaller verfehlte nur knapp das Ziel, einen gefinkelten Heber von Merino lenkte Salzburg-Goalie Gustafsson mit den Fingerspitzen in den Corner. Der einzige stürmische Salzburger war Trainer Moniz, der wie ein Derwisch durch die Coaching-Zone hüpfte.
Die Gäste mussten schon Innsbrucker Hilfe in Anspruch nehmen, um auf die Siegerstraße zu gelangen. Ein Flankenball von Leonardo sprang Harding unglücklich an die Hand – Alan, der die restliche Zeit nicht zu sehen war, verwertete den Strafstoß (50.).
Doch nicht einmal die 1:0-Führung konnte die Salzburger beflügeln und für Ruhe sorgen. Das Offensivspiel blieb weitgehend ideenlos und harmlos – von einem Lattenkopfball von Lindgren nach einem Freistoß einmal abgesehen.
Die Salzburger Passivität sollte aber nicht bestraft werden. Denn die Innsbrucker ließen die Ausgleichschancen liegen. Ja, sie ließen sogar einen Elfmeter ungenützt: Perstaller scheiterte in der Nachspielzeit an Torhüter Gustafsson, dem besten Salzburger.
Salzburg-Coach Ricardo Moniz freute sich über die Punkte, war mit dem Auftritt seiner Mannschaft aber nicht zufrieden. „Wir sind zu weit hinten drin gestanden“, monierte der Niederländer. Sein Gegenüber haderte derweil mit der Chancenverwertung. „Diese Niederlage ist bitter, weil wir Salzburg phasenweise sogar dominiert haben“, meinte Walter Kogler.
Christoph Geiler
Aufregung nach dem Schlusspfiff. Tiroler Kicker sollen angeblich farbige Salzburg-Spieler beleidigt haben.
Am Ende wurde es richtig turbulent. Wortgefechte, Handgreiflichkeiten, Schreiduelle, Rudelbildung, einige Innsbrucker Fans sprangen sogar über die Barrikaden und konnten gerade noch von den Sicherheitskräften gebändigt werden. Das Westderby, das über weite Strecken ohne sichtbare Gehässigkeiten verlaufen war, ging in eine äußerst emotionsgeladene Verlängerung. Eine Verlängerung, in der sich alles nur mehr um ein Thema drehte: Um Rassismus gegen farbige Spieler im Salzburger Trikot. „Wenn das wirklich so gewesen ist, dann ist das überhaupt nicht okay“, erklärte Wacker-Sportchef Prudlo. Salzburg-Trainer Moniz hatte einen Tipp für seine Spieler: „Als Profi musst du das überhören.“
Die Hektik und Hysterie nahm kurz vor dem Schlusspfiff ihren Ausgang. Inaki Bea, ausgefuchster baskischer Verteidiger in Diensten von Innsbruck, lag plötzlich im Strafraum auf dem Boden. Ibrahim Sekagya hatte den Basken in den Unterleib geschlagen, nachdem Inaki Bea ihn zuvor beleidigt haben soll. „Es hätte noch einmal Elfer geben müssen“, meinte Wacker-Trainer Walter Kogler.
DISKUSSIONEN
Doch die Diskussionen in den Katakomben des Tivolistadions drehten sich nach Schlusspfiff nicht um die Elfmeterszene. Das Thema Nummer 1 waren die rassistischen Vorwürfe, die Salzburg-Kapitän Eddie Gustafsson auch vor laufender Kamera äußerte. „Wenn ein Tiroler Spieler zu einem farbigen Spieler von uns Neger sagt, dann gehört das nicht zum Fußball“, erklärte der Torhüter. Seine Kritik war an Georg Harding gerichtet, der während der Partie angeblich mehrmals seinen dunkelhäutigen Gegenspieler Leonardo beleidigt haben soll. Der Brasilianer stand nach dem Abpfiff auch im Mittelpunkt Verbalduelle auf dem Spielfeld.
Als Harding im Fernsehen die Vorwürfe aus dem Mund von Gustafsson hörte, stürmte er wutentbrannt aus der Kabine und wollte auf direktem Weg in die Kabine der Salzburger. „Die sollen runter von ihrem hohen Ross“, maulte Harding, „das ist alles erstunken und erlogen. Ich arbeite mit vielen Mitteln, aber Rassismus gehört nicht dazu.“
Harding forderte Gustafsson zu einer Aussprache auf. „Es ist eine riesige Frechheit, dass er so etwas vor der laufenden Kamera sagt. Ich erwarte mir eine Entschuldigung.“
Sprach’s und schickte an die Adresse des Brasilianers Leonardo gleich noch eine Botschaft: „Was glaubt der eigentlich, wer er ist? Der jammert bei jeder Berührung. Der wird bei uns in der Liga noch viele Freunde finden.“
Christoph Geiler
Im Prestige-Duell Innsbruck – Salzburg wartet auf die Spieler ein beleidigter Rasen. Ein Andenken der Football-WM.
Hans Rinner hatte keine Augen für die Cheerleader in ihren kessen Miniröcken. Auch die Touchdowns berührten ihn nicht, und wenn die Massen tobten, weil die Schwergewichte wieder einmal alles und jeden über den Haufen warfen, dann wurde ihm regelrecht angst und bange. „Während der Footballspiele hab’ ich immer nur auf den Boden geschaut“, erinnert sich der Greenkeeper des Tivolistadions. Jedes Tackling der Footballer bereitete ihm seelische Schmerzen, jede einzelne Grasnarbe hinterließ bei ihm Spuren. „Wie sollen wir das wieder hinkriegen“, fragte sich Rinner.
Sechs Partien der kürzlich zu Ende gegangenen American-Football-WM gingen im Tivolistadion über die Bühne. Die Grashalme konnten einem leid tun – eine einzige Football-Mannschaft bringt ungefähr fünf Tonnen auf die Waage. „Der Rasen sieht ziemlich zerpflückt aus“, meint denn auch Hans Rinner, der seit zwei Wochen alles unternimmt, um rechtzeitig zum Derby gegen Salzburg wieder Gras über die Sache wachsen zu lassen.
Mit 30 Tonnen Quarzsand wurden die Löcher aufgefüllt, der Rasen wurde gebürstet und gedüngt, frisch eingesät und täglich geschnitten. Die Spuren, der Footballer sind zwar immer noch unübersehbar, es gibt etliche kahle, sandige Flecken, „aber es schaut besser aus, als wir befürchtet haben“, weiß Rinner.
Lob
Walter Kogler hört das gerne. Der Trainer der Innsbrucker ist kein Freund des holprigen Geläufs, er schätzt die Spielkultur und plant deshalb auch gegen den Favoriten aus Salzburg nicht destruktiv und defensiv aufzutreten. „Wir wollen unseren Stil durchziehen, egal, gegen wen“, sagt Kogler. Mit dieser Devise siegten die Innsbrucker auch im Frühjahr in Salzburg – die letzte Niederlage in der Ära Moniz, für die Kogler nur lobende Worte findet. „Die sind kompakter als in den letzten Jahren. Im Gegensatz zu früher hat man jetzt nicht mehr den Eindruck, dass elf Einzelkämpfer am Platz stehen.“
Christoph Geiler
Spielkultur, Souveränität, sehenswerte Tore – das war Wacker Innsbruck in den ersten 45 Minuten in Kapfenberg. Unsicherheit, Passivität, furchtbare Fehlpässe – das war Wacker in den zweiten 45 Minuten. Ein Team mit zwei Gesichtern also, aber welches ist nun das wahre? Nicht nur Walter Kogler war baff erstaunt und besorgt, welchen Sinneswandel seine Spieler während des Auftaktspiels in Kapfenberg vollzogen hatten, das nach komfortabler 3:0-Führung gerade noch mit 3:2 gewonnen werden konnte. „Ein blödes Gegentor darf uns nicht dermaßen aus der Bahn werfen“, monierte der Innsbrucker Trainer.
Sand’s Anschlusstreffer kurz vor der Pause hatte genügt, um ein funktionierendes Werkl völlig zum Stillstand zu bringen. Selbst Abwehr-Routiniers wie Inaki Bea und Svejnoha irrten plötzlich vogelwild durch die Gegend. Der Tscheche brachte es sogar zuwege, zwei Mal mit einem Teamkollegen zusammen zu stoßen. „Man kann jetzt nicht hergehen und sagen: ’Kein Problem, macht nix, wir haben die drei Punkte’“, sagt Trainer Kogler, der sich seit Samstag nämlich eine Frage stellt: „Wir kommen bei einer 3:0-Führung schon aus dem Tritt. Aber wie reagieren wir dann, wenn wir bei 0:0 ein Gegentor kriegen?“
So ist er nun einmal, Walter Kogler, überkritisch und erfolgsbesessen. Aber wie die Mannschaft hat auch er ein zweites Gesicht. „Unsere Tore“, lächelt er, „unsere Tore waren richtig gut heraus gespielt.“
Christoph Geiler
Wacker-Trainer Walter Kogler über Schweinereien, Kavaliersdelikte und Marko Arnautovic
KURIER: Wissen Sie, welches runde Jubiläum in dieser Saison ansteht?
Walter Kogler: Keine Ahnung.
2012 jährt sich zum zehnten Mal der Konkurs des FC Tirol. Denken Sie ab und an noch daran?
Was da abgelaufen ist, war eine Riesenschweinerei. Uns Spielern ist immer nur gesagt worden: ‚Macht euch keine Sorgen, wir haben eh alles im Griff.‘ Ich habe immer noch kein Verständnis für die Vorgänge beim FC Tirol. Nach all dem, was in den letzten Jahren vorgefallen ist, dürfte das heutzutage eigentlich nicht mehr passieren.
Offenbar haben aber einige Vereine keine Lehren gezogen. Nach dem FC Tirol gab es noch etliche Konkurse: Sturm, GAK, usw.
Ich finde: Die Budgetzahlen sollten der Realität entsprechen. Wenn sich herausstellt, dass diese Angaben nicht stimmen, dann ist das Wettbewerbsverzerrung. Wenn man konkurriert, sollte man aber die gleichen Voraussetzungen haben. Für mich ist das kein Kavaliersdelikt, wenn man so handelt nach dem Motto: ’So lange uns keiner erwischt, tun wir auch nichts Falsches.’ Aber ich bin Trainer, das ist nicht mein Aufgabengebiet.
Okay, als ehemaliger WM-Teilnehmer und langjähriger Teamspieler: Wo steht der österreichische Fußball?
Wir haben die Möglichkeit, in den nächsten Jahren näher an die Top-Nationen heran zu kommen. Im Nachwuchs zeigen wir das ja jetzt schon.
Experten sprechen von einer goldenen Generation.
Es ist zumindest eine gute Generation mit vielen Spielern, die schon relativ weit sind, obwohl sie noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Leistungen wie zuletzt gegen Deutschland sollten aber die Basis sein.
Die Basis wofür? Wo gehört das österreichische Nationalteam hin?
Der unterste Level sollte sein, dass wir besser sind als Ungarn, Slowenen, Slowaken. Das sollte unser Anspruch sein. Die dürfen einfach nicht besser sein als Österreich. Und für eine goldene Generation benötigst du dann halt eben Ausnahmespieler wie Polster, Krankl oder Prohaska. Das sind die i-Tüpfelchen.
Marko Arnautovic wird immer als Ausnahmetalent bezeichnet.
Ich muss zugeben, dass ich ihn persönlich nicht kenne. Aber was man so hört und sieht, denke ich, dass er seinen Mannschaften fast mehr Probleme bereitet hat als er ihnen gegeben hat. Wenn einer Freiheiten für sich herausnimmt, dann muss er auf der anderen Seite sportlich auch mehr für die Mannschaft bringen. Im Moment habe ich aber das Gefühl, dass Arnautovic eher eine Belastung für die Teams ist.
Sind Exzentriker wie Arnautovic denn eine besondere Herausforderung für einen Trainer?
Ich frage mich: Warum soll ein Weltklassespieler nicht in der Lage sein, soziale Kompetenz zu haben? Warum schließt das eine das andere aus? Schauen Sie Messi, Iniesta, Xavi an – die sind in allen Belangen Vorbilder. Die absoluten Diven sterben aus, weil das in einem Teamsport nicht geht.
Ist das auch Ihr Credo bei der Auswahl der Spieler für Wacker Innsbruck?
Natürlich. Wir legen sehr viel Wert darauf, dass das Mannschaftsgefüge passt. Das ist eines der Hauptkriterien, wenn wir einen neuen Spieler holen: dass er charakterlich zu unserer Mannschaft passt.
Angeblich ist die zweite Saison für einen Aufsteiger immer schwerer. Stimmt das wirklich?
Laut Statistik mag das so sein. Ich glaube, es ist nur dann schwerer, wenn die erste Saison nur auf Emotion und Euphorie aufgebaut war. Wenn man sich aber akklimatisiert hat, ein solides Fundament hat, dann sollte das zweite Jahr ein Vorteil sein.
Christoph Geiler
Heimsieg – Es hat sich längst eingebürgert, dass in letzten Heimspielen der Saison den Mannschaften große Abschiedsszenen gemacht werden. Blumensträuße werden verschenkt, Dankesworte gesprochen und Transparente in die Höhe gehalten. Im Tivolistadion war das gestern nicht viel anders, wobei im Match gegen den LASK ausgerechnet ein Spieler in den Mittelpunkt rückte, der den Traditionsverein im Sommer verlässt. Verlassen muss.
Da der FC Wacker nicht mehr mit Ernst Öbster plante, wechselt der Mittelfeldmann in die Erste Liga nach Grödig. Zu fragil sei er, zu selten habe er seine technischen Fähigkeiten abrufen und ausspielen können, lautete die Kritik der Sportlichen Leitung der Innsbrucker. Die Trotzreaktion des Mittelfeldspielers ließ nicht lange auf sich warten. Gegen den LASK erzielte Öbster einen Treffer, der in jedem Bewerbungsvideo ein gutes Bild abgeben würde: Weiter Einwurf, kurze Abwehr, dann war der Salzburger zur Stelle. Aus 20 Metern donnerte der 27-Jährige den Ball volley ins Kreuzeck – 1:0 (49.). Ein Tor mit dem Prädikat sehenswert.
Es war das Highlight in einer Partie, die der FC Wacker klar dominierte. Die Linzer Absteiger kamen nur durch Kragl gefährlich vors Tor, der aber mit seinen Schüssen an Goalie Schumacher bzw. der Querlatte scheiterte.
Christoph Geiler
Bundesliga – Es ist nicht immer ganz einfach, im Tivolistadion den Überblick zu bewahren. Ist der Stürmer nun an der Strafraumgrenze zu Fall gekommen, oder war’s doch an der 20-Yard-Linie? Und dürfen die Trainer jetzt eigentlich aufs Spielfeld, weil auf dem Rasen eine zweite Outlinie eingezeichnet ist? Chaos pur. Verwirrung total.
So geht das, wenn sich die Fußballer und Footballer ein Stadion teilen müssen. Und wenn die Raiders Tirol und Wacker Innsbruck ihre Heimspiele auch noch innerhalb von 24 Stunden absolvieren müssen, dann herrscht auf dem Rasen das reinste Chaos. Denn Footballer und Fußballer sind so überhaupt nicht auf einer Linie.
Ja, die Markierungen der Raiders gehen dem Fußballklub dermaßen gegen den Strich, dass man bei Wacker vor dem heutigen Heimspiel gegen den LASK zu ungewöhnlichen Mitteln greift. Zu grüner Spezialfarbe, Marke grasgrün, extrem haftend, umweltschonend, die im 25-Liter-Kübel um 160 Euro eigens aus Deutschland importiert wurde – damit soll das Linien-Chaos vom gestrigen Raiders-Heimspiel gegen Salzburg rechtzeitig bis zum Anpfiff des Fußballspiels um 16 Uhr beseitigt werden.
Sofern die Pinsel-Aktion nicht ins Wasser fällt. Da die Farbe bei Regen nicht haften bleibt, könnte das Wetter den wackeren Malern noch einen Strich durch die Rechnung machen.
Christoph Geiler
Drei Ausschlüsse in fünf Minuten
Es war keine hektische Partie im Tivoli-Stadion. Im Gegenteil: Bis zur 78. Minute plätscherte Wacker gegen Ried nur so dahin. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste durch ein Tor von Riegler (32.) mit 1:0. Höhepunkt war aber das Verbalduell der Trainer. Ried-Coach Paul Gludovatz schimpfte in Richtung Innsbruck-Trainer Walter Kogler: „Deine Leute treten genau so wie früher ihr Trainer.“ Der ehemalige Teamverteidiger nahm die Vorlage dankend an: „Im Gegensatz zu dir hab’ ich wenigstens einmal Fußball gespielt.“ Gludovatz reagierte mit „Und dieser Rotzlöffel hat bei mir die Trainerausbildung gemacht.“
Ausgerastet
Dann wurde das Spiel auf dem Feld hitzig. Zuerst rastete Marcel Schreter aus. Der 29-Jährige sprang im Stile eines Wrestlers mit beiden Knien in den am Boden liegenden Anel Hadži? und wurde von Schiedsrichter Harkam sofort des Feldes verwiesen (78.). Offensichtlich waren Schreter die Nerven durchgegangen. Noch im Herbst war der Innsbrucker der Topscorer seiner Elf gewesen, doch im Frühjahr läuft nichts mehr. Sogar die eigenen Fans pfeifen mittlerweile auf ihn.
Ausgespielt
Schreters Teamkollege Harald Pichler folgte ihm zwei Minuten später unter die Dusche. Nach einer Attacke mit gestrecktem Bein gegen Hammerer erhielt er Gelb-Rot – auch bei dieser Aktion hätte Harkam direkt Rot zeigen müssen. Danach sah auch noch der Rieder Schrammel wegen Spielverzögerung bei einem Einwurf Gelb-Rot (83.).
Dass die Innsbrucker in der Nachspielzeit noch zum 1:1 durch den zehn Minuten zuvor eingewechselten Köfler ausglichen, passte zur turbulenten Schlussphase. Und es passte auch Innsbruck-Trainer Kogler: „Das ist das Schöne am Fußball – es schaukelt sich die Stimmung auf und dann schießt ein junger Bub den Ausgleich.“
Christoph Geiler
Kartenspiele – Euphorie hat ein Verfallsdatum und nirgendwo ist Ekstase so vergänglich wie im schnelllebigen Fußball. Es ist noch gar nicht einmal so lange her, da wurde in Innsbruck laut vom Europacup geträumt und das Tivolistadion glich einem richtigen Tollhaus. Gras von gestern.
Ein Heimremis gegen Kapfenberg und eine Niederlage in Mattersburg haben ordentlich auf die Stimmung gedrückt. Und nach dem unglücklichen Verlusttreffer nach einer halben Stunde im Heimspiel gegen Ried schien beim FC Wacker die Luft endgültig draußen. Tirol-Goalie Planer griff bei einem Cornerball ins Leere, Ried-Verteidiger Riegler stocherte die Kugel in Co-Produktion mit Wackers Svejnoha über die Linie – 1:0 (32.).
Bonjour Fadesse? Mitnichten. Auch wenn es fast 80 Minuten dauern sollte, bis diese langatmige Partie richtig Fahrt aufnehmen sollte. Und verantwortlich dafür war Schiedsrichter Harkam, der binnen weniger Minuten gleich drei Spieler (Schreter, Pichler bzw. Schrammel) vom Feld schickte und damit für ein turbulentes Finish sorgte. In numerischer Unterlegenheit gelang den Tirolern in der Nachspielzeit noch der verdiente Ausgleich. Bundesliga-Debütant Köfler traf von der Strafraumgrenze ins Eck (91.) und dämpfte damit die Rieder Euphorie. Die Chancen auf das Double sind für den Cupfinalisten nur mehr theoretischer Natur.
Christoph Geiler
Der Senat 5 der Fußball-Bundesliga hat wieder getagt. Vier Bundesligisten haben ihre Schularbeiten ungenügend erledigt und erhalten in erster Instanz keine Lizenz für die nächste Saison: LASK und Innsbruck in der höchsten Spielklasse, Admira und FC Lustenau in der Ersten Liga.
In Linz nahm man die Entscheidung auf, wie in derartigen fällen immer: vollkommen überrascht. Nicht ausreichend dokumentierte Einnahmen für das Geschäftsjahr 2011/12 und der mangelnde Nachweis für ein Ausweichstadion (Pasching), welches allerdings termingemäß gemeldet worden sei, ließ Klubchef Peter-Michael Reichel via Homepage ausrichten.
Spätfolgen
In Innsbruck hielt sich der Schock in Grenzen. Die Vereinsführung hatte schon mit einer Lizenz-Verweigerung in erster Instanz gerechnet. „Die Situation ist jetzt nicht besorgniserregend“, versichert Wacker-Präsident Kaspar Plattner. Die Tiroler kämpfen noch mit den Spätfolgen des Bundesliga-Abstiegs 2008. Zwei Jahre in der Zweitklassigkeit haben den Verein tief in die roten Zahlen gestürzt, seither wird Wacker von einer Schuldenlast in Höhe von 1,3 Millionen Euro geplagt. Aber die Altlasten, die durch eine Finanzspritze der Tirol-Werbung (eine Million Euro) beseitigt werden sollen, waren gar nicht dafür verantwortlich, dass Wacker nun bei der Lizenzierung in die Verlängerung muss.
Schuld ist der aktuelle Etat des Aufsteigers. Denn bei der Bewertung und Berechnung des laufenden Haushalts herrschen offenbar grobe Meinungsunterschiede zwischen der Klubführung und den Prüfern der Bundesliga. Während beim FC Wacker alles von einer „schwarzen Null“ ausgeht, wurde nun beim Lizenzverfahren ein ordentliches Finanz-Loch ausfindig gemacht. 200.000 Euro fehlen den Tirolern im laufenden Budget, um die Saison ausfinanzieren zu können. Der Grund für die Misswirtschaft klingt wie ein Hohn für die sportliche Vereinsführung. „Wir waren zu erfolgreich, haben zu viele Punkte gesammelt“, erklärt Klubchef Plattner. Pro Sieg wird eine Prämie von 40.0000 Euro ausgeschüttet.Finanzieller Misserfolg auf Grund zu großer sportlicher Erfolge also. Ein Vorwurf, den Trainer Walter Kogler nicht gelten lassen will: „Wären wir nicht so gut, dann würden nicht ständig 10.000 Fans ins Stadion kommen.“
Auflagen
Die Austria erhielt zwar die Lizenz für das nächste Spieljahr, allerdings, wie erwartet mit Auflagen. „Wir müssen Quartalsberichte beim Lizenzsenat abliefern“, erklärt Manager Markus Kraetschmer. Grund für die Auflagen: Im abgelaufenen Budgetjahr wurde ein Minus von 7,28 Millionen Euro erwirtschaftet, das negative Eigenkapital betrug 5,9 Millionen Euro. Überraschend kam, dass Wiener Neustadt nach dem Ausstieg von Hauptsponsor Magna die Lizenz in erster Instanz bekommen hat. Magna wird dem Klub aber auch weiterhin unterstützen. „Sonst wird bei den Ausgaben gespart“, sagt Manager Alexander Gruber.
In der Ersten Liga bekamen Admira und FC Lustenau keine Lizenz, St. Pölten muss Auflagen erfüllen.
Die betroffenen Klubs können nun bis zum 9. Mai beim Protestkomitee berufen und Unterlagen nachreichen. Als letzte Instanz entscheidet das Ständige Neutrale Schiedsgericht bis Ende Mai über die Lizenzen.
Christoph Geiler
Prognosen? Walter Kogler hat es sich längst abgewöhnt, in dieser Liga Prognosen abzugeben. Wer heute auf Titelkurs ist, der kann morgen schon wieder ins Hintertreffen geraten. Insofern beschränkt sich der Trainer des noch lizenzlosen Aufsteigers sechs Runden vor Schluss auf eine Expertise: „Egal, wer schlussendlich Meister wird, er kann nicht wirklich auf eine beeindruckende Saison zurückblicken. Die einzige Ausnahme ist Ried.“
Zumindest Kogler darf zufrieden Zwischenbilanz ziehen. Nicht erst seit dem Coup in der letzten Runde gegen Meister Salzburg (3:2), mit dem der Aufsteiger nun plötzlich sogar wieder auf Tuchfühlung zu den internationalen Startplätzen ist. Gerade einmal zwei Punkte liegen die Innsbrucker hinter Salzburg. „Es spricht für die Mannschaft, dass wir jetzt noch über den Europacup reden dürfen“, betont Sportdirektor Oliver Prudlo. „Damit konnte keiner rechnen.“
Fortschritt
Nur zur Erinnerung: Wacker hatte nach dem ersten Saisonviertel sogar die Tabelle angeführt, nach einem Zwischentief im Herbst (nur Rang 9 im zweiten Quartal) haben die Innsbrucker im Frühjahr lediglich zwei Spiele verloren. „Mich beeindruckt, dass sich die Mannschaft immer weiterentwickelt hat“, lobt Kogler, der deshalb vor dem Heimspiel gegen Kapfenberg nun erstmals auch selbst mit dem Europacup kokettiert. „Mindestens zwölf Punkte müssten wir in den letzten sechs Runden aber wahrscheinlich schon machen“, glaubt der Coach.
Die Spieler bleiben bei aller Euphorie – gegen Kapfenberg werden 10.000 Besucher erwartet – gelassen. „Wir haben unsere Pflicht ja längst erfüllt, den Druck haben die anderen Teams, die da vorne stehen“, weiß Verteidiger Harald Pichler. Diese Innsbrucker Leichtigkeit des Seins ist ein Pluspunkt des Aufsteigers. Der zweite: „Wir haben ein starkes Kollektiv und einen riesigen Teamspirit. Das spricht für uns“, sagt Pichler.
Prognosen? Prognosen für die letzten sechs Runden sind trotzdem Zeitverschwendung. Wie meint doch gleich Oliver Prudlo: „In dieser verrückten Meisterschaft ist alles möglich.“
Christoph Geiler
Bundesliga – „Schlecht.“ Walter Kogler versuchte erst gar nicht, die Niederlage schönzureden. Ihm wären auch rasch die Argumente ausgegangen. Bei der Innsbrucker 0:3-Pleite gegen Rapid gab es praktisch keine mildernden Umstände. „Wir waren sehr schlecht“, konkretisiert Trainer Kogler. „Geistig zu langsam, zu schwach in den Zweikämpfen, die Niederlage war verdient.“
Und trotzdem hielt sich die Enttäuschung im Lager der Tiroler in Grenzen.
Im VIP-Klub wurde nach dem Spiel gescherzt, und es gab nicht wenige, die Neo-Rapid-Coach Zoran Barisic diesen Triumph vergönnten. Barisic hatte im Trikot des FC Tirol drei Meistertitel gewonnen und hat noch immer viele Freunde in seiner ehemaligen Fußballheimat. „In Wahrheit gehört sowieso Rapid in den Europacup. Wir haben da noch nichts verloren“, sagte auch ein Vorstandsmitglied des FC Wacker.
Tatsächlich bekamen die Tiroler im Duell mit dem Rekordmeister ihre Grenzen aufgezeigt. Euphorie und taktische Disziplin können nicht über die Dauer von 36 Runden individuelle Schwächen kaschieren. „Es ist eh positiv, dass es in dieser Saison nur zwei, drei Partien gegeben hat, in denen wir völlig chancenlos waren. Die hat dazu gehört“, meint Tirol-Trainer Kogler. „Diesmal hat wirklich nichts funktioniert.“
Ob es die Träume von einem internationalen Startplatz waren, die den Tiroler Fußballern so die Beine gelähmt hatten? „Ich hab’ keine Ahnung“, sagt Walter Kogler, „aber wir haben das nie zum Thema gemacht. Wir wollten noch den einen oder anderen Gegner überholen. Und das bleibt auch weiter unser Ziel.“
Christoph Geiler
Er wird doch nicht. Zoran Barisic wird sich doch etwa nicht den Torjubel von Peter Pacult abgeschaut haben. Der Rapid-Trainer a. D. hatte Treffer meist teilnahmslos hingenommen, und zumindest in diesem Punkt stand Neo-Coach Barisic seinem Vorgänger um nichts nach.
Keine geballte Siegerfaust, kein Luftsprung, nichts. Zoran Barisic zeigte keine Regung. Dabei hätte er ruhig ein bisschen aus sich heraus gehen können. War ja nicht irgendein Tor, das es da im Tivolistadion zu bejubeln gab, sondern eines von der Sorte besonders sehenswert.
Tanzeinlage Eben hatte Drazan bei einem Konter die halbe Wacker-Abwehr ausgetanzt und den Ball elegant ins kurze Eck geschoben (64.). Rapid führte gegen den Aufsteiger 2:0, die Partie war entschieden, der zweite Auswärtssieg Rapids außerhalb von Wien perfekt, wieder einmal war ein Trainereffekt eingetreten. Zoran Barisic, der bei seinem Debüt übrigens Trainingsanzug trug – aber das ist jetzt wirklich die allerletzte Gemeinsamkeit mit Vorgänger Pacult – schenkte am Tivoli mit einer Ausnahme (Kulovits statt Trimmel) jenen Feldspielern das Vertrauen, die sich zuletzt daheim gegen Sturm 0:2 blamiert hatten. Aber dafür verblüffte Barisic mit einer ausgeklügelten Strategie.
Das extreme Forechecking, das Rapid vor allem in den ersten Minuten praktizierte, behagte dem Aufsteiger gar nicht. Die Tiroler verloren schnell die Bälle und damit das Konzept und die Orientierung. Nach zehn Minuten wusste sich Abraham gegen Hofmann nur mit einem Foul zu helfen – Salihi verwandelte den Elfmeter souverän. Zur inneren Freude von Barisic. Es brauchte eine halbe Stunde und die Auswechslung von Heikkinen (Adduktorenverletzung), bis sich die Tiroler gegen die angriffslustigen Rapidler akklimatisiert hatten. Bis dahin waren die Wurfgeschosse, die von der Nordtribüne kamen, die einzige Gefahr für Rapid-Goalie Payer. Dann rettete er gegen Burgic, der ihn bereits umspielt hatte, in letzter Not (31.).
Es war die Phase, in der Barisic immer wieder von seiner Bank aufsprang, immer wieder seinen Spielern Anweisungen gab oder aufmunternd Beifall spendete.
Den Applaus hatte sich Rapid auch verdient. Denn nach Seitenwechsel präsentierte sich der Rekordmeister nicht nur clever und smart, sondern überzeugte auch mit sehenswerten Treffern.
Das 2:0 durch Drazan hatte Barisic noch stoisch hingenommen, beim 3:0 durch Hofmann (70. Minute), dem ein toller Spielzug über Katzer und Salihi voraus gegangen war, riss es dann auch Barisic von seinem Sitz.
Christoph Geiler, Alexander Huber
Spionage – Der Zaungast gab sich alle Mühe, um unerkannt zu bleiben. Er ließ sich erst gar nicht auf dem Trainingsgelände von Wacker Innsbruck blicken, sondern versteckte sich im Unterholz der Wiesengasse. So unauffällig, dass nicht einmal der bekannt aufmerksame Trainer Walter Kogler den Kiebitz bemerkt hatte.
Ausgerechnet ein ehemaliger Tiroler Teamkollege ließ die Tarnung von Stefan Marasek auffliegen. Radoslaw Gilewicz, der bei seiner Stippvisite in Innsbruck zufällig in der Stadiongegend joggte, enttarnte Marasek, der für seinen Spezi Zoran Barisic den heutigen Rapid-Gegner ausspionierte.
Im Gerangel um die internationalen Startplätze wird also mit allen Mitteln gearbeitet. Es steht im ausverkauften Tivoli auch viel auf dem Spiel für Rapid im ersten Match ohne Ex-Trainer Peter Pacult. Nur noch punktegleich mit Wacker und Wiener Neustadt wird gegen den Absturz auf Rang sieben gekämpft.
Das Tarnen und Täuschen zog Interimscoach Barisic auch im taktisch geprägten Rapid-Training durch. Mario Sonnleitner sagt: „Wir wissen noch nicht, wer spielt. Aber Hauptsache, wir gewinnen.“ Die erste Aufstellung von Barisic, der mit Tirol drei Mal Meister war, wird jedenfalls die Stärken der Schlüsselspieler in den Mittelpunkt rücken.
Neuanfang Auffällig ist, dass sich sensible Spieler wie Hamdi Salihi in bester Laune präsentieren. „Es ist in jedem Beruf so, dass die Leistung besser wird, wenn alle mit Freude an die Arbeit gehen“, sagt Barisic, der klarstellt: „Ich will als Trainer aber nicht auf Spaß reduziert werden. Es geht vor allem um die Ergebnisse.“
Die Innsbrucker sind in einer angenehmeren Position: Der Aufsteiger ist weit über dem Soll, der Europacup war nie ein Thema. „Es ist eine Bestätigung für die gute Performance des Teams, dass wir jetzt so knapp dran sind“, meint Kogler, der versichert, dass der Europacup „bei uns kein Thema“ ist. „Wir haben uns nur zum Ziel gesetzt, noch weitere Gegner zu überholen. Ich hab’ nicht einmal eine Ahnung, ob ich eine Europacup-Prämie ausverhandelt habe. Da müsste ich erst im Vertrag nachschauen.“
Bei Rapid gibt es mit dem Cup noch einen Plan B nach Europa. Am Mittwoch wartet das Viertelfinale gegen Mattersburg. Und die nächste Bewährungsprobe für Barisic: „Pehlivan, Kavlak und Dober sind fast voll fit. Wenn sie wieder in den Kader drängen, wird’s auf der Ersatzbank eng. Da hört sich dann der Spaß auf.“
Christoph Geiler
Bundesliga – Inaki Bea Jauregi weiß inzwischen ganz genau was von ihm verlangt wird. Als der Baske nach dem Tiroler Auftakterfolg in der ersten Runde gegen Rapid (4:0) nach dem Schlusspfiff sofort in die Kabine wollte, da war ihm das Verhalten seiner österreichischen Teamkollegen noch ziemlich spanisch vorgekommen. „Bei uns in Spanien gibt’s keine Ehrenrunden“, klärte Wackers Abwehrchef auf. Mittlerweile hat sich Inaki Bea Jauregi längst mit diesem Ritual angefreundet, nach dem 1:0-Sieg gegen Wr. Neustadt am Samstag kehrte der Publikumsliebling erst als Letzter von der Ehrenrunde zurück.
Ehrenrunde, wem Ehrenrunde gebührt. Der FC Wacker bleibt weiter das Sensationsteam der Liga, mit dem Sieg gegen Neustadt ist nun plötzlich sogar der Europacup in Reichweite. Das Low-Budget-Team liegt gleichauf mit Rekordmeister Rapid und nur zwei Zähler hinter der Millionen-Truppe aus Salzburg. „Die Mannschaft hat Potenzial und einen extrem guten Charakter“, sagt Sportdirektor Oliver Prudlo.Der Überraschungseffekt hat Methode bei den wackeren Innsbruckern. Schon seit der ersten Runde, seit dem Coup gegen Rapid verblüfft Wacker Gegner und Fans.
Überraschung I Der Anfangseuphorie folgte ein Absturz : Erster im ersten Quartal, Neunter im zweiten – doch wer einen totalen Einbruch erwartete, der irrte. Seit dem Zwischentief im Spätherbst ist Wacker wieder auf Kurs und war im dritten Viertel wieder Dritter. „Die Spieler haben dazugelernt, wir hatten eine gute Vorbereitung“, weiß Trainer Walter Kogler.
Überraschung II Mit Prokopic und Koch verließen die Tiroler im Winter zwei Stammkräfte, die Lücke wurde mit Eigenbau-Spielern rasch geschlossen. Der junge Dakovic entpuppt sich als verlässlicher Außenverteidiger, der junge Bergmann hat sich ebenfalls bereits ins Team gespielt. „Toll, was Kogler immer wieder aus dem Hut zaubert“, lobt Prudlo, der bei der Verpflichtung des Spaniers Carlos Merino wie schon bei den anderen Legionären ein gutes Händchen hatte. „Er bringt viel spielerische Qualität und Ruhe in unser Team“, weiß Kogler. Deshalb soll Merino auch einen langfristigen Vertrag erhalten. Die Ehrenrunde hat er jedenfalls schon im Repertoire.
Christoph Geiler
Man darf sich von der Tabelle bloß nicht täuschen lassen. Was auf den ersten Blick vielleicht nach Mittelmaß aussehen mag, muss sich nicht zwangsläufig als Durchschnittsware entpuppen. Zumindest erinnerte Wacker vs. Wr. Neustadt gestern nicht an das Duell Siebenter gegen Sechster.
Wie schon beim 2:2 vor einer Woche sorgten die Tabellennachbarn auch am Tivoli für jede Menge Unterhaltung. Aufsteiger Innsbruck überholte mit dem 1:0-Heimsieg die Niederösterreicher und darf nun ebenfalls noch vom Europacup träumen.
Schon in den ersten fünf Minuten benötigte Wr. Neustadt viel Glück und zwei spektakuläre Rettungstaten von Thonhofer und Fornezzi, um nicht früh in Rückstand zu geraten. Auf der anderen Seite verjuxten die Gäste binnen zwei Minuten drei Hochkaräter. Sadovic schoss aus drei Metern Tirol-Goalie Planer an, Helly traf nur die Stange, Grünwald im Nachschuss das leere Tore nicht.
Die Innsbrucker agierten abgeklärter, hatten im Finish auch das Glück der Tüchtigen und mit Planer den besseren Goalie. Fornezzi konnte beim Gegentor einen Schuss nicht bändigen. Burgic staubte. ab (39.) und prolongierte den Aufwärtstrend der Tiroler.
Christoph Geiler
Bundesliga – Ernst Öbster gilt in Fußballkreisen nicht wirklich als begnadeter Torjäger. Der Stammspieler in Diensten von Wacker Innsbruck hatte vor dem gestrigen Aufeinandertreffen gegen Mattersburg erst einmal in dieser Saison getroffen, gestern verdoppelte der 27-Jährige seinen Trefferstand. 61. Minute: Perstaller schoss, Mattersburgs Schlussmann Borenitsch konnte nur kurz abwehren und Öbster schoss aus einem Meter zum Siegestreffer ein. Burgic setzte kurz vor dem Ende noch ein Tor drauf. Gerade in dieser Phase waren die Gäste etwas besser ins Spiel gekommen. Ansonsten trugen die Mattersburger nur mit gelben Karten zur Statistik bei (vier, alle in Hälfte eins).
Gut, das wars eigentlich.
In Innsbruck wurde ohnehin viel mehr über die außerordentliche Jahreshauptversammlung gesprochen, die einen Tag zuvor für Aufregung sorgte. In dieser berichtete Finanzreferent Mutschlechner, dass der Verein zum Stichtag 30. Juni 2010 einen Schuldenstand von 1.199.864 Euro aufgewiesen hat. In der Ersten Liga waren dabei in der Vorsaison 490.031 Euro Verlust erwirtschaftet worden. Für die Lizenz sind die Innsbrucker jedoch optimistisch. „Wir haben jetzt drei Wochen Zeit, die nötigen Unterlagen zu erstellen und die Voraussetzungen für eine positive Lizenzerklärung zu erhalten“, betonte Mutschlechner.
Christoph Geiler
Westderby - Vermutlich hatte Marcel Schreter noch ein bisschen zu viel Adrenalin im Körper. Eben hatte der Stürmer im emotionsgeladenen Derby gegen Meister Salzburg einen Angriff mit einem Schuss ins Eck vollendet, obwohl ein Salzburger Spieler in der gegnerischen Hälfte verletzt am Boden lag und damit dem FC Wacker den Ausgleich zum 1:1 beschert (57.). Die Salzburger tobten, weil die Innsbrucker die allseits gängig Fair-Play-Regel ignorierten, auf den Tribünen skandierten die Tiroler Fans - und in dieser hitzigen Atmosphäre gingen mit Schreter die Emotionen durch.
Sein Foul an der Mittelauflage, für das er gelb sah, verdient bereits das Prädikat dumm, dass er dann nur eine Minute später im Strafraum theatralisch zu Boden ging, als hätte ihn ein Blitz getroffen, war naiv. Zurecht wurde Schreter nur vier Minuten nach seinem Tor mit der Ampelkarte vom Platz gestellt (61.).
Die Salzburger, die nach einer Viertelstunde mit dem ersten Angriff durch ein Kopfballtor von Cziommer in Führung gegangen waren (13.) und durch Leitgeb und Zarate hervorragende Chancen verjuxten, wussten mit dem Power Play interessanterweise wenig anzufangen.
Der Aufsteiger wehrte sich mit Händen und Füßen, mit Kampfgeist und Fouls gegen die Niederlage. In der Nachspielzeit rettete Tirol-Goalie Grünwald bei einem Schuss von Svento. Damit holte der Aufsteiger erstmals in dieser Saison gegen Salzburg einen Punkt. Und die Dummheit von Marcel Schreter sollte auch ohne Folgen bleiben
Christoph Geiler
Was macht ein Spanier, wenn er im Jänner das erste Mal Tiroler Schneeboden betritt? Richtig, er friert. Carlos Merino, spanischer Neuzugang des FC Wacker, hat schon geahnt, dass ihm in Innsbruck ein rauer Wind entgegen weht, aber dass ihm so ein frostiger Empfang bereitet würde, das hat auch er nicht geglaubt. „Es ist wirklich verdammt kalt“, klagte der 30-Jährige, der offenbar aus einem ganz anderen Holz geschnitzt ist als sein Landsmann Inaki Bea. Wackers Abwehrchef, wie Merino ein Baske, ließ es sich im Dezember auch bei fünf Grad unter Null nicht nehmen, im kurzen Leiberl aufzulaufen.
Auch Merino wird wohl schnell warm werden. Wackers Konditionstrainer werden dem neuen Spielmacher in den Tagen bis zum Saisonauftakt (13.Feber gegen Salzburg) noch ordentlich einheizen. Merino, der ein halbes Jahr ohne Verein war, hat noch Trainingsrückstand, deshalb warten auf den 30-Jährigen Sonderschichten in Kraftkammer und im Wald. „Bis zum ersten Match sollte es sich ausgehen.“
Die Innsbrucker haben die Ideen des Spaniers auch bitter nötig. Nach dem Abgang von Boris Prokopic (zurück zu Rapid) fehlte der Leader im Offensivspiel, „das ist genau die Rolle, die mir gefällt“, erklärt Merino, der immerhin 21 Einsätze in der Primera Division – im Trikot von Bilbao – vorweisen kann und auch schon gegen Barcelona und Real gespielt hat. Ein Traum? „Die haben uns nur im Kreis laufen lassen“, schmunzelt Merino. „Das war eher ein Albtraum.“
