Spaß und Trauer lagen gestern eng beieinander - und das hatte fast am wenigsten mit dem Resultat zu tun. Obwohl Wacker zum Saison-Ausklang im Hanappi-Stadion Rapid mit 0:2 (0:1) unterlag, herrschte doch bei vielen gute Stimmung. "Unheimlich, vor einer solchen Kulisse zu spielen", gefiel´s CHristopher Wernitznig. Doch bei einigen anderen kamen fast die Tränen.
"Ich muss dem Trainer danken, dass er mir die zwei Spiele zum Abschluss meiner Wacker-Karriere noch gönnte." Georg Harding, der alte Kämpfer, hatte wässrige Augen nach Schlusspfiff. "Dazu noch vor einem vollen Haus wenn 17.000 Fans 90 Minuten lang durchsingen - etwas Schöneres kann man sich nicht vorstellen."
Und doch fand der Steirer wie seine Innsbrucker Kollegen ein Haar in der Suppe: Dass nämlich gestern in der Wiener "Fußball-Kathedrale" mehr möglich gewesen wäre. Doch die Tiroler stellten sich leider (vor allem nach der Pause) wie Ministranten an: Im "Freundschaftsspiel" fehlte der letzte Punch in den Zweikämpfen, in der Vorwärtsbewegung fabrizierte Wacker zu viele Fehler. Mit Ausnahme der Startphase, wo die Schwarz-Grünen durchaus Möglichkeiten zur Führung gehabt hätten - was auch Coach Kogler so sah: "Da hätten wir die ein oder andere Chance nützen können, müssen - aber unsere fehlende Effektivität zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison."
Vielleicht hätte ein Miran Burgic, der im Hanappi schon einmal im Doppelpack traf, gestern den Wiener Schmerzen bereiten können - doch der Solwene verbrachte die komplette Spielzeit mit langer Miene auf der Ersatzbank. "Ich hätte gerne noch ein paar Minuten für Wacker gespielt", war Miran Burgic traurig, "aber das muss man akzeptieren.
Wie auch, dass für Wacker Innsbruck in der Bundesliga 2011/12 durchaus mehr drinnen hätte sein können - aber die Qualität im Kader eben nicht wirklich ausreichte, um länger um die Europa-League-Plätze mitspielen zu können.