Norbert Niederacher
Wacker-Sportdirektor Oliver Prudlo sieht in Sollenau ein "ganz normales Los" für eine zweite Runde im ÖFB-Cup: "Wir nehmen jeden Gegner ernst, aber natürlich ist der Aufstieg unser Ziel." Die Schwarz-Grünen werden sich aber am 25./26. September warm anziehen müssen. Der Ostliga-Klub träumt vom Aufstieg...
ÖFB-Teamchef Marcel Koller hat bei der Cup-Auslosung für Sollenau ein glückliches Händchen bewiesen. Der Schweizer zog für den Ostliga-Klub aus der 4757 Einwohner zählenden Gemeinde Wacker als Gegner. Die Niederösterreicher freuen sich jetzt auf ein gutes Geschäft mit den Fans des Tiroler Bundesliga-Klubs. Richtig gelesen! Die Schwarz-Grünen haben nämlich im Umland von Sollenau eine große und treue Fangemeinde. Trainer Thomas Eidler rechnet jedenfalls mit vollem Haus in der zweiten Cup-Runde.
Der Sollenau-Coach hat aber auch sportliche Träume. Die Niederösterreicher haben es noch nie in die dritte Cup-Runde geschafft, dieses Wunder soll jetzt gegen Wacker gelingen: "Wir wollen gegen die Tiroler Vereinsgeschichte schreiben!"
In Innsbruck nimmt man die Kampfansage gelassen auf. Wacker wird sich wie auf jeden Cup-Gegner vorbereiten, Informationen sammeln, eine Spionage-Fahrt unternehmen. "Ich werde das mit Trainer Walter Kogler besprechen, wer sich Sollenau anschaut. Wir werden uns aber ein eigenes Bild über die Mannschaft machen", stellt Sportdirektor Oliver Prudlo klar. Der Aufsteig ist für die Innsbrucker in diesem Duell fast eine Pflichtübung. "Wir spielen im Cup, um den Bewerb zu gewinnen. Da müssen wir Sollenau bezwingen können", sagt Prudlo.
Noch Konzentration auf Meisterschaft
Im Moment konzentriert sich das Wacker-Lager auf die Meisterschaft. Nach dem gestrigen Ruhetag beginnt Coach Walter Kogler mit der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Wiener Neustadt. Da muss gegeen das Schlusslicht der zweite Saisonsieg.(sic!)
Norbert Niederacher
Für Wacker Innsbruck wurde die Aufgabe bei der Heimpremiere nicht gerade einfacher. Die Admira feierte mit einem 5:1-Sieg über Schalgiris Vilnius ein fulminantes Europacup-Comeback. Trainer Walter Kogler hatte aber schon vor der Gala großen Respekt vor den Südstädter: "Die Admira spielt den vielleicht besten Konter-Fußball in Österreich. Das müssen wir am Sonntag unterbinden."
Mit 495 Bundesliga-Spielen in den Beinen kennt Walter Kogler das Fußball-Geschäft. Da lässt sich der 44-jährige Kärntner zu keinen Spekulationen über die Verfassung der Admira nach dem tollen Europacup-Sieg verleiten: "Weil man nach jedem Spiel viel hinein interpretieren kann."
Der Wacker-Trainer schaut lieber auf das eigene Team: "Es liegt zu 100 Prozent an uns, ob wir gegen die Admira erstmals anschreiben. Wir können nur die eigene Leistung beeinflussen." Kogler ist überzeugt, dass man am Sonntag eine andere Wacker-Elf als bei der 0:4-Pleite gegen Rapid sehen wird. Damit meint der ehemalige Abwehr-Riese aber nicht zwangsläufig Umstellungen gegenüber dem Saisonauftakt. Zwei Tage vor der Premiere konnte der Trainer gestern noch keine Entscheidung über die Aufstellung treffen. Mit Martin Svejnoha, Marco Kofler und Kapitän Tomas Abraham sind drei wichtige Stützen mit Blessuren für das Admira-Spiel fraglich.
Es ist aber egal, welche Elf Spieler am Sonntag auflaufen. Kogler will mehr Angriffsaktionen sehen: "Wi haben mit Marcelo Fernandes einen Stürmer, der Tore machen kann. Wir müssen aber auch gefährliche Situationen kreieren." Die Mannschaft soll dabei aber kühlen kopf bewahren: "Wir müssen vor den kontern auf der Hut sein. Bei der Admira gehen alle Spieler bei den Gegenangriffen mit höchstem Tempo mit."
Noch mattes Interesse
Wacker benötigt einen Sieg auch aus wirtschaftlichen Gründen. Nach der 0:4-Abfuhr beim Rekordmeister im Hanappi-Stadion herrscht hierzulande noch ein mattes Interesse für Bundesliga-Fußball. Freitag Mittag waren erst 3.500 karten für das Admira-Spiel verkauft.
Norbert Niederacher
Wacker-Goalie und Skisprung-Weltmeisterin Daniela Iraschko sammelt lieber Punkte auf den Schanzen für den Weltcup
"Bitte, bitte: Stimmt´s nicht für mich", sagte Österreichs erste Skispung-Weltmeisterin Daniela Iraschko mit fast flehender Stimme. Die 28-Jährige aus Eisenerz kann als Torfrau der Damen-Mannschaft von Wacker Innsbruck zur Fußballerin des Jahres gewählt werden. Und die ersten Stimmen sind für die Wahl-Tirolerin schon abgegeben worden...
Nicht unverdient. Iraschko überwintert mit den schwarz-grünen Fußballerinnen in der Bundesliga auf dem vierten Tabellenplatz: "Ich muss nur ein Tor auf meine Kappe nehmen. Da hab ich ordentlich gepatzt." Die Stimmen machen die sehr selbstbewusste junge Frau doch ein bisschen verlegen: "Weil ich nicht als Fußballerin gewählt werde, sondern als bekannte Skispringerin. Es gibt Spielerinnen, die sich die Wahl mehr verdient haben."
Iraschko würde ihren Stimmzettel für Stürmerin Nina Burger ausfüllen: "Sie ist die beste Fußballerin in Österreich." Auch Jenny Feyersinger oder ihrer Teamkollegin Melanie Fischer würde die Adler-Torfrau viele, viele Stimmen gönnen.
Daniela sammelt lieber als Skispringerin Punkte auf den Schanzen. Ihr großer Traum ist der Gewinn des in diesem Winter erstmals ausgetragenen Damen-Weltcups. 46 Siege im bisherigen Kontinental-Cup stempeln die fliegende Blonde zur großen Favoritin. Beim Auftakt Anfang November landete die Polizei-Schülerin nur auf dem vierten Platz, sie war aber durch eine Meniskus-Operation gehandicapt: "Jetzt bin ich wieder fit, abgerechnet wird nach dem letzten Springen."
Spätestens nach dem Weltcup-Finale am 9. März in Oslo will Iraschko wieder das Tor der der Wacker-Damen hüten: "Ich versäume zwar die Vorbereitung, aber ich trainiere im Winter fast mehr als meine Teamkolleginnen." Und Daniela hat mit den Schwarz-Grünen im Frühjahr noch viel vor: "Wir können sicher noch besser spielen als im Herbst."
Wichtig für alle Fans: Am 25. Dezember wird der erste Zwischenstand in der "Krone"-Wahl bekanntgegeben.
