Pressespiegel - Kronen Zeitung

20. Juni 2013

Ortiz sagte ab! Inaki hat noch zwei heiße Eisen

Georg Fraisl

Inaki Bea war nach dem Wiederaufstieg 2010 der Tivoli-Publikumsliebling in der tollen Comeback-Saison. Jetzt hilft er den Innsbruckern wieder aus der Patsche. Nach dem unrühmlichen Ende der Bemühungen um Ivica Majstorovic und der Absage von Alex Ortiz hat Inaki die Kontakte zu zwei weiteren spanischen Innenverteidigern hergestellt. Die Entscheidung soll bald fallen.

Wieder eine Absage. Beim Nein von Ivica Majstorovic (31) fühlten sich die Innsbrucker an der Nase herumgeführt, das "No" des Spaniers Alex Orti (27) kam fast erwartungsgemäß. Da sein Klub Guadalajara die Profi-Lizenz nicht bekommt, ist der Verteidiger ablösefrei - CD Numancia und die Primera Division locken. "Da war mir schon klar, dass wir die Zweiten sein werden", nickte Wacker-Trainer Roli Kirchler.

Die Gespräche mit Inaki Bea, früher selbst Innsbrucks Abwehrchef, jetzt Spielervermittler, waren zuletzt schon in Richtung Alternativen gegangen. Und der Baske hat den Tirolern gleich zwei heiße, neue Optionen auf den Tisch gelegt.

Iago Bouzon: 30 Jahre alt, 1,82m groß, zuletzt bei Xerez (Segunda) unter Vertrag. Er ist der spielerische Verteidiger-Typ, wie sich Kirchler auf drei Videos überzeugen konnte. Bouzon war spanischer Nachwuchs-Nationalspieler und für die Vereine Celta de Vigo, Recreativo de Huelva und Omonia Nikosia (Zypern) im Einsatz. Überraschung für Roli: Finanzierbar...

Egoitz Jaio Gabiola: 32 Jahre alt, 1,87m groß, zuletzt bei CD Numancia. Ein Baske wie Inaki - und auch mit einem ähnlichen Kämpferherz ausgestattet. Die eher rustikale Version eines Abwehrchefs. Aber Jaio hat weit über 100 Spiele in der zweiten spanischen Liga auf dem Buckel. Das könnte Wacker schon helfen.

Beiden wurde gestern Abend das Innsbrucker Offert unterbreitet, die Spanier diskutierten daraufhin mit ihren Familien den Tapetenwechsel. Kirchler würde wegen seiner Primera-Division-Erfahrung eher zu Iago Bouzon tendieren, aber... "Die Zeit drängt. Lange können wir nicht mehr herumfeilschen."

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19. Juni 2013

Koa Geld, koa Musi

Georg Fraisl

Roli hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Tut er quasi eh nie. Und an diesem Montag Abend schon gar nicht. Ivica Majstorovic bekam die Meinung gegeigt. Und das hörte sich nicht freundlich an. Und bei Hubert Peterschelka, dem Berater des 31-jährigen Abwehrspielers, legte der Wacker-Trainer sogar noch eine Schäuferl nach. Die Zusammenarbeit ist beendet, nach der Pflanzerei mit Majstorovic muss der Spielervermittler nicht einmal probieren, irgendeinen Kicker anzubieten.

Aber es war nicht allein die atemberaubende Unredlichkeit, die Kirchler so geärgert hatte. Es war auch, weil das Transfer-Theater um den Deutsch-Kroaten schonungslos aufgezeigt hat, welch´ kleines Licht die Schwarzgrünen im funkelnden Fußball-Geschäft geworden sind.

Majstorovic hat Innsbruck, den Bundesliga-Klub, dazu benützt, um mit einem Erste-Liga-Verein zu pokern. Insider behaupten, dass der Abwehrspieler nun im Burgenland genauso viel verdient, wie ihm Wacker geboten hat. Eine Liga darunter...

Seelisch hat der Abstieg die Mattersburger sehr getroffen, finanziell fast gar nicht. Das Spieler-Etat beträgt nun 3,5 Millionen Euro. Vorher: 3,8. Und Innsbruck? Hier wurde das Budget für den vorgeschriebenen 25-Mann-Kader nach dem Klassenerhalt zur "Belohnung" um 300.000 Euro auf 2,7 Millionen gesenkt.

Ja - in der Ersten Liga wird mehr Geld in die Mannschaft gesteckt als in Innsbruck in der Bundesliga. Bevor´s wieder losgeht, ist Wacker schon wieder Letzter. In der Budget-Tabelle. Schwarzgrün das Armenhaus der Bundesliga. Eine Tatsache, auch wenn das im Jubiläumsjahr niemand hören will.

Allerdings hat uns das leere Börserl möglicherweise von einem Schaden bewahrt. Ein Spieler, der am Vormittag einen Verein lobt und am Nachmittag beim anderen Unterschreibt, ist mit Vorsicht zu genießen. Auch Roli steht auf Kicker, die am Spielfeld und nicht beim Charakter beweglich sind.

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18. Juni 2013

Nur gepflanzt - jetzt will Wacker des Spanier

Georg Fraisl

Ärger für Schwarzgrün: Wunschspieler Ivica Majstorovic (31) hat Wacker Innsbruck nur an der Nase herum geführt! Während Roli Kirchler in Tirol vor dem Handy auf die endgültige Zusage wartete, gab der Abwehrspieler gestern in Mattersburg die Verlängerung seines Vertrages im Burgenland bekannt. Nun ist der Inaki-Bea-Schützling Alex Ortiz der neue Wunschkandidat von Wacker.

Ruhig? Das ist das Fußball-Geschäft ohnehin selten. Aber Wacker-Trainer Roli Kirchler hätte beinahe eine absolute Rarität in dem Gewerbe geschafft: Eine Transferzeit ohne Aufreger, schon beim ersten Training alle Neulinge am Platz. Aber eben nur fast. Der Posten des Abwehrchefs hat ihm einen Hund hinein gehauen. Und das so, dass er gestern fast mehr schäumte, als nach der Verurteilung wegen seines Remplers in Wolfsberg.

Eigentlich hätte das Kapitel ja schon gestern geschlossen sein müssen. Ivica Majstorovic kam vom Hochzeitsurlaub aus Zypern zurück und fuhr nach Mattersburg, um die letzten Ungereimtheiten seines geplanten Transfers nach Innsbruck auszuräumen. Aber es tauchten neue Ungereimtheiten auf. Statt des erlösenden Geschafft-Anrufes, gab es neue Diskussionen, Telefonate, Vorschläge...

Und um 18 Uhr gab in Mattersburg Sportdirektor Lederer gar bekannt, dass Majstorovic bei Mattersburg bleiben wird. Nicht nur wegen der 37, 38 "Krügerln" im Schatten war Kirchler brennheiß.

Nun wird Plan B aktiviert. Noch gestern Abend kontaktierte Teammanager Gogo Feistmantl Wackers Ex-Abwehrboss Inaki Bea, der nun als Spielerberater fungiert. Allerdings hat sein Schützling Alex Ortiz (27) von Guadalajara inzwischen andere Offerte am Tisch. Aus Polen, aus Spanien. Zudem scheut sich Kirchler die Katze im Sack zu kaufen. Über Majstorovics Können war er im Bilde - von Ortiz kennt der Wacker-Trainer nur einige Videos. "Inaki hat sehr geschwärmt von diesem Verteidiger."

Protest gegen Roli-Sperre

Was den berühmten Wolfsberg-Schubser angeht, so hat RA Hermann Holzmann gestern der Bundesliga den Protest gegen die Sperre für Kirchler übermittelt. Darin wird sowohl die Höhe der Geldstrafe (10.000 Euro, davon 5000 bedingt) als zu hoch kritisiert, als auch die einmonatige Funktionssperre als Berufsverbot bezeichnet. Holzman kündigte darin auch den Gang zu einem ordentlichen Gericht und eine Schadenersatz-Forderung an.

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18. Juni 2013

Grumser rief, viele kamen

Georg Fraisl

Das dreckige Dutzend. So nannte Roli Kirchler den Haufen Spieler, der am Montag am frühen Abend vor ihm stand. Obwohls nicht 12, sondern 15 waren. Und durchwegs saubere Burschen. Aber "dreckiges Dutzend", das klingt nach Western und harten Kerlen, die das Herz am rechten Fleck haben. Und so war es auch.

Denn so wild der Fußball-Westen derzeit wieder einmal ist, die Amateur-Spieler von Wacker Innsbruck haben gezeigt, dass man auf sie setzen kann. Interimstrainer Tommy Grumser hat gekurbelt und gekurbelt - und 15 sind zum ersten Training gekommen (zwei waren wegen Matura verhindert). Das war viel, angesichts der unsicheren Zukunft. Ein echtes Bekenntnis.

Bevor die Burschen unten am Kunstrasen bei Tropen-Temperaturen schufteten, hatte sich der Vorstand oben in den Stadion-Räumen auch bekannt. Ja, man will weiter Amateure haben. "Nur" das Geld fehle. Noch. Das durfte Kirchler dann vor dem Training verkünden. "Nur" und "noch" - das haben die Burschen schon oft gehört. Entscheidung bis zum Wochenende. Naja.

Und Fußball-Vorarlberg muss weiter warten, wie die Abstiegssituation in all den Ligen aussieht. Halloooo, wie peinlich ist denn das?

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17. Juni 2013

Inakis "Chef" wartet neben seinen Koffern

Georg Fraisl

Erstes Match, erster Sieg. Wacker startete die neue Saison mit einem 3:1-Testerfolg gegen Altach. Was Manager & Trainer Roli Kirchler auch in der ersten Sommerhitze kalt ließ: "So berauschend war es noch nicht." Mehr erhitzen ihn die Sorgen bei der Suche nach dem Abwehrchef. Der Spanier wartet neben den Koffern.

Problem Majstorovic: Heute kommt der 31-jährige Verteidiger von seiner Hochzeitsreise aus Zypern zurück. Und der erste Weg wird ihn nach Mattersburg führen. Dort will Ivica selbst für eine Klärung seiner Freigabe sorgen. Denn die Burgenländer mauern. Warum - das weiß niemand so genau. Altach hat die Papiere für Alex Pöllhuber sofort bekommen, Wacker wird hingehalten. Vielleicht als "Rache" für den Nicht-Abstieg? Manager-Trainer Roli Kirchler ist der Hintergrund egal, ihn nerven die Auswirkungen. Er will in der Vorbereitung alle Spieler am Trainingsplatz. Daher läuft auch Plan B: Sollte es für Ivica Majstorovic bis heute, 24 Uhr, keine Freigabe geben, steigt in Spanien der 27-jährige Alex Ortiz mit seinem Berater Inaki Bea ins Flugzeug nach Tirol. Noch in dieser Woche soll Rolis neuer Wacker komplett sein!

Problem Vucur: In der Innenverteidigung stand der 1,92m-Riese beim 3:1-Testsieg gegen Altach seinen Mann und zeigte bei Standards auch offensiv seine Gefährlichkeit. Auch hinter den Kulissen ist Stipe ein Aufreger: Ex-Klub FC Lustenau hat den Innsbruckern eine Rechnung über 88.000 Euro Ausbildungsentschädigung zukommen lassen. Was die Tiroler wundert: "Wir haben es uns von der Bundesliga bestätigen lassen, dass bei Stipe weder Ablöse noch Ausbildungsentschädigung fällig ist", sagt Kirchler, "aber ich kenne das vom FC-Tirol-Konkurs, da versucht plötzlich jeder irgendwie Geld zu holen. Wir zahlen nicht, das soll ein Gericht entscheiden."

Problem Brauneis: Der Amstetten-Bomber kam schon mit leichten Muskel-Problemen nach Innsbruck. Aber wer will schon bei einem neuen Klub mit einer Pause beginnen? Nun musste der Stürmer beim ersten Test gegen Altach passen - und der junge Alex Gründler (19) nützte das. Kirchler: "Gründler hat mir gefallen. Giftig, bissig, viel unterwegs."

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13. Juni 2013

Wacker neu: "mir macht das Spaß!"

Georg Fraisl

Mit 25 Kickern rückte Wacker gestern ins Camp im Stubaital ein. Fünf Neue & ein Testspieler sind dabei. Die "Krone" schaute ihnen auf die Beine.

Roli Kirchler am Spielfeldrand, an den Torpfosten gelehnt. Ruhig, konzentriert. Als müsste er sich beim ersten Training nach dem "Wunder von Wolfsberg" erst selbst ein Bild machen über seine Neuen. Aber natürlich hat er nicht die Katze im Sack gekauft - er genoss nur, was er zu sehen bekam: "Ich glaube, es wird mir diese Saison so richtig Spaß machen."

Was die Neuen beim ersten Training zeigten:

DER ZWEIER: Wolfgang Schober (23) ist kein Frischg´fangter. Dieser Tormann kennt sein Geschäft - und teilte seine neuen Kumpels auch recht lautstark ein.

DER RIESE: In Abwesenheit von Simon Piesinger (wie Christian Schilling nach U21-Team noch auf Urlaub) war Stipe Vucur (21) der schwarzgrüne Wolkenkratzer. 192 Zentimeter - das beeindruckt. Auch sonst war er gleich eine Größe bei der Defensivarbeit.

DER ROOKIE: Mit 26 Jahren doch noch Bundesliga. Für den Wattens-Spieler Michael Steinlechner begann gestern ein großes Abenteuer. Und er hielt ordentlich dagegen, vor allem mit dem Kopf!

DER LENKER: "Miro" Milosevic ist mit 1,88m auch nicht gerade klein. Der ehemalige Horn-Regisseur soll nun bei Schwarzgrün die Fäden ziehen. Und ließ seine Fähigkeiten gleich beim ersten Training aufblitzen.

DER BOMBER: Die Torquote von Daniel Brauneis (26) in der Regionalliga war top. Das Training bei Wacker begann er standesgemäß: Kopfball-Treffer.

DER CHEF: Mattersburg legt ihm nun gar nichts in den Weg. Wenn Ivica Majstorovic (31, 1,86m) seinen Hochzeitsurlaub in Zypern beendet, dann wird ihn sein Weg wohl nach Innsbruck führen. Und bis Montag sollten auch die Kleinigkeiten im Vertrag ausgeräumt sein.

DER TESTSPIELER: Der Zillertaler Nico Nissl (20) versucht nach Auszeichnungen im US-College-Fußball bei Schwarzgrün unterzukommen.

DER ABSCHIED: Fabian Hafner (19) hat sich von der Mannschaft verabschiedet. Er steigt aus seinem Vertrag aus (bis 2014), konzentriert sich aufs Studium. Sascha Wörgetter (19) und Alex Fröschl (20) dürfte es nach Hartberg ziehen. Roli hat Kumpel Bruno Friesenbichler das Duo empfohlen. Leihweise. Zum Erfahrung sammeln.

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12. Juni 2013

"Ich freue mich sehr auf ruhigere Spiele!"

Georg Fraisl

Der "Thriller von Wolfsberg" hat auch bei Trainer Roli Kirchler Spuren hinterlassen. So irre muss es ab heute (Trainingsstart) nicht mehr zugehen

Sonntag, 26. Mai, Wolfsberg. Schade, dass die Tiroler an diesem Nachmittag keine Pulsmesser am Leib trugen. Das hätten die Sportwissenschaftler nicht geglaubt, wie hoch so ein Herzschlag fliegen kann. Und ein Mediziner, der hätte in der Hektik des Wunders von Wolfsberg sowieso nur noch laut nach dem Notarzt geschrien.

Heute steht die Truppe, die vor 18 Tagen das Unmögliche möglich gemacht hat, wieder auf dem Trainingsplatz. Ein paar Helden weniger (Perstaller, Svejnoha, Merino, Schreter, Dakovic, Egger).

Und (vorläufig) fünf neue Gesichter dazu. Während die Spieler nämlich dem süßen Nichtstun frönten, ging´s bei Trainer-Manager Roli Kirchler und Team-Manager Gogo Feistmantl rund. Transferzeit. Da hat das Mobiltelefon Hochsaison.

Mit dem Erreichten ist Kirchler zufrieden: "Schade um den Spanier Alex Ortiz. Er hätte sportlich gut hineingepasst. Aber uns ist die Zeit davongelaufen. Da mussten wir uns anders umsehen. Superstars konnten wir keine holen, aber wir sind eine junge Mannschaft mit Qualität und vor allem auch mit Biss."

Das Mannschafts-Budget wurde gegenüber dem Vorjahr um 300.000 Euro gekürzt, damit zieren die Tiroler in Sachen Geld das Ende der Bundesliga-Tabelle - einen Katastrophen-Start wie 2012 (nur ein Sieg in elf Spielen) wollen die Schwarzgrünen aber nicht mehr hinlegen. "Mit dem Punkteschnitt in meiner Ära wären wir im gesicherten Mittelfeld, da wollen wir hin. Und ich denke, dass wir das auch drauf haben", legt Kirchler die Marschroute fest. Nachsatz - in Erinnerung an Wolfsberg: "Und ich freue mich auf ruhigere Spiele!"

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11. Juni 2013

"Infrarot" soll Wacker g´sünder machen

Georg Fraisl

Wacker neu? Was die Politik als Gegenleistung für das finanzielle Rettungspaket vor einigen Wochen in einem Forderungskatalog eingemahnt hat, kam nur sehr schwer in die Gänge. Kurz vor Beginn der Vorbereitung für die kommende Saison gibt´s aber Bewegung an der Funktionärsfront. Zwei Gruppierungen arbeiten an der Übernahme, eine davon sogar mit Präsident Kaspar Plattner.

Die von der Politik geforderte Generalversammlung ist noch in weiter Ferne. Mit Monatsende endet das Bilanzjahr, dann kann man über die Bücher gehen... Unabhängig davon wird von zwei Gruppierungen an einer Übernahme des Vereins gearbeitet. Mit dem gemeinsamen Ziel, dem Verein moderne & effizientere Strukturen zu verpassen.

GEHEIM 1: Sie sind Fans und wären auch gerne Förderer. Sie stehen in der Wirtschaft und träumen von einem Wacker ohne finanzielle Schieflage. Wunschmann auf dem Präsidentensessel: Der große Telfer Unternehmer Arthur Thöni.

GEHEIM 2: Es brauche in erster Linie neue Strukturen, sagt eine andere Gruppe aus der Wirtschaft. Und hat bereits ein Konzept erarbeitet. Federführend dabei: Physiotherm-Chef Josef Gunsch (Tiroler Infrarot-Kabinen). Auch ein Gespräch mit Plattner hat´s schon gegeben. Bei dieser Konstruktion könnte der Präse auch im Amt bleiben.

Morgen startet Roli Kirchler seine Vorbereitung. Fünf Neue (Wolfgang Schober, Stipe Vucur, Michael Steinlechner, Miroslav Milosevic, Daniel Brauneis) sind dabei - Ivica Majstorovic (Hochzeitsurlaub) soll nächste Woche kommen. Mattersburg (neuer Trainer Alfred Tatar, Sportdirektor Lederer) zieht die Option beim 33-Jährigen nicht, er ist ablösefrei.

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08. Juni 2013

Fünf Neue - so soll der neue Wacker aussehen

Georg Fraisl

Noch klingt der Jubel über das Wunder von Wolfsberg im Ohr, da steht schon die nächste Saison vor der Tür. Am Mittwoch steht das erste Training am Programm. Mit (wahrscheinlich) fünf neuen Gesichtern.

Neu: Die neue Nummer 2 hinter Szabolcs Safar soll aus Ried kommen und Wolfgang Schober heißen. 23 Jahre alt, 1,88m groß, bisher ein Einsatz in der Bundesliga. Schober will sich verändern, ein privater Gönner hilft beim Weg nach Tirol.

Neu: Stipe Vucur (21), der neue Abwehr-Riese (1,92m) aus Lustenau. Der FC-Forderung nach einer Ausbildungsentschädigung (56.000 Euro) sieht Wacker gelassen entgegen: "Uns wurde bestätigt, dass das nicht zu bezahlen ist."

Neu: Miroslav Milosevic (27) soll die Fäden im Mittelfeld in die Hand nehmen. Standesgemäß bekommt der bisherige Horn-Regisseur auch die Wohnung des Spaniers Carlos Merino.

Neu: Noch fehlt die Unterschrift, aber Daniel Brauneis (26) geht fix davon aus, dass er in der kommenden Saison in der Bundesliga das schwarzgrüne Dress tragen wird. Ein echter, robuster Goalgetter, der bei all seinen Stationen (Gratkorn USV Allerheiligen, GAK, Amstetten) Tore am Fließband geschossen hat. Auch bei diesem Engagement hilft ein privater Gönner.

Neu: Was wäre der Transfermarkt ohne Probleme? Mattersburg will für Ivica Majstorovic (31) Geld, das man für ihn in Griechenland schuldig ist. Wacker lächelt milde - und rechnet mit dem Abwehr-Boss.

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07. Juni 2013

Das kommt Roli nicht sooo spanisch vor

Georg Fraisl

Umdenken. So sehr Roli Kirchler auch vom Können des 27-Jährigen Inaki-Bea-Schützlings Alex Ortiz (CD Guadalajara) überzeugt ist, die Umstände des Transfers sind dem Wacker-Trainer zu unsicher. Das neue Objekt der Begierde ist Ivica Majstorovic, der war zuletzt in der Innenverteidigung von Mattersburg tätig.

Der spanische Zweitligist Guadalajara zittert um die Lizenz. Und nur ohne Spielgenehmigung für den Vereien wäre Ortiz ablösefrei. In Innsbruck würde er nicht vor Ende Juni auftauchen - und dann erst mit Deutsch lernen beginnen...

"Der Spieler wäre sicher ideal für uns. Aber ich habe bei der ganzen Sache kein gutes Gefühl. Zu viele Wenn, zu viele Aber. Nein - mir läuft die Zeit davon. Ich muss mich anderswo umschauen", beschloss Roli. Der Blick fiel nach... Mattersburg.

Freilich erst nach einem Hinweis. Helge Payer, Rapids ehemaliger Tormann, legte Kirchler den 31-Jährigen Ivica Majstorovic ans Herz. Die beiden kennen sich seit der gemeinsamen Zeit in Griechenland. Der Abwehrspieler wurde in München geboren, spielte auch lange Zeit für Unterhaching - Kommunikationsprobleme sollte es keine geben. Majstorovic hat zudem jene Führungsqualitäten, die sich Roli wünscht. Und er entspricht auch dem schwarzgrünen Budget. Kirchler war nach einem Telefonat mehr als angetan.

Wattens winkt ab

Für Martin Svejnoha (35) wird kein Platz mehr sein. Der Etat ist zu knapp. Leider: "Mit Tränen in den Augen", sagt der Trainer, "habe ich ihm abgesagt." Der Tscheche würde gerne in Tirol bleiben, hofft jetzt auf Wattens. Doch dort winkt Sportdirektor Robert Auer eher ab: "War bei uns noch kein Thema, ist aber derzeit schwer vorstellbar."

PS: Wacker-Rechtsanwalt Hermann Holzmann plant gegen die Kirchler-Sperre mit einer einstweiligen Verfügung vorzugehen. "Das kommt einem Berufsverbot gleich - das kann es doch nicht sein."

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05. Juni 2013

Mega-Strafe: Innsbruck geht auf die Barrikaden!

Georg Fraisl

Wacker Innsbruck lässt sich die Mega-Strafe für Trainer Roli Kirchler nicht gefallen! Ein Monat Sperre und 10.000 Euro - "Das ist überzogen", sagt Rechtsanwalt Hermann Holzmann, der den Protest formuliert. Kirchler selbst vermutet: "Das ist eine Retourkutsche für meinen Schiri-Sager".

Nach der 2:3-Heimniederlage gegen Salzburg fauchte Kirchler in die Mikrofone: "Ich will nie Schiri sein, dafür bin ich zu intelligent." Er nahm die Aussage schon bald darauf zurück, entschuldigte sich auch dafür. Aber sie scheint an ihm hängen zu bleiben wie ein Klotz am Bein. Für den Schubser von Wolfsberg griff der Strafsenat hart durch: Ein Monat Funktionssperre (12.7. bis 12.8.), 10.000 Euro Geldstrafe (davon 5000 bedingt).

Das hat den 42-Jährigen getroffen: "Ich habe einen Fehler gemacht, keine Frage. Aber ich habe kein Kapitalverbrechen begangen. Das Ausmaß der Strafe ist ein Wahnsinn." Denkt auch Jurist Hermann Holzmann: "Die Tatsache, dass Kirchler sofort Einsicht gezeigt hat, hätte mildernd wirken müssen. Außerdem wird durch die Funktionssperre der Verein mit bestraft - und kann absolut nichts dafür!"

Die Sperre (Roli darf während des Spiels und in der Pause keinen Kontakt zur Mannschaft haben) betrifft fünf Spiele (4 x Meisterschaft, 1 x Cup) und schmerzt den Trainer mehr als die Pönale: "Ich will bei meinen Burschen sein. Der Saisonstart ist eine wichtige Phase." Andererseite: Besser gesperrt in der höchsten Liga, als auf der Trainerbank und leider nur in der...

Die Transfer-News: Safar hat ein Jahr verlängert, bei Miroslov Milosevic geht´s noch um Kleinigkeiten. Und bis morgen soll geklärt sein, ob Guadalajara für Innenverteidiger Alex Ortiz (27) Ablöse will. Die Amateure? Axams würde helfen, doch es gibt noch Rechtliches zu klären.

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04. Juni 2013

Spanier wollen Ablöse, da winken die Innsbrucker ab

Georg Fraisl

Sommerpause für die Profi-Fußballer - der Senat 1 der Bundesliga musste gestern dennoch eine Sonderschicht einlegen. Eine extra-lange noch dazu: Fast zwei Stunden tagte das Schiedsgericht. Der Wacker-Trainer wurde telefonisch (via skype) "verhört". Der freute sich mehr über Fortschritte bei einem Transfer.

Die gute Nachricht nach der Rückkehr aus dem Urlaub: Das Engagement von Miroslav Milosevic rückt näher und näher. Noch gibt es mit dem 27-jährigen Regisseur des Erste-Liga-Klubs Horn zwar einige Dinge zu klären, doch Kirchler ist recht zuversichtlich, dass man den Mittelfeldspieler doch nach Tirol lotsen kann. Beim spanischen Innenverteidiger sind aber unerwartete Probleme aufgetreten: Ablöse - das tut Wacker sicher nicht. Somit ist auch fraglich ob Kirchler am kommenden Sonntag nach Spanien fliegen wird. "Ich steig nur ins Flugzeug, wenn ich weiß, dass der Mann zu finanzieren ist."

Ein routinierter Innenverteidiger ist und bleibt der Wunsch Nummer 1 der Schwarzgrünen. Sollte die Aktie Spanien und die Tipps von Ex-Spieler Inaki Bea platzen, haben die Tiroler Alternativen parat. Aus dem Balkan-Raum wurden mehrere Spieler offeriert.

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03. Juni 2013

Stürmer aus Amstetten?

Georg Fraisl

Ganz ohne Fußball geht´s halt auch im Urlaub nicht. Das Cup-Finale von Berlin sah Kirchler im Südtiroler Hotel im Kreis deutscher Gäste. Keiner ahnte, dass an diesem Abend Experten nicht nur im Fernseh-Kastl, sondern nebenan am Sofa saßen. Aber so hundertprozentig bei der Sache, das war der Roli eh nicht. Irgendwo im Hinterkopf, da spukt das Transfergeschäft immer herum.

Heute wird der Trainer wieder als Sportdirektor in Amt und Würden sein. Und auf der To-do-Liste ganz oben steht die Unterschrift von Szabolcs Safar. Reden muss man da nicht mehr, die Sache ist ausgehandelt, nur wollte der Tormann nach dem Wunder von Wolfsberg gleich heim zur Familie. Das Vertrags-Autogramm konnte warten.

Gleich hinter Safar auf der Liste: Die Suche nach einem Ersatz für den abgewanderten Stürmer-Helden Julius Perstaller. Und Kirchler glaubt beim 26-jährigen Steirer Daniel Brauneis fündig geworden zu sein. Ein echter Goalgetter, vor einem Jahr in der Regionalliga Mitte beim GAK, zuletzt in der Ost-Liga bei Amstetten. Ein Experiment, klar. Aber eines, das durchaus klappen könnte - das wurde auch von Brauneis´ Ex-Mitspieler Christian Schilling versichert.

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31. Mai 2013

40.000 Roli-Bonus

Georg Fraisl

Die gute Nachricht nach dem neuen Spar-Shock bei Wacker: Kirchler spielte mit seiner Elf Geld ein.

Ab in den Süden. Weg, nur weg. Den ganzen Ärger einmal hinter sich lassen. Und nach der Ankündigung, dass er beim Mannschafts-Budget für die kommende Saison 300.000 Euro einsparen müsse, war der Ärger bei Roli Kirchler groß gewesen.

Denn der Plan, den der 42-Jährige in den vergangenen Wochen für den Fall des Klassenerhaltes entwickelt hatte, war vielversprechend. "Wenn wir oben bleiben", hatte Roli im Mai immer wieder gesagt, "dann starten wir durch." Mit dem Budget der Vorsaison, mit gezielten Verstärkungen...

Jetzt hat die Klub-Führung die Ambitionen des Trainers wieder auf den Boden zurück geholt. Kirchler war außer sich, enttäuscht und verzweifelt zugleich. Dann machte er am Dienstag Abend auf dem Absatz kehrt: "Jetzt bin ich bis Samstag auf Urlaub."

Zuversicht kehrte zurück

Lange dauerte es freilich nicht, bis die fast schon sprichwörtliche Zuversicht des Trainers zurückkehrte: "Wir lassen uns nicht aufhalten. Auch davon nicht", knurrte Kirchler bei der Fahrt über den Brenner.

Er habe im Finish der dramatischen Saison eine Mannschaft gefunden, der man vertrauen kann. "Das ist sehr positiv." Dass er mit dieser Truppe auch noch zusätzliches Geld in die ach so leere Kasse gespielt habe, war fast schon eine Sensation: Weil Kirchler zuletzt meist mit Svejnoha nur noch einen Legionär engesetzt hat (Abraham verletzt, Merino nur Ersatz), stieg der Österreicher-Anteil auf 78 Prozent. Und brachte dem Klub unerwartete 40.000 Euro. Der Roli-Bonus.

Stipe Vucur (21), der erste Neuzugang, passt zu diesem Trend. beim FC Lustenau (50 Spiele/10 Tore) verteidigte er noch als Kroate - nach Innsbruck kommt der 1,92m-Riese mit österreichischem Pass. So wie der Serbe Miroslav Milosevic (27). Die Verhandlungen mit dem Horn-Regisseur (65 Spiele/19 Tore) sind sehr weit.

Kommt der Spanier?

Ganz ohne Legionär wird´s dennoch nicht gehen. Schließlich hat Tomas Abraham noch Vertrag. Und schließlich schreit die Defensive nach einem Chef. Den Spanier mit Premiera-Division-Erfahrung (derzeit Segunda) hat Kirchler noch nicht gestrichen: "Ich muss im Urlaub halt ein bissl herumrechnen." Nächsten Sonntag möchte sich Roli den Mann selbst live ansehen.

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30. Mai 2013

300.000 € einsparen!

Georg Fraisl

Jetzt war´s doch grad so fein. So richtig zum Durchatmen, a bissl Energie tanken, genießen. Und dann - DAS! Das Wetter???? Ach, wenn´s nur das wäre. Man braucht halt eine Rossnatur in den Bergen. Fürs Wetter sowieso. Und für den Wacker  gleich dreimal. Ja, ja. Schwarzgrün und die Kohle. Die unendliche Geschichte. Die Pipi-Langstrumpf-Rechenkünstler sind wieder unterwegs.

Nach dem 700.000-Euro-Minus der vergangenen Wochen sickerte gestern Mittag vor der Vorstandssitzung durch, dass im Sportbudget (!) 300.000 Euro eingespart werden müssen. 700.000 plus 300.000. Damit hat Wacker nach Adam Riese (das ist der, der wirklich Rechnen kann) eine Million Euro weniger zur Verfügung als in der vergangenen, so-genannten Spar-Saison.

Na bumm. Und Roli Kirchler vor ein paar Tagen Urlaub in Südtirol richtig sauer. Solche Meldungen bei der momentanen Nicht-Absteiger-Euphorie, die kann er brauchen, wie die Schwimmbäder die Eisschrank-Temperaturen. Und weil all seine Transfer-Pläne... Gut, Safars Verlängerung ist fix, Stipe Vukurs (sic!) Kommen auch, Milosevic so gut wie. Dann... Als Trainer hat Roli schon gezaubert, jetzt muss er´s auch als Sportdirektor.

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29. Mai 2013

Schnäppchen vom Konkurs

Georg Fraisl

"Hätt der Tag doch 48 Stund"... dann würd´ sich im Leben von Roli Kirchler derzeit vielleicht alles ausgehen. Gestern Mittag ein Meeting mit den Klubärzten - und als der Wacker-Trainer sein Mobiltelefon wieder anschaltete, wurden ihm Dutzende Anrufe in Abwesenheit aufgelistet. Journalisten, Spieler, Manager, Berater, Freunde...

Der ganz normale Wahnsinn in der Transferzeit. Da dreht sich das Geschäft noch um eine ordentliche Spur schneller, härter, intensiver. Am Montag wollte Horn für Torhüter Cican Stankovic noch Ablöse. Am Dienstag - nachdem Wacker abgewunken hatte - war plötzlich Interesse an einer Art Tauschgeschäft da.

Der 20-Jährige Doppelstaatsbürger (Österreich, Serbien) ist als Nummer 2 hinter Szabolcs Safar geplant. Und würde aus dem nördlichen Waldviertel Miroslav Milosevic begleiten, die serbische Nummer 10 des Erste-Liga-Klubs, der so gut wie fix bei Wacker ist und in diesen Tagen einen österreichischen Pass bekommt.

So wie auch der 21-jährige Kroate Stipe Vukur (sic! Anm.: Vucur), den sich die Tiroler aus der Konkursmasse des FC Lustenau schnappen. ein 1,90-Meter-großer Verteidiger, der ebenso wie Wattens-Kopfball-Ungeheuer Michael Steinlechner die neue Welle in der Verteidigung bilden soll.

Rund um den neuen Abwehr-Boss aus Spanien. Gestern kam Inaki Bea wieder nach Innsbruck, um mit Kirchler die Modalitäten auszuhandeln. Klar: Ein Mann mit Premiera-Division-Erfahrung hat seinen Preis. Kirchler: "Aber wir wollen die Kosten im Rahmen halten. Erst will ich sehen, ob der Bursche finanzierbar ist, erst dann fliege ich nach Spanien, um ihn mir anzusehen." An dem Tag mit 48 Stunden.

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29. Mai 2013

Passis Traum von der Heimkehr geplatzt

Georg Fraisl

Ex-Teamkeeper Pascal Grünwald wollte zurück nach Innsbruck, aber die Austria lässt ihn nur gegen eine Ablöse ziehen

Gescheitert: Missmutig fuhr Pascal Grünwald gestern Vormittag zum Training der Wiener Austria. Die vielen heimlichen Gespräche der vergangenen Tage, die ganze Heimlichtuerei, die viele Überzeugungsarbeit - alles umsonst. Der 30-Jährige wird wohl weiter bei den Violetten bleiben müssen, nix wird aus der Heimkehr.

Dabei hatte er sich Innsbruck schon wieder so nahe gefühlt. Klar, dass "Passi" auf der Ersatzbank der Austria (oder gar auf der Tribüne) schweres Heimweh plagt. Und auch klar, dass sich Ex-Mitspieler Roli Kirchler im fernen Tirol dafür interessierte. Das wäre eine perfekte Lösung auf der Nummer-1-Position für etliche Saisonen. Abgesehen davon, dass die Heimholung des Tiroler Ex-Teamkeepers perfekt zum schwarzgrünen Image passen würde.

Aber? Austria hat vor zwei Jahren 250.000 Euro in Grünwald investiert - einen Teil davon hätte Austrias Sportboss Tommy Parits gerne zurück - zumal Pascal noch bis Sommer 2014 bei Austria unter Vertrag ist. Die Telefone liefen heiß, auch Wacker-Boss Kaspar Plattner telefonierte mehrmals mit Parits. Doch der ließ sich nicht erweichen - eine Ablöse kommt für Wacker nicht in Frage. Passi versucht das Geld nun selbst aufzutreiben, aber...

Geklappt: "Unsere Lebensversicherung!" - So nannte Trainer Roli Kirchler Torhüter Szabolcs Safar in jedem zweiten Satz. Der wahrlich nur einen einzigen Fehler hat: sein Geburtsjahr! Im August wird er 39 Jahre alt - dieses Bollwerk ist keine Dauerlösung mehr. Nur daher hatte Roli mit einer Alternative spekuliert. Aber noch vor dem Wahnsinns-Finale in Wolfsberg machte Kirchler klar Schiff - und verlängerte (mündlich) mit Safar. Heute in der Vorstandssitzung müssen die schwarzgrünen Bosse zustimmen. Kirchler: "Safar war einer der Helden des Überlebenskampfes, er hat sich das absolut verdient."

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28. Mai 2013

Perstls Extra-Prämie für seine Tore: Keine Klage

Georg Fraisl

Am Mittwoch gab´s Pfiffe, am Sonntag Bussis. Für Stürmer Julius Perstaller (24) ging´s in seiner letzten Wacker-Woche zu wie auf der Achterbahn. Und vor dem Abgang nach Ried gibt´s für seine umjubelte Heldentat in Wolfsberg noch eine ganz besondere Prämie: keine Klage!

Ein unbedachter Blödsinn, keine Frage. Da sind sich inzwischen eh alle einig. Am 13. Mai unterschrieb Julius Perstaller einen neuen Vertrag für Ried - und schlüpfte bei der Präsentation im Innviertel in den Dress seines neuen Arbeitgebers ab 1. Juli. Weil der 24-Jährige zu diesem Zeitpunkt noch Vertragsspieler von Wacker Innsbruck war, ein klarer Rechtsbruch.

Wacker-Präsident Kaspar Plattner schäumte und gab seinem Rechtsanwalt Hermann Holzmann den Auftrag dagegen juridisch vorzugehen. Trainer Roli Kirchler bremste: "Vielleicht brauch´ ich den Perstl no, wartet´s zumindest bis die Saison ganz vorbei ist." Die Klage-Schrift, die Julius wohl zwei Gehälter (Juni plus Sonderzahlung) gekostet, blieb liegen (sic!)...

Am Tag nach Perstallers Wolfsberg-Doppelpack war die Klage wieder Thema. "Präsident - das Papier kannsch wegwerfen", riet Kirchler seinem Boss telefonisch. Aber der hatte ohnehin abgewunken - auch weil Holzmann, Anwalt & Fußball-Fan gedroht hatte: "Wenn du jetzt noch gegen den Perstaller vorgehst, musst dir einen anderen Anwalt suchen."

Nein, wollte er eh nicht, der Präse. Hätte den künftigen Ex-Wacker-Spieler ja in Wolfsberg am liebsten abgebusselt. So schön kann Fußball sein. "Ich glaub´, ich werde doch bleiben", sagte Kaspar.

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28. Mai 2013

Schiris böse auf Kirchler

Georg Fraisl

Nachspielzeit in Wolfsberg. Die Nerven blank, überall, bei jedem. Die Herzen rasten, die Augen flackerten, in jedem tobte er, der Orkan. Wann pfeift der Schiri denn ab???? Roli Kirchler gab in dieser Situation dem vierten Unparteiischen Markus Hameter einen Schupfer. Eine Tätlichkeit. Referee Alexander Harkam schrieb das so in seinen Bericht - und der Schiri-Chef Johann Hantschk verurteilte es gestern scharf: "Absolut intolerabel. Dagegen muss ein klares Zeichen gesetzt werden." Das riecht nach Schmalz. Der Strafsenat urteilt nächste Woche.

Fußball-Tirol zuckte gestern darüber (noch) die Achseln. Zu groß war das Glück über das Wunder von Wolfsberg. "Das war kitschig", stammelte auch Kirchler am Tag danach selig. Ehe er sich ins Transfer-Getümmel stürzte. Vieles hatte er ja vorbereitet. Wie die Verlängerung von Szabolcs Safar, die heute fix gemacht wird. Sein neuer 2er wird wohl der Ex-Wattener Ferdl Oswald (Schalke) werden, da Horn für Cican Stankovic Ablöse verlangt. Markus Egger verlässt den Klub wie Perstaller, Merino, Schreter und Dakovic. Erster Neuankömmling dürfte Horns Regisseur Miroslav Milosevic werden - eine Empfehlung von Michael Streiter.

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24. Mai 2013

Wacker ließ sie stehen

Georg Fraisl

Roli Kirchler war gerade kein Teenager und kein Wattens-Spieler mehr. Der legendäre Ernst Happel hatte ihn nach Innsbruck geholt, als großes Versprechen für die Zukunfft. Damals, Anfang der 90er Jahre, Gernot Langes-Swarovski war der Präsident. Der große Gönner, ohne den sich Tirols Spitzenfußball nicht seiner zehn Meistertitel, sondern höchstens einiger Blumentöpfe rühmen dürfte.

Heimspiele waren Pflicht für den Konzern-Boss. In einem Holzhäuschen neben dem alten Tivolistadion traf sich vor und nach dem Match die Prominenz - das Wort "VIP-Klub" hatte den Weg noch nicht in die Alpen gefunden. Oft war die Familie dabei. Auch Sohn Markus und Tochter Diana.

Einmal Fußball-Virus, immer Fußball-Virus. Am Mittwoch war Diana im Tivolistadion zurück, ließ sich einfangen von der aufgeheizten Atmosphäre, die erstmals wieder prickelte, brodelte, wie es in den großen Zeiten gang und gäbe war. Und in den Rhythmus der Nordtribüne fiel auch die Kristall-Lady ein. Sie klatschte fest mit.

Diana stand am Fuße der Stiege, die zum VIP-Klub führt. Während fast der gesamten ersten Halbzeit. Anfangs ein bisschen verloren, später fast ein bissl genervt. Logisch: Sie wäre gern gesessen, das sollte bei einer (gekauften) VIP-Karte schon möglich sein. Aber die Plätze rund um den Promi-Bereich waren schon alle besetzt, auch Brigitte Plattner, die Frau des Präsidenten, erlebte die ersten 45 Minuten gegen Sturm stehend.

Kein Malheur, logisch. Jeder kann einmal ein bissl stehen, tut gar nicht weh. Aber bei einem Verein mit latenten Geldnöten sollte die Betreuung spezieller Gäste ganz anders ausschauen. Und allein aus Respekt vor ihrem Vater hätte man für Diana eine Sänfte holen müssen.

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23. Mai 2013

Jaaa - und noch einen drauf

Georg Fraisl

So groß das Entsetzen im Tivolistadion zur Pause war, so irre war am Ende der Jubel über den 2:1-Sieg

Lähmend, das Entsetzen zur Pause. Auf der Nordtribüne, die in der ersten Halbzeit wie im Akkord geschuftet hatte. Bei den Promis, die zum Daumendrücken angerückt waren als wäre es ein Opernball. Und auch auf der Wacker-Bank, die Sekunden vor dem Halbzeitpfiff den bislang wohl ärgsten Tiefschlag im Kampf um den Klassenerhalt hinnehmen musste. Um 21.15 Uhr und Okoties Treffer zur Sturm-Führung begannen die schwarzgrünen Lebenslichter extrem zu wackeln! Besonders bitter: Mit Rubon Okotie hatten die Innsbrucker im Sommer vor einem Jahr wegen eines Wechsels an den Inn verhandelt...

Acht Minuten nach Wiederbeginn war sie wieder da, die Hoffnung. Da hatte Hinterseer alle die Hände in die Höhe reißen lassen, wie´s Onkel Hansi auf der Bühne immer fordert. 21.40 Uhr zeigte die Uhr.

Aber die Begeisterung schwappte nicht mehr über. Weil auf den Tribünen alle wussten, dass Wr. Neustadt in Führung gegangen war. Da war es im Tivolistadion zu spüren, dass jeder dachte: Jetzt hilft nur noch ein Wunder...

Und es geschah: "Wuschi" Wernitznig bugsierte das Leder in der 90. Minute doch noch über die Linie. Dann alle selig. Das Tivoli tanzte. Nix mehr "FC Weh" - um 22:18 Uhr hatten die Tiroler die rote Laterne an die Admira abgegeben. Und als Schiri Schörgenhofer um 22:21 Uhr das Wacker-Spiel des Jahres abpfiff, fielen sich alle glücklich in die Arme, die Nordtribüne stürmte den Platz. Der erste Schritt ist getan - jetzt geht´s auf zum großen Finale am Sonntag in Wolfsberg.

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22. Mai 2013

Der Anfang ist auch ein Ende

Georg Fraisl

Auch heute Abend ist es ratsam, wärmere Kleidung mit ins Tivolistadion zu nehmen. Von der Erderwärmung sind die Heimspiele der Schwarzgrünen in diesem Frühjahr ausgenommen - es ist nicht nur die Tabellensituation, die einen frösteln lässt.

Ja, man könnte formulieren: So richtig warm ist man mit der Spielsaison, die im Tivolistadion heute zu Ende geht, eigentlich nie geworden. Der Katastrophen-Start unter Walter Kogler war wie ein Klotz am Bein, den man nie richtig los wurde - auch wenn es zwischenzeitlich sehr danach ausgesehen hatte.

Und jetzt? In welcher Liga auch imer Wacker in der kommenden Saison spielen wird, der heutige Schlusspfiff wird in gewisser Weise das Ende einer Tivoli-Ära darstellen. Trainer & Sportdirektor Roli Kirchler will und wird den schwarzgrünen Karren auf neue Schienen stellen. Deswegen hat der 42-Jährige in den vergangenen Wochen unzählige Gespräche und Telefonate geführt - so ein Aufbruch zu neuen Ufern fällt einem halt nicht in den Schoß.

Logisch, dass dieser anvisierte Anfang für einige das Ende der schwarzgrünen Zeit bedeutet. Julius Perstaller hat mit seiner Unterschrift für Ried bereits das Weite gesucht. Auch Dario Dakovic ließ den Wunsch nach Veränderung fallen.

Ebenso wird Carlos Merino derzeit wohl nicht zufällig anderen Bundesliga-Klubs angeboten. So wie die Gerüchte nicht verstummen wollen, dass es Marcel "Schretor" Schreter nach elf Jahren beim Innsbrucker Klub zurück nach Telfs zieht.

Martin Svejnohas Vertrag läuft ebenfalls aus. Und ein Blick aufs Geburtsdatum (1977) verrät, dass das Karriere-Ende nicht mehr weit ist. Auch wenn der Tscheche so gerne in Tirol bleiben würde.

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18. Mai 2013

Roli und das Büro im Bus

Georg Fraisl

Gestern Nachmittag baute Roli Kirchler den vordersten Sitz im Mannschaftsbus des FC Wacker Innsbruck zu einem Büro um. Wie immer  bei den Auswärtsfahrten vergrub sich der 42-Jährige auch in den zwei Stunden Richtung Salzburg hinter Papieren & Mobiltelefon. Wenn der Trainer zum Sportdirektor mutiert.

Die Spieler wissen, dass die Chance im Bus zum Chef vorzudringen, gegen Null geht. Und wenn das Auswärtsmatch in Peking ware, würde Kirchler auch tagelang durchquatschen. Telefonieren bis das iPhone einen Notarzt braucht. Zum Spass macht er das natürlich nicht, der Kirchler. Der Berg, den es abzuarbeiten gibt, ist gewaltig...

Es wird überall Veränderungen geben, das ist jetzt schon klar. Im Kader - und im Trainerteam. Und unabhängig davon, in welcher Liga die Schwarzgrünen in der kommenden Saison spielen werden. In Rolis Bus-Büro geht es sowohl um Plan A - als auch um die ominöse Version B, an die aber keiner so recht denken will.

Im Falle des Abstieges würde Kirchler seine Doppelfunktion weiter ausüben. Das hat er so versprochen. In der Bundesliga, darauf hat er beharrt, keinesfalls. Manchal allerdings, wenn er in seinem Bus-Büro eine der ganz seltenen Telefon-Pausen hat, da dämmert es Kirchler, dass er die Zweifach-Belastung nicht mehr los wird. Billiger geht´s für den Verein nämlich nicht mehr. "Logischerweise" kriegt Roli keinen Euro mehr, seit er auch Sportdirektor ist - schließlich muss der Verein ja den gefeuerten Oliver Prudlo noch bis Jahresende zahlen.

Warum man jemanden, der eh Geld bekommt und noch arbeiten könnte, vor die Tür setzt, das wird ewig ein Rätsel bleiben.

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17. Mai 2013

Der Co als Erbe

Georg Fraisl

Wattens sucht weiter einen neuen Trainer. Die Gerüchteküche sagt: Flo Klausner ist Kandidat!

Nach dem Trainersessel bei den Schwarzgrünen im Tivolistadion ist es fraglos der begehrteste Job in Fußball-Tirol. Die Namen, die in den vergangenen Wochen gehandelt wurden, sprechen für sich: Michael Baur, Manfred Linzmair, Michael Streiter...

So interessant die Aufgabe eines Cheftrainers der WSG Wattens auch ist, so schwierig gestaltet sich die Suche. Mit Baur kam es zu keiner Einigung, Linzmair winkte aus persönlichen Gründen ab - nun muss Sportdirektor Robert Auer seine Angel auswerfen.

Die Gerüchteküche brodelt. Das Getuschel über Matthias Zimmerling, der Deutsche, der sich am Mittwoch von der Union trennte und der bei Wacker als Individualtrainer tätig ist, wischte Auer gleich vom Tisch: "Wir suchen eine Tiroler Lösung."

Was in den Fußball-Kantinen auch erzählt wird: Der Unterländer Florian Klausner, der Wacker-Co von Kirchler (bis September bei WSG), soll seinen Chef in Wattens beerben. Der 31-Jährige ist seit acht Jahren bei den Schwarzgrünen, erst als Individualcoach, später dann Co- und Konditionstrainer. Allerdings soll Klausner auch bei der Tiroler Akademie als U-18-Trainer im Gespräch sein.

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17. Mai 2013

In Salzburg ohne Hansi

Georg Fraisl

Als ob der Roli nicht schon genug zum Grübeln, zum Planen und zum Telefonieren hätte. Hier noch ein Meeting mit einem Spielerberater, da eine Sitzung mit Managern, dort ein Termin bei Präse Kaspar Plattner, dazwischen das Training... Und immer & überall im Hinterkopf die Frage: Wie mache ich das am Samstag?

Die drei "S" sind gesperrt: Svejnoha, Schilling, Schütz. Das ist vor einem Match in der Bullen-Arena eh schon Plage genug, da hätte es die G´schicht mit dem "Hansi" wirklich nicht mehr gebraucht.

Am Sonntag, wenige Stunden nach dem 0:3 gegen die Austria, rückte Lukas Hinterseer in die Klinik ein. Mit Magenbeschwerden und hohem Fieber. Nix, was man zu Hause mit ein paar Kitzbühler Hausmittelchen schnell kurieren hätte können, sondern eine echte Attacke auf den Körper des 22-Jährigen. Gestern wackelte er wieder aus dem Krankenhaus heraus. G´sund, sagen die Ärzte. aber halt um ein paar Kilo leichter. Deshalb ist er für Samstag in Salzburg wohl eher...(sic!)

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16. Mai 2013

Der Fall Julius P.

Georg Fraisl

Das Foto, das der (sic!) SV Ried am Montag Nachmittag an die Medien versandte, zeigt Manager Stefan Reiter mit einem sichtlich glücklichen Julius Perstaller im Ried-Dress. Man kann den Schriftzug von Sponsor Josko lesen, auch das Logo "Oberbank" ist deutlich. Damit hat Perstls neuer Verein seinem Stürmer in spe einen Bärendienst erwiesen. Auch der Berater des Spielers dürfte an diesem Tag wohl etwas überarbeitet gewesen sein.

Anwalt Hermann Holzmann, dem der zornige Wacker-Chef Kaspar Plattner die Causa übergeben hat, sieht eine eindeutige Paragraphen-Lage. "Rechtlich ist das ein klarer Vertragsbruch." Werbung mit Nicht-Klub-Sponsoren.

So sehr die erboste Führung auch nach Konsequenzen ruft, Trainer Roli Kirchler tritt auf die Ärger-Bremse: "In erster Linie müssen sich der Spielerberater und die selbst ernannten Saubermänner aus Ried bei der Nase nehmen."

Somit landet der Fall Julius P. bei den Akten. Freilich mit einem warnenden Fingerzeig. In den nächsten zehn Tagen möchte man bei Wacker nur Spieler sehen, die sich fürs eigene Leiberl zerreißen...

P.S.: Ried-Manager Reiter sieht den Fehler ein und wird sich bei Wacker entschuldigen.

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16. Mai 2013

Lizenz ist da! Jetzt fehlen nur noch paar Pünktchen

Georg Fraisl

Hurra, hurra - die Lizenz ist wieder da! Um 13:16 Uhr gab die österreichische Bundesliga am Mittwoch bekannt, dass Wacker Innsbruck auch in der kommenden Saison eine Spielgenehmigung fürs Profi-Geschäft bekommt. Die Erleichterung bei Schwarzgrün ist groß. Und weil auch die Admira die Lizenz erhält, wird er Klassenerhalt nun auf dem Rasen entschieden.

"Endlich was Positives!" - Um den heißen Brei redet Roli Kirchler nie herum. Auch nicht, als er von der "Tiroler Krone" erfährt, dass am Papier der Klassenerhalt geschafft ist. Mit einer Prüfung alle drei Monate - aber das sind die Tiroler eh seit Jahren gewohnt.

Ja - was Positives. Nach der Rückkehr der roten Laterne durch das 0:3 gegen die Austria ein echter Aufmunterer. Der erste Schritt Richtung Bundesliga-Verbleib. Hofft auch Präsident Kaspar Plattner, der aus seiner Erleichterung keinen Hehl macht: "Auch wenn man glaubt, alles richtig gemacht zu haben, so bleibt doch eine gewisse Unsicherheit. Ich bin jetzt sehr, sehr froh." Für die Zukunft will der Wacker-Boss das Thema Lizenz früher und exakter in Angriff nehmen: "Da sind Fehler passiert."

Wie Wacker erhielt auch Abstiegsrivale Admira die Lizenz (mit monatlichem Liquiditäts-Check!). Die Frage des Klassenerhalts wird in den kommenden drei Spielen am Rasen entschieden. Die Schwarzgrünen gastieren ohne die gesperrten Svejnoha, Schilling und Schütz in Salzburg - und hoffen mit der Lizenz-Welle beim Noch-Meister auf einen Punktgewinn.

In der Ersten Liga wurde dem Protest von Hartberg und Vienna (Kontrolle plus minus 5 Punkte) stattgegeben, auch der LASK erhält die Lizenz. Nur Austria Salzburg fiel erneut durch den Rost.

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15. Mai 2013

Es sollte okay sein

Georg Fraisl

High noon in Wien. Das Duell der besonderen Art. Hier Gerald Schwaninger, der Geschäftsführer von Wacker Innsbruck - dort die Mitglieder des Protestkomitees. Sieben hören, drei schreiben mit. Fragen und Antworten fliegen durch die Luft. Es ist ein trockener, nüchterner Verbal-Wechsel. Weit entfernt von den hitzigen Emotionen, mit denen Fußball sonst aufwartet.

Schwaninger war nach Wien gefahren, um eventuelle Unklarheiten beim Protest gegen die Nichterteilung der Lizenz gleich selbst vom Tisch zu wischen. Überraschendes, sagte er nach dem Anhörungstermin, habe man nicht von ihm gewollt. Zuordnungen, Einordnungen.

Heute wird das Komitee die Entscheidung bekannt geben, ob Innsbruck und Admira doch noch die Spielgenehmigung für die kommende Saison erhalten werden. Nervös? "Das müsste ich eigentlich nicht sein", meint Wacker-Präse Kaspar Plattner, "wir haben alles getan, es sollte eigentlich nichts mehr schief gehen."

Das Ungesagte ist nicht zu überhören. Es gibt ein "Aber", das drängt sich förmlich auf. Ja, ja - auch vor der ersten Instanz war die Zuversicht ordentlich groß gewesen. Und dann... Schaden macht klug. Zumindest vorsichtig.

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14. Mai 2013

Perstaller geht zu Ried

Georg Fraisl

"Ja - es ist alles aus und vorbei. Wir haben keine Chance mehr, die Spieler haben aufgegeben. Wir können nur der Konkurrenz gratulieren. Und das Tivoli, das sperren wir zu!" Wer am Sonntag Nachmittag zufällig in die Sportsendung des ORF gestolpert ist, wird über die Worte von Roli Kirchler ziemlich gestaunt haben. Mit absolut ernster Miene machte der Wacker-Trainer einen großen Hacken unter den Abstiegskampf. Ohne auch nur ein Wort ernst zu meinen.

Kirchler hatte im Interview so auf die (doch etwas überzogene) Frage "Ist es nach nach dem 0:3 gegen Austria für Wacker vorbei?" reagiert. Mit viel schauspielerischem Talent, mit viel Sinn für Humor.

Den konnte Roli auch brauchen, als ihm Julius Perstaller mitteilte, dass er für Ried unterschrieben hat (2 Jahre plus Option). Mitten im Abstiegskampf, 14 Tage vor Saisonschluss - da hätte man zuwarten können. "Mag sein", blieb der Trainer gelassen, "aber Perstl hat mich vorher informiert. Alles korrekt, viel Glück."

Humor & Glück - kann man auch bei der Lizenz nicht genug haben. Am Montag hat das Protestkomitee mit der Prüfung der eingereichten Unterlagen begonnen. Und für heute 14 Uhr haben die Tiroler einen Anhörungstermin vereinbart - da könnte man auf eventuelle Fragen des Komitees noch fernmündlich antworten.

Die Entscheidung soll dann Mittwoch gefällt werden. Dass die Bundesliga gestern vom Wirtschaftsprüfer noch Unterlagen angefordert hat, mag möglicherweise nicht das beste Zeichen sein. Aber wir halten uns bis auf weiteres einfach an Roli: "Nein, wir haben keine Chance mehr auf die Lizenz. Wir brauchen auch keine mehr, weil das Tivoli, das sperren wir eh zu."

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13. Mai 2013

Wichtig oder wurscht

Georg Fraisl

Ob´s den Wacker gibt oda nit, des isch eh lei für die Zeitungen und den ORF wichtig. Dieser Satz fiel am Samstag Abend nach diesem bitteren 0:3 gegen Austria Wien in den VIP-Räumen des Tivolistadions. Und das klang noch bitterer als das Resultat.

Natürlich ist die erste Reaktion eine aufbrausende, aggressive. Der logische Reflex eines, der diesem Verein schon seit Jahrzehnten folgt und dabei durch alle Wellentäler der Emotionen geschritten ist. Dieser Satz ist Blödsinn, weil... trotz sinkender Besucherzahlen kein anderer Verein in diesem Land so viele Zuschauer in ein Stadion bringt, weil... nur dieser Klub das Tivolistadion füllen kann.

Blödsinn. Blödsinn. Blödsinn. Nur... aus dem Kopf geht er einem auch nicht mehr, dieser Satz. Klar, es gibt viele, die mit Schwarzgrün nichts am Hut haben. Das ist legitim. Und selbstverständlich würde sich die Welt auch weiterdrehen, wenn dieser Verein nicht mehr in der Bundesliga wäre.

Aber - verzeiht, ihr Fußball-Gegner - irgendwie gehört diese Tivoli-Mannschaft schon zum modernen Tirol, zu unserem Selbstverständnis, zu unserer Außendarstellung, zu unserem Image. Es würde was fehlen. Euch und uns. Richtig ist, dass die Begeisterung um die heimischen Kicker derzeit nicht sehr hoch ist. Auch vom erhofften Statement der Tiroler mit einem Besuch über 10.000 war man am Samstag zugegeben weit entfernt.

Allerdings darf man sich ohnehin die Frage stellen, was in einem Land, in dem sich nur noch jeder Zweite bei einer Landtagswahl den Weg zur Urne antut, die Menschen wirklich noch hinterm warmen Ofen hervorholt.

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12. Mai 2013

Fans halten zu Wacker

Georg Fraisl

Der Sicherheitsdienst zog mit Schluss eine Menschenkette auf dem Tivolirasen auf, um eventuelle Übergriffen vorzubeugen. Aber die schwarzgrünen Fans verhielten sich mehr als vorbildlich. Keine Pfiffe, keine Buhrufe, keine Beschimpfungen. Im Gegenteil: Die Nordtribüne verabschiedete die schwarzgrünen Kicker so, als hätte Schiedsrichter Schüttengruber in der 83. Minute bei 0:0 abgepfiffen.

Gerecht war das nicht, diese 0:3 Watsch´n in der Schlussphase. Aber wer hat behauptet, dass Abstiegskampf gerecht ist, dass der oben bleibt, der das größte Herz hat? Jetzt ist die rote Laterne wieder in Tirol. Das hätten sich auf der Tribüne auch Ex-Teamchef Didi Constantini und Spanien-Heimkehrer Kurt Jara anders gewünscht. Und der ehemalige schwarzgrüne Abwehr-Boss Inaki Bea sowieso.

Der in Deutschland lebende Baske war nach Innsbruck gekommen, um Trainer Roli Kirchler die Namen einiger möglicher Verstärkungen von der iberischen Halbinsel zu unterbreiten. Natürlich im Falle des Klassenerhalts...

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12. Mai 2013

In nur 10 Minuten gab es eine 0:3-Watsch´n

Georg Fraisl

Wacker - Austria Wien 0:3 (0:0). - Viel war von Violett vor der Pause nicht zu sehen. Das Wenige freilich, das hatte es in sich. Eine Chance für drei Treffer - und kein Tor! Das löscht jeder Offensivspieler von seinem Bewerbungsvideo: Jun hämmert das Spielgerät von halblinks an die Querlatte, den abspringenden Ball servierte Gorgon wieder Jun, der den Pfosten vom 5er malträtierte - und dann schoss Hosiner das Runde aus nächster Nähe neben das Eckige (18.).

Verdient hätten sich die Gäste diese eigentlich logische Pausenführung nicht. Wacker setzte der Austria mit äußerst aggressivem Pressing mehr als nur zu, das schwarz-grüne Herz drängte die violette Qualität an den Rand. Zählbares war nicht dabei. Saurer mit zwei Schüssen (16., 41.) sowie Siller mit einem Kopfball (9.) waren noch am nächsten dran.

Nach Seitenwechsel kam die Austria erst etwas besser zurecht. Flo Maders Schlenzer vom 11er übers Tor (58.) hätte als Video auch Lösch-Wert. Als die Nullnummer fast zum Greifen war: Hosiner (völlig frei) traf zwar nicht den Ball richtig, aber das Tor - 0:1 (83.). Sillers Kopfball an die Stange, Schillings zupfte Lindner (86.). Barazite (90.) und Hosiner (93.) vollenden - 0:3.

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11. Mai 2013

Haftung des Vorstands

Georg Fraisl

Um 14:41 Uhr bestätigte gestern Mag. Reinhard Herovits - Finanzvorstand und Lizenzmanager der Bundesliga - den Erhalt der Protest-Unterlagen des FC Wacker Innsbruck. Via Fax. Natürlich hatte sich Rechtsanwalt Hermann Holzmann, der für seinen Freund Kaspar Plattner den rechtlichen Kampf um die Lizenz übernommen hatte, nicht auf das Wagnis Post eingelassen - moderne Übermittlungs-Methoden wie Fax-Geräte oder Email schließen unliebsame Verspätungen so gut wie aus.

Knapp war´s dennoch. Die letzten Unterlagen waren erst am Vormittag in der Innsbrucker Kanzlei eingetroffen - da mussten schon ein paar Sonderschichten eingelegt werden. Egal. Die eingereichten Unterlagen sollten die Auflagen der Bundesliga nun erfüllen. Die Stadt Innsbruck und das Land Tirol haben ihre Teile dazu beigetragen, auch der Vorstand stiftete am 8. Mai eine Haftungserklärung über 200.000 Euro.

Das Protestkomitee der Bundesliga wird nun die Papiere neuerlich prüfen und die Entscheidung am kommenden Mittwoch bekannt geben. In zweiter Instanz ist die Erfolgs-Quote des Innsbrucker Vereins immer unvergleichlich höher...

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08. Mai 2013

Das ist aber echt mutig

Georg Fraisl

Die Post hat bei der jüngsten Landtagswahl bekanntlich 714 Wahlkarten aus dem Bezirk Innsbruck-Land drei Tage zu spät zugestellt. Statt am Freitag tauchten die 714 Stimmen erst am Montag dort auf, wo sie hingehört hätten. Zu 95 Prozent, hatte ein Postsprecher bedauernd gemeint, würden Briefe innerhalb eines Tages zugestellt werden. Und was ist mit dem Rest?

Hat eben Pech gehabt. Das macht Sorge. Große Sorge sogar. Denn mit 714 Wahlkarten dürften die fünf Prozent wohl noch nicht ausggreizt sein.

Und Wacker Innsbruck ist wild entschlossen, die neuen Unterlagen für den Protest gegen die Nichterteilung der Lizenz heute auf dem Postweg nach Wien zu schicken. Vor einem Feiertag! Mein lieber Schwan, Mut kann man wirklich nicht kaufen. Bis Freitag MUSS die Bundesliga die Papiere nämlich auf dem Tisch liegen haben. Sonst... Traritrara, die Westliga ist da.

Gelöst, sagt Präsident Kaspar Plattner übrigens, sei Wackers Lizenz-Problem auch. Der Vorstand hat´s ausgebügelt. Wie auch immer.

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06. Mai 2013

Roli macht Mut: "Wir können das!"

Georg Fraisl

Das wird eine Schlacht. Bis zur letzten Spielsekunde. Drei Punkte trennen die letzten vier Mannschaften in der Bundesliga-Tabelle. Der Thriller ist vorprogrammiert. Wacker muss in den nächsten beiden Spielen gegen die heimische Elite Muskeln zeigen. Erst gegen Austria, dann gegen Salzburg. Trainer Roli Kirchler macht Mut: "Wir können das!"

Abstiegskampf? Treten, beißen, kratzen, stoßen, maulen, fauchen, spucken... So kennt man das. Heimo und Roli machen es anders. Kaffee-Treff vor dem so wichtigen Duell am Samstag in Wiener Neustadt. Eine Stunde lang tratschten die beiden Freunde, bevor sie für 90 Minuten als Trainer Feinde werden. "Wirst sehen: Das geht heut´ unentschieden aus", lässt Kirchler seinen Kontrahenten Pfeifenberger wissen.

Nach dem Match hätte sich der Wacker-Trainer für sein Orakel am liebsten in den A... gebissen. Er hätte auch einen Tiroler Sieg vorhersagen können. Wäre auch nicht falsch gewesen, war locker drin und hätte den Schwarzgrünen ein bisschen Luft fürs große Überlebens-Finale gebracht. Sei´s drum. Was Roli, das Klassenerhalts-Orakel, ein wenig beruhigte: Teil 2 seiner Kaffesud-Leserei mit Heimo: "Heute Unentschieden - und nächsten Samstag schlagen wir die Austria!"

Na bumm, das wär´s. Wacker hat ja gegen die Topklubs Austria und Salzburg in bislang sechs Spielen null (0!) Punkte geholt! Aber Roli hat gegenüber Heimo nicht das Blaue vom Himmel geflunktert, sondern seine Vorhersage aus Überzeugung getroffen: "Wir brauchen noch fünf, sechs Punkte fürs Überleben. Und das bedeutet: Wir sollten zumindest eine Überraschung liefern. Aber die Entwicklung der Mannschaft macht Mut, wir können das! Wir haben auch in Neustadt die Kugel teilweise super laufen gelassen. Ehrlich: Das hat richtig Spaß gemacht,  das zu sehen.

Die gesperrten Kofler und Wernitznig kehren zurück, dafür müssen am Samstag Schilling und Wallner zusehen.

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06. Mai 2013

Solidarität ist gefragt

Georg Fraisl

Ausverkauft. Nicht dieses Spiel, sondern auch gleich das nächste. Die ganze Stadt scheint vom Fieber gepackt. Ehrensache, sagen alle, da dabei zu sein. Geht´s um den Titel? Nein, es geht ums nackte Überleben, um den Klassenerhalt. Deswegen haben sie überall ihre Schals aus den Kästen gekramt und pilgern ins Stadion. Man kann das nicht Euphorie nennen, das ist mehr ein Bekenntnis der Menschen dieser Stadt und seiner Umgebung. Nein, dort lässt man seine Mannschaft in höchster Not nicht im Stich.

Wacker? Schön wär´s. Die Truppe, die damit gemeint ist, fängt zwar auch mit "W" an - die Stadt ist aber Bremen. Und dort drängten sich am Samstag gegen Hoffenheim (2:2) 41.000 ins Stadion, um Werder zu unterstützen.

Schade, dass eine derartige Solidarität im Tivolistadion fast nicht denkbar scheint. Ausverkauft im Abstiegskampf - das würde hierzulande einem Wunder gleichkommen. Schon eine fünfstellige Besucherzahl am Samstag gegen Tabellenführer Austria ließe die Herzen der Schwarzgrünen höher schlagen.  "Ich weiß das: Man kitzelt dann zehn Prozent mehr aus sich raus", sagt Roli Kirchler.

Auch die Lizenz-Sorgen der Innsbrucker wären leichter. Zwei Mal Massenbesuch bei den Heimspielen gegen Austria und Sturm - da könnte man über die fehlenden 200.000 Euro fast schmunzeln.

Aber so schön so eine schwarzgrüne Unterstützungswelle auch wäre, man darf nicht darauf warten. Bis Freitag muss Wacker nämlich die Unterlagen für den Protest gegen den Lizenz-Entzug in erster Instanz nachreichen. Binnen fünf Tagen wird Wacker dann Bescheid erhalten.

Und im Hintergrund, bei der Planung für die kommende Saison, da rinnt ohnehin schon fast die Zeit davon. Die Causa "Safar" ist nur eine von vielen Aufgaben, die geregelt gehören. In dieser Woche kommt der Berater der Innsbrucker "Lebensversicherung" (Kirchler) nach Innsbruck...

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05. Mai 2013

Die Neuen sorgten für die Tore der Schwarzgrünen

Georg Fraisl

Wr. Neustadt - Wacker 2:2 (1:2). - Das nennt man ein Händchen. Wegen Gelbsperren von Kofler und Wernitznig hatte Roli Kirchler seine Elf nach dem Mattersburg-Sieg umbauen müssen. Für die beiden kamen Simon Piesinger und Alex Hauser. Und Wackers Torschützen hießen...
...Piesinger, der nach einem Freistoß von Saurer am höchsten stieg und per Kopf das 1:1 erzielte (24.).
...und Hauser, der eine Top-Kombination (Wallner für Hintersser, Pass zur Mitte) mit einem sehenswerten Schlenzer zur 2:1-Führung abschloss.

Damit war der Patzer von Svejnoha, der sich von Fröschl austanzen hatte lassen (12./allerdings ging dem 0:1 ein Abseits von Friesenbichler voraus), ausgebessert. Und der Spielstand dem Spielverlauf angepasst: Wacker war besser, spielerisch, organisatorisch, kämpferisch.

Bis Offenbacher nach der Pause plötzlich ein Loch in der Abwehr fand - und Safar mit den Fingerspitzen rettete (59.). Fünf Minuten später konnte er nichts mehr tun: Rauters Schuss kann Hauser nicht blocken, Fröschl staubt zum 2:2 ab. Wackers Souveränität dann wie weggeblasen. Die Nerven flattern. Siller rettete per Kopf zur Ecke (87.), Fröschl köpfelte daneben (88.).

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05. Mai 2013

"Bitte - freut euch über dieses Unentschieden!"

Georg Fraisl

Diese Saison der Schwarzgrünen ist nichts für schwache Nerven! Für elf Minuten war Wacker Innsbruck auch gestern im irren Abstiegskarussell wieder im Besitz der roten Laterne - aber nach einem 2.2-Remis beim Abstiegskonkurrenten Wr. Neustadt haben die Tiroler nun doch wieder zwei Punkte Polster auf die Admira.

18:30 Uhr: Mattersburg geht als Schlusslicht in die fünftletzte Runde der heimischen Bundesliga. Von Wacker Innsbruck eine Woche zuvor im direkten Duell mit der roten Laterne betraut.

18:43 Uhr: Die Blitztabelle bringt eine völlige Veränderung der Situation im Tabellenkeller. Nix neues für die Tiroler. Weil Mattersburg gegen Wolfsberg in Führung gegangen ist und Wacker das 0:1 in Wr. Neustadt kassiert hat, sind die Mannen von Roli Kirchler wieder Letzter. Dort, wo sie schon 22 Runden waren.

18:54 Uhr: Ätsch, bätsch - die Schwarzgrünen sind das rote Ding wieder los. Piesingers Ausgleich macht´s möglich. Das Tabellenende ziert nun in der Zwischenwertung die Admira, die in Salzburg aber bis dahin ein torloses Remis hält.

19:05 Uhr: Wieder hat sich die Lage gedreht. Die rote Laterne geht um wie der schwarze Peter. Nun ist Hauser in Wr. Neustadt die Führung gelungen - und hat damit den direkten Gegner auf die Absteiger-Position gedrängt. Alle vier gefährdeten Klubs hatten nun in der ersten Halbzeit die Position inne, die keiner mag.

19:25 Uhr: Wieder ein neues Schlusslicht. Wr. Neustadt ist nämlich der Ausgleich gelungen (Fröschl) - und die Salzburger haben die Führung der Admira egalisiert. Damit rutscht die Elf von Didi Kühbauer wieder auf den zehnten Rang.

20:20 Uhr: Admira verliert, Mattersburg gewinnt - Wr. Neustadt und Wacker teilen die Punkte. Admira Letzter.

20:37 Uhr: Lange ist Roli in der Kabine geblieben. Er muss die schwarzgrünen Seelen trösten. Simon Piesinger, nach seinem ersten Bundesligator begehrter Interview-Partner, hat dem Leiden der Truppe Worte gegeben: "Schade ist es um den Sieg, wir hatten es in der Hand. Aber wir waren uns vielleicht schon zu sicher."

Dem Trainer freilich ist diese Analyse nicht so recht: "Bitte freut euch über dieses Unentschieden", sagte Kirchler, "Klar hätte uns ein Sieg sehr weitergeholfen. Aber nach dem 2:1 wollten wir zu viel, wir haben überpowert." Immerhin blieb Wacker erneut ungeschlagen - nun müssen die Schwarzgrünen fürs Überleben über den eigenen Schatten springen und erstmals in dieser Saison einen Top-Klub schlagen.

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02. Mai 2013

Alle Jahre wieder

Georg Fraisl

Alle Jahre wieder. Nicht nur Weihnachten, sondern auch die Lizenz-Vergabe. Und das lange G´sicht der Tiroler. Als habe das Christkind das falsche Geschenk gebracht. Aber, Leute - Hand auf´s Herz: Langsam ist das schon ein bissl peinlich, dass die Schwarzgrünen jedes Jahr in der ersten Instanz durch den Senat-V-Rost fallen. Denn so richtig überraschend kommt der Termin, an dem man alle Unterlagen vorlegen muss, ja nicht. Oder?

Und so wie wir wissen - um beim Bild zu bleiben - was man am eiligen Abend so alles braucht, Baum, Kugeln, Kerzen, Sternspritzer, Zünder, so kann man wahrscheinlich auch alles beinand haben, wenn man es nicht zum allerersten Mal macht. Natürlich, kennt jeder, geht ab und an was schief, Kugel in Scherben, Kerzen abgebrannt, Baum (mehrmals abgeschnitten, immer noch) zu kurz. ABER: Das lässt sich beheben, keiner steht mit herunter gelassenen Hosen da und jammert, dass die Nacht so still ist.

Nur bei unserem Fußballklub bekommt man den Eindruck, als könnte man die sieben Zwetschgen nicht z´sammklauben und hat immer eine unschöne Bescherung.

× Kronen Zeitung
30. April 2013

Dahoam ist halt dahoam

Georg Fraisl

Dahoam isch dahoam. Das klingt nicht nur Tirolerisch, das ist auch so. Und man muss nicht immer in Lederhosen herumlaufen oder ständig jodeln, um dieses Land schön zu finden. Schließlich kommen auch alljährlich Millionen hierher auf Urlaub. zum Skifahren, Langlaufen, Wandern, Sonne liegen oder... um ein Fußball-Trainingslager zu veranstalten. Werden jeden Sommer mehr.

Warum also in die Ferne schweifen? Denkt sich auch Roli Kirchler - und hat Order gegeben, das Camp in der kommenden Sommer-Vorbereitung in der Heimat anzuberaumen. Kühtai, Zillertal oder Stubaital. Schön.

Dahoam ist dahoam. Gilt auch für Dario Dakovic, der in jungen Jahren erst in dieses Land gekommen ist. Dennoch lockt ihn jetzt der Ruf der weiten Fußball-Welt. Er würde sich gerne verändern, teilte er dem Klub mit. Womit die Verteidigung zu einer schwarzgrünen Problemzone wird. Inklusive Tor laufen da nämlich vier Verträge (Safar, Svejnoha, Siller, Dakovic) aus - da sollte man bald bei Lösungen dahoam sein.

× Kronen Zeitung
29. April 2013

Siller fordert Konsequenz

Georg Fraisl

Allzu viel Beachtung wurde der Sache in Mattersburg nicht geschenkt. Ein Tritt halt, na und? Außerdem: Von Ilco Naumoski schien ohnehin niemand etwas anderes zu erwarten. Da erstaunte der Kopfstoß, den Patrick Bürger im Finish Christoph Saurer verpasste und für den er Rot bekam, alle mehr. Auch Schiedsrichter Rene Eisner schien sich dieser Stimmung anzupassen. Der (absichtliche!) Tritt von Naumoski in die Weichteile von Sebastian Siller wurde vom Referee nicht einmal ignoriert.

Das Opfer der Tätlichkeit sprach sich nach Spielschluss aber sehr wohl  für ein Nachspiel aus: "Man hat mich vor Naumoski gewarnt, aber solche gehören nicht auf den Fußballplatz und daher geahndet", forderte Siller. Freilich: Einfach ist das nicht. Nur wenn der Schiri absolut keine Möglichkeit hatte, den Tritt zu sehen, kann der Strafsenat einschreiten. Sonst gilt es als Tatsachen-Entscheidung.

"Arg nur, dass solche Sachen durchgehen", knurrte Roli Kirchler, "und wir Trainer wegen jedem Blödsinn vor die Ethikkommission gezerrt werden."

× Kronen Zeitung
29. April 2013

Keine Ruhe: Zittern jetzt am grünen Tisch

Georg Fraisl

Ach, ist das Leben schön, wenn man nicht mit der roten Laterne im Bundesliga-Eck lehnt. Wackers Kicker genossen es am Wochenende sichtlich, nicht mehr der oder das Letzte der Bundesliga zu sein. Auch wenn noch einige schwere Hürden in diesem Frühjahr auf die Schwarzgrünen warten. Fünf auf dem grünen Rasen, eine am grünen Tisch. Und viele meinen: Letzteres ist die größte Challange.

Am Dienstag werden die Entscheidungen der Lizenzierungs-Kommission der Bundesliga bekannt gegeben. Und Gerüchten zufolge soll ein Klub der Bundesliga und zwei Vereine aus der Ersten Liga gröbere Probleme haben, die Spielgenehmigung zu bekommen.

Wackers Bosse gehen davon aus, dass damit Innsbruck nicht gemeint ist. Allerdings: Beim Abgabe-Termin im März hing der Rettungsschirm der öffentlichen Hand noch in der Luft - da ein Nachreichen von Unterlagen erst für die zweite Instanz möglich ist, muss sich Wacker möglicherweise noch eine Runde gedulden. Andererseits: Sollte ein (anderer) Verein bei der Lizenzierung durchfallen, müsste sich Wacker kein Kopfzerbrechen wegen des Liga-Erhalts mehr machen.

Aber damit will bei den Schwarzgrünen niemand spekulieren. Trainer Roli Kirchler: "Wir sind zur richtigen Zeit munter geworden. Und jetzt schaffen wir den Klassenerhalt auch von alleine." Auch wenn Samstag beim ersten der fünf Finalspiele in Wr. Neustadt wegen Gelbsperren Marco Kofler und Siegtorschütze Christopher Wernitznig fehlen werden.

× Kronen Zeitung
28. April 2013

Das Orakel beim Joggen

Georg Fraisl

Der mitgereiste Tomas Abraham rutschte gerade noch hinein, dann fiel die Innsbrucker Kabinentür hart ins Schloss. Und man konnte hören, was für eine schwarzgrüne Party da in Gange kam. Sprechchöre, Schlachtgesänge und... ja, Trainer Roli Kirchler riss die Tür noch einmal kurz auf und meinte grinsend. "Bitte sehr!"... als im Hintergrund dröhnend Peter Maffay zu singen begann.

Da waren sie wieder, die sieben Brücken, über die seine Wacker-Buam gehen mussten. Wird langsam ein echter Kultsong, dieser Schlager. Nach Brücke sieben (2:0 über Ried) haben die Tiroler nun auch den Übergang sechs positiv hinter sich gebracht. Fünf warten noch.

Er war sich ja bombensicher gewesen, der Trainer. Denn bei der gemeinsamen Jogging-Runde mit Team-Manager Gogo Feistmantl hatte Kirchler schon zur Mittagszeit richtig vorhergesagt: "Wirst sehen, wir gewinnen 2:1!" Wo er das herhatte? In entschlossenen Augen der Spieler hat er das schon während der ganzen Woche beim Training gelesen. Glaube versetzt eben Berge.

× Kronen Zeitung
28. April 2013

"Der Glaube an uns, der war immer da!"

Georg Fraisl

Weg ist sie, die verdammte rote Laterne. Mit einem 2:1-Erfolg in Mattersburg, dem vierten Sieg im vierten Saisonspiel gegen die Burgenländer, gelang Wacker Innsbruck der Sprung weg vom Tabellenende - vor dem heutigen Match der Admira gegen die Austria sogar auf den kommoden 8. Rang. Wie schon beim 2:0-Heimerfolg gegen Ried boten die Innsbrucker eine überraschend abgeklärte Leistung - das Siegestor gelang "Wuschi" Wernitznig, dem Mattersburg-Spezialisten.

Auf der Kirchturm-Uhr von Mattersburg war der große Zeiger gerade auf die Zeit gesprungen, die in der digitalen Welt 20:20 Uhr heißt - da fiel im Pappelstadion ein junger Mann namens Sebastian Siller auf die Knie und schlug ein Kreuzzeichen. Besser hätte man die Erleichterung der Tiroler gar nicht ausdrücken können- Um 20:20 Uhr pfiff Schiedsrichter Rene Eisner die Abstiegsschlacht im Burgenland ab - und den Innsbruckern fiel im fernen Flachland fast die ganze Nordkette vom Herzen.

Endlich nicht mehr Letzter. Fünf Runden vor Saisonende stehen die Schwarzgrünen, die nach 22 von den bisherigen 31 Spieltagen das Tabellenende geziert hatten, nicht mehr auf Platz 10. Der vierte Sieg im vierten Saisonspiel gegen die Mattersburger machte es möglich. Selten in diesem Spieljahr war der Klassenerhalt derart zum Greifen nahe. Nun ist die Ausgangsposition für die letzten fünf Begegnungen so ideal wie schon lange nicht mehr. "Allzu euphorisch dürfen wir nicht werden", legte eben just Siller noch vor der Kabinentür die Bremse wieder ein: "Nächste Woche wartet in Wiener Neustadt das nächste Endspiel auf uns. Aber wir haben uns nie aufgegeben - und werden das weiter nicht tun."

Immerhin: Die verflixte rote Laterne los geworden zu sein, sollte doch neue Kräfte freimachen. "Ob der Glaube jetzt wieder da ist?" - "Wuschi" Wernitznig grinste schelmisch: "Der war ja nie weg", sagte der Schütze des Siegestores. Auf das man hätte wetten können: Es war in seinem siebenten Spiel gegen die Mattersburger schon der sechste Treffer!

Roli hatte ein Näschen!

Da hatte Trainer Roli Kirchler ("Keine Änderungen, nur den Wuschi hau ich rein, der ist Spezialist für die Burgenländer") ein wahrlich gutes Näschen bewiesen. "Ich weiß nicht, warum es ausgerechnte gegen Mattersburg mit dem Toreschiessen so gut klappt. Für mich ist das ein Gegner wie jeder andere. Aber es kann ruhig so weiter gehen."

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28. April 2013

Naumoski trat, aber die "Eier" hatten die Tiroler

Georg Fraisl

Mattersburg - Wacker 1:2 (0:1). - So ein richtig feiner war der ja nie, der Ilco Naumoski. Eher das Gegenteil. Ein Skandalboy, Kategorie ungut. Jetzt kann Sebastian Siller ein Lied davon singen. Denn der Ungustl der Mattersburger trat ihm in Minute 13 dorthin, wo´s Männern besonders weh tut. Voller Absicht. Sebastian krümmte sich vor Schmerzen. Der Schiri? Sah darin nichts, was ein bissl Luft für die Pfeife gerechtfertigt hätte. Statt Rot, einfach weiterwinken. So wie Minuten später, als der Badboy gleich noch einmal bei Siller nachtrat.

Aber weil der Tiroler trotz Tritt in die Weichteile nach wie vor das hatte, was man auch im Fußball so braucht, jubelte Wacker in der 35. Minute übers 1:0: Da setzte Siller bei einer Wernitznig-Ecke nach, Majstorovic lenkte den Ball ins eigene Netz ab.

Sieben Minuten nach der Pause legten die Tiroler nach: Wallners Maßflanke verwertete Wernitznig per Kopf - 0:2. Quasi im Gegenzug Bürgers Anschluss per Kopf, 1:2 (54.). Dann eine Schlacht, Safar rettete zweimal - und Bürger (ein Duell mit Saurer) sah doch noch die Rote (87.).

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27. April 2013

Das Sechs-Monster hat genug von roten Laternen

Georg Fraisl

Wackers neues Sechs-Monster: Mit Marco Kofler auf der Abräumer-Position gelang vor einer Woche ein souveränes 2:0 gegen Ried - daher soll der 23-jährige Defensiv-Riese (1,95m) auch heute in Mattersburg für klare Verhältnisse vor der Abwehr und drei Punkte sorgen. Schließlich sind die Burgenländer der Lieblingsgegner.

DAS soll sich heute nicht ändern - Statistik: Drei Spiele, drei Siege - gegen Mattersburg hat Wacker eine makellose Bilanz, die wollen die Tiroler heute vollenden. "Es gibt im Fußball eben solche Phänomene, dass einem eine Mannschaft liegt und die andere nicht. Die Burgenländer mögen wir offensichtlich. Warum - das weiß ich auch nicht", sagt Trainer Roli Kirchler. Und warnt: "Ohne unser Zutun geht´s freilich nicht."

DAS soll sich heute nicht ändern - Einstellung: Beim 2:0-Heimsieg gegen Ried lieferten die Innsbrucker wohl die kompakteste Vorstellung der Ära Kirchler ab. Daher hält der Trainer auch am Personal fest: "Das haben sich die Leute verdient. Ich werde in Zukunft überhaupt nur noch auf Leute setzen, die sich für den Verein den Arsch aufreißen", sagt der 42-Jährige, dessen Vertrag nun für alle Ligen bis 2015 verlängert wurde.

DAS soll sich heute nicht ändern - Stabilität: "Keiner hat ihm das zugetraut, ich schon. Und er ist als Sechser ein echter Stabilisator", lobt Kirchler Neo-Abräumer Marco Kofler. Das Sechs-Monster mit Rückennummer vier freut sich regelrecht auf den heutigen Mattersburg-Auftritt: "Ich mag diesen Platz gern. Und langsam gewöhne ich mich auch an die neue Rolle. Je öfter ich den Sechser spiele, desto besser funktioniert´s."

DAS soll heute aber gaaaaaanz anders werden: Nach 22 von bislang insgesamt 30 Runden hielten die Innsbrucker die rote Laterne in ihren Händen. Mit einem Sieg im Burgenland könnte man sie erstmals an Mattersburg weitergeben: "Ich denke schon, dass das ein Vorteil für uns ist", glaubt Kirchler, "wir haben nichts zu verlieren, aber unser Gegner spürt das drohende Tabellenende. Da kommen selbst sehr routinierte Kicker ins Nachdenken..."

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27. April 2013

Die Parade der SChlager

Georg Fraisl

Dass sich alle in der Kabine prustend weg gedreht haben, das bestreitet Roli Kirchler vehement. Aber dass ein paar über beide Ohren gegrinst haben, als der Trainer vor dem Heimspiel gegen Ried einen Ur-alt-Schlager abspielen ließ, ist eh klar. Peter Maffays "Über sieben Brücken musst du gehen" dröhnte durch die Wacker-Kabine. In Anspielung auf die noch ausstehenden sieben Runden Überlebenskampf.

Und egal, wer, wann und wie sehr gegrinst hat, nach 90 Minuten gegen Ried lagen sich alle in der Kabine in den Armen. Wieder zu den Klängen von Maffay, wieder über sieben Brücken - nur sogar noch einen Tick lauter. Wie sooft hatte Trainer Kirchler mit einem Pscho-Kniff versucht, den Mannschaftsgeist zu beschwören.

Heute sind es noch sechs Spiele - und der Peter Maffay hat vor dem Match in Mattersburg natürlich ausgedient. Die Version mit sechs Brücken gibt´s nun einmal nicht, Roli muss erneut in der Schlager-Kiste kramen. Und hatte natürlich schon auf der gestrigen Bus-Fahrt die Idee, was da in der Kabine in Mattersburg dröhnen darf. Tom Jones und sein "Sex Bomb", diesmal halt als Sechs-Bomb...

Für die schwarzgrünen Vereins-Bosse wird nicht nur das Samstag-Resultat richtungsweisend für die Zukunft sein. Auch vom Ergebnis am Sonntag hängt einiges ab. Und damit ist natürlich nicht Admiras Match gegen Austria gemeint, sondern der Ausgang der Wahl. Der Ton im Land macht auch für den Top-Fußballklub die Musik, daran besteht kein Zweifel. Und im Wurlitzer liegen für die Hochrechnungen gleich eine Reihe von Schlagertiteln parat. Je nachdem.

Vielleicht der Hit der Kolibiris: "Und dann die Hände zum Himmel und lasst uns fröhlich sein." Oder Ireen Sheer: "Heut´ Abend hab ich Kopfweh." Katja Ebstein: "Wunder gibt es immer wieder!" Oder einfach nur Freddy Quinn: "So schön, schön war die Zeit!"

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25. April 2013

Wacker-Vorstand spendet Applaus

Georg Fraisl

Für den 45-minütigen Vortrag über die Zukunft bekam Roli Kirchler Anerkennung und einen Vertrag (für jede Liga) bis zum Sommer 2015

Fast wäre es eine ganze Schulstunde geworden. Dann hätte man wohl von einer Lektion sprechen können. Aber es waren nicht 50, sondern "nur" 45 Minuten - und somit geht es wohl als Vortrag durch. Wie auch immer: Am Ende gab´s eine ganz kurze Respektspause und dann lauten Applaus. Der schwarzgrüne Vorstand klatschte für Trainer Roli Kirchler am Dienstag anerkennend die Hände. Das Zukunfts-Konzept, das der Coach vorgetragen hatte, war beeindruckend.

Die "Belohnung" folgte prompt: Wie mündlich bereits angekündigt, wurde der Vertrag Kirchlers auch für den Fall verlängert, dass der Klassenerhalt nicht geschafft werden sollte. Der Wattener ist nun bis 2015 Innsbrucks Coach. Auch was die Doppelfunktion betrifft, wurde Klartext geredet: Der Vorstand akzeptierte, dass Roli in der Bundesliga nicht auch als Sportdirektor zur Verfügung steht - im Gegenzug kann sich Kirchler vorstellen, in der Erste-Liga auch als sportlicher Leiter der Profi-Truppe zu fungieren.

Im Vortrag hatte der 42-Jährige das Zukunftsbild einer jungen, einheimischen (was nicht zwanghaft Tiroler heißen muss) Truppe entworfen, die von g´standenen Profis unterstützt werden. "Was wir brauchen sind Führungsspieler, echte Typen", meinte der Trainer und malte zur Unterstreichung vier große X auf die Tafel. Für jede Position eines. Das müssten, ergänzte er, nicht unbedingt neue Spieler sein: "Aber es müssen Leute sein, die bereit sind, die Verantwortung als Führungsspieler zu übernehmen.

Mit einem Finanzplan

Kirchler sprach alle momentanen Kader-Positionen (sechs Verträge laufen aus) durch, nahm auch das Trainer-Personal unter die Lupe und... legte den Bossen auch einen detaillierten Finanzplan vor. Innerhalb des Rahmens. Der berühmte Plan B nahm in den Ausführungen des Trainers kaum Platz ein. Denn mit dem Erfolg vom vergangenen Wochenende ist nicht nur beim Chef die Zuversicht zurück gekehrt. "Ich spüre wieder, dass die Burschen brennen. Die nächsten zwei Spiele werden entscheiden - und wir wissen, wir können es schaffen", ist Kirchler überzeugt. Probleme: Saurer plagt das Knie - und Svejnoha konnte zuletzt wegen Erkrankung nicht trainieren.

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23. April 2013

"Ich möchte viel verändern"

Georg Fraisl

Heute wird Trainer & Sportdirektor Roland Kirchler dem Wacker-Vorstand seine Vorstellungen für die Zukunft präsentieren. Für oben - und auch für unten.

Der Trainer Roland K. genoss gestern seinen freien Tag. Akku laden - für das Thriller-Finish im Abstiegskampf. Der Sportdirektor Roland K. hatte gestern einen intensiven Nachmittag. Telefonate, Telefonate, Telefonate - die schwarzgrüne Zukunft muss abgesteckt werden. Denn heute wird Roland Kirchler vor den Wacker-Vorstand treten und sein Konzept für die nächste Saison darlegen. Für oben und unten...

Was die (Noch)Bosse im Innsbrucker Profi-Fußball hören werden:

*Dass die Doppelfunktion Trainer & Sportdirektor nicht zielführend ist. Eine derartige Machtfülle hat noch jedem Klub geschadet - Gewaltenteilung lässt auch bessere Arbeit zu.

* Dass Kirchler viel neuen Schwung in den Klub hinein bringen will: "Dieser Karren läuft schon viel zu lange einfach so dahin. Da gehören positive Dinge her, frische Impulse. Ich möchte viel verändern!"

*Dass es nicht unbedingt der viel zitierte "Tiroler Weg" sein muss. Kirchler: "Ich habe zuletzt viel auf Tiroler gesetzt. Aber es muss ja nicht unbedingt ein Geburtsort in diesem Land sein. Ich mag junge, positive Leute mit viel Herz und gewisser Qualität."

*Und dass es ohne Erfahrung auch in Zukunft nicht funktionieren kann. Kirchler denkt an "gute Routiniers, die die Jungen führen können, die ihnen auch richtig weiterhelfen."

Vom momentanen Kader laufen mit Saisonende fünf Verträge aus: Safar, Dakovic, Merino, Svejnoha und Siller.

× Kronen Zeitung
22. April 2013

Über sieben Brücken

Georg Fraisl

Über sieben Brücken musst du gehen. Den Schlager-Hit von Peter Maffay hatte Roli Kirchler vor dem Ried-Match zum Kabinen-Hit erklärt. Vielleicht hat sich manch einer eins gegrinst, gehalten haben sich alle daran. Die erste von sieben wackeligen Brücken wurde bewältigt. Souveräner und verdient. Das ist mehr als nur bemerkenswert.

Denn Wacker ließ sich weder von Tabellensituation, den unsicheren Verhältnissen im Verein noch von der Personalsituation durcheinander bringen. Ja, der Tscheche Martin Svejnoha war der einzige Legionär im Kader - viele Erstliga-Teams mit nur einem ausländischen Spieler wird man in Europa nicht finden. Da wird aus der Not glatt eine Tugend.

Zwei Legionäre sahen von der Tribüne aus zu. Tomas Abraham fällt mit Kreuz- und Innenband-Einriss ja für den Rest der Saison aus - und Carlos Merino zwang nach den Problemen mit der angeknacksten Rippe diesmal eine Zerrung im Oberschenkel zum Zuschauen. Wie lange - das lässt sich nur schwer absehen.

Während Abrahams Vertrag (bei Klassenerhalt) noch ein Jahr läuft, steckt der Spanier in einer schwierigen Situation. Sein Kontrakt endet - und wie etliche seiner Teamkollegen wartet auch "Don Carlos" auf ein Zeichen, wie die Zukunft aussehen soll. Mit Sportdirektor Oliver Prudlo wurden auch alle Absprachen vor die Tür gesetzt - unterschreiben will derzeit bei Wacker ohnehin niemand etwas. Nicht einmal einen neuen Handy-Tarif.

Logisch, dass sich die Spieler anderswo umsehen. Horn angelt angeblich nach Merino. Michael Streiter dementiert´s zwar ("Hör ich zum ersten Mal"), als Nachfolger von Miroslav Milosevic (zu Grödig???) würd´s aber schon passen.

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