Georg Fraisl
Roli Kirchler war gerade kein Teenager und kein Wattens-Spieler mehr. Der legendäre Ernst Happel hatte ihn nach Innsbruck geholt, als großes Versprechen für die Zukunfft. Damals, Anfang der 90er Jahre, Gernot Langes-Swarovski war der Präsident. Der große Gönner, ohne den sich Tirols Spitzenfußball nicht seiner zehn Meistertitel, sondern höchstens einiger Blumentöpfe rühmen dürfte.
Heimspiele waren Pflicht für den Konzern-Boss. In einem Holzhäuschen neben dem alten Tivolistadion traf sich vor und nach dem Match die Prominenz - das Wort "VIP-Klub" hatte den Weg noch nicht in die Alpen gefunden. Oft war die Familie dabei. Auch Sohn Markus und Tochter Diana.
Einmal Fußball-Virus, immer Fußball-Virus. Am Mittwoch war Diana im Tivolistadion zurück, ließ sich einfangen von der aufgeheizten Atmosphäre, die erstmals wieder prickelte, brodelte, wie es in den großen Zeiten gang und gäbe war. Und in den Rhythmus der Nordtribüne fiel auch die Kristall-Lady ein. Sie klatschte fest mit.
Diana stand am Fuße der Stiege, die zum VIP-Klub führt. Während fast der gesamten ersten Halbzeit. Anfangs ein bisschen verloren, später fast ein bissl genervt. Logisch: Sie wäre gern gesessen, das sollte bei einer (gekauften) VIP-Karte schon möglich sein. Aber die Plätze rund um den Promi-Bereich waren schon alle besetzt, auch Brigitte Plattner, die Frau des Präsidenten, erlebte die ersten 45 Minuten gegen Sturm stehend.
Kein Malheur, logisch. Jeder kann einmal ein bissl stehen, tut gar nicht weh. Aber bei einem Verein mit latenten Geldnöten sollte die Betreuung spezieller Gäste ganz anders ausschauen. Und allein aus Respekt vor ihrem Vater hätte man für Diana eine Sänfte holen müssen.
Georg Fraisl
So groß das Entsetzen im Tivolistadion zur Pause war, so irre war am Ende der Jubel über den 2:1-Sieg
Lähmend, das Entsetzen zur Pause. Auf der Nordtribüne, die in der ersten Halbzeit wie im Akkord geschuftet hatte. Bei den Promis, die zum Daumendrücken angerückt waren als wäre es ein Opernball. Und auch auf der Wacker-Bank, die Sekunden vor dem Halbzeitpfiff den bislang wohl ärgsten Tiefschlag im Kampf um den Klassenerhalt hinnehmen musste. Um 21.15 Uhr und Okoties Treffer zur Sturm-Führung begannen die schwarzgrünen Lebenslichter extrem zu wackeln! Besonders bitter: Mit Rubon Okotie hatten die Innsbrucker im Sommer vor einem Jahr wegen eines Wechsels an den Inn verhandelt...
Acht Minuten nach Wiederbeginn war sie wieder da, die Hoffnung. Da hatte Hinterseer alle die Hände in die Höhe reißen lassen, wie´s Onkel Hansi auf der Bühne immer fordert. 21.40 Uhr zeigte die Uhr.
Aber die Begeisterung schwappte nicht mehr über. Weil auf den Tribünen alle wussten, dass Wr. Neustadt in Führung gegangen war. Da war es im Tivolistadion zu spüren, dass jeder dachte: Jetzt hilft nur noch ein Wunder...
Und es geschah: "Wuschi" Wernitznig bugsierte das Leder in der 90. Minute doch noch über die Linie. Dann alle selig. Das Tivoli tanzte. Nix mehr "FC Weh" - um 22:18 Uhr hatten die Tiroler die rote Laterne an die Admira abgegeben. Und als Schiri Schörgenhofer um 22:21 Uhr das Wacker-Spiel des Jahres abpfiff, fielen sich alle glücklich in die Arme, die Nordtribüne stürmte den Platz. Der erste Schritt ist getan - jetzt geht´s auf zum großen Finale am Sonntag in Wolfsberg.
Gernot Gsellmann
Kirchler-Elf besiegte in einem tollen Krimi am Tivoli Sturm Graz mit 2:1
Wacker - Sturm 2:1 (1:1). - Die drei "S" (Svejnoha, Schütz & Schilling) kamen nach ihren Gelbsperren zurück, und sorgten mit dem wieder fitten Hinterseer von Beginn an für mächtig Sturm. Wacker schien die Grazer fressen zu wollen, fand durch "Hansi" auch eine Torchance vor (Keeper Gratzei lenkte das Leder über die Latte/17.) - damit war die schwarz-grüne Gefährlichkeit schon vorbei. Der Sturm wurde mit jeder Minute mehr ein Füfterl, die "Blackies" konnten sich sortieren. Und kamen mit der ersten richtigen Chance zur Führung: Ehrenreich passte zur Mitte, Okotie drehte sich um die eigene Achse, hämmerte unter die Querlatte.
Doch den Schock ließ die Kirchler-Truppe in der Kabine: Die fünfte Ecke für Wacker, Wernitznig zirkelt den Ball zu seinem "Spezi" Hinterseer (der kurz zuvor nur die Oberkannte der Latte traf/48.), der das Spielgerät direkt in die Grazer Maschen befördert (1:1/53.)!
Die Tiroler erhöhten den Druck, doch wie schon in Hälfte 1 fehlte der letzte Nachdruck, die nötige Präzision beim letzten Pass. Die auch Sukuta-Pasu, nur 20 Sekunden nach seiner Einwechslung, fehlte - sein Schuss strich am langen Pfosten haarscharf vorbei (71.).
Doch es kam noch zu einem Happyend am Tivoli: Nach einem Getümmel im Grazer Strafraum behielt Christopher Wernitznig die Übersicht, traf aus kurzer Distanz exakt ins Eck - 2:1 (90.)! Das Stadion stand kopf!
Gernot Gsellmann
Im ersten Spiel der Wahrheit ist er einer der hoffnungsträger: Lukas "Hansi" Hinterseer. Der Youngster ist auch felsenfest überzeugt, dass Sturm das Tivoli heute (20.30) ohne Zählbares Richtung Graz verlassen wird.
Wenn du dir jetzt einen Wunsch erfüllen dürftest - was wäre das?
"Dass wir am kommenden Sonntag eine superlustige Rückfahrt von Wolfsberg haben, und auf dem Weg nach Innsbruck jede Tankstelle anfahren!"
Dann wäre das große Ziel Klassenerhalt geschafft.
"An den ich zu hundert Prozent glaube. Wir haben zuletzt nicht nur gut gespielt, sondern auch Biss und Kampf bis zur letzten Sekunde gezeigt. Das kann ich auch für die restlichen Spiele garantieren."
Man wird aber auch viel Nervenstärke benötigen...
"Richtig. Aber ich seh bei meinen Kollegen, dass sie ruhig bleiben: Für mich kann ich sagen: Ich bin´s ja gar nicht anders gewöhnt. Seit eineinhalb Jahren, zuvor beim FC Lustenau und bei der Vienna, spielte ich nur gegen den Abstieg."
Apropos Vienna: Da konnte man noch nicht ahnen, dass du wenig später bei Wacker so durchstartest.
"Nichts gegen meine Ex-Kollegen. Aber die Qualität hier ist natürlich wesentlich größer. Da bekomme ich die Bälle nicht permanent an die Grugel..."
... und kannst praktisch auf der Zehn spielen.
"Das war natürlich auch was Neues für mich. Aber ich fühl mich zwischen den Viererketten richtig wohl. Jede Minute mehr gibt mir weiter Selbstvertrauen."
Dabei war im Winter 2010/11 sogar ein frühes Karriere-Ende möglich?
"Durch meinen angeborenen Herzfehler, durch den ich Rhythmusstörungen bekam. Aber seit der Operation im Sommer 2011, bei der ich alles mitbekam (Anm.: keine Narkose), hab ich nie wieder etwas gespürt."
Muss dich eigentlich ab und zu noch jemand zwicken, weil es dir vielleicht wie im Traum vorkommt, im Frühjahr unter Roli Kirchler so schnell Fuß gefasst zu haben?
"Überraschend ist es schon. Zumal ich ja noch verliehen werden sollte. Aber dann dachte ich mir: Hau di eini und probier´s, es wird schon schief gehen."
Zurück zum heutigen Duell gegen Sturm. Was muss man tun, um am Ende drei Punkte mehr am schwarz-grünen Konto zu haben?
"Die Grazer sind offensiv gut - aber ich glaube, hinten anfällig. Wir müssen sie früh zu Fehlern zwingen. Dann wird es klappen. Eines dazu: Sollten wir 89 Minuten einen Schmarr´n spielen, in der letzten Minute das 1:0 machen - es wär´ richtig schön."
Wer wird dich beim letzten Tivoli-Auftritt in der Saison 2012/13 auf der Tribüne unterstützen?
"Mein Opa und Papa, meine Freundin Victoria und deren Schwester. Und hoffentlich Tausende von Wacker-Fans."
Zum Schluss: Was wäre der zweite Wunsch eines der Tiroler Hoffnungsträger?
"Nachdem ich meine verlorenen Kilo nach dem Klinikaufenthalt (Anm.: Magen-Darm-Probleme) wieder habe, dass ich der Mannschaft vielleicht auch mit Toren helfen kann."
Dazu - und nicht nur dir - viel Glück.
Georg Fraisl
Auch heute Abend ist es ratsam, wärmere Kleidung mit ins Tivolistadion zu nehmen. Von der Erderwärmung sind die Heimspiele der Schwarzgrünen in diesem Frühjahr ausgenommen - es ist nicht nur die Tabellensituation, die einen frösteln lässt.
Ja, man könnte formulieren: So richtig warm ist man mit der Spielsaison, die im Tivolistadion heute zu Ende geht, eigentlich nie geworden. Der Katastrophen-Start unter Walter Kogler war wie ein Klotz am Bein, den man nie richtig los wurde - auch wenn es zwischenzeitlich sehr danach ausgesehen hatte.
Und jetzt? In welcher Liga auch imer Wacker in der kommenden Saison spielen wird, der heutige Schlusspfiff wird in gewisser Weise das Ende einer Tivoli-Ära darstellen. Trainer & Sportdirektor Roli Kirchler will und wird den schwarzgrünen Karren auf neue Schienen stellen. Deswegen hat der 42-Jährige in den vergangenen Wochen unzählige Gespräche und Telefonate geführt - so ein Aufbruch zu neuen Ufern fällt einem halt nicht in den Schoß.
Logisch, dass dieser anvisierte Anfang für einige das Ende der schwarzgrünen Zeit bedeutet. Julius Perstaller hat mit seiner Unterschrift für Ried bereits das Weite gesucht. Auch Dario Dakovic ließ den Wunsch nach Veränderung fallen.
Ebenso wird Carlos Merino derzeit wohl nicht zufällig anderen Bundesliga-Klubs angeboten. So wie die Gerüchte nicht verstummen wollen, dass es Marcel "Schretor" Schreter nach elf Jahren beim Innsbrucker Klub zurück nach Telfs zieht.
Martin Svejnohas Vertrag läuft ebenfalls aus. Und ein Blick aufs Geburtsdatum (1977) verrät, dass das Karriere-Ende nicht mehr weit ist. Auch wenn der Tscheche so gerne in Tirol bleiben würde.
Alex Tramposch
Zwei Treffer in der Nachspielzeit - wie Manchester United 1999 im denkwürdigen Champions-League-Finale gegen Bayern München. Nur dass die Engländer damals noch gewonnen haben. Wackers Amateure kamen zu einem 2:2 gegen Tabellenführer Liefering, dem der Titel aber nur noch theoretisch zu nehmen ist.
Amateure-Coach Werner Löberbauer schüttelte den Kopf. "Das war ein kurioses Spiel", meinte er. Seine Truppe hat sich mit dem Toreschießen lange Zeit gelassen. Alexander Fröschl in der 91. Minute und Naoki Otsuka in der 92. Minute hatten das Unmögliche noch möglich gemacht, eine sicher verlorene Partie ausgeglichen. Damit erwiesen sich die Innsbrucker als Party-Schreck. Die Salzburger wollten mit einem Sieg den Titel fixieren und feiern, auch wenn ihnen der nur noch theoretisch zu nehmen ist. "Ehrlich gesagt hätte ich nichts mehr auf uns gegeben", so Löberbauer: "Liefering hat uns die Grenzen augezeigt, Riesenchancen auf das 3:0 gehabt."
Stark war wieder der Japaner Otsuka, der als Innenverteidiger seine Torgefahr zeigte. "Zehn Sekunden vor seinem Treffer habe ich ihm gesagt, dass er vor gehen soll." Da war Goalie Markus Egger nicht mehr am Platz - er wurde wegen Hüftproblemen ausgewechselt, um für das Bundesliga-Spiel am Mittwoch kein Risiko einzugehen.
Kronen Zeitung
Es ist zwar kein Tiroler Klub in den Abstiegskampf involviert, trotzdem könnte einer von der Bildfläche verschwinden. Die Zukunft der Wacker Amateure ist immer noch nicht geklärt, ihre Auflösung steht nach wie vor im Raum. Wenn man glaubt, was man hört, soll sie sogar schon beschlossene Sache sein. Ungut ist die ungewisse Situation nicht nur für die Innsbrucker Youngsters und das Trainer-Team um Werner Löberbauer, sondern auch für jene Salzburger und Vorarlberger Vereine, die in der Tabelle unter dem Strich sind.
Denn wie viele Absteiger wird´s geben? Nach momentanen Stand der Dinge sind es drei. Sollte Liefering auf- und die Amateure aussteigen, trifft´s aber nur noch einen. Denn von der Erste Liga kommt wegen des insolventen FC Lustenau auch kein Klub herunter. Scheitert der Red-Bull-Ableger in der Relegation und die Innsbrucker lösen sich auf, müssen zwei hinunter.
Gernot Gsellmann
"Sie sind wirklich fantastisch." Da hat Trainer Kirchler durchaus recht - und meinte ausnahmsweise nicht die gute (aber öfters erfolglose) Darbietung seiner Elf. Angesprochen dürfen sich die schwarz-grünen Fans fühlen. Wie bereits in den vergangenen zwei Heimspielen am Tivoli, bei denen die Nord sogar die Fans im Westen (!) zu Gesängen animierte, unterstützten viele Anhänger ihren Wacker (der Gästesektor war ausverkauft) auch im Salzburger EURO-Stadion lautstark. Dabei gingen sie im "Gesangs-Westderby" gegen das restliche Stadion eigentlich klar als Punkte-, pardon Dezibel-Sieger, hervor...
... und dies wäre auch morgen ein kleiner möglicher Baustein für einen existentiellen Erfolg. Auch wenn die Anstoßzeit alles andere als konsumentenfreundlich ist, Sturm nicht die Top-Attraktivität besitzt - eine ansprechend gefüllte "Hütte" wär´ in dieser prekären Situation nicht zu verachten. Aber bitte ohne Wiederholung. Denn ausgerechnet gegen Sturm, am vergangenen 24. November, verloren einige Fans die Nerven, seitdem heftet (sic!) das nervige Sternchen an Schwarz-Grün. Jenes der Rückreihung bei Punktegleichheit.
Doch dieses Sternchen hielt einige wenige in Salzburg nicht davon ab, ihren gut gefüllten Bier-Becher zu missbrauchen. Sie flogen an und um die Eckfahne, an und um den Lienienrichter & die Corner ausführenden Bullen, dass es nur so eine "feucht-fröhliche Freud" war... Nur der schweizerischen Ruhe und Gelassenheit von Assistent Raffael Zeder war es zu verdanken, dass überhaupt keine Diskussionen aufkamen. Morgen gegen Graz sollte das erworbene Bier besser in die Kehlen, der Becher zurück ans "Standl" - ansonsten könnte ein weiteres * (sprich Sternchen) richtig teuer werden.
Gernot Gsellmann
Gegen Austria war das Glück auf des Gegners Seite (bei Hosiners 1:0), in Salzburg war es der Mann in Schwarz - auch wenn für Innsbruck im Abstiegskampf ein Punkt(e)gewinn gegen die Topteams hilfreich gewesen wäre, in der "englischen Woche der Wahrheit" braucht Wacker nun Erfolg. Und Nervenstärke...
Zwei Punkte trennen drei Teams - denn Mattersburg setzte sich mit dem Dreier gegen Rapid ab. "Schlagen wir Sturm, verliert die Admira gegen Zoki Barisic´Truppe, dann bleiben drei Mannschaften für das große Zitter-Finale am Sonntag übrig!" Was Roland Kirchler kaum erspart bleiben wird. Die deutsche Bundesliga lässt grüßen: "Am liebsten wären wir Augsburg." Die aus eigener Kraft den Klassenerhalt mit einem 3:1 über Greuther Fürth schafften. "Wenn nicht, hätt´ ich´s auch mit Hoffenheim. Aber es muss ja nicht unbedingt so dramatisch sein." Denn die Baden-Württemberger drehten im Finish ein 0:1 in Dortmund mit zwei Salihovic-Elfern in ein 2:1, kassierten in der 92. Minute vermeintlich das verheerende und abstiegsentscheidende 2:2, lagen niedergeschlagen & weinend am Boden - und durften, nachdem der Schiri korrigierte, doch noch über die Relegation jubeln und tanzen! "Geht´s für uns positiv aus, dann nehme ich das auch in Kauf. Und werde gerne in fünf Minuten um fünf Jahre älter!"
Keine "Frischzellenkur"
Muss nicht sein - denn bereits am vergangenen Samstag in der "Bullen"-Arena wurde Kirchler zumindest keiner Frischzellen-Kur (vom Schweizer Schiri Sascha Kever, der vor dem 1:1 durch Kampl ein klares Foul an Sascha Wörgetter übersah) unterzogen. "Aber genau da müssen wir anschließen." Oder/und die Leistungen der Heimauftritte gegen Ried und Austria abrufen. "Ein Punkt könnte ja vielleicht für den Klassenerhalt im Endeffekt auch schon genügen - aber wir dürfen nicht auf die anderen schauen, müssen zuerst unsere Aufgaben erledigen. Dann wird es sich ausgehen!" Mit dem ersten von zwei Schritten gegen Sturm Graz (Tivoli, ab 20.30 Uhr). Damit die jugendliche Frische von Kirchler nicht bereits morgen akut gefährdet ist...
Georg Fraisl
Gestern Nachmittag baute Roli Kirchler den vordersten Sitz im Mannschaftsbus des FC Wacker Innsbruck zu einem Büro um. Wie immer bei den Auswärtsfahrten vergrub sich der 42-Jährige auch in den zwei Stunden Richtung Salzburg hinter Papieren & Mobiltelefon. Wenn der Trainer zum Sportdirektor mutiert.
Die Spieler wissen, dass die Chance im Bus zum Chef vorzudringen, gegen Null geht. Und wenn das Auswärtsmatch in Peking ware, würde Kirchler auch tagelang durchquatschen. Telefonieren bis das iPhone einen Notarzt braucht. Zum Spass macht er das natürlich nicht, der Kirchler. Der Berg, den es abzuarbeiten gibt, ist gewaltig...
Es wird überall Veränderungen geben, das ist jetzt schon klar. Im Kader - und im Trainerteam. Und unabhängig davon, in welcher Liga die Schwarzgrünen in der kommenden Saison spielen werden. In Rolis Bus-Büro geht es sowohl um Plan A - als auch um die ominöse Version B, an die aber keiner so recht denken will.
Im Falle des Abstieges würde Kirchler seine Doppelfunktion weiter ausüben. Das hat er so versprochen. In der Bundesliga, darauf hat er beharrt, keinesfalls. Manchal allerdings, wenn er in seinem Bus-Büro eine der ganz seltenen Telefon-Pausen hat, da dämmert es Kirchler, dass er die Zweifach-Belastung nicht mehr los wird. Billiger geht´s für den Verein nämlich nicht mehr. "Logischerweise" kriegt Roli keinen Euro mehr, seit er auch Sportdirektor ist - schließlich muss der Verein ja den gefeuerten Oliver Prudlo noch bis Jahresende zahlen.
Warum man jemanden, der eh Geld bekommt und noch arbeiten könnte, vor die Tür setzt, das wird ewig ein Rätsel bleiben.
Gernot Gsellmann
Was Düdelingen, der luxemburgische "Underdog" in der Champions-League-Quali, oder Pasching, der oberösterreichische Regionalligist, im ÖFB-Cup-Halbfinale zeigten, sollte Wacker heute in der Red-Bull-Arena doch auch schaffen: Die Salzburger auf die Hörner nehmen! Was im Abstiegskampf der Bundesliga ein echter Befreiungsschlag wäre - nur bleibt die Frage: Mit welcher Startelf sol dies gelingen?
"Haben doch schon in jüngster Vergangenheit zwei ´kleine´ Klubs gezeigt, dass es gehen kann!" Und Roman Wallner wird damit wahrlich nicht das Exklusivrecht an Erinnerungen besitzen: Denn außerhalb (und nicht nur) der Mozartstadt krümmt sich heute noch alles vor Lachen, wenn die Wörter Düdelingen und Pasching fallen! Von jenem 19.000-Einwohner-Ort, der durch den Austieg in die dritte Champions-League-Quali-Runde (nach einem 1:0 und 3:4 in Salzburg) plötzlich Europa-Ruhm erreichte; vom Linzer Vorort, der sich in der Red-Bull-Chefetage (sponsort auch Pasching) durch die 2:1-Cup-Sensation wohl keine Freunde machte.
"Vom Papier her haben wir absolut keine Chance", rechnet Wallner hoch, "aber ich bin trotzdem optimistisch." Denn was die beiden können, sollte auch für Wacker in Salzburg möglich sein. Auch mit einer arg dezimierten Truppe: 50 Prozent der Viererkette (Svejnoha & Schilling) sind ebenso wie der rechte Turbo (Schütz) gelbgesperrt, dazu muss der Ideengeber (Hinterseer) wegen seines Klinikaufenthaltes und den verlorenen Kilogramm (4) vorerst auf der Bank Platz nehmen.
Kein Gejammere
"Das ist nicht das erste Mal", will Coach Roland Kirchler nicht klagen, "vier Neue in der Mannschaft sind nichts Neues für mich!" Dakovic, Wernitznig, Löffler und Schreter könnten in die Startelf rutschen. Doch egal wer heute von Beginn an "düdeln" darf - er muss robust zur Sache gehen, schnell umschalten. "Und vor allem sofort den Abschluss suchen."
Denn gegen die heimstärkste Elf der Liga bekommt man nicht allzu viele Möglichkeiten. Zudem wollen die Salzburger mit dem siebten Sieg in Folge (damit wäre der Klubrekord von 2008/09 unter Co Adriaanse eingestellt) noch im Titelrennen verweilen. Aber mit Glück, einem vielleicht gutgesinnten Schiri und dem optimalen Spielverlauf könnte die Düdelingen- und Pasching-Geschichte neu geschrieben werden. Von dem rot-weiß-roten Schlusslicht in der Drucksituation...
Georg Fraisl
Wattens sucht weiter einen neuen Trainer. Die Gerüchteküche sagt: Flo Klausner ist Kandidat!
Nach dem Trainersessel bei den Schwarzgrünen im Tivolistadion ist es fraglos der begehrteste Job in Fußball-Tirol. Die Namen, die in den vergangenen Wochen gehandelt wurden, sprechen für sich: Michael Baur, Manfred Linzmair, Michael Streiter...
So interessant die Aufgabe eines Cheftrainers der WSG Wattens auch ist, so schwierig gestaltet sich die Suche. Mit Baur kam es zu keiner Einigung, Linzmair winkte aus persönlichen Gründen ab - nun muss Sportdirektor Robert Auer seine Angel auswerfen.
Die Gerüchteküche brodelt. Das Getuschel über Matthias Zimmerling, der Deutsche, der sich am Mittwoch von der Union trennte und der bei Wacker als Individualtrainer tätig ist, wischte Auer gleich vom Tisch: "Wir suchen eine Tiroler Lösung."
Was in den Fußball-Kantinen auch erzählt wird: Der Unterländer Florian Klausner, der Wacker-Co von Kirchler (bis September bei WSG), soll seinen Chef in Wattens beerben. Der 31-Jährige ist seit acht Jahren bei den Schwarzgrünen, erst als Individualcoach, später dann Co- und Konditionstrainer. Allerdings soll Klausner auch bei der Tiroler Akademie als U-18-Trainer im Gespräch sein.
Georg Fraisl
Als ob der Roli nicht schon genug zum Grübeln, zum Planen und zum Telefonieren hätte. Hier noch ein Meeting mit einem Spielerberater, da eine Sitzung mit Managern, dort ein Termin bei Präse Kaspar Plattner, dazwischen das Training... Und immer & überall im Hinterkopf die Frage: Wie mache ich das am Samstag?
Die drei "S" sind gesperrt: Svejnoha, Schilling, Schütz. Das ist vor einem Match in der Bullen-Arena eh schon Plage genug, da hätte es die G´schicht mit dem "Hansi" wirklich nicht mehr gebraucht.
Am Sonntag, wenige Stunden nach dem 0:3 gegen die Austria, rückte Lukas Hinterseer in die Klinik ein. Mit Magenbeschwerden und hohem Fieber. Nix, was man zu Hause mit ein paar Kitzbühler Hausmittelchen schnell kurieren hätte können, sondern eine echte Attacke auf den Körper des 22-Jährigen. Gestern wackelte er wieder aus dem Krankenhaus heraus. G´sund, sagen die Ärzte. aber halt um ein paar Kilo leichter. Deshalb ist er für Samstag in Salzburg wohl eher...(sic!)
Gernot Gsellmann
"Ich werde 20 Jungfrauen nach Hannover schicken, wenn die am Samstag die Düsseldorfer schlagen!" Mit seiner Motivationshilfe, seiner besonderen "Nichtabstiegs-Prämie" sorgte Walther Seinsch, Präsident des FC Augsburg, für großes mediales Aufsehen in Deutschland. Gänzlich ungewollt - denn die Worte wurden scherzhaft und unter Bierlaune am Fan-Stammtisch ausgeplaudert...
... von solchen "schlüpfrigen" Ansagen im harten Bundesliga-Abstiegskampf sind die vier österreichischen "Leidgenossen" aber weit entfernt. Gewollt - durch die finanziellen Engpässe auch ungewollt!
Kaspar Plattner (Wacker-Präsident): "Eine Prämie, wie auch immer die ausschauen soll, kommt nicht in Frage. Wir haben Verträge, zahlen Gehälter dafür, dass wir in der Liga bleiben! Das wäre wohl der falsche Ansatz." Oder vielleicht doch nicht? "Sollten wir vor der letzten Runde den Klassenerhalt geschafft haben, dann können wir ´was Kleines organisieren..." Für die lange Heimfahrt aus Wolfsberg.
Günter Kreissl (Sportmanager Wr. Neustadt): "Ein paar Spieler haben eine Prämien-Klausel ja im Vertrag - aber für die anderen wird´s nachträglich nichts geben. Ich kenne das aus meiner aktiven Zeit: Das verursacht mehr Anspannung als Ansporn! bei der Austria haben wir das drei Mal gehabt, drei Mal haben wir in der letzten Runde verloren..."
Alexander Friedl (General Manager der Admira): "Absolut kein Thema. Das hatten wir nicht, als wir uns letzte Saison für die Europa-League qualifizierten - das werden wir auch im Kampf um den Klassenerhalt nicht machen. Jeder, der das braucht, ist ohnehin fehl am, Platz!" Wie bei Schwarz-Grün nicht möglich - des lieben und fehlenden Geldes wegen.
Martin Pucher (Präsident von Mattersburg): "Nein, nein. Wir werden für das Saisonfinish nichts ausgeben. Die Mannschaft hat ja zuletzt gegen Wolfsberg und Ried, gezeigt, dass sie auch ohne `Zuwendung` voll bei der Sache ist."
Klarer Konsens: Die vier Teams, die im spannenden und nervenaufreibendsten Abstiegskrimi seit Jahren die Hauptrolle spielen, werden keine zusätzliche Motivation brauchen! "Man kann sie bei der Ehre nehmen", glaubt Plattner, " aber es ist wohl auch jedem bewusst: Es geht um die Zukunft des Klubs." In der Bundesliga - für jeden der vier.
Georg Fraisl
Das Foto, das der (sic!) SV Ried am Montag Nachmittag an die Medien versandte, zeigt Manager Stefan Reiter mit einem sichtlich glücklichen Julius Perstaller im Ried-Dress. Man kann den Schriftzug von Sponsor Josko lesen, auch das Logo "Oberbank" ist deutlich. Damit hat Perstls neuer Verein seinem Stürmer in spe einen Bärendienst erwiesen. Auch der Berater des Spielers dürfte an diesem Tag wohl etwas überarbeitet gewesen sein.
Anwalt Hermann Holzmann, dem der zornige Wacker-Chef Kaspar Plattner die Causa übergeben hat, sieht eine eindeutige Paragraphen-Lage. "Rechtlich ist das ein klarer Vertragsbruch." Werbung mit Nicht-Klub-Sponsoren.
So sehr die erboste Führung auch nach Konsequenzen ruft, Trainer Roli Kirchler tritt auf die Ärger-Bremse: "In erster Linie müssen sich der Spielerberater und die selbst ernannten Saubermänner aus Ried bei der Nase nehmen."
Somit landet der Fall Julius P. bei den Akten. Freilich mit einem warnenden Fingerzeig. In den nächsten zehn Tagen möchte man bei Wacker nur Spieler sehen, die sich fürs eigene Leiberl zerreißen...
P.S.: Ried-Manager Reiter sieht den Fehler ein und wird sich bei Wacker entschuldigen.
Georg Fraisl
Hurra, hurra - die Lizenz ist wieder da! Um 13:16 Uhr gab die österreichische Bundesliga am Mittwoch bekannt, dass Wacker Innsbruck auch in der kommenden Saison eine Spielgenehmigung fürs Profi-Geschäft bekommt. Die Erleichterung bei Schwarzgrün ist groß. Und weil auch die Admira die Lizenz erhält, wird er Klassenerhalt nun auf dem Rasen entschieden.
"Endlich was Positives!" - Um den heißen Brei redet Roli Kirchler nie herum. Auch nicht, als er von der "Tiroler Krone" erfährt, dass am Papier der Klassenerhalt geschafft ist. Mit einer Prüfung alle drei Monate - aber das sind die Tiroler eh seit Jahren gewohnt.
Ja - was Positives. Nach der Rückkehr der roten Laterne durch das 0:3 gegen die Austria ein echter Aufmunterer. Der erste Schritt Richtung Bundesliga-Verbleib. Hofft auch Präsident Kaspar Plattner, der aus seiner Erleichterung keinen Hehl macht: "Auch wenn man glaubt, alles richtig gemacht zu haben, so bleibt doch eine gewisse Unsicherheit. Ich bin jetzt sehr, sehr froh." Für die Zukunft will der Wacker-Boss das Thema Lizenz früher und exakter in Angriff nehmen: "Da sind Fehler passiert."
Wie Wacker erhielt auch Abstiegsrivale Admira die Lizenz (mit monatlichem Liquiditäts-Check!). Die Frage des Klassenerhalts wird in den kommenden drei Spielen am Rasen entschieden. Die Schwarzgrünen gastieren ohne die gesperrten Svejnoha, Schilling und Schütz in Salzburg - und hoffen mit der Lizenz-Welle beim Noch-Meister auf einen Punktgewinn.
In der Ersten Liga wurde dem Protest von Hartberg und Vienna (Kontrolle plus minus 5 Punkte) stattgegeben, auch der LASK erhält die Lizenz. Nur Austria Salzburg fiel erneut durch den Rost.
Gernot Gsellmann
Julius Perstaller kehrt nach dieser Bundesliga-Saison & nach sechs Jahren Wacker den Rücken: In Ried soll es für ihn nun bergauf gehen!
Julius - Wacker ist für dich bald Geschichte, Ried ab 17.Juni, nach deinem Urlaub in New York und Dominikanischen Republik, deine Zukunft. Warum diese Entscheidung?
"Vorweg: Das fiel mir sehr schwer. Ich brauch aber einen neuen Impuls, da ich in Innsbruck den Durchbruch nicht geschafft habe, den letzten Schritt nicht habe machen können."
Warum? Musst du dich selber an der Nase nehmen?
"Klar. Ich war nicht mehr so locker, wie in den für mich wunderschönen Erste-Liga-Zeiten, es ging alles schwerer vom Fuß. Dazu hatte ich einen Miran Burgic vor der Nase, kam so nie in einen Rhythmus."
In Ried gibt´s einen Rene Gartler...
"...das wird nicht einfach. Auf der einen Seite bin ich der zweite reine Stürmer. Aber ich kann ja auch aus der `Etappe`kommen."
Wie und wann kam der Kontakt mit Ried zustande?
"Vor gut einem Monat über meinen Manager Andi Sadlo. Danach hab ich mich mit Trainer Angerschmid in Salzburg getroffen - dann ging alles sehr schnell."
Gab´s weitere Angebote?
"Noch eines von einem abstiegsbedrohten Bundesligisten."
Was wünscht du dir zum schwarzgrünen Abschied?
"Dass ich Wacker helfen kann, vielleicht mit Toren, die Liga zu erhalten. Ich will ja im Herbst gegen meine Ex-Kollegen spielen!"
Georg Fraisl
High noon in Wien. Das Duell der besonderen Art. Hier Gerald Schwaninger, der Geschäftsführer von Wacker Innsbruck - dort die Mitglieder des Protestkomitees. Sieben hören, drei schreiben mit. Fragen und Antworten fliegen durch die Luft. Es ist ein trockener, nüchterner Verbal-Wechsel. Weit entfernt von den hitzigen Emotionen, mit denen Fußball sonst aufwartet.
Schwaninger war nach Wien gefahren, um eventuelle Unklarheiten beim Protest gegen die Nichterteilung der Lizenz gleich selbst vom Tisch zu wischen. Überraschendes, sagte er nach dem Anhörungstermin, habe man nicht von ihm gewollt. Zuordnungen, Einordnungen.
Heute wird das Komitee die Entscheidung bekannt geben, ob Innsbruck und Admira doch noch die Spielgenehmigung für die kommende Saison erhalten werden. Nervös? "Das müsste ich eigentlich nicht sein", meint Wacker-Präse Kaspar Plattner, "wir haben alles getan, es sollte eigentlich nichts mehr schief gehen."
Das Ungesagte ist nicht zu überhören. Es gibt ein "Aber", das drängt sich förmlich auf. Ja, ja - auch vor der ersten Instanz war die Zuversicht ordentlich groß gewesen. Und dann... Schaden macht klug. Zumindest vorsichtig.
Georg Fraisl
"Ja - es ist alles aus und vorbei. Wir haben keine Chance mehr, die Spieler haben aufgegeben. Wir können nur der Konkurrenz gratulieren. Und das Tivoli, das sperren wir zu!" Wer am Sonntag Nachmittag zufällig in die Sportsendung des ORF gestolpert ist, wird über die Worte von Roli Kirchler ziemlich gestaunt haben. Mit absolut ernster Miene machte der Wacker-Trainer einen großen Hacken unter den Abstiegskampf. Ohne auch nur ein Wort ernst zu meinen.
Kirchler hatte im Interview so auf die (doch etwas überzogene) Frage "Ist es nach nach dem 0:3 gegen Austria für Wacker vorbei?" reagiert. Mit viel schauspielerischem Talent, mit viel Sinn für Humor.
Den konnte Roli auch brauchen, als ihm Julius Perstaller mitteilte, dass er für Ried unterschrieben hat (2 Jahre plus Option). Mitten im Abstiegskampf, 14 Tage vor Saisonschluss - da hätte man zuwarten können. "Mag sein", blieb der Trainer gelassen, "aber Perstl hat mich vorher informiert. Alles korrekt, viel Glück."
Humor & Glück - kann man auch bei der Lizenz nicht genug haben. Am Montag hat das Protestkomitee mit der Prüfung der eingereichten Unterlagen begonnen. Und für heute 14 Uhr haben die Tiroler einen Anhörungstermin vereinbart - da könnte man auf eventuelle Fragen des Komitees noch fernmündlich antworten.
Die Entscheidung soll dann Mittwoch gefällt werden. Dass die Bundesliga gestern vom Wirtschaftsprüfer noch Unterlagen angefordert hat, mag möglicherweise nicht das beste Zeichen sein. Aber wir halten uns bis auf weiteres einfach an Roli: "Nein, wir haben keine Chance mehr auf die Lizenz. Wir brauchen auch keine mehr, weil das Tivoli, das sperren wir eh zu."
Gernot Gsellmann
Zahlen lügen nicht - und machen Mut: Wacker ist unter Roland Kirchler konkurrenzfähiger geworden
"Ich bin vier Monate zu spät gekommen!" - Bumm. Fast zornig, aber wahrheitsgetreu. Nach einer bitteren, annähernd unnötigen 0:3-Heimniederlage gegen Leader und Beinahe-Champion Austria Wien mit Trotz behaftet. Roland Kirchler wollte damit aber vor allem eines: Im unbarmherzigen und knallharten Abstiegs-Finale der Bundesliga seinen Kickern und dem näheren Umfeld viel Mut injizieren! Denn seine Statistik gibt ihm durchaus recht.
Der 42-Jährige übernahm das schwere Trainer-Amt am 16. Oktober, als Wacker Innsbruck desolat agierte, perspektivlos am Boden lag - drei Zähler aus elf Spielen! Zu diesem Zeitpunkt hatte die Admira zum Beispiel beruhigende 13 (!) Punkte mehr als Schwarz-Grün.
Doch sie "stehen" wieder - selbst die bittere violette Watsch´n vom Samstag bringt sie nicht ins Wanken! "Mit unseren spielerischen Fähigkeiten werden wir die nötigen Punkte einfahren." Und gerade dies ist der große Unterschied unter Kirchler: Die Art und Weise, wie die Mannschaft seit einigen Wochen auftritt, kommt unterhaltsamen Fußball nahe. "Es dauerte eben. Vor der Winterpause ging´s nur darum, halbwegs den Anschluss zu finden." Im Frühjahr nun greift nun die Roli´sche Philosophie: Flache, schnelle, Kombinationen, quasi ein Tiroler Tiki-Taka.
Aber nun muss er auch erfolgreich werden. Sechs Zähler aus drei Spielen sind ein Muss - wohl nichts leichter als gegen Salzburg, Sturm und Wolfsberg... "Aber Innsbruck wird es schaffen", ist sich selbst Austrias Kapitän Manuel Ortlechner sicher, "so, wie die Tiroler spielen, könnte ihr Unterfangen allemal gelingen." Was auch dem Ex-Tiroler Flo Mader, der seit Samstag die Daumen für seinen Verein drückt, recht wär: "Wir gewinnen gegen die direkten Abstiegskontrahenten Mattersburg & Neustadt - dafür schlagen sie am Samstag die `Bullen`!" Und ausgerechnet Wacker würde den Meister küren.
Georg Fraisl
Ob´s den Wacker gibt oda nit, des isch eh lei für die Zeitungen und den ORF wichtig. Dieser Satz fiel am Samstag Abend nach diesem bitteren 0:3 gegen Austria Wien in den VIP-Räumen des Tivolistadions. Und das klang noch bitterer als das Resultat.
Natürlich ist die erste Reaktion eine aufbrausende, aggressive. Der logische Reflex eines, der diesem Verein schon seit Jahrzehnten folgt und dabei durch alle Wellentäler der Emotionen geschritten ist. Dieser Satz ist Blödsinn, weil... trotz sinkender Besucherzahlen kein anderer Verein in diesem Land so viele Zuschauer in ein Stadion bringt, weil... nur dieser Klub das Tivolistadion füllen kann.
Blödsinn. Blödsinn. Blödsinn. Nur... aus dem Kopf geht er einem auch nicht mehr, dieser Satz. Klar, es gibt viele, die mit Schwarzgrün nichts am Hut haben. Das ist legitim. Und selbstverständlich würde sich die Welt auch weiterdrehen, wenn dieser Verein nicht mehr in der Bundesliga wäre.
Aber - verzeiht, ihr Fußball-Gegner - irgendwie gehört diese Tivoli-Mannschaft schon zum modernen Tirol, zu unserem Selbstverständnis, zu unserer Außendarstellung, zu unserem Image. Es würde was fehlen. Euch und uns. Richtig ist, dass die Begeisterung um die heimischen Kicker derzeit nicht sehr hoch ist. Auch vom erhofften Statement der Tiroler mit einem Besuch über 10.000 war man am Samstag zugegeben weit entfernt.
Allerdings darf man sich ohnehin die Frage stellen, was in einem Land, in dem sich nur noch jeder Zweite bei einer Landtagswahl den Weg zur Urne antut, die Menschen wirklich noch hinterm warmen Ofen hervorholt.
Gernot Gsellmann
Wacker bekam auch nach dem 0:3 gegen Austria überall Lob, aber die Punkte holen eben die anderen
Die Schwarz-grünen schlichen wie die begossenen Pudel in die Kabine, die Violetten feierten den Sieg in der Kabine, als ob sie gerade oder bereits Meister geworden wären. Der Austria fiel gestern ein richtiger Fels vom Herzen. "Ganz ehrlich, in der ersten Halbzeit war Innsbruck nicht auf Augenhöhe - sie waren besser", gestand der Wiener Keeper Heinz Lindner, "dieser Erfolg war richtig hart erkämpft."
Und das schmerzt die Schützlinge von Roland Kirchler. Doch der Coach gab wenige Augenblicke nach Schlusspfiff bereits die nächste logische Kampfansage aus: "Wenn wir so weiter spielen, dann steigen wir NICHT ab!" Er konnte über weite Strecken der Partie zurecht stolz auf seine Truppe sein: Denn alleine das Eckenverhältnis, 14:4 (!), gegen den überlegenen Tabellenführer, macht durchaus Mut für das Saisonfinish. "Wir hatten nach dem 0:1 auch unsere Chancen." Aber gerade das macht den Unterschied. "Unsere Ineffizenz macht uns das Leben unheimlich schwer." Goalie Szabolcs Safar konnte die vierte Zu-Null-Pleite gegen die Wiener Austria in der laufenden Meisterschaft (0:4, 0:3, 0:3, 0:2) nur schwer in Worte fassen. "Bitter, einfach bitter!"
Drei gesperrte im Derby
Was auch auf die kommende Aufgabe in Salzburg zutreffen könnte: Denn mit Schilling, Svejnoha und Schütz werden dort drei Stammkräfte gelbgesperrt fehlen. "Auch wenn ich erst im Oktober, also vier Monate zu spät gekommen bin - die Hoffnung habe und werde ich nie verlieren." Was auch Roman Wallner, der von der Tribüne aus tatenlos mitfiebern, am Ende mitleiden, musste, unterstreicht: "Als ich kam, sah die Lage doch viel trister aus. Wir sind nicht weit entfernt, da liegt alles eng beisammen."
Alles auf eine Karte
Doch nun muss mit dem bereits zur Gewohnheit gewordenen Schulterklopfen der Gegner endlich Schluss sein: Gegen Salzburg (Kirchler: "Da setzen wir alles auf eine Karte"), gegen Sturm und Wolfsberg (Safar: "Da holen wir die nötigen Punkte") muss der Abstieg abgewendet werden. Und dann könnten am 25. Mai auch die Schwarz-Grünen in der Kabine in Wolfsberg feiern, als ob sie gerade die Meisterschaft gewonnen hätten...
Georg Fraisl
Der Sicherheitsdienst zog mit Schluss eine Menschenkette auf dem Tivolirasen auf, um eventuelle Übergriffen vorzubeugen. Aber die schwarzgrünen Fans verhielten sich mehr als vorbildlich. Keine Pfiffe, keine Buhrufe, keine Beschimpfungen. Im Gegenteil: Die Nordtribüne verabschiedete die schwarzgrünen Kicker so, als hätte Schiedsrichter Schüttengruber in der 83. Minute bei 0:0 abgepfiffen.
Gerecht war das nicht, diese 0:3 Watsch´n in der Schlussphase. Aber wer hat behauptet, dass Abstiegskampf gerecht ist, dass der oben bleibt, der das größte Herz hat? Jetzt ist die rote Laterne wieder in Tirol. Das hätten sich auf der Tribüne auch Ex-Teamchef Didi Constantini und Spanien-Heimkehrer Kurt Jara anders gewünscht. Und der ehemalige schwarzgrüne Abwehr-Boss Inaki Bea sowieso.
Der in Deutschland lebende Baske war nach Innsbruck gekommen, um Trainer Roli Kirchler die Namen einiger möglicher Verstärkungen von der iberischen Halbinsel zu unterbreiten. Natürlich im Falle des Klassenerhalts...
Georg Fraisl
Wacker - Austria Wien 0:3 (0:0). - Viel war von Violett vor der Pause nicht zu sehen. Das Wenige freilich, das hatte es in sich. Eine Chance für drei Treffer - und kein Tor! Das löscht jeder Offensivspieler von seinem Bewerbungsvideo: Jun hämmert das Spielgerät von halblinks an die Querlatte, den abspringenden Ball servierte Gorgon wieder Jun, der den Pfosten vom 5er malträtierte - und dann schoss Hosiner das Runde aus nächster Nähe neben das Eckige (18.).
Verdient hätten sich die Gäste diese eigentlich logische Pausenführung nicht. Wacker setzte der Austria mit äußerst aggressivem Pressing mehr als nur zu, das schwarz-grüne Herz drängte die violette Qualität an den Rand. Zählbares war nicht dabei. Saurer mit zwei Schüssen (16., 41.) sowie Siller mit einem Kopfball (9.) waren noch am nächsten dran.
Nach Seitenwechsel kam die Austria erst etwas besser zurecht. Flo Maders Schlenzer vom 11er übers Tor (58.) hätte als Video auch Lösch-Wert. Als die Nullnummer fast zum Greifen war: Hosiner (völlig frei) traf zwar nicht den Ball richtig, aber das Tor - 0:1 (83.). Sillers Kopfball an die Stange, Schillings zupfte Lindner (86.). Barazite (90.) und Hosiner (93.) vollenden - 0:3.
Gernot Gsellmann
Nur nicht daran denken. Nur nicht diese schrecklichen Zahlen abrufen. Vergangenes ganz tief im Verborgenen lassen. Denn die Austria ist für Schwarz-Grün ein einziger Horror. Die letzten fünf Spiele lang: 0:4, 0:3, 0:2, 0:3, 0:1 - gibt es schlimmere Serien? Doch heute sollte, eigentlich muss die "violette Mauer" endlich zu bröckeln beginnen...
Letzter Sieg - 29. August 2010!
Es war eine Gala, eine eines Aufsteigers. 3:0 in der Generali-Arena die Veilchen gedemütigt. Einer der damaligen Torschützen, Julius Perstaller, wird den gelbgesperrten Wallner ersetzen. "So wie wir in den vergangenen drei Runden aufgetreten sind, ist eine Überraschung auch heute möglich", ist Mittelfeldstratege Christoph Saurer, der zwölf Jahre bei der Austria beheimatet war, überzeugt, "außerdem: Die Negativserie kann uns wurscht sein. Es wird neu gemischt!"
Letztes Tor - 6. November 2011!
Ein Pass von Bergmann, "dann hab ich das Leder einfach nur von der Strafraumgrenze gelupft". Daniel Schütz, der Turbo auf der rechten Seite, ist der letzte Tiroler Torschütze gegen den Leader. Vor exakt 510 Spielminuten. "Das war damals eine verrückte, kuriose Partie." Wacker führte 2:0, die Violetten konnten unter starker Mithilfe von Schiri Ouschan noch ein 2:2 (Ex-Coach Kofler musste auf die Tribüne, weil er mit Euro-Scheinen fuchtelte) erkämpfen. "Sollten wir nochmals eine derartige Führung haben - das würden wir nicht mehr aus der Hand geben!"
Zuletzt sieben Punkte bringen Selbstvertrauen, machen eine richtig breite Brust. "Ich glaub dran, dass wir ´was reißen!"
Georg Fraisl
Um 14:41 Uhr bestätigte gestern Mag. Reinhard Herovits - Finanzvorstand und Lizenzmanager der Bundesliga - den Erhalt der Protest-Unterlagen des FC Wacker Innsbruck. Via Fax. Natürlich hatte sich Rechtsanwalt Hermann Holzmann, der für seinen Freund Kaspar Plattner den rechtlichen Kampf um die Lizenz übernommen hatte, nicht auf das Wagnis Post eingelassen - moderne Übermittlungs-Methoden wie Fax-Geräte oder Email schließen unliebsame Verspätungen so gut wie aus.
Knapp war´s dennoch. Die letzten Unterlagen waren erst am Vormittag in der Innsbrucker Kanzlei eingetroffen - da mussten schon ein paar Sonderschichten eingelegt werden. Egal. Die eingereichten Unterlagen sollten die Auflagen der Bundesliga nun erfüllen. Die Stadt Innsbruck und das Land Tirol haben ihre Teile dazu beigetragen, auch der Vorstand stiftete am 8. Mai eine Haftungserklärung über 200.000 Euro.
Das Protestkomitee der Bundesliga wird nun die Papiere neuerlich prüfen und die Entscheidung am kommenden Mittwoch bekannt geben. In zweiter Instanz ist die Erfolgs-Quote des Innsbrucker Vereins immer unvergleichlich höher...
Gernot Gsellmann
Wenn nicht jetzt - wann dann? Der Glaube an eine Sensation, dem überlegenen Leader Austria Wien ein Bein stellen zu können, ist im Wacker´schen Lager groß wie nie im bisherigen Saison-Verlauf: Cup- & Anreise-Strapazen, ein paar Prozent weniger violette Souveränität. "So unverwundbar wie noch vor Wochen sind sie nicht." Da müsste für die Truppe von Coach Roland Kirchler aber schon alles perfekt "rennen"...
... vor allem, dass man das "schreckliche Trio" vom Verteilerkreis im Tiroler Fußball-Tempel so lange wie möglich schachmatt setzt. Goalgetter Philipp Hosiner (29 Saisontore), Einfädler Tomas Jun (13) und Laufmaschine Alexander Gorgon (9) haben 51 der insgesamt 89 Pflichtspieltreffer der Austria erzielt! "Das wird nicht einfach. Wir müssen versuchen, die Kombinationen bereits im Ansatz zu unterbinden." Für Kirchler wär´ dies der erste Schritt zu einem möglichen Erfolg.
Der zweite: "Die Unsicherheiten, die die Austria teilweise in der Defensive hat, nützen." Auch in Ried leisteten sich Ortlechner und Kollegen einige Blackouts, hätten die oberösterreichischen "Wikinger" in Führung (wie bei einem Hadzic-Kopfball) gehen können. "Das Selbstverständnis, das die Austria hatte, als sie zwölf Punkte voran lagen, ist nicht mehr zu hundert Prozent gegeben."
Apropos 100 Prozent: Tomas Abraham (Innenbandeinriss und Kreuzbanzerrung), der diese Woche wieder voll belastbar war, spielt in den Überlegungen von Kirchler für das Duell mit dem Stöger-Team noch keine Rolle. "Der Trainingsrückstand ist doch zu groß. Aber Tomas versteht das."
Frühestens nächste Woche
Wie der Coach wohl auch die Reaktion von Szabolcs Safar auf das abgespeckte Vertrags-Angebot der "oberen Etage" - der leicht gekränkte Top-Keeper soll frühestens nächste Woche, wenn der Entscheid über die Lizenz ins Klub-Haus flattern wird, bekannt geben, wo er kommendes Fußball-Jahr seine Karriere beenden wird. Frühestens. Denn Safar ließ seinen Coach wissen, dass "es auch vorstellbar ist, erst nach dem letzten Spiel Ja oder Nein zu sagen". Das könnte Wackers Mega-Problem werden: Denn bei einer Absage wäre plötzlich die einzige Konstante weg. Und der Markt spukt nicht gerade Top-Goalies aus...
Gernot Gsellmann
Zwei, drei Nächte drüber schlafen - und vielleicht ausgerechnet vor dem Duell gegen seinen "Herzensverein" Austria verlängern! Möglich: Szablocs Safar, die "Lebensversicherung" von Schwarz-Grün, wird & muss sich bis Samstag entscheiden. Wackers Keeper müsste aber bei Verlängerung finanzielle Einbußen akzeptieren.
Von seiner Miene ist nie viel ablesbar. Ob er gut oder schlecht drauf ist - "Safi" ist äußerlich (fast) immer derselbe. Gestern wird der 38-jährige Austro-Ungar allerdings leicht zerknirscht gewesen sein. Denn das Angebot für ein weiteres Jahr, das ihm von seinem Manager tags zuvor unterbreitet wurde, ist im Vergleich mit seinem laufenden Vertrag eine leicht abgespeckte Version. "Ich werde mit ihm heute noch ein Gespräch führen", hofft Coach und Sportdirektor Roland Kirchler auf eine möglichst rasche Einigung. Denn Alternativen wird es nicht allzu viele auf dem österreichischen Markt geben - zudem zeigte Safar in dieser Saison mit Traum-Reflexen und -Paraden, dass er ein unheimlich wichtiger schwarz-grüner Eckpfeiler für die kommende Fußball-Bundesliga wäre...
...wenn der Klassenerhalt in den abschließenden vier Runden (Austria, Salzburg, Sturm und Wolfsberg) unter Dach und Fach gebracht wird. Gestern, in der intensiven Vorbereitung auf Tabellenführer Austria Wien, mussten zwei Youngsters etwas kürzer treten: Rechtsverteidiger Thomas Bergmann hatte leichte Probleme mit seinem Knie, Offensivspieler Lukas "Hansi" Hinterseer plagten die Adduktoren. "Ich gehe aber davon aus, dass beide heute im Training wieder dabei sind." Was für die Innsbrucker Feinabstimmung für das Duell gegen Violett durchaus von Vorteil wäre: "Das schnelle Spiel in die Spitze zu Jun, seine direkten Ablagen zu Goalgetter Hosiner müssen wir versuchen zu unterbinden."
Georg Fraisl
Die Post hat bei der jüngsten Landtagswahl bekanntlich 714 Wahlkarten aus dem Bezirk Innsbruck-Land drei Tage zu spät zugestellt. Statt am Freitag tauchten die 714 Stimmen erst am Montag dort auf, wo sie hingehört hätten. Zu 95 Prozent, hatte ein Postsprecher bedauernd gemeint, würden Briefe innerhalb eines Tages zugestellt werden. Und was ist mit dem Rest?
Hat eben Pech gehabt. Das macht Sorge. Große Sorge sogar. Denn mit 714 Wahlkarten dürften die fünf Prozent wohl noch nicht ausggreizt sein.
Und Wacker Innsbruck ist wild entschlossen, die neuen Unterlagen für den Protest gegen die Nichterteilung der Lizenz heute auf dem Postweg nach Wien zu schicken. Vor einem Feiertag! Mein lieber Schwan, Mut kann man wirklich nicht kaufen. Bis Freitag MUSS die Bundesliga die Papiere nämlich auf dem Tisch liegen haben. Sonst... Traritrara, die Westliga ist da.
Gelöst, sagt Präsident Kaspar Plattner übrigens, sei Wackers Lizenz-Problem auch. Der Vorstand hat´s ausgebügelt. Wie auch immer.
J. Mülleder
Wie Wacker-Profis bekamen gestern ein bisschen "Bewegungs-Therapie" verordnet. Und Marcel Schreter und Co. hatten dann richtig Spaß: Die verstärkte Amateur-Mannschaft schoss Neumarkt mit 7:1 vom Tivoli W1! Damit schoben sie sich in der Tabelle wieder vor den Gegner aus Salzburg.
Die Veratärkung war gestern groß: Die gestandenen Bundesliga-Spieler Marcel Schreter und Dario Dakovic liefen ebenso für die Amateure auf wie die Jung-Profis Alex Fröschl, Sascha Wörgetter, Marco Köfler und Alex Gründler.
Doch in den ersten zehn Spielminuten tat sich Wacker schwer mit Neumarkt und geriet prompt in Rückstand. "Jedes Spiel ist schwer. Sie sind hinten eng gestanden", meinte Schreter. Der 31-Jährige hatte dann viel Spaß: Er gab einige Torvorlagen. "Ich helfe den Jungen gern."
Einer profitierte gestern ganz besonders: Alexander Gründler schoss zum zweiten Mal in dieser Saison vier Tore! "Das ist mir auch am ersten Spieltag gegen Seekirchen gelungen", grinste der 19-Jährige, "ich bin in einer richtig guten Form. Ich trainiere ja bei den Profis mit, die Schnelligkeit hilft mir jetzt."
Die Amateure spielten nach der Pause Neumarkt schwindelig. Der schhönste Treffer war der Schlusspunkt: Fröschl legte auf Gründler ab, der knallte das Leder genau unter die Querlatte.
Georg Fraisl
Das wird eine Schlacht. Bis zur letzten Spielsekunde. Drei Punkte trennen die letzten vier Mannschaften in der Bundesliga-Tabelle. Der Thriller ist vorprogrammiert. Wacker muss in den nächsten beiden Spielen gegen die heimische Elite Muskeln zeigen. Erst gegen Austria, dann gegen Salzburg. Trainer Roli Kirchler macht Mut: "Wir können das!"
Abstiegskampf? Treten, beißen, kratzen, stoßen, maulen, fauchen, spucken... So kennt man das. Heimo und Roli machen es anders. Kaffee-Treff vor dem so wichtigen Duell am Samstag in Wiener Neustadt. Eine Stunde lang tratschten die beiden Freunde, bevor sie für 90 Minuten als Trainer Feinde werden. "Wirst sehen: Das geht heut´ unentschieden aus", lässt Kirchler seinen Kontrahenten Pfeifenberger wissen.
Nach dem Match hätte sich der Wacker-Trainer für sein Orakel am liebsten in den A... gebissen. Er hätte auch einen Tiroler Sieg vorhersagen können. Wäre auch nicht falsch gewesen, war locker drin und hätte den Schwarzgrünen ein bisschen Luft fürs große Überlebens-Finale gebracht. Sei´s drum. Was Roli, das Klassenerhalts-Orakel, ein wenig beruhigte: Teil 2 seiner Kaffesud-Leserei mit Heimo: "Heute Unentschieden - und nächsten Samstag schlagen wir die Austria!"
Na bumm, das wär´s. Wacker hat ja gegen die Topklubs Austria und Salzburg in bislang sechs Spielen null (0!) Punkte geholt! Aber Roli hat gegenüber Heimo nicht das Blaue vom Himmel geflunktert, sondern seine Vorhersage aus Überzeugung getroffen: "Wir brauchen noch fünf, sechs Punkte fürs Überleben. Und das bedeutet: Wir sollten zumindest eine Überraschung liefern. Aber die Entwicklung der Mannschaft macht Mut, wir können das! Wir haben auch in Neustadt die Kugel teilweise super laufen gelassen. Ehrlich: Das hat richtig Spaß gemacht, das zu sehen.
Die gesperrten Kofler und Wernitznig kehren zurück, dafür müssen am Samstag Schilling und Wallner zusehen.
Georg Fraisl
Ausverkauft. Nicht dieses Spiel, sondern auch gleich das nächste. Die ganze Stadt scheint vom Fieber gepackt. Ehrensache, sagen alle, da dabei zu sein. Geht´s um den Titel? Nein, es geht ums nackte Überleben, um den Klassenerhalt. Deswegen haben sie überall ihre Schals aus den Kästen gekramt und pilgern ins Stadion. Man kann das nicht Euphorie nennen, das ist mehr ein Bekenntnis der Menschen dieser Stadt und seiner Umgebung. Nein, dort lässt man seine Mannschaft in höchster Not nicht im Stich.
Wacker? Schön wär´s. Die Truppe, die damit gemeint ist, fängt zwar auch mit "W" an - die Stadt ist aber Bremen. Und dort drängten sich am Samstag gegen Hoffenheim (2:2) 41.000 ins Stadion, um Werder zu unterstützen.
Schade, dass eine derartige Solidarität im Tivolistadion fast nicht denkbar scheint. Ausverkauft im Abstiegskampf - das würde hierzulande einem Wunder gleichkommen. Schon eine fünfstellige Besucherzahl am Samstag gegen Tabellenführer Austria ließe die Herzen der Schwarzgrünen höher schlagen. "Ich weiß das: Man kitzelt dann zehn Prozent mehr aus sich raus", sagt Roli Kirchler.
Auch die Lizenz-Sorgen der Innsbrucker wären leichter. Zwei Mal Massenbesuch bei den Heimspielen gegen Austria und Sturm - da könnte man über die fehlenden 200.000 Euro fast schmunzeln.
Aber so schön so eine schwarzgrüne Unterstützungswelle auch wäre, man darf nicht darauf warten. Bis Freitag muss Wacker nämlich die Unterlagen für den Protest gegen den Lizenz-Entzug in erster Instanz nachreichen. Binnen fünf Tagen wird Wacker dann Bescheid erhalten.
Und im Hintergrund, bei der Planung für die kommende Saison, da rinnt ohnehin schon fast die Zeit davon. Die Causa "Safar" ist nur eine von vielen Aufgaben, die geregelt gehören. In dieser Woche kommt der Berater der Innsbrucker "Lebensversicherung" (Kirchler) nach Innsbruck...
Georg Fraisl
Wr. Neustadt - Wacker 2:2 (1:2). - Das nennt man ein Händchen. Wegen Gelbsperren von Kofler und Wernitznig hatte Roli Kirchler seine Elf nach dem Mattersburg-Sieg umbauen müssen. Für die beiden kamen Simon Piesinger und Alex Hauser. Und Wackers Torschützen hießen...
...Piesinger, der nach einem Freistoß von Saurer am höchsten stieg und per Kopf das 1:1 erzielte (24.).
...und Hauser, der eine Top-Kombination (Wallner für Hintersser, Pass zur Mitte) mit einem sehenswerten Schlenzer zur 2:1-Führung abschloss.
Damit war der Patzer von Svejnoha, der sich von Fröschl austanzen hatte lassen (12./allerdings ging dem 0:1 ein Abseits von Friesenbichler voraus), ausgebessert. Und der Spielstand dem Spielverlauf angepasst: Wacker war besser, spielerisch, organisatorisch, kämpferisch.
Bis Offenbacher nach der Pause plötzlich ein Loch in der Abwehr fand - und Safar mit den Fingerspitzen rettete (59.). Fünf Minuten später konnte er nichts mehr tun: Rauters Schuss kann Hauser nicht blocken, Fröschl staubt zum 2:2 ab. Wackers Souveränität dann wie weggeblasen. Die Nerven flattern. Siller rettete per Kopf zur Ecke (87.), Fröschl köpfelte daneben (88.).
Georg Fraisl
Diese Saison der Schwarzgrünen ist nichts für schwache Nerven! Für elf Minuten war Wacker Innsbruck auch gestern im irren Abstiegskarussell wieder im Besitz der roten Laterne - aber nach einem 2.2-Remis beim Abstiegskonkurrenten Wr. Neustadt haben die Tiroler nun doch wieder zwei Punkte Polster auf die Admira.
18:30 Uhr: Mattersburg geht als Schlusslicht in die fünftletzte Runde der heimischen Bundesliga. Von Wacker Innsbruck eine Woche zuvor im direkten Duell mit der roten Laterne betraut.
18:43 Uhr: Die Blitztabelle bringt eine völlige Veränderung der Situation im Tabellenkeller. Nix neues für die Tiroler. Weil Mattersburg gegen Wolfsberg in Führung gegangen ist und Wacker das 0:1 in Wr. Neustadt kassiert hat, sind die Mannen von Roli Kirchler wieder Letzter. Dort, wo sie schon 22 Runden waren.
18:54 Uhr: Ätsch, bätsch - die Schwarzgrünen sind das rote Ding wieder los. Piesingers Ausgleich macht´s möglich. Das Tabellenende ziert nun in der Zwischenwertung die Admira, die in Salzburg aber bis dahin ein torloses Remis hält.
19:05 Uhr: Wieder hat sich die Lage gedreht. Die rote Laterne geht um wie der schwarze Peter. Nun ist Hauser in Wr. Neustadt die Führung gelungen - und hat damit den direkten Gegner auf die Absteiger-Position gedrängt. Alle vier gefährdeten Klubs hatten nun in der ersten Halbzeit die Position inne, die keiner mag.
19:25 Uhr: Wieder ein neues Schlusslicht. Wr. Neustadt ist nämlich der Ausgleich gelungen (Fröschl) - und die Salzburger haben die Führung der Admira egalisiert. Damit rutscht die Elf von Didi Kühbauer wieder auf den zehnten Rang.
20:20 Uhr: Admira verliert, Mattersburg gewinnt - Wr. Neustadt und Wacker teilen die Punkte. Admira Letzter.
20:37 Uhr: Lange ist Roli in der Kabine geblieben. Er muss die schwarzgrünen Seelen trösten. Simon Piesinger, nach seinem ersten Bundesligator begehrter Interview-Partner, hat dem Leiden der Truppe Worte gegeben: "Schade ist es um den Sieg, wir hatten es in der Hand. Aber wir waren uns vielleicht schon zu sicher."
Dem Trainer freilich ist diese Analyse nicht so recht: "Bitte freut euch über dieses Unentschieden", sagte Kirchler, "Klar hätte uns ein Sieg sehr weitergeholfen. Aber nach dem 2:1 wollten wir zu viel, wir haben überpowert." Immerhin blieb Wacker erneut ungeschlagen - nun müssen die Schwarzgrünen fürs Überleben über den eigenen Schatten springen und erstmals in dieser Saison einen Top-Klub schlagen.
Gernot Gsellmann
Das x-te Endspiel für Wacker heute in Wiener Neustadt. "Ein Sieg wäre die halbe Miete für den Klassenerhalt!" Dabei hofft Roland Kirchler auf seine "kleine Trainer-Serie"
Immer weniger mit Fortdauer der Saison. Die allwöchentlichen Telefonate. Auch wenn die beiden es nicht zugeben wollen - anscheinend zerrt der lange und harte Abstiegskampf nicht nur an ihren Nerven, sondern "kratzt" auch ganz leicht an ihrer Freundschaft. Roland Kirchler und Heimo Pfeifenberger, die "alten Haberer", werden sich heute die Hand schütteln, vielleicht ein kleines Plauscherl abhalten - dann aber ihre Verbindung für mehr als 90 Minuten ruhen lassen. Im "Nerven-Krimi" der Bundesliga gibt´s wahrlich keine Freunde...
...wenn es um die Existenz geht! Für Wacker in den kommenden Tagen am grünen Tisch (zweite Instanz für die Lizenz), heute am grünen Rasen. "Ich bin felsenfest überzeugt: Siegen wir in Neustadt - dann wäre dies ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt." Kirchlers Rechnung (und Hoffnung) ist simpel: Verlieren Mattersburg (gegen WAC) und Admira (in Salzburg) erwartungsgemäß, "dann würden uns wohl kaum mehr alle drei Gegner in nur vier Runden überholen können."
Die Meinung teilt Kollege Pfeifenberger nicht: "Auch wir wären mit drei weiteren Heim-Zählern nicht durch. Sicher nicht!" Dabei stehen die Vorzeichen dafür nicht einmal übel: Die letzten Sieben Auftritte im eigenen Stadion blieb Neustadt unbesiegt, schlug unter anderem den WAC, Rapid, Sturm und Admira!
Der niederösterreichischen Serie stellt Kirchler seine persönliche gegenüber: Im Herbst, von seinem Amtsantritt bei Schwarz-Grün weg, schlug Wacker Ried (1:0), Mattersburg (2:1) und Neustadt (1:0). Nun auf dem Weg zur perfekten Wiederholung, bereits wieder die Oberösterreicher (2:0) und Burgenländer (2:1)! "Wir machen heute sicher was."
Den Optimismus des 42-Jährigen kann auch die Tatsache nicht erschüttern, dass mit Kofler (9. Gelbe), Wernitznig (5. Gelbe) und Abraham (verletzte) drei Stammkräfte pausieren müssen. "Zumal auch dem Gegner mit Hlinka und Wallner zwei zentrale Defensive fehlen."
Die Lücken könnte Carlos Merino bei seinem Comeback nützen. Er wäre gegenüber Simon Piesinger die offensivere Variante. Und wohl nur mit der ist der Neustädter Catenaccio (zehn Gegentreffer in 13 Spielen!) zu durchbrechen.
Gernot Gsellmann
Typen, richtige Kerle sind gefragt. Und das nicht nur im aktuellen Abstiegskampf... die sind stets in der Bundesliga existentiell. Das weiß auch Roland Kirchler. Und daher will und braucht er, bei Ligaerhalt (und nicht nur), mehr von dieser Art. Auch wenn sich zuletzt ein Sebastian Siller, ein Marco Kofler oder Lukas Hinterseer als wahre Antreiber und "Pusher" ins Zeug legten.
Nur: Für eine anhaltende Glaubwüdigkeit müsste dies ein Leithammel mit absoluter Stammplatz-Garantie übernehmen. Was selbst ein Siller, der die letzten zwei Runden exzellent agierte, nicht bestreitet: "Ich bin logischerweise in der Hierarchie noch unten - aber mein Naturell kommt halt heraus."
Gut (und weiter) so. Wie auch die wiederentdeckte Freude und die leuchtenden Augen seiner Kollegen. Die Konsequenz: eine gewisse, durchaus nötige Lockerheit. "Es ist in den vergangenen zwei Wochen ein neuer, frischer Spirit entstanden", gesteht der Coach, "vor allem durch die junge Garde, die die Alten angesteckt hat."
Die sich natürlich mit dem Erreichen des großen Ziels auch für die kommende Saison empfehlen können. Heute wäre ein guter, optimaler Tag dafür. "Sie müssen mir zeigen, dass sie unbedingt in Innsbruck bleiben wollen." Ein Martin Svejnoha oder Carlos Merino. Ein Szabolcs Safar wird dies hingegen kaum mehr beweisen müssen - nicht durch gewohnt eindrucksvolle Taten, kaum durch stets bekennende Worte.
Doch eines ist ebenfalls sicher wie das (fast) alle Jahre wiederkehrende schwarz-grüne Theater um die Lizenz: Ohne "frische Blutzufuhr" wird Wacker in der kommenden Saison auf keinen Fall auskommen. Egal, wie die laufende endet...
Gernot Gsellmann
Man muss sich die Augen reiben. Würde man die nackten Zahlen nicht Schwarz auf Weiß durchschimmern sehen, es wäre nicht zu glauben: Die österreichische Defensiv-Mauer (seit der 19. Runde) ist in Wr. Neustadt, Wackers nächstem Gegner im Abstiegskrimi, beheimatet! Mittendrin Dennis Mimm: "Diese Stärke werden wir auch gegen innsbruck ausspielen müssen!"
In 13 Runden nur zehn(!) Gegentreffer erhalten, im gleichen Zeitraum kassierte Schwarz-Grün 23 - die Truppe von Heimo Pfeifenberger war damit sicherer als das violette "Fort Knox" (Austria/11). Damit das Bundesliga-Gold für die Niederösterreicher aber weiter glänzt, dafür sollte ein Heimsieg her. "Man darf die Partie nicht überbewerten", stellt Dennis Mimm klar, "aber es könnte durchaus sein, dass diese drei Punkte am Ende für den Klassenerhalt reichen könnten!" Dafür will auch der 30-jährige Glatzkopf mit Wacker´scher Vergangenheit sorgen. "Aber wir können mit mehr Lockerheit auflaufen. Denn im Gegensatz zu Wacker haben wir auch gegen die vermeintlich Großen schon gepunktet." Und direkte Keller-Kontrahenten gibt´s im Anschluss für Innsbruck keine mehr.
Respekt! "Wacker hat in allen Formationen Qualität. Doch offensiv sicher mehr. Das Um und Auf: Roman Wallner. Da müssen wir uns schon in Acht nehmen." Vor allem Mimm selbst: Denn nach der Sperre von (Anm. Manuel) Wallner wird er in die Innenverteidigung rücken.
Moral! "Mich beeindruckt, dass Innsbruck, seit Roli Kirchler da ist, nie aufgibt. Das hab ich ehrlich noch nie so stark bei einer Tiroler Mannschaft gesehen."
Stabilität! "Wir haben uns kontinuierlich gesteigert, uns genügt oft ein Tor zum Sieg oder zu einem Punkt. Aber zuerst müssen wir eines machen - das ist noch unsere kleine Baustelle."
Druck, Nervenflattern, Magenprobleme im aufreibenden Abstiegskampf? "Ich nicht. Anders wär´s vielleicht angenehmer, aber so viel interessanter und brisanter!"
Kronen Zeitung
Nach Mattersburg wartet der nächste Liebling: Bei den Niederösterreichern erst eine Niederlage
Was hat Wiener Neustadt, was Wacker nicht hat? Eine Lizenz... Die Niederösterreicher bekamen die Spielgenehmigung für die kommende Saison anstandslos. Was bei allen Problemen, mit denen der Verein nach dem Abschied von Frank Stronach zu kämpfen hatte, bemerkenswert ist.
Innsbruck darf sich hingegen über ein positives Head-to-Head-Verhältnos gegen den Gegner am Samstag freuen: 14 Mal standen sich die beiden Vereine bislang gegenüber, sechs Siege feierten die Schwarzgrünen, fünf Mal teilte man die Punkte und nur drei Mal war Wr. Neustadt der Gewinner.
Und erst ein einziges Mal zogen die Tiroler in Niederösterreich den Kürzeren. Beidiegt von einem Tiroler. Der damalige Neustadt-Stürmer Hannes Aigner (Altach) 2010 erzielte das Goldtor. Samstag fehlen bei Neustadt Hlinka und Manuel Wallner.
Georg Fraisl
Alle Jahre wieder. Nicht nur Weihnachten, sondern auch die Lizenz-Vergabe. Und das lange G´sicht der Tiroler. Als habe das Christkind das falsche Geschenk gebracht. Aber, Leute - Hand auf´s Herz: Langsam ist das schon ein bissl peinlich, dass die Schwarzgrünen jedes Jahr in der ersten Instanz durch den Senat-V-Rost fallen. Denn so richtig überraschend kommt der Termin, an dem man alle Unterlagen vorlegen muss, ja nicht. Oder?
Und so wie wir wissen - um beim Bild zu bleiben - was man am eiligen Abend so alles braucht, Baum, Kugeln, Kerzen, Sternspritzer, Zünder, so kann man wahrscheinlich auch alles beinand haben, wenn man es nicht zum allerersten Mal macht. Natürlich, kennt jeder, geht ab und an was schief, Kugel in Scherben, Kerzen abgebrannt, Baum (mehrmals abgeschnitten, immer noch) zu kurz. ABER: Das lässt sich beheben, keiner steht mit herunter gelassenen Hosen da und jammert, dass die Nacht so still ist.
Nur bei unserem Fußballklub bekommt man den Eindruck, als könnte man die sieben Zwetschgen nicht z´sammklauben und hat immer eine unschöne Bescherung.
Kronen Zeitung
Langsam wird´s rekordverdächtig: Wie beinahe jedes Jahr seit dem Konkurs (Ausnahme 2012) verweigerte der Senat 5 der Bundesliga dem FC Wacker Innsbruck auch heuer in erster Instanz die Lizenz. Selbst wenn´s (angeblich) erneut nur um so genannte "Kleinigkeiten" geht - das große Zittern um die Existenz ist zurück.
Auf dem falschen Fuß erwischt. "Buhhh, damit habe ich nicht gerechnet", stammelte Präsident Kaspar Platner, als er von der "Kronenzeitung" über die Lizenz-Verweigerung informiert wurde. Und auch Trainer Roli Kirchler suchte vor der Sky-TV Kamera erst einmal nach Worten. Beide reagierten auf die Entscheidung der Bundesliga gleichermaßen - enttäuscht und verärgert.
Was bei Wackers Unterlagen nicht passte:
*Das Sponsoring der Olympia-World ist mit dem Zusatz versehen: "Gilt nur bei Klassenerhalt!" Das ist der Bundesliga zu unsicher. Geschäftsführer Schwaninger: "Direktor Bielowski ist auf Kur - sobald er wieder da ist, kommt das weg."
* Im Budget sind nur 500.000 der berühmten fehlenden 700.000 Euro völlig abgedeckt - es fehlen 200.000. "Das sind in einem 6-Millionen-Budget nur rund drei Prozent. Innsbruck wird wegen seiner Vergangenheit halt besonders genau geprüft", knurrte Plattner böse.
Nutzt nix. Für die zweite Instanz (Protestfrist 10. Mai) muss Wacker auch den fehlenden Restbetrag absichern. "Wir werden das schaffen", ist der Präsident optimistisch, "schade nur, dass es bei uns keine Ruhe gibt." Was auch der Trainer bedauert: "Durch die beiden Siege hatten wir endlich wieder eine positive Stimmung in der Truppe. Und jetzt wieder so ein Tiefschlag. Es ist wirklich zum..."
Bei der Admira fehlt (angeblich) eine Sponsor-Rate von 325.000 Euro.
Gernot Gsellmann
Wackers Geschäftsführer Schwaninger optimistisch: Heute Mittag soll die Lizenz 2013714 ins Haus rattern
Die Gerüchteküche brodelt seit langem: Ein Bundesliga- sowie zwei Erste-Liga-Klubs sollen richtige Probleme bekommen - mit der Lizenz-Kommission der Bundesliga. Dass der eine Oberhausverein Wacker Innsbruck ist, heute einen "Bruch" (wie gestern Tochter Johanna/Waden- & Schienbein) erleidet, glaubt der schwarzgrüne Geschäftsführer nicht. Zumindest hofft er´s...
Heute gegen 13 Uhr werden die Lizenzen in erster Instanz veröffentlicht. Wird Wacker diese dann in Händen halten?
"Das hoffe ich! Denn zuletzt hat sich der Verlauf im Klub doch deutlich verbessert."
Was stimmt dich so zuversichtlich?
"Dass unser Paket, das wir am 15. März abgegeben haben, erklärbar ist. Wirtschaftsprüfer Mag. Pöll hat das ganze finanzielle Szenario für realistisch erachtet, die Reorganisationsprüfer Stauder/Schuchter/Kempf haben die Entwicklung des Vereins als grundsätzlich positiv eingestuft. Die laufende Saison betreffend."
Doch die Zusicherung der Politik, das anfallende Finanz-Loch mit 500.000 Euro zu stopfen, kam erst nach dem Stichtag?
"Richtig. Aber es gibt für die eigereichten Unterlagen auch stets detailierte Nachfragen - so haben wir diese Zusicherung über den Prüfer bereits nachjustieren können."
Und sollte Wacker die Lizenz in erster Instanz - wie die vergangenen Jahre immer - nicht erhalten...?
"Dann habe ich keine Bedenken, dass wir sie in zweiter bekommen."
Georg Fraisl
Dahoam isch dahoam. Das klingt nicht nur Tirolerisch, das ist auch so. Und man muss nicht immer in Lederhosen herumlaufen oder ständig jodeln, um dieses Land schön zu finden. Schließlich kommen auch alljährlich Millionen hierher auf Urlaub. zum Skifahren, Langlaufen, Wandern, Sonne liegen oder... um ein Fußball-Trainingslager zu veranstalten. Werden jeden Sommer mehr.
Warum also in die Ferne schweifen? Denkt sich auch Roli Kirchler - und hat Order gegeben, das Camp in der kommenden Sommer-Vorbereitung in der Heimat anzuberaumen. Kühtai, Zillertal oder Stubaital. Schön.
Dahoam ist dahoam. Gilt auch für Dario Dakovic, der in jungen Jahren erst in dieses Land gekommen ist. Dennoch lockt ihn jetzt der Ruf der weiten Fußball-Welt. Er würde sich gerne verändern, teilte er dem Klub mit. Womit die Verteidigung zu einer schwarzgrünen Problemzone wird. Inklusive Tor laufen da nämlich vier Verträge (Safar, Svejnoha, Siller, Dakovic) aus - da sollte man bald bei Lösungen dahoam sein.
Alex Tramposch
Dass beim FC Wacker darüber diskutiert wird, als Sparmaßnahme die Amateur-Mannschaft wegzurationalisieren, lässt Trainer Werner Löberbauer heiß laufen. Auch Verbandsboss Sepp Geisler hofft im Sinne des Tiroler Fußballs, dass es nicht soweit kommt. Weil es ohnehin nur noch so wenige Tiroler Westligisten gibt.
Eigentlich ist in Österreich jeder Profi-Klub verpflichtet, eine Amateur-Mannschaft zu stellen - aber mit Geld lässt sich bekanntlich alles regeln. In der Bundesliga sind es 7500 Euro, in der Erste Liga 3750 an den jeweiligen Landesverband, mit denen sich ein Verein frei kaufen kann. Wenn bei Innsbruck die Amateure 200.000 Euro in der Saison verschlingen, würde der Klub 195.500 Euro einsparen. Aber ob die Rechnung langfristig aufgeht?
"Mir persönlich ist es wurscht, ob ich nächste Saison noch Coach bin - aber für den Fußball ist es die größte Idiotie, die ich je gehört habe", meinte Amateure-Trainer Werner Löberbauer: "Dass der Klub sparen muss, sehe ich ein, aber den Stamm abzuschneiden und trotzdem einen Tiroler Weg zu fordern - ein paar Leute überlegen nichts. Jedes gut funktionierende Modell in Österreich hat eine eigene Akademie und eine Amateur-Mannschaft. Dadurch ist die Durchgängigkeit gegeben."
Auch Verbandsboss Sepp Geisler hofft, dass es bleibt, wie es ist. "Eine Abschaffung der Amateure würde keinen Sinn machen - wir sind ohnehin nicht mit Westliga-Teams gesegnet. Und wir wissen, wie schwierig es ist Akademie-Abgänger in den Profi-Fußball zu integrieren."
Für Wacker-Cheftrainer Roli Kirchler führt im Falle des Klassenerhalts kein Weg an einem Amateur-Team vorbei, beim Abstieg in die Erste Liga fürchtet er allerdings aus finanziellen Gründen um die schwarzgrünen "Fohlen".
Georg Fraisl
Allzu viel Beachtung wurde der Sache in Mattersburg nicht geschenkt. Ein Tritt halt, na und? Außerdem: Von Ilco Naumoski schien ohnehin niemand etwas anderes zu erwarten. Da erstaunte der Kopfstoß, den Patrick Bürger im Finish Christoph Saurer verpasste und für den er Rot bekam, alle mehr. Auch Schiedsrichter Rene Eisner schien sich dieser Stimmung anzupassen. Der (absichtliche!) Tritt von Naumoski in die Weichteile von Sebastian Siller wurde vom Referee nicht einmal ignoriert.
Das Opfer der Tätlichkeit sprach sich nach Spielschluss aber sehr wohl für ein Nachspiel aus: "Man hat mich vor Naumoski gewarnt, aber solche gehören nicht auf den Fußballplatz und daher geahndet", forderte Siller. Freilich: Einfach ist das nicht. Nur wenn der Schiri absolut keine Möglichkeit hatte, den Tritt zu sehen, kann der Strafsenat einschreiten. Sonst gilt es als Tatsachen-Entscheidung.
"Arg nur, dass solche Sachen durchgehen", knurrte Roli Kirchler, "und wir Trainer wegen jedem Blödsinn vor die Ethikkommission gezerrt werden."
Georg Fraisl
Ach, ist das Leben schön, wenn man nicht mit der roten Laterne im Bundesliga-Eck lehnt. Wackers Kicker genossen es am Wochenende sichtlich, nicht mehr der oder das Letzte der Bundesliga zu sein. Auch wenn noch einige schwere Hürden in diesem Frühjahr auf die Schwarzgrünen warten. Fünf auf dem grünen Rasen, eine am grünen Tisch. Und viele meinen: Letzteres ist die größte Challange.
Am Dienstag werden die Entscheidungen der Lizenzierungs-Kommission der Bundesliga bekannt gegeben. Und Gerüchten zufolge soll ein Klub der Bundesliga und zwei Vereine aus der Ersten Liga gröbere Probleme haben, die Spielgenehmigung zu bekommen.
Wackers Bosse gehen davon aus, dass damit Innsbruck nicht gemeint ist. Allerdings: Beim Abgabe-Termin im März hing der Rettungsschirm der öffentlichen Hand noch in der Luft - da ein Nachreichen von Unterlagen erst für die zweite Instanz möglich ist, muss sich Wacker möglicherweise noch eine Runde gedulden. Andererseits: Sollte ein (anderer) Verein bei der Lizenzierung durchfallen, müsste sich Wacker kein Kopfzerbrechen wegen des Liga-Erhalts mehr machen.
Aber damit will bei den Schwarzgrünen niemand spekulieren. Trainer Roli Kirchler: "Wir sind zur richtigen Zeit munter geworden. Und jetzt schaffen wir den Klassenerhalt auch von alleine." Auch wenn Samstag beim ersten der fünf Finalspiele in Wr. Neustadt wegen Gelbsperren Marco Kofler und Siegtorschütze Christopher Wernitznig fehlen werden.
Georg Fraisl
Der mitgereiste Tomas Abraham rutschte gerade noch hinein, dann fiel die Innsbrucker Kabinentür hart ins Schloss. Und man konnte hören, was für eine schwarzgrüne Party da in Gange kam. Sprechchöre, Schlachtgesänge und... ja, Trainer Roli Kirchler riss die Tür noch einmal kurz auf und meinte grinsend. "Bitte sehr!"... als im Hintergrund dröhnend Peter Maffay zu singen begann.
Da waren sie wieder, die sieben Brücken, über die seine Wacker-Buam gehen mussten. Wird langsam ein echter Kultsong, dieser Schlager. Nach Brücke sieben (2:0 über Ried) haben die Tiroler nun auch den Übergang sechs positiv hinter sich gebracht. Fünf warten noch.
Er war sich ja bombensicher gewesen, der Trainer. Denn bei der gemeinsamen Jogging-Runde mit Team-Manager Gogo Feistmantl hatte Kirchler schon zur Mittagszeit richtig vorhergesagt: "Wirst sehen, wir gewinnen 2:1!" Wo er das herhatte? In entschlossenen Augen der Spieler hat er das schon während der ganzen Woche beim Training gelesen. Glaube versetzt eben Berge.
Georg Fraisl
Weg ist sie, die verdammte rote Laterne. Mit einem 2:1-Erfolg in Mattersburg, dem vierten Sieg im vierten Saisonspiel gegen die Burgenländer, gelang Wacker Innsbruck der Sprung weg vom Tabellenende - vor dem heutigen Match der Admira gegen die Austria sogar auf den kommoden 8. Rang. Wie schon beim 2:0-Heimerfolg gegen Ried boten die Innsbrucker eine überraschend abgeklärte Leistung - das Siegestor gelang "Wuschi" Wernitznig, dem Mattersburg-Spezialisten.
Auf der Kirchturm-Uhr von Mattersburg war der große Zeiger gerade auf die Zeit gesprungen, die in der digitalen Welt 20:20 Uhr heißt - da fiel im Pappelstadion ein junger Mann namens Sebastian Siller auf die Knie und schlug ein Kreuzzeichen. Besser hätte man die Erleichterung der Tiroler gar nicht ausdrücken können- Um 20:20 Uhr pfiff Schiedsrichter Rene Eisner die Abstiegsschlacht im Burgenland ab - und den Innsbruckern fiel im fernen Flachland fast die ganze Nordkette vom Herzen.
Endlich nicht mehr Letzter. Fünf Runden vor Saisonende stehen die Schwarzgrünen, die nach 22 von den bisherigen 31 Spieltagen das Tabellenende geziert hatten, nicht mehr auf Platz 10. Der vierte Sieg im vierten Saisonspiel gegen die Mattersburger machte es möglich. Selten in diesem Spieljahr war der Klassenerhalt derart zum Greifen nahe. Nun ist die Ausgangsposition für die letzten fünf Begegnungen so ideal wie schon lange nicht mehr. "Allzu euphorisch dürfen wir nicht werden", legte eben just Siller noch vor der Kabinentür die Bremse wieder ein: "Nächste Woche wartet in Wiener Neustadt das nächste Endspiel auf uns. Aber wir haben uns nie aufgegeben - und werden das weiter nicht tun."
Immerhin: Die verflixte rote Laterne los geworden zu sein, sollte doch neue Kräfte freimachen. "Ob der Glaube jetzt wieder da ist?" - "Wuschi" Wernitznig grinste schelmisch: "Der war ja nie weg", sagte der Schütze des Siegestores. Auf das man hätte wetten können: Es war in seinem siebenten Spiel gegen die Mattersburger schon der sechste Treffer!
Roli hatte ein Näschen!
Da hatte Trainer Roli Kirchler ("Keine Änderungen, nur den Wuschi hau ich rein, der ist Spezialist für die Burgenländer") ein wahrlich gutes Näschen bewiesen. "Ich weiß nicht, warum es ausgerechnte gegen Mattersburg mit dem Toreschiessen so gut klappt. Für mich ist das ein Gegner wie jeder andere. Aber es kann ruhig so weiter gehen."
Georg Fraisl
Mattersburg - Wacker 1:2 (0:1). - So ein richtig feiner war der ja nie, der Ilco Naumoski. Eher das Gegenteil. Ein Skandalboy, Kategorie ungut. Jetzt kann Sebastian Siller ein Lied davon singen. Denn der Ungustl der Mattersburger trat ihm in Minute 13 dorthin, wo´s Männern besonders weh tut. Voller Absicht. Sebastian krümmte sich vor Schmerzen. Der Schiri? Sah darin nichts, was ein bissl Luft für die Pfeife gerechtfertigt hätte. Statt Rot, einfach weiterwinken. So wie Minuten später, als der Badboy gleich noch einmal bei Siller nachtrat.
Aber weil der Tiroler trotz Tritt in die Weichteile nach wie vor das hatte, was man auch im Fußball so braucht, jubelte Wacker in der 35. Minute übers 1:0: Da setzte Siller bei einer Wernitznig-Ecke nach, Majstorovic lenkte den Ball ins eigene Netz ab.
Sieben Minuten nach der Pause legten die Tiroler nach: Wallners Maßflanke verwertete Wernitznig per Kopf - 0:2. Quasi im Gegenzug Bürgers Anschluss per Kopf, 1:2 (54.). Dann eine Schlacht, Safar rettete zweimal - und Bürger (ein Duell mit Saurer) sah doch noch die Rote (87.).
Georg Fraisl
Wackers neues Sechs-Monster: Mit Marco Kofler auf der Abräumer-Position gelang vor einer Woche ein souveränes 2:0 gegen Ried - daher soll der 23-jährige Defensiv-Riese (1,95m) auch heute in Mattersburg für klare Verhältnisse vor der Abwehr und drei Punkte sorgen. Schließlich sind die Burgenländer der Lieblingsgegner.
DAS soll sich heute nicht ändern - Statistik: Drei Spiele, drei Siege - gegen Mattersburg hat Wacker eine makellose Bilanz, die wollen die Tiroler heute vollenden. "Es gibt im Fußball eben solche Phänomene, dass einem eine Mannschaft liegt und die andere nicht. Die Burgenländer mögen wir offensichtlich. Warum - das weiß ich auch nicht", sagt Trainer Roli Kirchler. Und warnt: "Ohne unser Zutun geht´s freilich nicht."
DAS soll sich heute nicht ändern - Einstellung: Beim 2:0-Heimsieg gegen Ried lieferten die Innsbrucker wohl die kompakteste Vorstellung der Ära Kirchler ab. Daher hält der Trainer auch am Personal fest: "Das haben sich die Leute verdient. Ich werde in Zukunft überhaupt nur noch auf Leute setzen, die sich für den Verein den Arsch aufreißen", sagt der 42-Jährige, dessen Vertrag nun für alle Ligen bis 2015 verlängert wurde.
DAS soll sich heute nicht ändern - Stabilität: "Keiner hat ihm das zugetraut, ich schon. Und er ist als Sechser ein echter Stabilisator", lobt Kirchler Neo-Abräumer Marco Kofler. Das Sechs-Monster mit Rückennummer vier freut sich regelrecht auf den heutigen Mattersburg-Auftritt: "Ich mag diesen Platz gern. Und langsam gewöhne ich mich auch an die neue Rolle. Je öfter ich den Sechser spiele, desto besser funktioniert´s."
DAS soll heute aber gaaaaaanz anders werden: Nach 22 von bislang insgesamt 30 Runden hielten die Innsbrucker die rote Laterne in ihren Händen. Mit einem Sieg im Burgenland könnte man sie erstmals an Mattersburg weitergeben: "Ich denke schon, dass das ein Vorteil für uns ist", glaubt Kirchler, "wir haben nichts zu verlieren, aber unser Gegner spürt das drohende Tabellenende. Da kommen selbst sehr routinierte Kicker ins Nachdenken..."
Georg Fraisl
Dass sich alle in der Kabine prustend weg gedreht haben, das bestreitet Roli Kirchler vehement. Aber dass ein paar über beide Ohren gegrinst haben, als der Trainer vor dem Heimspiel gegen Ried einen Ur-alt-Schlager abspielen ließ, ist eh klar. Peter Maffays "Über sieben Brücken musst du gehen" dröhnte durch die Wacker-Kabine. In Anspielung auf die noch ausstehenden sieben Runden Überlebenskampf.
Und egal, wer, wann und wie sehr gegrinst hat, nach 90 Minuten gegen Ried lagen sich alle in der Kabine in den Armen. Wieder zu den Klängen von Maffay, wieder über sieben Brücken - nur sogar noch einen Tick lauter. Wie sooft hatte Trainer Kirchler mit einem Pscho-Kniff versucht, den Mannschaftsgeist zu beschwören.
Heute sind es noch sechs Spiele - und der Peter Maffay hat vor dem Match in Mattersburg natürlich ausgedient. Die Version mit sechs Brücken gibt´s nun einmal nicht, Roli muss erneut in der Schlager-Kiste kramen. Und hatte natürlich schon auf der gestrigen Bus-Fahrt die Idee, was da in der Kabine in Mattersburg dröhnen darf. Tom Jones und sein "Sex Bomb", diesmal halt als Sechs-Bomb...
Für die schwarzgrünen Vereins-Bosse wird nicht nur das Samstag-Resultat richtungsweisend für die Zukunft sein. Auch vom Ergebnis am Sonntag hängt einiges ab. Und damit ist natürlich nicht Admiras Match gegen Austria gemeint, sondern der Ausgang der Wahl. Der Ton im Land macht auch für den Top-Fußballklub die Musik, daran besteht kein Zweifel. Und im Wurlitzer liegen für die Hochrechnungen gleich eine Reihe von Schlagertiteln parat. Je nachdem.
Vielleicht der Hit der Kolibiris: "Und dann die Hände zum Himmel und lasst uns fröhlich sein." Oder Ireen Sheer: "Heut´ Abend hab ich Kopfweh." Katja Ebstein: "Wunder gibt es immer wieder!" Oder einfach nur Freddy Quinn: "So schön, schön war die Zeit!"
