18. Mai 2013

Ein Fall für Merino?

Wolfgang Müller

Die fußballerischen Qualitäten von Carlos Merino sind unbestritten vorhanden. Ebenso Fakt ist freilich, das der Spanier sein Potenzial im Wacker-Dress – aus welchen Gründen auch immer – eigentlich nie über einen längeren Zeitraum so abrufen konnte, wie man sich das von einem Legionär in Führungsposition erwartet hätte. In der Red-Bull-Arena gegen die technisch versierten Bullen rief der Regisseur meist seine besten Leistungen ab. Daher spekuliert Roland Kirchler auch damit, Merino heute im Westderby als offensive Schaltzentrale walten zu lassen. Auch Julius Perstaller, der ab Sommer in Ried unter Vertrag steht, hat der Wacker-Coach noch auf seiner Nichtabstiegsrechnung. Für den einen – Merino – eine Chance auf Vertragsverlängerung, für den anderen – Perstaller – eine Möglichkeit, sich professionell und mit Stil zu verabschieden.

× heutige Meldungen
18. Mai 2013

Vier Kilo leichter, daher nur Joker

Wolfgang Müller

Innsbruck – Diese Woche war kein Honiglecken für Lukas Hinterseer. Die 0:3-Pleite gegen die Austria hatte sich nicht nur auf das Gemüt, sondern auch auf Magen und Kreislauf geschlagen. „Hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall. Mich hat’s voll erwischt“, erklärte der um vier Kilogramm leichtere 22-Jährige vor der gestrigen Abfahrt nach Salzburg. Am Donnerstag absolvierte er schon ein erstes Lauftraining, gestern mischte er im Abschlusstraining auch wieder mit. „Ein Einsatz kommt zu früh, im Kader ist er auf alle Fälle. So einen positiven Typen wie ihn brauchen wir. Im Heimspiel gegen Sturm am Mittwoch soll er wieder voll bei Kräften sein“, meinte Trainer Roli Kirchler.

Für das heutige Westderby hat Hinterseer, der im Frühjahr zum Stammspieler avancierte, sein ganz persönliches Szenario schon im Visier. „Zuerst 80 Minuten auf der Ersatzbank mitfiebern, dann zum Schluss als Joker ein entscheidendes Tor schießen, umziehen und mit einem Erfolgserlebnis zurück nach Innsbruck“, schmunzelt der Kitzbüheler, der mit dem FC Wacker in der nächsten Saison den nächsten Karriereschritt in Angriff nehmen will. Natürlich in der tipp3-Bundesliga…

× heutige Meldungen
18. Mai 2013

„Wir können nur überraschen“

Wolfgang Müller

Bundesliga-Tabellenschlusslicht FC Wacker Innsbruck tritt heute ab 18.30 Uhr als krasser Außenseiter und ersatzgeschwächt in der Red-Bull-Arena gegen Titelverteidiger Salzburg an.

Innsbruck – Der FC Wacker ist drei Runden vor Schluss Tabellenletzter und hat beim heutigen Auftritt ab 18.30 Uhr in der Red-Bull-Arena mit den gelbgesperrten Martin Svejnoha, Daniel Schütz, Christian Schilling sowie dem erkrankten Lukas Hinterseer gleich vier Ausfälle zu beklagen. Titelverteidiger Salzburg hat in dieser tipp3-Bundesligasaison das beste Heimteam, das beste Frühjahrsteam, hat seit 16 Meisterschaftspartien nicht mehr verloren und die vergangenen sechs Liga- Auftritte gewonnen. Zudem gab es im Westderby gegen die Innsbrucker fünf Pflichtspiel-Erfolge in Folge.

Klingt nach einer „Mission Impossible“ für die Schwarzgrünen? „Schaut auf dem Papier so aus, aber was heißt das schon im Fußball. Fakt ist, dass wir jeden Punkt im Abstiegskampf brauchen, absolut nichts zu verschenken haben und die Salzburger gegen vermeintlich schwächere Gegner schon ihre Aussetzer hatten“, meinte Wacker-Stürmer Roman Wallner vor der gestrigen Abfahrt Richtung Mozartstadt trotzig und legte gleich nach: „Nur nicht verstecken. Vielleicht gelingt uns gleich etwas.“

Das sieht auch der Trainer so. „Über die Ausfälle rede ich gar nicht lange. Da werden wir wieder Lösungen finden. Setzt meine Mannschaft den Trend der letzten Wochen fort, ist etwas möglich. Aber krasser Außenseiter sind wir freilich schon. Wir können nur überraschen“, meine Roland Kirchler, der auf das 4/4/2 der Bullen auf alle Fälle mit einer Doppel-Sechs aufwarten will und Selbstbewusstsein impft: „Wir werden wieder aggressiv attackieren, aber nicht ins offene Messer laufen. Außerdem haben wir schon gegen die Austria bewiesen, dass wir mit einer Top-Mannschaft mithalten können.“

Wer neben Marco Kofler den defensiven Part im Mittelfeld übernehmen wird, ließ er noch offen. Christoph Saurer oder Simon Piesinger kommen in Frage. Allerdings plagt Piesinger eine leichte Patellasehnenentzündung. Dario Dakovic wird Svejnoha im Abwehrzentrum vertreten, hinter Wallner hat Kirchler die Wahl zwischen Carlos Merino, Julius Perstaller und Marcel Schreter.

Im Lager der Bullen hat man trotz des Sechs-Punkte-Rückstandes auf die Austria die Titelhoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Alles andere als drei Punkte gegen das Tiroler Tabellenschlusslicht wäre eine weitere herbe Enttäuschung. „Ein Sieg ist Pflicht. Wir wollen die restlichen drei Spiele erfolgreich gestalten. Gerade vor eigenem Publikum wollen wir ein gutes Spiel mit schönen Toren zeigen“, betonte Trainer Roger Schmidt, dessen vorzeitiger Abschied im Sommer bei den Bullen auf der Gerüchtebörse verdammt hoch gehandelt wird.

× heutige Meldungen
18. Mai 2013

Die Bullen hassen Zwerge: Heute soll Wacker "düdeln"

Gernot Gsellmann

Was Düdelingen, der luxemburgische "Underdog" in der Champions-League-Quali, oder Pasching, der oberösterreichische Regionalligist, im ÖFB-Cup-Halbfinale zeigten, sollte Wacker heute in der Red-Bull-Arena doch auch schaffen: Die Salzburger auf die Hörner nehmen! Was im Abstiegskampf der Bundesliga ein echter Befreiungsschlag wäre - nur bleibt die Frage: Mit welcher Startelf sol dies gelingen?

"Haben doch schon in jüngster Vergangenheit zwei ´kleine´ Klubs gezeigt, dass es gehen kann!" Und Roman Wallner wird damit wahrlich nicht das Exklusivrecht an Erinnerungen besitzen: Denn außerhalb (und nicht nur) der Mozartstadt krümmt sich heute noch alles vor Lachen, wenn die Wörter Düdelingen und Pasching fallen! Von jenem 19.000-Einwohner-Ort, der durch den Austieg in die dritte Champions-League-Quali-Runde (nach einem 1:0 und 3:4 in Salzburg) plötzlich Europa-Ruhm erreichte; vom Linzer Vorort, der sich in der Red-Bull-Chefetage (sponsort auch Pasching) durch die 2:1-Cup-Sensation wohl keine Freunde machte.

"Vom Papier her haben wir absolut keine Chance", rechnet Wallner hoch, "aber ich bin trotzdem optimistisch." Denn was die beiden können, sollte auch für Wacker in Salzburg möglich sein. Auch mit einer arg dezimierten Truppe: 50 Prozent der Viererkette (Svejnoha & Schilling) sind ebenso wie der rechte Turbo (Schütz) gelbgesperrt, dazu muss der Ideengeber (Hinterseer) wegen seines Klinikaufenthaltes und den verlorenen Kilogramm (4) vorerst auf der Bank Platz nehmen.

Kein Gejammere

"Das ist nicht das erste Mal", will Coach Roland Kirchler nicht klagen, "vier Neue in der Mannschaft sind nichts Neues für mich!" Dakovic, Wernitznig, Löffler und Schreter könnten in die Startelf rutschen. Doch egal wer heute von Beginn an "düdeln" darf - er muss robust zur Sache gehen, schnell umschalten. "Und vor allem sofort den Abschluss suchen."

Denn gegen die heimstärkste Elf der Liga bekommt man nicht allzu viele Möglichkeiten. Zudem wollen die Salzburger mit dem siebten Sieg in Folge (damit wäre der Klubrekord von 2008/09 unter Co Adriaanse eingestellt) noch im Titelrennen verweilen. Aber mit Glück, einem vielleicht gutgesinnten Schiri und dem optimalen Spielverlauf könnte die Düdelingen- und Pasching-Geschichte neu geschrieben werden. Von dem rot-weiß-roten Schlusslicht in der Drucksituation...

× heutige Meldungen
18. Mai 2013

Roli und das Büro im Bus

Georg Fraisl

Gestern Nachmittag baute Roli Kirchler den vordersten Sitz im Mannschaftsbus des FC Wacker Innsbruck zu einem Büro um. Wie immer  bei den Auswärtsfahrten vergrub sich der 42-Jährige auch in den zwei Stunden Richtung Salzburg hinter Papieren & Mobiltelefon. Wenn der Trainer zum Sportdirektor mutiert.

Die Spieler wissen, dass die Chance im Bus zum Chef vorzudringen, gegen Null geht. Und wenn das Auswärtsmatch in Peking ware, würde Kirchler auch tagelang durchquatschen. Telefonieren bis das iPhone einen Notarzt braucht. Zum Spass macht er das natürlich nicht, der Kirchler. Der Berg, den es abzuarbeiten gibt, ist gewaltig...

Es wird überall Veränderungen geben, das ist jetzt schon klar. Im Kader - und im Trainerteam. Und unabhängig davon, in welcher Liga die Schwarzgrünen in der kommenden Saison spielen werden. In Rolis Bus-Büro geht es sowohl um Plan A - als auch um die ominöse Version B, an die aber keiner so recht denken will.

Im Falle des Abstieges würde Kirchler seine Doppelfunktion weiter ausüben. Das hat er so versprochen. In der Bundesliga, darauf hat er beharrt, keinesfalls. Manchal allerdings, wenn er in seinem Bus-Büro eine der ganz seltenen Telefon-Pausen hat, da dämmert es Kirchler, dass er die Zweifach-Belastung nicht mehr los wird. Billiger geht´s für den Verein nämlich nicht mehr. "Logischerweise" kriegt Roli keinen Euro mehr, seit er auch Sportdirektor ist - schließlich muss der Verein ja den gefeuerten Oliver Prudlo noch bis Jahresende zahlen.

Warum man jemanden, der eh Geld bekommt und noch arbeiten könnte, vor die Tür setzt, das wird ewig ein Rätsel bleiben.

× heutige Meldungen

Aktuelle Pressemeldungen:

Wolfgang Müller

Ein Fall für Merino?

Die fußballerischen Qualitäten von Carlos Merino sind unbestritten vorhanden. Ebenso Fakt ist freilich, das der Spanier sein Potenzial im Wacker-Dress – aus welchen Gründen auch immer – ...
zum Artikel
Wolfgang Müller

Vier Kilo leichter, daher nur Joker

Innsbruck – Diese Woche war kein Honiglecken für Lukas Hinterseer. Die 0:3-Pleite gegen die Austria hatte sich nicht nur auf das Gemüt, sondern auch auf Magen und Kreislauf ...
zum Artikel
Wolfgang Müller

„Wir können nur überraschen“

Bundesliga-Tabellenschlusslicht FC Wacker Innsbruck tritt heute ab 18.30 Uhr als krasser Außenseiter und ersatzgeschwächt in der Red-Bull-Arena gegen Titelverteidiger Salzburg ...
zum Artikel
Gernot Gsellmann

Die Bullen hassen Zwerge: Heute soll Wacker "düdeln"

Was Düdelingen, der luxemburgische "Underdog" in der Champions-League-Quali, oder Pasching, der oberösterreichische Regionalligist, im ÖFB-Cup-Halbfinale zeigten, sollte Wacker heute in ...
zum Artikel
Georg Fraisl

Roli und das Büro im Bus

Gestern Nachmittag baute Roli Kirchler den vordersten Sitz im Mannschaftsbus des FC Wacker Innsbruck zu einem Büro um. Wie immer  bei den Auswärtsfahrten vergrub sich der 42-Jährige auch in ...
zum Artikel