b_350_1200_16777215_00_images_201617_haxn_haxen_29_17.jpgDer 14. April ist heuer der Karfreitag und der Tag des Spiels zwischen dem FAC und dem FC Wacker Innsbruck. Doch er ist auch der 105. Jahrestag des Untergangs der Titanic.

 

Das blaue Band und die rote Laterne

Das blaue Band war die Auszeichnung für Schiffe für die schnellste Atlaniküberquerung, die seit 1838 verliehen wurde. Von Beginn an steigerten sich die Geschwindigkeiten nur marginal so zum Beispiel bei Fahrten auf dem Ostkurs. Im Februar 1876 konnte die Germanic der White Star Linie 15,79 Knoten erreichen, die Brittanic des selben Reeders zehn Monate später nur 0,15 Knoten mehr. Ebenso knapp geht es in der heurigen Saison der Ersten Liga zu. Zwischen dem Vierten (FCW) und dem Zehnten (FAC) liegen lediglich neun Punkte. Jede Niederlage kann bei so einem Tabellenstand schnell die rote Hecklaterne des Dampfers Erste Liga leuchten lassen.

The unsinkable Titanic

Die Titanic wurde als Wunder der Technik bezeichnet, da sie aufgrund vollautomatischer Wasserschutztüren zwischen 16 abschottbaren Abteilungen, laut der Zeitschrift „The Shipbuilder“, als unsinkbar galt. Ebenso unsinkbar, wie der FAC in den letzten Jahren das Prädikat unabsteigbar bekommen hat. Jedes Jahr seit dem Aufstieg in die Erste Liga 2013/14 waren die Floridsdorfer vor der Saison als Abstiegskandidat gehandelt worden. Letztes Jahr wäre es dann auch sportlich so weit gewesen, doch die Linzenzverweigerung für Austria Salzburg und die nicht eingereichte Lizenz von Grödig sicherten den Klassenerhalt.

Ein Vergleich der Schutzmechanismen der Teams macht etwas deutlich: Die Schotten (Abwehr) aller Mannschaften der ersten Liga sind in etwa gleich dicht/undicht, wie die der Konkurrenz. Während der LASK und Lustenau mit je 33 Gegentoren die wenigsten erhielten, haben Wacker und Horn mit 39 die Luken doch beachtlich geöffnet, doch am weitesten stehen sie bei Wr. Neustadt offen (49). Der FAC hat trotz 15 Niederlagen (Wacker hat deren 10) nur ein Tor weniger erhalten. Interessantes Detail am Rande: Die Wiener erhielten zu Hause mit 24 ebensoviele Gegentreffer wie die Innsbrucker in der Ferne.

Der König der Welt - eher nicht

Zielsetzung beim Bau der Titanic und ihrer zwei Schwesternschiffe war in erster Linie nicht die Geschwindigkeit, sondern Luxus. Das verspielte Element mit Gymnastikraum auf dem Bootsdeck, Türkischem Bad, Squash Hallen und vielem mehr sollte die Überfahrt zu einem Erlebnis der besonderen Art machen. So wie Offensivabteilungen der Mannschften heute den Besuchern das gewisse Etwas liefern sollten. Diesen Luxus leistet sich der FAC aber nur selten. 28 erzielte Tore zählen zur kargesten Ausstattung der Liga, vergleichbar mit der dritten Klasse des Ozeanriesens. Doch der Tiroler Traditionsverein kommt auch nur in die zweite Klasse, denn 35 Volltreffer sind für die Luxusklasse zu wenig.

Luxusliner vs Bananendampfer

Obwohl die Titanic als größtes Schiff ihrer Zeit galt, hatte sie nur 750 Passagiere in der Ersten Klasse, 550 in der Zweiten Klasse und 1100 Reisende in der Dritten Klasse Platz. Die bisherige Saisonstatistik bei den Zuschauerzahlen weist für den FC Wacker Innsbruck 3.261 Besucher aus, womit man trotz Rückganges um 14,03% zur Vorsaison diese Tabelle immer noch überlegen anführt. Statistisch finden sich mehr Zuschauer bei Heimspielen am Tivoli ein, als auf der Titanic Platz gehabt hätten. Der FAC könnte mit seiner Besucherzahl (674) eher bei einer Bananendampfer Regatta, zusammen mit dem FC Liefering (358) und Wiener Neustadt (778), um die Wette fahren.

Der Eisberg

Was am 14. April 1912 passierte muss nicht näher geschildert werden, die unsinkbare Titanic krachte in einen Eisberg und sank. 1.514 Menschen fanden den Tod und nur 710 konnten gerettet werden.
Eine Niederlage im kommenden Spiel könnte für den FAC zum großen Eisberg werden, denn bei gleichzeitigen Punktezuwächsen der direkten Konkurrenten könnte der Abstand auf einen Platz über dem roten Strich auf sechs Zähler anwachsen - und das sieben Runden vor Schluss. Aber auch für Wacker wäre eine Niederlage fatal, denn die sechs Punkte, welche die Innsbrucker vom neunten Rang trennen wären schnell reduziert.
Die Floridsdorfer könnten aber auch bei einem sportlichen Abstieg die Klasse halten, wenn es keinen Aufsteiger (Linzenzverweigerung) oder aber keinen sportlichen Absteiger gäbe - was in der österreichischen Bundesliga nie ausgeschlossen scheint. Unsinkable eben. Für den FCW wird es hingegen nötig sein, dem Eisberg Lizenz mit dem Einsatz aller Kräfte auszuweichen...

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Michael Fritz Michael Fritz

Wollte nie viel schreiben, wie man sich täuschen kann.....

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